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Diskussionsforum

Job Coach

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5. Oktober 2015 09:26 # 1
Registriert seit: 28.12.2003
Beiträge: 113

Hallo,

mich interessiert die Tätigkeit des Job-Coach, allerdings speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Gibt es da spezialisierte Fortbildungsangebote?
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten

Mili
5. Oktober 2015 17:23 # 2
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1250

Hallo, darauf kann ich dir keine Antwort geben.
Aber für mich hört sich Jobcoach ähnlich an wie "Lebensberater" oder so etwas. "Ausbildungen" umfassen keine 100 Unterrichtseinheiten und verlangen Vorraussetzungen wie "zuhören können", "Kommunikationsstärke", "Lebenserfahrung".....
Schreib dir selbst ein Zertifikat, ist für mich genauso seriös.
Diese Aussagen treffe ich aufgrund meines augenblicklichen Kenntnisstandes und lasse mich gern eines Besseren belehren.

Gutgehn
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
6. Oktober 2015 11:42 # 3
Registriert seit: 20.02.2005
Beiträge: 8

Hallo Mili,

ich bin Ergotherapeutin und arbeite als "Jobcoach" in einer WfbM und unterstütze psychisch erkrankte Menschen über ausgelagerte Praktikumsplätze bei ihrer beruflichen Reha.

Je nachdem, in welcher Einrichtung Du als Jobcoach tätig sein willst, gibt es unterschiedliche Fortbildungsangebote. U.a. findest Du z.B. bei 53 Grad Nord Angebote Fortbildungen (hier für den Bereich WfbM).

Viele Grüße
lesche
6. Oktober 2015 18:55 # 4
Mschiew.
Mschiew.
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 935

Jobcoach ist kein geschützter Begriff. Insofern muss man gut schauen.

Hier ein link zu einer sehr seriös arbeitenden Firma mit sehr viel Ergotherapie. link

Thorsten Hirsch ist im übrigen Referent beim ergotag im Januar 2016 vom Thiemeverlag. link
6. Oktober 2015 21:21 # 5
Registriert seit: 28.12.2003
Beiträge: 113

Vielen Dank für die Hinweise, leider konnte ich den Link nicht öffnen. Thorsten Hirsch kenne ich, nur meines Wissens arbeitet er eher mit neurologischen Patienten.
Natürlich arbeite ich auch jetzt schon quasi wie ein Job Coach, aber auch wenn der Begriff nicht geschützt ist, möchte ich es doch professionell machen und auch mehr über rechtlichen Möglichkeiten erfahren.
Einen schönen Abend
Mili
6. Oktober 2015 21:56 # 6
Mschiew.
Mschiew.
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 935

Geändert am 06.10.2015 21:57:00
Ob Neuologie Patienten oder psychisch ist für ein Grundverständnis von Ergotherapie based Jobcoaching unerheblich. In der Klientenbetreuung natürlich schon.

Ich kann meine links problemlos öffnen.
7. Oktober 2015 10:15 # 7
Registriert seit: 05.02.2011
Beiträge: 242

Es gibt viele Begriffe, die nicht geschützt sind, z.B. "Yogalehrer" oder auch "Pädagoge". Da muss man genau hinschauen, über welche Ausbildung bzw. Kompetenzen der Betreffende verfügt. Und selbst geschützte Berufsbezeichnungen - z.B. "Ergotherapeut" 😉 - garantieren keine Seriosität.

PS: Bei mir funktionieren die Links auch. Vielleicht war Milis Internetverbindung gerade down...
8. Oktober 2015 05:48 # 8
Registriert seit: 20.05.2007
Bundesland: Schleswig-Holstein
Beiträge: 722

Hallo Mili,

da es, wie bereits hier angemerkt, keine einheitliche Definition des Jobcoaching gibt: Was genau schwebt dir denn vor? Welches sollen deine Arbeitsinhalte sein, welche Klientel (noch im Job mit Problemlagen am Arbeitplatz, (Langzeit-)Arbeitslose, spezielle Krankheitsbilder usw. usf.) stellst du dir vor, welches Ziel soll das Coaching verfolgen? Wenn du solche Fragen beantworten kannst, kommst du der Antwort auf die Frage nach Fortbildungsbedarf bestimmt ein Stückchen näher.

Wenn man es so nennen möchte, bildet "Jobcoaching" meinen Arbeitsschwerpunkt und ist meiner Ansicht nach ein sehr komplexer, vielschichtiger Bereich, in dem die Klientenzentrierung und Ganzheitlichkeit von großer Bedeutung sind. Die allermeisten Problemstellungen, seien es psychiatrische, physische, kognitive Beeinträchtigungen oder auch Kontextfaktoren wie die Arbeitsmarktsituation, die privaten Lebensumstände des Patienten, der bisherige Werdegang, Situation am Arbeitsplatz usw. haben auch Auswirkungen auf die Teilhabe am Erwerbsleben. Sie alle sind zu berücksichtigen, soll es um die (Wieder-)Eingliederung oder den Erhalt des Arbeitsplatzes gehen.
Es reicht eben nicht, jemanden "ein bisschen fit fürs Arbeitsleben" zu machen und ein paar "Grundarbeitsfähigkeiten" zu "trainieren".

