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Heilpädagogikausbildung als Ergo?

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20. Dezember 2013 12:32 # 1
babelila
Registriert seit: 07.09.2002
Beiträge: 9

Hallo ich bin seit ca. 12 Jahren Ergo. Berufserfahrung in der Praxis und Frühförderung. Nun möchte ich eine berufsbegleitende Ausbildung zur Heilpädagogik anschließen. Meine Frage hat das bereits jemand als " nur " Ergo in Sachsen -Anhalt gemacht? Niedersachsen wäre eine alternative aber nur bedingt, da sehr lange Fahrstrecke.
Bin über jede Antwort froh.
LG babelila::wink::
28. Dezember 2013 16:10 # 2
Ergo 05
Registriert seit: 13.05.2008
Beiträge: 377

Geändert am 30.12.2013 21:20:00
Hallo babelila,

eine Ausbildung zur Heilpädagogin erfolgt an einer Fachschule und setzt normalerweise einen Realschulabschluss und eine einschlägige (- d. h. pädagogische - ) mindestens 2jährige Ausbildung voraus (z. B. Sozialassistentin oder Kinderpflegerin), günstigerweise ist man Erzieherin (zusätzlich 3jährige Fachschulausbildung). In den einzelnen Bundesländern sind die Zugangsmöglichkeiten davon abweichend und erweitert bzw. verändert. Man muss sich also dort kundig machen, wo man lernen will. Ausnahmen sind möglich, müssen aber bei der Schulbehörde beantragt werden und sind Einzelfallentscheidungen. Eine Fachschule ist höherwertiger als eine Berufsfachschule (BFS Ergotherapie), insoweit ist auch der Abschluss höherwertiger und damit förderfähig (BAföG, Meister-BAföG, ...). Allerdings ist zu überlegen, ob dich diese Ausbildung wirklich nach vorn bringt. Da du bereits über Erfahrungen in der Frühförderung verfügst - einem typischen Betätigungsfeld der Heilpädagogen - ist die Frage, was dir bei der Arbeit gefehlt hat. Ich glaube, dass man als Ergotherapeutin eigenverantwortlicher und selbstständiger arbeiten kann, was die Förderung angeht. Erzieherisch gebildeter ist der Heilpädagoge. Oder willst du nicht im bisherigen Arbeitsfeld bleiben bzw. wirst du als Heilpädagogin besser bezahlt? Die Motivation kennst nur du! ::smile::

Gruß, Ergo 05
28. Dezember 2013 20:14 # 3
tiger98
Registriert seit: 18.06.2009
Beiträge: 64

Ich habe mich kürzlich beworben und bin abgelehnt worden,da Therapeut und keine pädagogische Kraft!
29. Dezember 2013 00:13 # 4
Ergo 05
Registriert seit: 13.05.2008
Beiträge: 377

Geändert am 29.12.2013 18:25:00
Zitat / tiger98 hat geschrieben:
Ich habe mich kürzlich beworben und bin abgelehnt worden,da Therapeut und keine pädagogische Kraft!


Es geht trotzdem auch anders: In meinem Team arbeiten u. a. 2 Heilpädagoginnen, eine ist im Grundberuf Kinderkrankenschwester, die andere Berufspädagogin. Beide haben mit Sondergenehmigung gelernt. Zuträglich dafür war die Berufserfahrung der beiden im Arbeitsfeld eines Heilpädagogen, also die Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen bzw. die Arbeit behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern. Zugangsvoraussetzung war seinerzeit eigentlich die Erzieherausbildung.

In integrativen Kindertagesstätten Sachsen-Anhalts kann anstelle einer Heilpädagogin mittlerweile u. a. auch eine Ergotherapeutin als pädagogische Fachkraft eingesetzt werden. Das wurde so im neuen Kinderförderungsgesetz verankert.

Gruß, Ergo 05
29. Dezember 2013 14:03 # 5
tiger98
Registriert seit: 18.06.2009
Beiträge: 64

Nun,in Berufspädagogik steckt der Name Pädagogik schon drin!Daher wundert mich eine Zulassung nicht!Als Kinderkrankenschwester ist's schon spannender,denn hat die ja wohl bedeutend weniger Pädagogik als unsereins,:-)
Ich habe sogar scho an einer Schule als pädagogische Unterichtskraft gearbeitet!
Nun,ich gestehe:Ich habe mich noch nicht anderweitig beworben und gekümmert!Da ich es irgendwie auch völlig überflüssig finde die Ausbildung HP zu machen!
Heilpädagogen bieten MKT und ähnliches, was auch wir anbieten an und dürfen so gesehen therapeutisch wirken???Und wir?Ich bin immer noch der Meinung das wir bei Ärzten und Co. belächelt werden!!!
30. Dezember 2013 07:19 # 6
Nikka
Registriert seit: 05.10.2005
Beiträge: 338

Hallo,

ich komme zwar nicht aus Niedersachsen und ich habe den Beruf mittlerweile auch an den Nagel gehangen, aber ich hatte 2011 die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin begonnen und in meinem Kurs saß ein weiterer Ergotherapeut. Wir hatten im übrigen auch mehrere Kinderkrankenschwester im Kurs.

