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Gehalt als Ergo ungenügend?

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27. Oktober 2018 17:42 # 16
Marlenb
Registriert seit: 01.05.2014
Beiträge: 5

Ja wie gesagt, diese Meinung hat nur noch eine Kollegin ansonsten kenne ich niemanden der das auch so sieht.

Und klar ihr habt Recht, ich bin dann auf jeden Fall im falschen Beruf! Da studiere ich lieber 5 Jahre noch mal und lebe von wirklich wenig Geld als das ich mich dauernd unterfordert fühle.
Denn auch wenn ich alle genannten Punkte berücksichtige
ist der Inhalt der Arbeit auf geistiger Ebene wirklich nicht dolle - für mich - und ich halte mich für kein Superhirn.

Alles gute euch allen ;)





1. November 2018 18:52 # 17
Frenzie
Registriert seit: 22.07.2007
Beiträge: 197

Geändert am 01.11.2018 19:20:00
Hallo in die Runde,
also ich bin erstaunt, dass man in der Ergotherapie pauschal unterfordert sein kann. Gerade qualitativ.
Wir sind keine Übungsleiter für "Stadt-Land-Fluss" oder "die spielen halt mit Kindern", wir sind TherapeutInnen, lt. Berufsbezeichnung.
Sogar in einer Handtherapie-Fobi sagte mal ein Kursleiter, dass jedes Wort, das man mit den PatientInnen spricht, mit der Therapie zu tun haben möge. Er meinte es im großen Rahmen. Nicht einfach ratschen mit den Leuten, sondern auf der Meta-Ebene sein.
Ergotherapie heißt für mich, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, dass Patienten im Alltag wieder (besser) zurechtkommen. Alltag auf allen Ebenen, soviele Ebenen man wahrnehmen und mit denen man gut umgehen kann.
Das Profilax-Modell finde ich gut dazu.
Eine gute Gesprächsführung kann man ja auch privat gut gebrauchen.
Und es gibt so viele Bereiche. Job Crafting
Die Handtherapie mit der ganzen Bandbreite ist vielleicht rein kognitiv/geistig besonders herausfordernd. In der Geriatrie kommt es vielleicht nicht darauf an, möglichst viele Sprichwörter oder Tiere mit best. Anfangsbuchstaben zu kennen, sondern es geht um ADL, Empathie, Respekt, Würde geben, etc.
Und es ist wichtig über den Tellerrand kucken, z.B. https://www.handlungsplan.net/reihe-basiswissen-therapeutischer-einsatz-des-selbst-therapeutic-use-of-self-in-der-ergotherapie/ (zur oberen Bemerkung)
Diese pauschalen Äußerungen über undefinierte Unterforderung verstärken die eh schon massiv existierenden Vorurteile s. "Übungsleiter". Sie schaden unserem Berufsbild und schrecken den Nachwuchs ab.
Und übrigens, auch in Praxen gibt es gut bezahlte, faire und vielfältige Stellen.
Wenn eine MA mitdenkt und gut/proaktiv (qualitativ und quantitativ) arbeitet, kann ich ihr ca. die Hälfte des hereingearbeiteten Geldes auszahlen (ca. TVÖD-Satz).
Insgesamt habe ich einen vielfältigen sinngebenden Beruf, in dem ich viel bewirken kann und der mir nach fast 30 Jahren Spaß macht.
Das Thema liegt mir schon am Herzen, müsste mehr Zeit haben um am Beitrag weiter herumzufeilen...
Schönen Abend noch
Frenzie
1. November 2018 20:39 # 18
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1137

Geändert am 11.12.2018 16:35:00
::smile::

MfG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
2. November 2018 13:49 # 19
roo22
Registriert seit: 06.05.2008
Beiträge: 1053

MarlenB wie sieht denn dein Arbeitstag aus? Nach über 30 Jahren als Ergotherapeutin , in denen ich mich intensiv weitergebildet habe , frage ich mich ernsthaft ob Du trollst oder das dein Ernst ist. Nach all den Jahren kann ich mich nicht erinnern mich einmal gelangweilt zu haben. Die medizinische Entwicklung schritt so rasend voran, das man immer wieder ganz neue Dinge erlernen musste. Als kleines Beispiel zu meiner Ausbildungszeit wurden Bänderrisse noch gegipst. Bandscheibenpatienten lagen nicht selten 10 Wochen im Stufenbett.
Hüft-Tep Patienten durften nicht sofort Vollbelasten usw. Nur an diesen Minibeispielen ist ja schon zu ersehen wie sich die Arbeit verändert hat und erweitert. Die Patienten sind älter und kränker geworden. Die Arbeitsverdichtung nimmt sehr zu. Die Dokumentation ist ins unermessliche gewachsen. Wann bitte langweilst Du dich?
Liegt es daran das du keine Verantwortung übernehmen musst und deine Stunden absitzt?
Mit so einer Einstellung bist Du in jedem sozialen Beruf fehl am Platz. Verwunderlich das Du so lange gebraucht hast zu bemerken das du unterfordert bist. Der Mensch ist so ein spannendes Thema... das es schon verwunderlich ist das es jemanden langweilen könnte.
Hoffentlich langweilst Du dich auch in einem Studium nicht, denn auch da wirst Du Eigenengagement und Verantwortung aufbringen müssen.

