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Schulen Ausbildung

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6. Oktober 2017 13:48 # 1
lili_98
Registriert seit: 06.10.2017
Beiträge: 1

Geändert am 29.11.2017 12:12:00
Ich wollte mal fragen wie grundsätzlich der Tagesablauf in der Schule ist und wie viele verschiedene Fächer es gibt. Gibt es Prüfungen in den ersten 2 Jahren oder nur die Abschlussprüfung? Vielen Dank schon mal
3. Dezember 2017 22:24 # 2
kleine.rebellin
Registriert seit: 03.12.2017
Beiträge: 1

Ich weiß nicht, wie es an anderen Ergo-Schulen ist, aber an der, wo ich die Ausbildung mache ist es so, dass wir im ersten Lehrjahr auf der einen Seite Theoriefächer wie Anatomie, Psychologie, Padagogik usw. haben und auf der anderen Handwerksfächer wie z.B. Ton, Textil oder Grafik. In den Theoriefächern werden Tests(45 Minuten) oder Klausuren(90 Minuten) geschrieben und in den Handwerksfächern werden angefertigte Werkstücke benotet. Am Ende des ersten Lehrjahrs kommt bei uns ein 6wöchiges Praktikum, in dem wir erste praktische Erfahrung sammeln können, danach erstmal wieder Theorie und Handwerk in der Schule, bis zum Ende des zweiten Lehrjahrs, dann das erste 12wöchige Praktikum kommt, während dieser Praktika müssen wir alle 2 wochen zur Schule. Im dritten Lehrjahr kommen dann nochmal ein 12wöchiges Herbst- und ein 12 wöchiges Winterpraktikum, danach Examensvorbereitung für Psychologie, Pädagogik, Anatomie, Grundlagen der Ergo usw. Dann nochmal 6 Wochen Prüfungspraktikum mit Prüfung am Klienten/Patienten. noch ein bisschen vorbereitung und dann kommen die Examensprüfungen.

Das war es so grob, wie es an unserer Schule abläuft. Kann ja sein, dass der Ablauf an anderen Schulen anders ist.
4. Dezember 2017 13:30 # 3
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1212

Hallo bei uns war das etwas anders. Wobei meine Schulzeit schon etwas her ist. ( seit 7. Jahren mit der Ausbildung fertig)
Bei uns hatte man 1,5 Jahre nur Theorie und Handwerk. Da hatten wir auch die Fächer wie Anatomie, Pädiatrie, Grundlagen der Ergotherapie, Fachenglisch, Staats und Rechtskunde, Erste Hilfe, Psychologie etc...und Handwerk wie Speckstein, Makramee, Ton, Holz.