Eine meiner Mitschülerinnen fuhr wöchentlich von NJiedersachensen (Ecke Oldenburg) zur Schule.
Die Ausbildung am LWL-Berufskolleg Hamm läuft Berufsbegleitend drei Jahre lang (alle anderen Schulen in NRW haben eine Dauer von anderthalb Jahren in Vollzeit!), so dass man auch in der Lage ist mindestens Teilzeit zu arbeiten. Es muss kein Schulgeld bezahlt werden, es gibt zwei Schultag pro Woche (Donnerstagnachmittag bis Freitannachmittag oder Freitagmorgen bis Samstagmittag - immer im Wechsel), dazwischen Selbstlernphasen (keine Präsenz an der Schule) sowie Blockwochen (zwei pro Jahr meine ich mich zu erinnern).

Bei Bedarf kann man kostengünstig (damals 12 Euro pro Nacht) im Wohnheim der Schule mit Selbstverpflegung übernachten.

Praktika in dem Sinne gab es nicht, das Gelernte wurde im Arbeitsalltag umgesetzt.
Pro Jahr wurden zwei Methoden angeboten. Im ersten Jahr konnte man zwischen Psychomotorik (übrigens liegt das LWL Berufskolleg angrenzend zur LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und dort weht in jeder Ecke der Geist von Ernst J. Kiphard, die Hallen etc. dürfen von der Schule genutzt werden) und Basale Stimulation wählen, im zweiten zwischen (lasst mich nicht lügen und es wechselt auch mal) systemische Familienberatung und eine künstlerische Klamotte...im dritten Jahr PZP (Persönliche Zukunftsplanung) und Klientenzentrierte Gespärchsführung nach Rogers.

Abgeschlossen wird mit dem Staatsexamen.
Was mir ehrlichb gesagt in der Ergoausbildung damals gefehlt hat (2001 bis 2004) war das Aufgreifen des Themas Kindeswohlgefährdung und Umgang mit Verdacht.
Dieses Thema ist in Hamm durchgehend ein Thema und wird immer wieder aufgegriffen.
Auch in der Ergoausbildung hätte es nicht geschadet, dies mal zu Wort zu bringen... mindestens.

Inklusion ist dort natürlich auch ein Dauerbrenner und Salutogenese... man sollte darauf gefasst sein, dass dies in der Heilpädagogikausbidlung sehr sehr viel Raum einnimmt.
Auch die Aufgabenfelder verändern sich meist.

Aber man sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass die schulische Ausbildung nicht mit dem Studium vergleichbar ist und diesen Heilpädagogen auch oft noch der Vorrang geboten wird auf dem Arbeitsmarkt.

Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen bereits 2012 abbrechen... Ich wollte nochmal einen neuen Anlauf nehmen und hätte im neuen Kurs beginnen können, klappte leider gesundheitlich nicht, da ich zu diesem Zeit berentet wurde.

Vielleicht hilft die Info aber ja ein wenig auch wenn es sich um NRW handelt.

Liebe Grüße,
Nikka
30. Dezember 2013 13:37 # 7
Prinzessin
Registriert seit: 11.08.2013
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 52

Geändert am 30.12.2013 13:46:00
@tiger98
Eine Kinderkrankenschwester hat bedeutend weniger Pädagogik als unsereins????
Woher nimmst Du diese Erkenntnis::blink::?
Die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester/Krankenschwester ist mehr ein Studium wegen der medizinischen Kenntnisse von Krankheiten und Anatomie die die Auszubildenden vermittelt bekommen-und dies nicht nur in Ansätzen.Zu dieser intensiven medizinischen Ausbildung gesellt sich ebenso intensiv der Bereich Geisteswissenschaften(Pädagogik und Psychiatrie)
Krankenschwestern messen nicht nur den ganzen Blutdruck,Kinderkrankenschwestern spielen nicht nur den ganzen Tag mit den Kindern-bevor über die Kenntnisse von Fachkräften aus anderen Berufen gerichtet wird sollte man sich vorher über den jeweiligen Beruf informieren!

Und das der Beruf ET gelegentlich " belächelt" wird liegt zum einem an dem Unwissen( gewollt/ungewollt) der belächelnden Person und zum anderen auch an der Fähigkeit diesen Beruf richtig und angemessen zu repräsentieren.Aber tröste Dich:auch der Beruf der Krankenschwester( und besonders der der Kinderkrankenschwester, siehe oben::wink::)ist nicht verschont davon.
30. Dezember 2013 16:59 # 8
babelila
Registriert seit: 07.09.2002
Beiträge: 9