Wie froh bin ich mit vielen engagierten Therapeuten zusammenarbeiten zu können. ::smile::
2. November 2018 14:17 # 20
Motte123
Registriert seit: 09.02.2012
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 363

Geändert am 02.11.2018 14:18:00
Ich kann mich da NOLI nur anschließen: ABSOLUT ungenügend, ES SEI DENN, du wirst nach TVÖD bezahlt. Sich danach zu richtigen ist ja schön gut, es bezahlt aber keiner! ::biggrin:: Weder Altenheime, noch Krankenhäuser (es sei denn, die sind noch an den AVR-Tarif gebunden), von Praxen ganz zu schweigen! Warum haben Praxen denn soviel Notstand?! Ja, es gibt auch einige wenige, die zumindest annähernd halbwegs in Ordnung zahlen - die meisten aber nunmal nicht. Auch bei anderen Einrichtungen kommst du mal locker auf Mindestlohn!

Ich arbeite in einer tariflichen Einrichtung und würde NIEMALS wieder für untertariflich arbeiten gehen. Allein deshalb mache ich bereits mein Fernstudium! Ergotherapie hat SO keine Zukunft, so traurig das klingt. Es werden ja mittlerweile schon Physios als Pflegekräfte eingesetzt, wenn man die Gesetze etwas umschreibt, rutscht man mir nichts dir nichts irgendwann ungewollt in die Pflege. NEVER!

Wenn du vernünftig verdienen willst (ich rede nicht von 3000 Brutto im Monat, sondern von weniger...), ist Ergotherapie schlichtweg der falsche Beruf. Diesen Beruf macht man rein aus Berufung, weil man ihn mag, weil man nicht viel zum Leben braucht oder weil man ein Helfersyndrom hat. Alle anderen beschweren sich - zurecht! - über das Gehalt. Ich kenne heutzutage keinen Ergo, der immer noch als Ergo arbeitet und nicht tariflich bezahlt wird. ALLE anderen hatten die Schnauze voll und haben den Beruf gewechselt. So traurig das klingt. Bei Physios sieht es übrigens genauso aus. 80% der Physios bei uns machen ein Fernstudium um aus diesem Berufszweig schleunigst weg zu kommen. Ich weiß, düstere Aussichten, aber was soll das Beschönigen von Schulen (die eh nur Kohle haben wollen und wenig qualitativen Unterricht bieten)? Das bringt DIR erstmal gar nichts.

MarlenB und lass dir nicht reinreden: Auch ich langweile mich fachlich sehr in meinem derzeitigen Arbeitsgebiet. Ich bin fachlich nicht genug gefordert und merke, wie mein Geist mehr verlangt. Daher mache ich auch mein Fernstudium. Ich brauche mehr Input und mehr Möglichkeiten. Die habe ich so nicht.::thumbdown::
Sag Menschen nicht, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
2. November 2018 16:43 # 21
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 154

Geändert am 02.11.2018 16:45:00
für mich spricht NOLI auch wahre Worte. (MarlenB`s "Langeweile" hingegen versteh ich nicht- bzw: die hätt ich gern mal -wenigsten ein bischen- gehabt ::unsure::)

Selbst wenn irgendjemandem "Geld völlig egal ist" (es soll ja Menschen geben, die von Luft und Liebe leben und weder Miete noch KFZ noch xyz zahlen müssen---- ich zumindest musste von meinem Gehalt/Honorar mich und Kind finanzieren können)----> der Aufprall kommt später mit der Rente.
Denen, die ausschließlich ihre DRV-Rente (ohne Witwenrente, Zusatzrente über private Absicherung uswusf) haben, droht konkret und überwiegend Altersarmut...
Leider gibts immer noch Kollegen, die sich auf Bedingungen einlassen, die jenseits von Gut und Böse sind: keine Fahrtkostenerstattung für eigenen PKW, Ausfallzeiten werden vom Lohn abgezogen, Berichte zuhause schreiben uswusf

PS: konkret habe ich jetzt, bei einem Minijob, ein bischen mehr, als in der letzten Stelle ------mit 13 Jahren Berufserfahrung und div. (großen) Fortbildungen.. Und damit war ich angeblich schon "gut bezahlt".
Und nein- ich denke nicht, das die Bezahlung besser wird, eher wird die Versorgung schlechter/runtergefahren. Fachkräftemangel hin oder her
5. November 2018 15:53 # 22
*Erna*
Registriert seit: 11.07.2003
Beiträge: 326

In Ballungsgebieten in NRW (Ruhrgebiet und Rheinland) kenne ich Anfängsgehälter von 2500-2700 € (auch in Praxen) und Gehälter für Berufserfahrene, die darüberliegen. Hier gibt es sogar Einrichtungen, die nach TVÖD zahlen (z.B. vom LVR) und ich selbst habe 5 Jahre lang in so einer Einrichtung gearbeitet und war mit meinem Gehalt zufrieden (Vollzeit ca. 3400 €).
Ich weiß, dass es Bundesländer gibt, in denen das aktuell nicht möglich ist. Aber da ich hier wohne, kann ich auch nur hierzu etwas sagen und möchte auf keinen Fall, Kolleg*innen aus anderen Bundesländern/Regionen frustrieren oder verärgern. Auch euch steht eindeutig mehr zu!

