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Geändert am 02.04.2026 21:37:00
Hallo Liebe Nutzer, ich bin fertig studierte Ergotherapeutin und stehe nun am anfang meines Berufslebens. Vor kurzem hatte ich ein interessantes Bewerbungsgespräch. Die (noch recht junge) Praxisinhaberin zeigte sich sehr offen und interessiert an meinen persönlichen Schwerpunkten, beispielsweise im Bereich der tiergestützten Therapie. Diese Offenheit, die abgedeckten Fachbereiche und das attraktive Gehalt finde ich sehr ansprechend. In meiner Hospitation sind mir jedoch einige Punkte aufgefallen, die mich nachdenklich gemacht haben. Die angewandten Behandlungsmethoden wirkten insgesamt sinnvoll und interessant, dennoch hatte ich stellenweise das Gefühl, dass noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Beispielsweise hatte ich im geriatrischen Bereich den Eindruck, dass einige Klienten an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln. Z.B. hatte ich die idee, neben kognitivem Training (z. B. Gedächtnis) auch die Selbstwirksamkeit zu fördern. Auch bezüglich der fachlichen Vorgehensweise hatte ich vereinzelt Fragen. Insgesamt habe ich daher das Gefühl, dass ich in dieser Praxis sicherlich viel lernen kann, gleichzeitig aber möglicherweise relativ schnell den Fachliche grenzen gerate. Gerade als Berufseinsteigerin wünsche ich mir eine strukturierte Einarbeitung, regelmäßiges Feedback sowie eine fachlich fundierte Anleitung. Nun denke ich über eine geteilte Arbeitsstelle nach, z.B. in dieser praxis als Aushilfe und einer anderen (weche ich noch suche) als Hauptjob. Ich hoffe dadurch unterschiedliche Arbeitsweisen kennenlernen zu können und meine Fachliche Entwicklung breiter aufzustellen Ich weiß leider weder wie üblich, sinnvoll oder auch von Arbeitgebern gern gesehen ein solchen Modell ist. Daher würde mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen freuen. Danke im Voraus!
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Wenn die Praxen geographisch genügend weit auseinander liegen - warum nicht. Ansonsten könnte es zu Überlagerungen vom sog. "Einzugsgebiet" kommen, was evtl. problematisch ist. Als Berufsanfänger eher anspruchsvoll, da jede Praxis verschieden im Ablauf und mit der Abrechnung ist. Vor langer Zeit war ich als AN sogar mal in 3 verschiedenen Praxen gleichzeitig tätig (nicht als FM). Die zweite mit LSt.Kl. VI, was natürlich ungünstig war. Die dritte auf Minibasis. Wenn die Praxistätigkeiten dann noch untertags wechseln, wird es aber logistisch ziemlich aufwendig (Zeitaufwand !).
3~°
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Zitat / Tamara St. hat geschrieben:Hallo Liebe Nutzer,
ich bin fertig studierte Ergotherapeutin und stehe nun am anfang meines Berufslebens. Vor kurzem hatte ich ein interessantes Bewerbungsgespräch. Die (noch recht junge) Praxisinhaberin zeigte sich sehr offen und interessiert an meinen persönlichen Schwerpunkten, beispielsweise im Bereich der tiergestützten Therapie. Diese Offenheit, die abgedeckten Fachbereiche und das attraktive Gehalt finde ich sehr ansprechend. In meiner Hospitation sind mir jedoch einige Punkte aufgefallen, die mich nachdenklich gemacht haben. Die angewandten Behandlungsmethoden wirkten insgesamt sinnvoll und interessant, dennoch hatte ich stellenweise das Gefühl, dass noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Beispielsweise hatte ich im geriatrischen Bereich den Eindruck, dass einige Klienten an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln. Z.B. hatte ich die idee, neben kognitivem Training (z. B. Gedächtnis) auch die Selbstwirksamkeit zu fördern. Auch bezüglich der fachlichen Vorgehensweise hatte ich vereinzelt Fragen. Insgesamt habe ich daher das Gefühl, dass ich in dieser Praxis sicherlich viel lernen kann, gleichzeitig aber möglicherweise relativ schnell den Fachliche grenzen gerate. Gerade als Berufseinsteigerin wünsche ich mir eine strukturierte Einarbeitung, regelmäßiges Feedback sowie eine fachlich fundierte Anleitung.
Nun denke ich über eine geteilte Arbeitsstelle nach, z.B. in dieser praxis als Aushilfe und einer anderen (weche ich noch suche) als Hauptjob. Ich hoffe dadurch unterschiedliche Arbeitsweisen kennenlernen zu können und meine Fachliche Entwicklung breiter aufzustellen
Ich weiß leider weder wie üblich, sinnvoll oder auch von Arbeitgebern gern gesehen ein solchen Modell ist. Daher würde mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen freuen. Danke im Voraus! Du bist aktuell eine reine Theoretikerin ohne Praxiserfahrung als Background und möchtest gleichzeitig in zwei Praxen arbeiten. Ich persönlich glaube du wirst dich damit etwas übernehmen. Such dir lieber ein Unternehmen das zu dir passt, in dem du weiter lernen kannst und die Chance erhälst dein theoretisches Wissen in die Praxis zu transferieren. Du hast in der einen Praxis hospitiert und beschwerst dich über geriatrische Patienten die nicht deinen therapeutischen Standarts entsprechen? Willkommen in unserer beruflichen Realität. Wir passen unsere Therapien an die Ziele der Patienten an und nicht der Patient seine Ziele an unsere persönlichen Bedürfnisse. Was hast du denn in der Hospitation getan um die Patienten auf deinen therapeutischen Weg zu bringen, diese von deinem therapeutischen Weg zu überzeugen? Die Art und Weise der Praxisinhaberin muss nicht zwingend deine sein und trotzdem könnt ihr sehr gut zusammenarbeiten und voneinander lernen. Jeder Mensch ist nun einmal anders und individuell, egal ob Patientin, Mitarbeiterin oder Chefin. Da du in dieser Praxis jedoch nur als Aushilfe arbeiten willst, ist es mit deiner Lernbereitschaft wohl doch nicht so ausgeprägt wie du schreibst und es lockt dich dort eigentlich nur das "attraktive Gehalt". Such dir eine größere Praxis oder eine Klinik in der du vielleicht auch interdisziplinär arbeiten lernst und viele unterschiedliche Ansprechpartner hast, bevor du auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Kleine Praxen, die hohe Gehälter zahlen brauchen deine volle Arbeitskraft von Anfang an um diese Gehälter auch stemmen zu können und haben daher oft kaum Zeit dich fachlich gut einzuarbeiten und persönlich zu fördern. Daher bist du dort meißt von Anfang an auf dich allein gestellt. In Unternehmen mit vielen Therapeuten verteilen sich die Unternehmenskosten auf viele Schultern und es gibt mehr Zeit und Freiraum für den einzelnen Mitarbeiter.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
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