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zervikaler Bandscheibenvorfall

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30. November 2011 11:35 # 1
ludie
Registriert seit: 17.02.2003
Beiträge: 84

Hallo!
Hab eine neue Patientin mit zervikalem Bandscheibenprolaps. Sie hat keine Schmerzen, "nur" Sensi-Störungen in den Händen/Fingern. Nächstes Jahr steht dann irgendwann die OP an.
Meine Frage hierzu: im Grunde kann ich ja nichts am Bandscheibenvorfall verändern. Ich habe mir aber überlegt, dass es ja ganz sinnvoll wäre über den Rücken mit der Behandlung zu beginnen. Aber, darf ich überhaupt heiße Rolle oder Bindegewebsmassage und so was bei diesem Krankheitsbild machen? Bin mir da ein wenig unsicher!
Freu mich über eure Ratschläge!!
30. November 2011 12:16 # 2
Fine43
Registriert seit: 14.01.2011
Beiträge: 976

Hallo ludie,
hier stände für mich die Frage im Raum: warum Ergotherapie, was will der Arzt und die Patientin von dir?
Geht es um eine physiologische Arbeitsplatzgestaltung oder um Sensitraining?
Heisse Rolle und Bindegewebsmassage fiele ja eher in den Bereich Physiotherapie.
Welche alltagsrelevanten Ziele äußert die Patientin? Auftragsklärung!

"Fast alles, was wir gelernt haben, wissen wir nicht. Aber wir können es". (Spitzer)
30. November 2011 19:14 # 3
oetken1
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3213

Geändert am 30.11.2011 19:17:00
Hallo ludie,

kommt darauf an, ob deine Einrichtung eher therapeutisch oder anwendungsbezogen arbeitet.

Eine umfassende Therapie würde voraussetzen, dass du eine genaue Bestandsaufnahme machst, eine ergotherapeutische Prognose stellen kannst, in der Lage bist, therapeutische Schlußfolgerungen zu ziehen (z.B. über die Zusammenhänge von Lebensweise, Streßverarbeitung und dieser Art Erkrankung) und dich über Ergonomie im Alltag informiert hast.

Wenn es dagegen bei euch üblich ist, dass ihr Anwendungen macht, dann reicht es, wenn du die Patientin fragst, was ihr am angenehmsten ist und das dann machst.

Wenn die Patientin sich so hinlegt, dass die Körperunterseite unterstützt ist, v.a HWS und LWS und die Kniekehlen, dann kannst du Sensimaterial anbieten, oder Wärme, Kälte, Massage der Extremitäten, Duftöle, Entspannung, usw.

Es ist auf keinen Fall falsch.

Vielleicht hilft es sogar, weil die Patientin sich entspannt und/oder weil sie von dir Zuwendung bekommt.

Grüße von

Oetken1
1. Dezember 2011 13:26 # 4
AHeinz
Registriert seit: 29.10.2011
Beiträge: 186

Liebe Ludie,

dass ein Bandscheibenprolaps keinen Schmerz verursacht ist nicht ungewöhnlich. Je nachdem wohin sich die Bandscheibe verlagert, ist das Störungsbild recht unterschiedlich. Bei deiner Patientin scheint es sich, um eine Nervenwurzelkompression durch den Prolaps zu handeln.
Durch gezieltes Stabilitätstraining für die prävertebrale Muskulatur (zunächst isometrisch beispielsweise liegend auf dem "Stabilizer" alternativ auf einer Blutdruckmanschette, später z.B. mittels "Mini-Motion" und detonisierende Maßnahmen an reflektorisch hypertoner Muskulatur (häufig M. trapezius pars descendens, M. levator scapulae und M. sternocleidomastoideus) kann es gelingen, einen Symptomrückgang zu erreichen, so dass ggf. auch auf eine OP verzichtet werden kann.
Hierbei kannst du bedenkenlos auch eine heiße Rolle, Fascientechniken und Muskeldehntechniken (am effektivsten ist meiner Erfahrung nach die postisometrische Relaxation nach Levit) einsetzen. jedoch sollten die Dehnungen nicht die beschriebenen Sensistörungen verstärken.
Für den Alltag sollte deine Patienten versuchen, eine Hyperextension zu vermeiden (die berühmte "Kinn in"-Regel). Dennoch sollte sie die HWS unbedingt bewegen und nicht "wie mit einer Halskrause" herum laufen.
Zusätzlich zur Ergotherapie könnte Physiotherapie mittels manueller Therapie oder auch medizinisches Muskelaufbautraing sinnvoll sein.
Falls du weitere Fragen hast, kannst du mir gern eine Mail schicken.

Dir und deiner Patientin alles Gute!

Herzliche Grüße
Annika Heinz (www.handakademie.de)

1. Dezember 2011 13:28 # 5
AHeinz
Registriert seit: 29.10.2011
Beiträge: 186

... wo auch immer der Smiley her kommt... ich habe den nicht gesetzt. Bitte überlies den einfach!

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