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fragiles x-syndrom

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23. Oktober 2007 20:19 # 1
Angelo
Registriert seit: 27.03.2004
Beiträge: 103

hallo!
ich habe seit ungefähr 4 wochen ein kind in behandlung (9 jahre) mit der diagnose fragiles x-syndrom und bin damit recht überfordert. die 1. therapiestd. ist noch ganz gut verlaufen, auffällig ist dass er oft mit den zähnen knirscht, alles in den mund nimmt ... am vergangenen montag war es dann aber so, dass er zu nichts zu motivieren war. noch zu erwähnen wäre noch, dass er ein spz besucht und ich ihn während des unterrichts für die therapie aus der klasse holen kann (die lehrer sind darüber auch recht froh, denn sie stehen auch an und wissen sich keinen rat). am montag war es so, dass er nach kurzem zögern gleich mit mir mitgegangen ist, sich aus meinem kasten ein spiel genommen hat und das ausprobieren wollte. er fand sich damit aber überhaupt nicht zurecht. hat die spielsteine in den mund gesteckt, alles umgeworfen... das habe ich dann abgebrochen und wollte mit ihm malen. er kritzelt eher, ist da auch nur ganz kurz dabei gewesen und hat anschließend das blatt zerknüllt und weggeworfen. also bin ich mit ihm in den turnsaal. dort wollte ich ihm was propriozeptives anbieten, weil er laut unterlagen recht gut auf das anspricht und wollte mit ihm "pizza belegen" ausprobieren. keine chance. und ich war echt hilf- und ratlos. er hat auf den sensisäckchen rumgekaut, ich habe bei mir selber versucht, "pizza zu belegen", weil er auch recht gut nachahmen kann, doch er war nicht in der lage,sich hinzulegen noch etwas ähnliches zu tun. er reagiert auch nicht auf "jetzt ist genug" oder "stop" usw. sondern lacht nur und zieht sich komplett aus. das ist anscheinend so ein "spiel" von ihm. am mo. ist ihm das aber nicht gelungen, weil ich ihn ziemlich "scharf" ermahnt habe.

so und jetzt brauche ich eure hilfe. bin am überlegen, ob ich ihm zu beginn ein ritual anbieten soll, bzw. fällt euch etwas ein, was ich da machen kann und was auch nicht zu "kindlich" ist?

vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

danke

23. Oktober 2007 21:12 # 2
ErgoDual
Registriert seit: 07.12.2006
Beiträge: 35

Hi Angelo,
bei fragilem x-chromosom ist eine geistige Behinderung jeden Grades denkbar. Hier scheint es ein distanzloses und grenzenloses Kind zu sein, und genau hier solltest du anfangen. Ich würde diesem Kind ganz klar und nett, aber bestimmt sagen, es könne aus zwei Möglichkeiten etwas aussuchen: Turnraum (Ballspiel) oder eine Tischarbeit z.B: ein Puzzle). Das Kind sollte sich eine Tätigkeit aussuchen und dann solltest Du diese "durchziehen", macht das Kind nicht mit, gib ihm "Auszeit". Hier solltest du ganz konsequent sein und wenn das Kind nicht mitmacht, versuche es während der Auszeit nicht zu beachten. Es scheint dich zu testen und leider verstehen diese Kinder "nur" konsequente Taten, keine gutgemeinte Worte. Es scheint mir aber, daß du mit bestimmten Ritualen keine große Erfolge haben wirst, da ich selber viel mit solchen Kindern und Jugendlichen gearbeitet habe und weiss, das sie eine besonders schlechte Impulskontrolle haben und immer wieder "ausbrechen".
Wenn es dir allerdings gelingen sollte, das Kind zu motivieren (vielleicht arbeitet es gerne in der Werkstatt?), solltest Du die "gute" Mitarbeit belohnen!!!!!!! Nur durch dein klares Verhalten, Woche für Woche, und durch deine Verhaltensspiegelung: Kind "unartig"-Konsequenz/Kind "lieb"- Belohnung- wird es lernen sich auf dich einzulassen...
Und lass dich nicht von "unechten Tränen" beeindrucken, denn diese Kinder ziehen alle Regiester von Weinkrämpfen bis Wutausbrüchen..
Also, wie du schon schreibst.. es lacht und scheint zu spielen.. so ist es für das Kind ein Spiel und du solltest dich nicht auf das Spiel einlassen..

Viel Erfolg und Kraft wünscht Irene
23. Oktober 2007 21:25 # 3
Anayd C.
Registriert seit: 10.03.2005
Beiträge: 60

Ich habe selbst auch ein Kind mit einem fragilen x-Syndrom gehabt. Ich habe mich damals auch schlau gemacht und habe erfahren, dass ein Merkmal dieser Kinder die große Reizoffenheit ist. Sie springen von einer Tätigkeit zur nächsten und haben häufig nur eine Ausdauer von 2min. Mein erstes Ziel war also die Ausdauer zu steigern. Dies ging besonders gut in einer reizarmen Umgebung. Ich habe vor Therapiebeginn sämtliche Sachen von Schränken und aus den Regalen genommen und habe lediglich die Materialien, mit denen ich arbeiten wollte, drin gelassen. So habe ich eine Ausdauer von bis zu 30 Min. erlangt, mit der ich dann gut andere Ziele erreichen konnte. Mir war dies als Basis sehr wichtig.
Hoffe, ich konnte Dir weiter helfen.
Liebe Grüße

24. Oktober 2007 17:57 # 4
Angelo
Registriert seit: 27.03.2004
Beiträge: 103

super und danke für eure antworten. das hilft mir schon und ich hoffe, dass ich da weiterkommen werde.
werde auch in den nächsten wochen versuchen, ein gespräch mit der mutter zu führen und nachfragen, wie es früher bei den therapien "gelaufen" ist (denn er bekommt ja schon lange therapie) und vielleicht kann ich von ihr auch noch was "rauskitzeln". beim erstgespräch war sie da aber eher auch schon schwierig z.b. bei der frage, was sie sich von meiner therapie erwartet / ihr anliegen, da kamen so viele dinge, wo er aber noch so weit davon entfernt ist, ganz einfach weil ihm die grundlagen/basis dafür fehlt. also elternarbeit ist da auch ganz wichtig!
auf alle fälle werde ich eure tips in die tat umsetzen, bzw. versuchen und euch berichten, wie es gelaufen ist und wenn es wieder irgendwas gibt, wo ich micht nicht auskenne

bis bald!

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