Wir haben in fast jedem Fach Arbeiten geschrieben und es gab auch Mündliche Noten. In manchen Fächern wie im Fach Spiel musstest du eine Gruppenarbeit machen und dies dann gemeinsam in dem Unterricht mit deiner Gruppe vorstellen. Dafür gab es dann auch Noten. In unserer Schule konnte man auch sitzen bleiben, rein theoretisch wenn du zwei 5 im Zeugnis hattest. Diese konnte man aber mit einer 1 oder 2en ausgleichen und dann kamst du auch weiter.
Nach 1,5 Jahren also nach der Hälfte des 2. Ausbildungsjahres musstest du 4 Praktika in 4 verschiedenen Bereichen machen. Diese dauerten jeweils 12 Wochen. Während der Praktika bist du pro Praktikum ein mal zu Schule gegangen. Wann das war und ob und wie oft wurde dann mit deinem Praktikumsbetreuer besprochen. Das hat jeder Lehrer bei uns anders gehandhabt auch ob das Treffen in der Schule oder in irgend einer Einrichtung von deinem Klassenkameraden statt gefunden hat, den er ebenfalls betreut hatte, war individuell. Nach ca 4 bis 6 Wochen meistens hattest du eine Probesichtstunde gehabt. Die wurde noch nicht benotet. Danach hattest du so gegen Ende deines Praktikums deine Sichtstunde gehabt. Da durftest du dir meistens den Patienten aussuchen ( nicht immer) und hattest einen Bericht von ca 17 bis 25 Seiten schreiben müssen. ( ich kenne aber andere Schulen, wo man durch aus mehr Seiten über einen Patienten schreiben musste ) Unsere Schule hatte dies auf diese Seitenzahl limitiert. Bei der Sichtstunde wird der Bericht, die Stunde am Patienten und deine Reflexion benotet. Wobei die Note am Patienten am meisten Gewicht hat. Aus diesem drei einzelnoten hast du dann eine Gesamtnote auf die Sichtstunde an sich bekommen. Dann wurdest du noch von deinem Anleiter benotet. Dieser hatte bei uns einen Fargebogen ausgefühlt mit Punkten von 0 bis 10 in den jeweiligen Bereichen, wie Befund, Einheiten der Dienstzeiten, Wahl der richtigen Sozialform, wie du deinen Patienten anleitest etc.. daraus ergab sich auch eine Note.
Die wird mit der Note von der Sichtstunde, die jedoch wesentlich mehr zählt als die Note von deinem Anleiter zusammen gerechnet und ergibt dann deine Praktikumsgesammtnote.
Danach gehst du noch mal für ein Halbes Jahr in die Schule und machst dann anschließend dein Examen. Im Praktischen Teil am Patienten gehst du nur noch für eine Woche in einer Einrichtung um den Patienten zu befunden. Hast du deinen Befund fertig dann schreibst du den Bericht. Also du bist nur so par Stunden in dieser Einrichtung nur für diesen einen Patient und schreibst dann einen Bericht. 2 Tage vor dem Examen muss der Bericht abgegeben werden.

Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
4. Dezember 2017 18:07 # 4
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 225

Wir hatten erstmal etwa 9 Monate Unterricht. Das waren dann Theorie (ua. Grundlagen Ergotherapie, Anatomie, Krankheitslehre, vers. Behandlungsverfahren) , sowie Handwerke (Ton, Holz, Seide, Makramee usw). (die Tage waren zwischen 4 und 10 Schulstunden (als Doppelstunden). Dann war das erste 12 wöchige Praktikum. im 2. Jahr mit Übergang ins 3. Jahr warens dann dass 2. und 3. Praktikum gegen Ende des 3. dann das 4. 12 wöchige Praktikum. Dazwischen dann entsprechend immer Schule.
Wir haben in den Fächern eigentlich überall Arbeiten geschrieben, die benotet wurden. Zudem gabs Gruppenarbeiten, Referate usw. Eigentlich alles wie in der Schule auch. Auch die Handwerke wurden benotet.
Innerhalb der Praktia gabs jeweils eine Probesichtstunde, dafür gabs ne kurze Behandlungsplanung und eine richtige Sichtstunde, dafür musste ein Befund, sowie Therapieziele und Therapieplanung geschrieben werden (bei uns warens etwa 20 Seiten). Der Bericht, die Sichtstunde und die anschließende Reflexion wurde dann benotet. Die Anleiter haben uns dann zusätzlich auch noch bewertet.
Nach dem letzten Praktikum sind wir in die Prüfungsvorbereitung gegangen, da gabs nochmal wiederholungsunterricht. Anschließend waren noch 2 Wochen Ferien (naja lernen eigentlich) und es ging in die Prüfungen. Wir haben in unser Patientenprüfung nur einen Tag und eine Zeit gesagt bekommen, wann wir in die Schule müssen, da wurde uns gesagt wohin wir müssen (war eine unser 4 Praktikumsstellen) und um welchen Patienten es sich handelt (also so eine info wie "sie fahren da und dahin, Patient: Herr X,27 Jahre Schizophren) Dann konnten wir uns selbst entscheiden, ob wir da nun hinfahren oder nicht. War natürlich vorteilhaft ::tongue:: wir hatten dann 4 Tage Zeit, um den Patienten komplett zu befunden und den Bericht, sowie eine Therapieplanung usw zu schreiben und sie Sichtstunde zu planen. Am 5. Tag mussten wir dann das ganze bis Mittag abgeben, dann war Wochenende und am Montag dann die Prüfung.
Finde es immer wieder fazinierend, dass sowas nicht geregelt ist und andere tatsächlich 6 Wochen Praktikum machen und dann dort geprüft werden und wir nur 4 Tage hatten, um unseren Klienten kennen zu lernen.
17. Dezember 2017 18:59 # 5
patricia_br
Registriert seit: 20.08.2017
Beiträge: 9

