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Diskussionsforum

Befunderhebung

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17. März 2011 15:17 # 1
Registriert seit: 04.10.2005
Beiträge: 19

Hallo!!
Ich arbeite seit kurzem als Ergotherapeutin in einer Suchtklinik mit Alkohol-und Drogenabhängigen jungen Erwachsenen.
Nach 10 Jahren anderweitigen Beschäftigungen bin ich froh diese Stelle bekommen zu haben und sehe es als chance wieder in diesen Beruf einzusteigen .Diese Klinik gibt es erst seit ca. 3 Jahren und beherbergt bis zu 66 Patienten. Meine Gruppen bestehen aus 12-14 Pat. 2x die Woche. Ich bin die einzige Ergotherapeutin.
Das ich schon lange aus dem Beruf "raus" bin merke ich besonders wenn es darum geht einen kurzen(sonst keine Zeit) Befund zu schreiben. Meistens weiß ich gar nicht wie ich all meine Beobachtungen und Zielsetzungen in Worte fassen soll. Eine Vorlage oder wenigstens ein Bericht von meiner Vorgängerin ( als Orientierung!) existiert nicht

Kann mir da jemand helfen?
Liebe Grüße

17. März 2011 16:01 # 2
Registriert seit: 10.04.2007
Beiträge: 408

Hallo Maura,

ich habe einen zusammengestellten Befund der fertig ist und ich muss nur zutreffendes ankreuzen, das spart viel Zeit.

Darin kommen folgende Punkte vor:

Zum Anfang erstmal: Name, Datum, Geb., Stand (ledig...), Beruf, Diagnose, Wohnung.

1.Persönlicher Eindruck
(äußeres Erscjeinungsbild, Ausdruck)
2.Mobilität und motorisch-funktionelle Befundung
(Mobilität, Motorik)
3.Sozioemotionaler Bereich
(Verhalten gegenüber Therapeut, Blickkontakt, Verhalten zu Mitpat.)
4.Affektiver Bereich
5. Kognition
(Auffassungsvermögen, Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Orientierung)
6. Sprache
7.Wahrnehmung
(taktil, kinästhetisch, akustisch, visuell, olfaktorisch)
8. Selbständigkeit
(Waschen/Anziehen, Essen, Trinken, Toilettengang)
9.Verhalten außerhalb der Häusligkeit
10.Besondere Auffälligkeiten
(Marotten, Rituale, Enthemmtes sexuelles Verhalten, besondere Bedürfnisse, Praktische Fähigkeiten, Hobbys)

Habe im Bereich Sucht noch nicht gearbeitet, musst mal schauen, ob du für deinen Bereich noch weitere Punkte mit reinnehmen musst.
Aber ich denke im großen und ganzen müsste das passen.

Liebe Grüße





17. März 2011 18:03 # 3
Registriert seit: 14.01.2011
Beiträge: 976

Hallo maura,
im Vordergrund steht die betätigungsorientierte und klientenzentrierte Zielsetzung, dazu gehört das COPM. Du wirst wohl viel mit verhaltenstherapeutischen Elementen arbeiten, dann ist die klare Zielvereinbarung mit den Klienten das A und O.

"Fast alles, was wir gelernt haben, wissen wir nicht. Aber wir können es". (Spitzer)
17. März 2011 21:05 # 4
Registriert seit: 20.05.2007
Bundesland: Schleswig-Holstein
Beiträge: 722

Hallo maura,

ich bin ebenfalls in einer Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen tätig und unter anderem für die Aufnahmestation zuständig. Diese durchlaufen die Patienten in den ersten zwei Wochen ihres Aufenthaltes. Zum ergotherapeutischen Teil gehört bei uns:

- Erheben der Berufsanamnese
- Erheben der Selbsteinschätzung der Patienten (Grundarbeitsfähigkeiten --> Melba)
- IDA
- Cogpack Screening (Cogpack liefert keine zuverlässigen Mittelwerte! Viel zu kleine Vergleichsgruppen! Ermöglicht aber eine erste Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten)
- Befunderhebungsgruppe (Die Patienten stellen ein bestimmtes Werkstück her, ich dokumentiere Beobachtungen --> Verhaltensbeobachtung Melba)
- ggf. BET (Berufseignungstest)
- ggf. WRI (Worker Role Interview)

Du siehst: wir sind auf berufliche Rehabilitation ausgerichtet.