Aus dem enormen Umfang dieser Arbeit ergibt sich auch die Fragestellung: Was kannst du leisten?
Ich bin schon einige Jahre mit der Thematik befasst und dennoch froh, interdisziplinär zu arbeiten. Die Sozialarbeiter kennen sich mit den Fragestellungen rund um ALG II und Jobcenter-Angelegenheiten aus, die Psychologen mit psychotherapeutischer Behandlung, psychologischer Testdiagnostik und auch "Handfestem" wie z.B. MPU, die Ärzte übernehmen den medizinischen/psychiatrischen Teil mit Diagnostik, Medikation, stufenweiser Wiedereingliederung etc., die Physiotherapeuten die orthopädischen Problemstellungen. Wir arbeiten alle vor Ort in derselben Klinik, das macht Kommunikation einfach (und selbst hier hapert es manchmal!). Wie das im ambulanten Rahmen in guter Qualität gelingen soll... - ich stelle es mir sehr, sehr schwierig vor.

Eine Allround-Coaching-Fortbildung hilft da kaum weiter, zumal die Curricula da sehr, sehr unterschiedlich sind. Mir hilft mein (wie gesagt über Jahre angeeignetes) Wissen und Können in folgenden Bereichen (vielleicht hilft dir das, um einzelne Bildungsangebote herauszufiltern):
Um wirklich erfassen zu können, was genau das Problem des Klienten ist, ist eine gute Gesprächsführung wichtig. Dazu gehört sowohl die Gestaltung der Atmosphäre und eine Beziehungsgestaltung, die es dem Patienten ermöglicht, scham-, angstfrei und ehrlich über seine Schwierigkeiten zu berichten. Der Therapeut sollte in der Lage sein, im Gespräch die wichtigen Aspekte herauszufiltern und wirklich zu verstehen. Die Beschäftigung mit systemischer Beratung/Therapie kann weiter helfen. Erfahrungen mit verschiedenen Krankheitsbildern sind ebenso sehr hilfreich. Ich erlebe es bei Kollegen öfter mal, dass sie sehr vereinfachte Vorstellungen von psychischen Erkrankungen haben und nicht wirklich begreifen, wie sie sich auswirken können. Das kann erfolgreiches Coaching sehr behindern.
Auch eine große Portion Wissen gehört dazu: Arbeitsrecht, SGB-Kenntnisse, Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung verschiedener Leistungsträger (z.B. LTA), Finanzierungsmöglichkeiten, Eingliederungsmöglichkeiten (BEM, stufenweise Eingliederung usw.), Anerkennung von Behinderungen inkl. Gleichstellung, Arbeitsschutz, aktuelle Arbeitsmarktsituation, Bewerbungsprozesse, (Bewerbungs-)Unterlagen, verschiedene Berufsfelder/-bilder und die Zugangsvoraussetzungen, aber auch über Problemstellungen wie Burnout, Konflikte/Mobbing etc. sind wichtig, außerdem eine gute Informationskompetenz.
Es bringt nichts, mit einem Klienten eine motivierende Perspektive zu erarbeiten, um dann später festzustellen, dass die Umsetzung aufgrund bestimmter Voraussetzungen/Umstände gar nicht möglich ist.
Etwas Know-How über verschiedene Coaching-/Trainings-Tools ist sehr hilfreich, ebenso wie planerische/organisatorische Fähigkeiten. Gute Vernetzung (Firmen, andere Behandler, Berufsbildungseinrichtungen etc.) ist von Vorteil.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Frage nach der Finanzierung. Wer soll dich als Coach bezahlen? Leistungsträger kommen eher nicht in Frage. Leider sind die Personen, welche ein Coaching gut gebrauchen könnten, oft gleichzeitig die, die ein solches nicht aus eigener Tasche bezahlen können.
Deshalb coache ich neben meinem Hauptjob in der Klinik ehrenamtlich ambulante Klienten über eine Organisation. Sie alle können keinen Coach bezahlen, profitieren aber sehr. Eine solche ehrenamtliche Tätigkeit lässt sich zudem sehr gut nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und durch den Kontakt zu anderen Coaches die eigenen Kompetenzen zu erweitern.

Viele Grüße! Kinaa
Nicht alles, was Hand und Fuß hat, hat auch Herz und Hirn.
12. Dezember 2020 18:12 # 9
Registriert seit: 12.12.2020
Beiträge: 1

Geändert am 12.12.2020 18:15:00
Guten Abend,

das mit dem "einfach" Weiterbilden zum Jobcoach ist nicht so einfach wie in vielen anderen Berufen. Ein Jobcoach setzt viel Erfahrungen voraus im Bereich Bewerbungsmanagment, Bewerbungsunterlagen, ein großes Netzwerk auf dem Arbeitgebermarkt usw..............

Ich bin selbst Ergo in leitender Funktion und unterstütze meinen Mann, welcher erfolgreicher Jobcoach ist seit über zehn Jahren an einem der größten Träger in Frankfurt am Main - Rhein/Main Gebiet bei diversen Fachfragen und führe hier die beratenden Eingangsgespräche. Durch meine Vorarbeit kann man man dann zielgerecht den Kunden vermitteln. Die Tätigkeit von einem Jobcoach könnte ich auch mit 1000 Stunden Lehrgang nie so umsetzen wie mein Mann mit ca. 5000 erfolgreichen Jobvermittlungen. Ebenso braucht er mich für die Vermittlung bei Rehakunden. Wir ergänzen uns hier also. Alles andere wäre nichts halbes oder ganzes. Wenn du weitere Fragen hast kontaktiere mich über meine Homepage http://dein-jobcoach.com über das Kontaktformular, wir helfen gerne weiter.

Pia
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