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Neue Richtgrößen/Heilmittelrichtlinien ab 2013

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4. Dezember 2012 19:26 # 1
Julchen
Registriert seit: 30.07.2001
Beiträge: 68

Guten Abend!

Viele Praxen warten ja bereits gespannt auf die neuen Richtlinien und handeln doch nur im Affekt.
Wenn ich höre,das KK Milliarden an Plus erwirtschaften und so gar die 10Euro-Praxisgebühr wieder abschaffen wollen, aber zum Teil Rezepte nur nach allerstrengsten Regeln bezahlen, erzeugt das großes Unbehagen bei mir.
Fakt ist doch- die Behandlung ist gelaufen. Zum Teil so gar von hochqualifizierten Therapeuten wie Handtherapeuten, SI-Therapeuten etc.. All diese Menschen habe so viel in Ihre Bildung investiert, können aber aufgrund der schlechten Sätze der KK nicht gehaltlich davon profitieren.
Im Gegenteil: Es ist die Rede von Kürzungen der Behandlungsdauer und dem kompletten Löschen einiger Krankheitsbilder aus dem Heilmittelkatalog.
Und was tut der DVE? Kämpft um ein paar Cent mehr, ruft auf zu Unterschriftenaktionen und guckt aus der Ferne betrachtet doch nur zu.
Sicherlich überblicke ich als Mitglied des DVE nicht alle Bemühungen. Aber sollten wir, nur weil wir Menschen helfen wollen, nicht auch an uns denken?
Wo sind all die Bachelorabsolventen, die doch Ergotherapie und ihre Wirksamkeit fundiert nachweisen sollen.Wer schafft Stellen für diese Studis?
Wieso arbeite ich seit Jahren und absolviere zig teure Weiterbildungen,um gut behandeln zu können und bekomme doch nur das Gehalt, was viele andere Therapeuten auch verdienen. Wieso kann sich ein blutiger Berufsanfänger selbstständig machen und hat mit dem Faktor Glück inklusive der Niedriglöhne seiner Angestellten, das Recht viel mehr zu verdienen?

Wieso bewegt sich so wenig in unserer Branche und wieso hat keiner mal den Mut auch auf die Straße zu gehen?
Was Ärzte können(und die verdienen deutlich mehr), sollten wir doch auch drauf haben?!

Ich freue mich auf regen Austausch und verbleibe mit lieben Grüßen
4. Dezember 2012 20:03 # 2
biene37
Registriert seit: 15.03.2003
Beiträge: 785

Hi,
aber ich hab andere Infos heute mit der Post bekommen---up- Newsletter:es gibt keine NEUEN Hmr, es ändern sich Richtgrößen für die Ärztepraxen, VaR werden anders geregelt- Mist, ich kann nicht nachsehen und zitieren, ich habs im Büro liegenlassen....

Oder bin ich voll daneben?
Gruß Sabine

"Die Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen."
John Locke
4. Dezember 2012 20:31 # 3
Maria2
Registriert seit: 06.12.2006
Beiträge: 3006

Ja, es gibt neue Richtgrößen.
Können Sie bitte eine Quelle angeben, wo berichtet wird
Zitat:
Es ist die Rede von Kürzungen der Behandlungsdauer und dem kompletten Löschen einiger Krankheitsbilder aus dem Heilmittelkatalog.


Oder meinen Sie vielleicht die neuen einheitlichen Praxisbesonderheiten?

Grüße von

Maria2

5. Dezember 2012 11:03 # 4
gross
Registriert seit: 05.04.2005
Beiträge: 828

Geändert am 05.12.2012 12:19:00
vorweg: sorry für den Einstieg - bitte Beitrag zu Ende lesen.

Es ist immer schwierig, mit einem wilden Themenkonglomerat und (nochmal sorry) Halbwissen aus der Gerüchteküche einen Protest aufzubauen. Bei allem Verständnis für den Branchenfrust ist eine solche Argumentation als öffentlicher Protest vor allem eines: völlig uninteressant (außer für ein paar im Wortsinn "Betroffene" ). Selbst wenn er - nett gemacht - doch Aufmerksamkeit erregen würde, dann höchsten bis zu den nächsten Hauptnachrichten.

In die neu geregelten Praxisbesonderheiten inklusive Langfristgenehmigungen und Richtgrößen gilt es sich intensiv reinzufuchsen und sie in ihrer Gesamtauswirkung zu verstehen. Es wird nämlich wieder unsere(!) Aufgabe sein, die Ärzte bei der Umsetzung zu unterstützen. Und zwar aus einem einfachen Grund:
die "frei verfügbaren" Richtgrößen werden deutlich zurück gefahren, da das Ausgabevolumen für alle PB-/LFG-Indikationen nicht zusätzlich zur Verfügung steht sondern aus dem Heilmitteltopf stammt.

Das führt zu der problematischen Situation, dass ein Verordner, der den ICD-10-Code nicht auf der Verordnung angibt, die eigentlich extrabudgetäre Leistung seiner frei verfügbaren Richtgröße zuschlägt. Fehlende ICD-10-Codes reduzieren damit die Verordnungsmöglichkeit bei Indikationen, die nicht auf den PB/LFG-Listen sondern "nur" im HMK geführt sind.*

Und das erhöht das Risiko für den Arzt, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung oder sogar einen Regress zu erleiden. Denn seine Praxisrichtgröße wäre schneller "verbraucht", so dass er zur Vermeidung dieses Risikos vielleicht sogar weniger verordnen wird als vorher.

Die Hausaufgabe lautet deshalb: Ärzte und Patienten informieren und unterstützen, damit das PB-LFG-System zügig in Schwung kommt. Denn sonst könnte der Schuss vielleicht sogar nach hinten los gehen. Diese Aufgabe haben Sie, Ihre Kollegen/innen landauf und -ab und selbstverständlich auch ich. Wenn wir alle ein solches Vorgehen als Gegenpol zu "Affekt" verstehen, dann hätten wir uns selbst einen Schritt voran gebracht.

Denn beim besten Willen: der DVE kann die Ärzte vor Ort gar nicht erreichen.....(und im GBA darf er nicht mal mitreden). Selbst wenn wir die Verantwortung gerne von uns wegdelegieren wollten...so funktioniert es nicht!

Unsere Energie ist in konkreten und vor allem fundierten "Informieren Sie den Arzt"-Maßnahmen besser aufgehoben.

Und wenn uns das gelingt, dann ist es ein echter Schritt nach vorne - für Ärzte, für uns und in der Folge auch für unsere Patienten.

*
Nachtrag: es könnte sich tatsächlich auch eine Steigerung der Ausgaben ergeben - insbesondere für die Ergotherapie, die es überproportional häufig mit Schwer- und Schwerstbetroffenen zu tun hat.
Doch vorgesehen ist das nicht. Die eigentliche Hauptziele dieser Regelungen sind
a. Abbau der Unter- und Fehlversorgung bei bestimmten Indikationen
b. Verlagerung des Morbiditätsrisikos für schwere Krankheitsbilder weg von den Ärzten, hin zu den Krankenkassen, wo es ja auch hingehört!

Ich liebe Probleme. Sie sind das einzige, was man nicht ernst nehmen muss. (Oskar Wilde)
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