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Psychiatrische Station / Fallbeispiel

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8. Dezember 2015 11:27 # 1
Bea_trice
Registriert seit: 02.10.2015
Beiträge: 1

Hallo liebe Ergotherapeuten,

ich habe schon vieles aus den verschiedenen Foren heraussuchen können wenn ich in der Ausbildung mal fragen hatte, nun finde ich jedoch nichts dazu und möchte auch mal eine Frage stellen ::simple::

Ich habe den Auftrag einen Vortrag über Ethik zu halten und ein paar Fallbeispiele bekommen mit passenden Fragen. Ich bin teilweise ein wenig überfordert damit weil man einfach eine ganze Menge beachten muss (Schutz anderer Klienten, Grundrechte, Therapieverlauf).

Hier mal das Fallbeispiel:

Sie arbeiten seit einigen Jahren in einer psychiatrischen Klinik, eine Ihrer Patientinnen leidet an einer bipolaren affektiven Störung. Die Patientin ist ist außerdem an AIDS erkrankt und befindet sich im Stadium des so genannten Aids-related complex. Die psychiatrische Erkrankung von Frau P. ist seit Jahren bekannt und in deren Verlauf kam es zu häufigen Aufenthalten in der Klinik, auch auf dieser Station. Während der vorhergehenden manischen Episoden, zeigt Frau P. ein auffallend aggressives Verhalten gegenüber Mitarbeiter und Mitpatienten der Klinik. Akut befindet sich Frau P. in einer hypermanischen Phase, die einhergeht mit einem gesteigerten sexuellen Antrieb, Hyperaktivität, Kontrollverlust und fehlender Krankheitseinsicht.
Frau P. hat bereits mehrfach Blut und andere Körperflüssigkeiten an die Wände ihres Zimmers geschmiert. Erschwerend kommt hinzu, dass sie auch Mitpatienten und einzelnen Mitarbeitern damit gedroht hat sie ebenfalls zu beschmieren.

Die Fragen:

Welches ethisches Dilemma stellt sich in diesem Fallbeispiel dar?
Wer sind die vom ethischen Konflikt beteiligten Personen?
Welche weiteren Informationen benötigen Sie um das Problem lösen oder zu einer Entscheidung kommen zu können?
Wie könnten mögliche Lösungen aussehen?
Welche Gründe haben zu dieser Entscheidung geführt?
Welche Konsequenzen resultieren möglicherweise aus den verschiedenen Lösungen (für die Beteiligten/Betroffenen)?

zu 1. fielen mir zu erst die Grundrechte ein (sexuellen Kontakt verwehren, isolieren um andere zu schützen)
zu 2. Mitarbeiter und Mutpatienten (Gefahr der Ansteckung) Frau P. (Einschränkungen im Therapieverlauf -> z.B. Ausschluss der Gruppentherapie)
und ab 3. steige ich aus ::confused::

Am Ende kann ich Frau P. ja nicht grundlegend anders behandeln oder ausschließen "nur" weil sie eine Krankheit hat?!?

Vielleicht kann mir ja einer einen Denkstoß verpassen ich stelle mich mit dieser Aufgabe ganz schön an ::rolleyes::
11. Dezember 2015 08:05 # 2
Kinaa
Registriert seit: 20.05.2007
Bundesland: Schleswig-Holstein
Beiträge: 720

Geändert am 11.12.2015 08:06:00
Meiner Einschätzung nach geht es bei der Aufgabe nicht wirklich um richtige und falsche Antworten (es sei denn, deine Antwort besteht in einem grob fahrlässigen Handlungsvorschlag), sondern darum, sich Gedanken zu machen und eben auch zu erkennen, dass es manchmal (oft!) keine perfekte Lösung für Situationen in der Arbeit mit unterschiedlichster Klientel gibt. Auch von der Übung, komplexe Situationen zu durchdenken und zu beleuchten, verschiedene Facetten und Aspekte dabei zu berücksichtigen etc. kannst du nur profitieren.

Noch zur Beruhigung: Im "echten Leben" würde kein verantwortungsvoller Arbeitgeber eine solche Entscheidung allein einem Ergotherapeuten überlassen ::wink::
Nicht alles, was Hand und Fuß hat, hat auch Herz und Hirn.
11. Dezember 2015 18:24 # 3
pflümi
Registriert seit: 01.04.2014
Beiträge: 599

Hallo,

habt Ihr den Ethikkodex der Ergotherapie im UNterricht besprochen? Den würde ich mir dazu nehmen und anhand dessen die Argumentation aufbauen. Du findest ihn z.B. hier: Link
3. März 2016 15:28 # 4
AylinWe
Registriert seit: 03.03.2016
Beiträge: 4

Zitat / Kinaa hat geschrieben:
Meiner Einschätzung nach geht es bei der Aufgabe nicht wirklich um richtige und falsche Antworten (es sei denn, deine Antwort besteht in einem grob fahrlässigen Handlungsvorschlag), sondern darum, sich Gedanken zu machen und eben auch zu erkennen, dass es manchmal (oft!) keine perfekte Lösung für Situationen in der Arbeit mit unterschiedlichster Klientel gibt. Auch von der Übung, komplexe Situationen zu durchdenken und zu beleuchten, verschiedene Facetten und Aspekte dabei zu berücksichtigen etc. kannst du nur profitieren.

Noch zur Beruhigung: Im "echten Leben" würde kein verantwortungsvoller Arbeitgeber eine solche Entscheidung allein einem Ergotherapeuten überlassen ::wink::


Ich sehe das ganz genauso. Theorie und Praxis sind eben doch an vielen Stellen grundlegend verschieden.
3. März 2016 20:08 # 5
ReFi
Registriert seit: 17.07.2005
Beiträge: 689

dito !!!

Merci !!::smile::
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