Geändert am 05.12.2012 12:19:00
vorweg: sorry für den Einstieg - bitte Beitrag zu Ende lesen.
Es ist immer schwierig, mit einem wilden Themenkonglomerat und (nochmal sorry) Halbwissen aus der Gerüchteküche einen Protest aufzubauen. Bei allem Verständnis für den Branchenfrust ist eine solche Argumentation als öffentlicher Protest vor allem eines: völlig uninteressant (außer für ein paar im Wortsinn "Betroffene" ). Selbst wenn er - nett gemacht - doch Aufmerksamkeit erregen würde, dann höchsten bis zu den nächsten Hauptnachrichten.
In die neu geregelten Praxisbesonderheiten inklusive Langfristgenehmigungen und Richtgrößen gilt es sich intensiv reinzufuchsen und sie in ihrer Gesamtauswirkung zu verstehen. Es wird nämlich wieder unsere(!) Aufgabe sein, die Ärzte bei der Umsetzung zu unterstützen. Und zwar aus einem einfachen Grund:
die "frei verfügbaren" Richtgrößen werden deutlich zurück gefahren, da das Ausgabevolumen für alle PB-/LFG-Indikationen nicht zusätzlich zur Verfügung steht sondern aus dem Heilmitteltopf stammt.
Das führt zu der problematischen Situation, dass ein Verordner, der den ICD-10-Code nicht auf der Verordnung angibt, die eigentlich extrabudgetäre Leistung seiner frei verfügbaren Richtgröße zuschlägt. Fehlende ICD-10-Codes reduzieren damit die Verordnungsmöglichkeit bei Indikationen, die nicht auf den PB/LFG-Listen sondern "nur" im HMK geführt sind.*
Und das erhöht das Risiko für den Arzt, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung oder sogar einen Regress zu erleiden. Denn seine Praxisrichtgröße wäre schneller "verbraucht", so dass er zur Vermeidung dieses Risikos vielleicht sogar weniger verordnen wird als vorher.
Die Hausaufgabe lautet deshalb: Ärzte und Patienten informieren und unterstützen, damit das PB-LFG-System zügig in Schwung kommt. Denn sonst könnte der Schuss vielleicht sogar nach hinten los gehen. Diese Aufgabe haben Sie, Ihre Kollegen/innen landauf und -ab und selbstverständlich auch ich. Wenn wir alle ein solches Vorgehen als Gegenpol zu "Affekt" verstehen, dann hätten wir uns selbst einen Schritt voran gebracht.
Denn beim besten Willen: der DVE kann die Ärzte vor Ort gar nicht erreichen.....(und im GBA darf er nicht mal mitreden). Selbst wenn wir die Verantwortung gerne von uns wegdelegieren wollten...so funktioniert es nicht!
Unsere Energie ist in konkreten und vor allem fundierten "Informieren Sie den Arzt"-Maßnahmen besser aufgehoben.Und wenn uns das gelingt, dann ist es ein echter Schritt nach vorne - für Ärzte, für uns und in der Folge auch für unsere Patienten.
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Nachtrag: es könnte sich tatsächlich auch eine Steigerung der Ausgaben ergeben - insbesondere für die Ergotherapie, die es überproportional häufig mit Schwer- und Schwerstbetroffenen zu tun hat.
Doch vorgesehen ist das nicht. Die eigentliche Hauptziele dieser Regelungen sind
a. Abbau der Unter- und Fehlversorgung bei bestimmten Indikationen
b. Verlagerung des Morbiditätsrisikos für schwere Krankheitsbilder weg von den Ärzten, hin zu den Krankenkassen, wo es ja auch hingehört!
Ich liebe Probleme. Sie sind das einzige, was man nicht ernst nehmen muss. (Oskar Wilde)