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Zielformulierung Praktikumsbericht AT

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28. Mai 2015 14:40 # 1
Registriert seit: 27.05.2015
Beiträge: 2

Hallo,

ich habe in 3 Wochen meine erste Sichtstunde in einer WfbM und sitze gerade an der Zielformulierung.
Leider bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich die Ziele einteilen und formulieren soll.
Meine Sichtstundenklientin leidet an einer Optikusatrophie und ist deshalb fast blind. Außerdem hat sie eine skoliotische Wirbelsäulenkrümmung und Knick-Plattfüße. Sie kann sich nur mit Rollator und Rollstuhl fortbewegen.
Kognitiv ist sie recht fit.

Nachdem ich mit ihr den COPM gemacht habe, ergaben sich u.a. folgende Grobziele:
- Förderung im Bereich ADL
- Verbesserung der Feinmotorik

Sie hat im ADL- Bereich z.B. Probleme bei der Nahrungszubereitung(Brot schneiden/schmieren), ihre Wäsche zu unterscheiden oder beim An- und Ausziehen (Knöpfe auf- und zumachen).

So und jetzt zu meinem Problem:

Das Knöpfe auf- und zumachen ist ja sowohl Feinmotorik, als auch ADL.
Soll ich dann daraus 2 Grobziele machen und jeweils Feinziele finden? Aber wie teile ich es dann ein?

Oder könnte folgende Einteilung möglich sein:
Grobziel 1
Förderung im Bereich ADL
Feinziel 1
L. kann innerhalb von 2 Wochen ihre Knöpfe an ihrer Kleidung ohne große Anstrengung selbst auf- und zumachen.
L. kann innerhalb von 3 Wochen ihre saubere, von ihrer dreckigen Wäsche unterscheiden.


Flankierende Ziele:
- Verbesserung der Feinmotorik
- Verbesserung der Sensibilität in den Fingern
- Förderung des Selbstwertgefühls
- ...

Oder gibt es eine andere, vieeeel bessere Möglichkeit???

Mein Kopf raucht ::confused::::tongue::

Ich freue mich auf Antworten
Vielen Dank im vorraus!

28. Mai 2015 20:31 # 2
Registriert seit: 13.05.2008
Beiträge: 382

Geändert am 28.05.2015 23:39:00
Hallo shuberlie,

in welchem Bereich einer WfbM befindet sich denn deine Klientin? Ist sie im Förderbereich oder im Berufstrainingsbereich oder an einem Arbeitsplatz in der Werkstatt (Wenn ja, wo?)?

Gruß, Ergo 05
28. Mai 2015 21:49 # 3
Registriert seit: 29.09.2007
Beiträge: 786

Hallo shuberlie,

Nur erst mal ganz grob zum Ziele formulieren: "Förderung" ist kein Ziel, sondern ein Mittel um ein Ziel zu erreichen! An die Grobziele solltest du noch mal 'ran.
Und für die "Flankierenden Ziele" schau Dir noch mal die SMART-Kriterien an.

Gruß
nimis
29. Mai 2015 06:02 # 4
Registriert seit: 31.08.2007
Beiträge: 518

...und beachte dabei die Klarformulierung, also nicht "L. kann...", sondern "L. macht ihre Knöpfe auf und zu..."!

Gruß, ergotron
29. Mai 2015 11:28 # 5
Registriert seit: 27.05.2015
Beiträge: 2

Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

Die Klientin befindet sich im Berufsbildungsbereich, dort ist sie immer 2 Tage die Woche.
Die anderen Tage ist sie auf der "Lerninsel" in der Werkstatt im Bereich Verpackung und Montage.
30. Mai 2015 00:07 # 6
Registriert seit: 13.05.2008
Beiträge: 382

Hallo shuberlie,

du hast dich bemüht, klientenzentriert an die Sache heranzugehen. Allerdings vermisse ich eine Reflexion deines eigentlichen Auftrages. Die Klientin befindet sich im Berufsbildungsbereich. Dort soll sie im ersten Ausbildungsjahr allgemeine Arbeitsfähigkeiten erwerben und im zweiten fit für einen konkreten Arbeitsplatz in der WfbM gemacht werden. Deshalb geht sie ja auch zur "Lerninsel", so wie ich das verstehe, ist das ein Praktikum, bei welchem sich deine Klientin ausprobieren soll, damit man ihr Interesse und ihre Eignung herausfinden kann. Oder ist bereits festgelegt, dass sie später in der Montage arbeiten soll?

Die Aufgabe der Ergotherapeuten im Berufsbildungsbereich ist es, eine klientenbezogene Fähigkeitsanalyse und eine Arbeitsplatzanalyse (angestrebter/erprobter Arbeitsplatz) zu erstellen, einen Profilabgleich vorzunehmen und daraus die arbeitstherapeutischen Interventionen abzuleiten und durchzuführen. (Anpassung der Fähigkeiten des Klienten an den Arbeitsplatz durch Training, Anpassung des Arbeitsplatzes an den Klienten durch Adaptionen und/oder Hilfsmittel). Dieser Aufgabe folgend, sollten die Ziele auch dem Arbeitsauftrag entsprechen und sind bei diesem Vorgehen automatisch klientenzentriert.

Die Ziele, die du bisher ausgewählt hast, finde ich aus zweierlei Hinsicht ungeeignet. Erstens haben die schmutzige Wäsche und die ungeschmierten Brote daheim nichts mit der Arbeitsaufgabe und dem Bildungsziel in der WfbM zu tun. (Das wäre vielleicht eine Aufgabe für eine ergotherapeutische oder heilpädagogische Intervention im Behindertenheim oder der Wohngruppe, wenn die Klientin in einer solchen Einrichtung lebt.) Zum Zweiten wirst du an der Fehlsichtigkeit der Klientin nichts ändern können, die feinmotorische Defizite sind sicher eine Folge dessen.

Mein Vorschlag: Schau dir die Fähigkeiten und den Arbeitsplatz der Klientin an (Profilabgleich) und entwickle aus den Erkenntnissen heraus eine Idee für deine Förderarbeit. Analysiere, warum die Klientin mit bestimmten Handlungen/Teilhandlungen nicht zurecht kommt und finde dann geeignete Mittel und Methoden, die ihr helfen, optimale Leistungen an diesem Arbeitsplatz zu erbringen. Formuliere dann deine Ziele nach der SMART-Regel!

Gruß, Ergo 05
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