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Diskussionsforum

Paranoide Schizophrenie

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3. November 2015 17:28 # 1
Registriert seit: 18.11.2012
Beiträge: 5

Hallo, ich brauche mal eure Hilfe.
Ich habe eine neue Klientin, 56 Jahre; mit der Diagnose:Paranoide Schizophrenie. Sie ist seit einem halben Jahr krank geschrieben und möchte einerseits wieder als Zustellerin arbeiten, andererseits würde sie sich auch gerne krankheitsbedingt berenten lassen. Ihre Ärztin schickt sie, um sie auf ihre Belastungsfähigkeit testen zu lassen.
Sie war erst einmal bei mir und ich weiß noch nicht viel über sie. Kommt nur ein computergestütztes Programm (wie Fresh-Minder) in Betracht oder habt ihr noch weitere Vorschläge.
Ich freue mich über jede Anregung!
Danke, für eure Hilfe!
3. November 2015 19:11 # 2
Jona33
Jona33
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 73

In was für einer Einrichtung arbeitest Du? Etwa in einer Praxis???
In dem Rahmen kann man die Belastbarkeit nicht testen.
Da würde ich eine Arbeitstherapie empfehlen oder ein Berufsförderwerk.
3. November 2015 19:18 # 3
Registriert seit: 20.05.2007
Bundesland: Schleswig-Holstein
Beiträge: 722

Hallo amrax,

erst mal eine saubere Anamnestik inkl. detaillierter Arbeitsplatzbeschreibung und genauem Erfragen der relevanten Teilhabebeeinträchtigungen und anschließendem Abgleich der Anforderungs- und Fähigkeitsprofile. Da scheint es ja, wenn man die lange AU betrachtet, eine Diskrepanz zu geben. Warum genau ist die Patientin denn krank geschrieben (= arbeitsunfähig = nicht fähig, einer/ihrer Arbeit nachzugehen)? Darauf aufbauend die Frage, ob es möglich ist, diese Abweichungen auszuräumen/zu reduzieren oder ob das eher unrealistisch ist. Sprich: Welche Kompensationsmöglichkeiten gibt es (medikamentöse u. nichtmedikamentöse Therapie, BEM usw.).
Wichtig wäre außerdem eine Klärung eurer Zusammenarbeit? Worum genau geht es da? Möchte einerseits Berentung andererseits auch nicht... dem würde ich gemeinsam mit der Patientin näher auf den Grund gehen - was möchte sie wirklich? Woher rühren die Ambivalenzen? Gibt es vielleicht noch andere Lösungen, die beide Bedürfnisse befriedigen (z.B. Stundenreduzierung)? Und - jenseits von allem wollen und möchten - was ist denn überhaupt im Rahmen des Möglichen? Könnte sie sich überhaupt berenten lassen? Würde der Antrag durchkommen? Könnte sie überhaupt wieder arbeiten? Würde sie das langfristig schaffen?

Gruß, Kinaa
Nicht alles, was Hand und Fuß hat, hat auch Herz und Hirn.
3. November 2015 20:04 # 4
chipchap
chipchap
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1334

Bei einem halben Jahr AU ist ja eigentlich erstmal eine Begutachtung
durch einen Arzt des MDK angemessen.
Und dann evtl eine stufenweise Wiedereingliederung.
Wäre zunächst der vernünftigste Weg: stundenweise die Arbeitszeit aufstocken
in Absprache mit dem Arbeitgeber und sehen, wie die Belastung für die Patientin
aussieht, bzw wo die Grenze ist.

Über eine Frühberentung sollte sich die Patientin genau dort beraten lassen,
in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung.
Die Rentenversicherung hat eigene Kliniken, in denen ein Patient
zum einen medizinisch rundum betreut wird und zum anderen im Rahmen
stationärer Belastungstrainings und Arbeits/Berufs-Beratung die eigenen
Fähigkeiten wieder einschätzen lernt. Falls eine Frühberentung unausweichlich ist
(wg der Schwere der Erkrankung) wird das dort in der Klinik festgestellt.

Die Belastungsfähigkeit einer Zustellerin zu testen kann ich mir so garnicht im
therapeutischen Rahmen vorstellen...
Geht es darum, ob sie es schafft eine bestimmte km-Zahl in 8 Stunden pro
Tag zu laufen ?????
Sich in ihrem Zustell-Bezirk örtlich zu orientieren???
Das richtige Postgut in den richtigen Kasten zu werfen??
Auto fahren??
Der Umgang mit Passanten auf der Straße, mit Kunden an den Haustüren??

Wo liegen denn die Probleme bei der Arbeit? Wovor im einzelnen hat denn
die Patientin Angst ??
Greift die medikamentöse Therapie nicht? Oder hat sie erhebliche Nebenwirkungen,
die eine Arbeitsausübung verhindert?

Ein ausführlicher Befund ist also hier das A und O !
3. November 2015 20:24 # 5
Registriert seit: 18.11.2012
Beiträge: 5

Ich bedanke mich für eure Beiträge. Ja, ich arbeite in einer Praxis und die Klientin kommt aus einer psychiatrischen Institutsambulanz. Es hat den Anschein , dass die Ärzte dort völlig überlastet sind.
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