[quote=Ergo 05]Hallo babelia,

eine Ausbildung zur Heilpädagogin erfolgt an einer Fachschule und setzt normalerweise einen Realschulabschluss und eine einschlägige (- d. h. pädagogische - ) mindestens 2jährige Ausbildung voraus (z. B. Sozialassistentin oder Kinderpflegerin), günstigerweise ist man Erzieherin (zusätzlich 3jährige Fachschulausbildung). In den einzelnen Bundesländern sind die Zugangsmöglichkeiten davon abweichend und erweitert bzw. verändert. Man muss sich also dort kundig machen, wo man lernen will. Ausnahmen sind möglich, müssen aber bei der Schulbehörde beantragt werden und sind Einzelfallentscheidungen. Eine Fachschule ist höherwertiger als eine Berufsfachschule (BFS Ergotherapie), insoweit ist auch der Abschluss höherwertiger und damit förderfähig (BAföG, Meister-BAföG, ...). Allerdings ist zu überlegen, ob dich diese Ausbildung wirklich nach vorn bringt. Da du bereits über Erfahrungen in der Frühförderung verfügst - einem typischen Betätigungsfeld der Heilpädagogen - ist die Frage, was dir bei der Arbeit gefehlt hat. Ich glaube, dass man als Ergotherapeutin eigenverantwortlicher und selbstständiger arbeiten kann, was die Förderung angeht. Erzieherisch gebildeter ist der Heilpädagoge. Oder willst du nicht im bisherigen Arbeitsfeld bleiben bzw. wirst du als Heilpädagogin besser bezahlt? Die Motivation kennst nur du! ::smile::

Gruß, Ergo 05


Hallo Ergo 05,

die Frühförderung ist eine interdisziplinäre Frühförderstelle. Da es nur Übergangsregelungen gibt, könnte es genauso sein dass wir wieder eine heilpädagogische Frühförderstelle werden und dann habe ich keine " Berechtigung" mehr und mein Job wäre gestrichen.::mad:: Außerdem sehe ich wenig anderweitige Qualifikationsmöglichkeiten. Habe SI, Bobath mir fehlt eben das pädagogische Hintergrundwissen.
30. Dezember 2013 21:19 # 9
Ergo 05
Registriert seit: 13.05.2008
Beiträge: 377

Hallo babelila,

wenn die Heilpädagogikausbildung dir hilft den Job zu behalten, der dir Freude macht, dann solltest du es tun. Das Einverständnis dafür wirst du bei einer berufsbegleitenden Ausbildung sicher vom Arbeitgeber vorher einholen müssen, der dann gleich informiert ist, dass du eine den (zukünftigen) Erfordnissen entsprechende Qualifikation anstrebst.

Allerdings würde ich mich vorher informieren, ob die Vermutungen, die du angestellt hast, tatsächlich so zutreffen, der Arbeitsplatz wirklich gefährdet ist und ob die Frühföderstelle überhaupt Bestand haben wird. Bei uns gibt es beispielsweise Bestrebungen, die Frühförderung an das SPZ zu binden und man stellt alle Frühförderstellen bei freien Trägern finanziell in Frage. Suche den Kontakt zu deinen Vorgesetzten und dem Träger und informiere dich, bevor du einen solchen Aufwand betreibst!

Gruß, Ergo 05

7. Januar 2014 20:30 # 10
Line87
Registriert seit: 20.05.2013
Beiträge: 4

Hi ,
ich kann mich den Vor-Redner/innen nur voll-inhaltlich anschliessen .
Deine Motivation und dein Ziel-Aspekt bestimmen , ob sich diese Zusatzquali ,,lohnt" !!!!
Das ist sicher keine Sache , die man so mal ,,nebenbei" machen sollte , nur um auf dem ,,Markt" attrraktiver sein zu können .
Du solltest dir die genaue Zielfrage stellen , dann ergibt sich daraus deine Richtung und Motivation .
Nicht zu vergessen = schaue dir genau den bundesweiten Stellenmarkt an , denn in welchen Einrichtungen wird deine Zusatzquali wirklich abgefragt und im Einsatz ,,verwirklicht" , nicht dass du hinterher enttäuscht bist, dass man nur zur Aussen-Doku deine Quali brauchte und du in real andere ,,Aufgaben" hast !!!!
Ich -- als ausgebildeter Therapeut , diplomierter Heilpädagoge und weiterhin einem zweiten schulischen Staatsexamen für (vor)schulische Sondererziehung -- hatte frühzeitig diese Weichen gestellt und auch Glück gehabt in meiner Berufsausübung / Praxis und konnte das in meinem beruflichen Werdegang gut einbringen . Nur ich hatte eine klare selbstgesetzte Zielvorgabe mit realen Zielen /Orten , die vorhanden waren .
4. Dezember 2018 17:32 # 11
Leaanna
Registriert seit: 23.09.2018
Beiträge: 1

Hallo::rolleyes::::rolleyes::
Ich wollte mal fragen wie die momentane Situation (2018-19) aussieht als Ergo eine schulische Weiterbildung als Heilpädagoge zu machen ?
Habe ich gute Chancen an Schulen genommen zu werden als Ergo ?
Bzw hilft es mir wenn ich bereits 1-2 Jahre im Menschen mit Behinderung gearbeitet habe als Ergo ?
Vielen Dank im voraus
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