Wie deine Befunde aussehen sollen, hängt ja nicht unwesentlich davon ab, wie die Klinik, in der du arbeitest ausgerichtet ist und was du damit überhaupt anfangen willst (unglaublich, wie viel allerorts befundet und gemacht und getan wird, um damit letztendlich nichts zu machen, sieht halt schick aus, wenn man einen tollen Befund geschrieben hat ).

Nach den zwei Wochen besprechen wir die Patienten im Aufnahme-Team, tragen unsere Beobachtungen und Ergebnisse zusammen und planen das folgende Behandlungsintervall. Der Patient wird von allen Berufsgruppen, die in der Aufnahmestation beschäftigt sind, nach seinen Zielen befragt, jedoch kollidieren diese nicht selten mit den Ansprüchen des Kostenträgers (d.h. Patienten müssen u.U. an einer Belastungserprobung teilnehmen, auch wenn dies nicht ihr Ziel ist).
Danach gehen die Patienten in die Hauptphase ihrer Behandlung über. Die gesammelten Informationen stehen für alle folgenden Behandler (z.B. auch Ergotherapeuten in den Belastungserprobungen, oder auch mich selbst in meinen Gruppenangeboten) zur Verfügung und schließlich kann am Ende der Behandlung ein Abgleich, also eine Entlassevaluation stattfinden.

Die Zusammenarbeit im Aufnahmeteam nimmt jedem von uns eine Menge Arbeit ab. Durch die Motopäden, Ärzte, Sozialtherapeuten, Sozialarbeiter etc. kann sich jeder von uns vieles sparen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Du sagtest, die Zeit ist knapp, deshalb solltest du dir überlegen, was du unbedingt selbst erheben musst bzw. was durch andere Berufsgruppen abgedeckt wird und was zu erheben wirklich sinnvoll ist.
Mir hilft Melba wirklich sehr. Irgendwann hat man's im Blut und das Dokumentieren geht sehr schnell von der Hand. Außerdem sind die Beobachtungen später mit denen aus den Belastungserprobungen vergleichbar.

Viel Erfolg und viele Grüße, Kinaa



20. April 2011 09:50 # 5
Registriert seit: 04.10.2005
Beiträge: 19

Vielen vielen Dank für Eure Tipps!!

Und Sorry das ich so spät antworte

Sonnige Grüße

18. Januar 2023 01:37 # 6
Registriert seit: 08.08.2022
Beiträge: 7

Hey, bin noch neu hier wusste nicht wie ich eine frage hier stellen kann aber dachte mir antworte mal einfach von hier vielleicht kann mir da einer helfen.

Ich habe demnächst die sichtstunde im bereich AT
Mein patient hat eine mittelgradige Depression (F.32.1)
Ich komme bei der aufgabe
,,Beschreibung der aktuellen Handlungsfähigkeit mit der Nennung von Betätigungsprobleme" nicht klar,kann mir das einer genauer erklären, also was das ganze ergibt?

Und ,,Planung dee befunderhebung"

Tipps:)))
:)
18. Januar 2023 08:45 # 7
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 247

Zitat / b.s hat geschrieben:
Ich komme bei der aufgabe
,,Beschreibung der aktuellen Handlungsfähigkeit mit der Nennung von Betätigungsprobleme" nicht klar,kann mir das einer genauer erklären, also was das ganze ergibt?

Und ,,Planung dee befunderhebung"

Tipps:)))
das Ganze ergibt deine ergotherapeutische Diagnose. Welche Betätigung ist warum eingeschränkt?

Ich hoffe sehr dass ich dir Handlungsfähigkeit und Betätigungsprobleme nicht erklären muss. Unter Planung der Befunderhebung erklärst du warum du welche Assessments nutzt, bzw. wie du an deine benötigten Informationen kommst.

Schreib doch mal was du dir dazu überlegt hast.
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