Ich schreibe gerade meinen Berufskunde-Hefter ab, also hoffe ich, dass ich dir da ein wenig helfen kann. Schule ist zum Schluss ja weiterhin Ländersache, weswegen es darauf ankommt, in welchem Bundesland du zur Schule gehst, jedoch gilt allgemein die "Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung - ErgThAPrV)"

Sie regelt den theoretischen und praktischen Unterricht, die praktische Ausbildung und Form und Durchführung der Abschlussprüfung.

Dabei umfasst, der theoretische und praktische Unterricht 2700 Stunden die praktische Ausbildung (also die Praktika) 1700 Stunden. Die Ausbildung ist als Vollzeitunterricht mit circa 35-40 Unterrichtsstunden pro Woche konzipiert und schließt mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab, über die ein Zeugnis ausgestellt wird.

Wir hatten auch im ersten Jahr nur Theorie und dann fingen im zweiten Jahr die Praktika an.

Zu den Prüfungen:

Drei schriftliche Prüfungen mit jeweils 180 Minuten Dauer, die an drei verschiedenen Tagen geschrieben werden:
1. Allgemeine Krankheitslehre, Spezielle Krankheitslehre, Grundlagen der Arbeitsmedizin
2. Psychologie und Pädagogik, Behindertenpädagogik, Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
3. motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren, neurophysiologische Behandlungsverfahren, neuropsychologische Behandlungsverfahren, psychosoziale Behandlungsverfahren, Arbeitstherapeutische Verfahren

Drei mündliche Prüfungen, die einzeln oder in Gruppen von bis zu fünf Auszubildenden stattfinden und pro Person bis 15 Minuten dauern:
1. Biologie, beschreibende und funktionelle Anatomie, Physiologie
2. Medizinsoziologie und Gerontologie
3. Grundlagen der Ergotherapie

Zwei praktische Prüfungen, bei denen ich mal die Verordnung zitiere:
"der Prüfling hat..
1. anhand eines von ihm vorher erstellten Arbeitsplanes unter Aufsicht ein Werkzeug, eine Schiene (…) oder einen anderen therapeutischen Gegenstand anzufertigen und die therapeutische Einsatzmöglichkeit zu analysieren und zu begründen
2. mit einem Patienten/Patientengruppe eine ergotherapeutische Behandlung durchzuführen.
Prüfung soll an zwei Tagen durchgeführt werden und 12h nicht überschreiten
dem Prüfling sind die Patienten spätestens 4 Tage vor der Prüfung zuzuweisen."

Die Fächer kannst du über dein Landesschulamt unter "Rahmenrichtlinien Ergotherapie" einsehen. Dort stehen auch die ungefähren Themen, Stundenzahlen und so weiter. :)

Zu den Praktika:

"praktische Ausbildung hat zu erfolgen im...
1. Psychosozialen Bereich
Umfang: 400h
Einrichtungsmöglichkeiten sind z.B. Psychiatrien, Maßregelvollzugsanstalt, Betreutes Wohnen für psychisch erkrankte Menschen, Altenpflegeheim
2. motorisch-funktionellen, neurophysiologischen oder neuropsychologischen Bereich
Umfang: 400h
Einrichtungsmöglichkeiten sind z.B. Praxen, Förderschulen, Krankenhäuser
3. arbeitstherapeutischen Bereich
Umfang 400h
Einrichtungsmöglichkeiten sind z.B. Werkstätten für behinderte Menschen, Rehazentren mit arbeitsbezogener Therapie, Maßregelvollzugsanstalt
→ zur Verteilung auf die Bereiche 1 bis 3: weitere 500h"

Kann also von der Schule so geregelt werden, wie sie möchte, solange sie sich in diesem Rahmen bewegt.

Hoffe, dass das jetzt nicht alles noch komplizierter gemacht hat. ;)
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