Und um Marlenb zu "erleichtern": Ja, ich kenne "Langeweile" im Job, habe es aber stets so gedeutet, dass ich einfach noch zu neugierig bin: Neugierig auf neue Fachbereiche, auf mehr Wissen, auf Methoden, Gesamtzusammenhänge, etc. Daher habe ich recht frühzeitig entschlossen mich weiter weiterzubilden und nebenberuflich weiterstudiert (da kommt auf keinen Fall Langeweile auf). Bisher hat sich das ausgezahlt und ich habe seit Jahren keine "Langeweile" mehr im Job erlebt, dafür aber auch viele neue Herausforderungen angenommen und mich persönlich und professionell weiterentwickelt. Neue Herausforderungen kann man annehmen, wenn man seine eigene Arbeit weiterentwickelt, sich öffnet für neue oder andere Methoden, wirklich klientenzentriert und betätigungsorientiert arbeiten (da kommt eigentlich NIE Langeweile auf), interprofessionelle Zusammenarbeit wirklich anstrebt und realisiert, den Fachbereich wechselt, in die Lehre oder Wissenschaft geht.... es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, da sollte für jede*n was dabei sein! Ob man das möchte, steht einem natürlich selbst frei! Ab und an darf man aber auch Langeweile mal genießen oder sich freuen, dass man seinen Job "beherrscht".



8. November 2018 14:33 # 23
Tina 65
Registriert seit: 27.12.2016
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Beiträge: 67

Hallo TabeaBail,
1141€ netto für 25 Wochenstunden, Steuerklasse4, verheiratet, 1schupflichtiges Kind, 1studierendes.
9. November 2018 11:07 # 24
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1137

Geändert am 11.12.2018 16:35:00
::smile::
LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
13. November 2018 13:08 # 25
Mill8
Mill8
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 2

Hallo zusammen,
Ich bin ganz neu hier und habe leider noch nicht entdeckt wo ich einen eigenen Beitrag eröffnen kann. Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich es hier drunter setze.
Meine Frage: Ich habe letztes Jahr meine Ausbildung abgeschlossen. Ich arbeite in einer Praxis in Niedersachsen mit 38,5 Std. Zur Zeit liegt mein Gehalt bei 1800 Brutto. Ich bekomme weder Weihnachts - noch Urlaubsgeld (ich weiß, dass es keine Pflicht ist). Meint ihr, dass ich nach mehr Gehalt fragen kann?

Viele Grüße ::confused::
13. November 2018 14:42 # 26
ErgoSaraLe
Registriert seit: 01.07.2018
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 33

hallo Mill8

klar kannst nach mehr Geld fragen! Du solltest dafür das persönliche Gespräch mit deiner/ Deinem Chef/in suchen und ihr darin erläutern, warum du mehr Geld möchtet. Welchen nutzen durch z.B.: Weiterbildung,eventuelle Mehrarbeit etc Du der Praxis dadurch bieten kannst. Vlt hast Du auch schon eine Idee wie hoch die Gehaltserhöhung sein soll, dann kannst du ihr schon ein Angebot machen.
"Du hast erst verloren, wenn Du aufhörst es zu versuchen."
13. November 2018 14:59 # 27
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1380

Ich würde auf jeden Fall nach mehr Gehalt fragen. Zum einen ist es so, dass im nächsten Jahr die Vergütungen der Krankenkassen steigen und zum anderen kannst du damit argumentieren, dass du ja schon etwas Berufserfahrung hast und somit auch weniger Doku Zeit brauchst und somit mehr Patienten übernehmen kannst und mach der Chefin klar, dass du auch durch die Fortbildung die du hast auch die Praxis davon profitiert.
Ich würde dann so wie so versuchen gleich mehr heraus zu schlagen. Ich würde gleich auf 1950,00€ gehen. Ob deine Chefin darauf eingeht ist ne andere Frage.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
13. November 2018 16:14 # 28
Mill8
Mill8
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 2

Vielen lieben Dank euch schonmal, nun habe ich ein paar Anhaltspunkte, danke ::smile::
13. November 2018 19:31 # 29
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1137

Geändert am 11.12.2018 17:18:00
::smile::

LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
4. Februar 2019 11:52 # 30
jübo
Registriert seit: 04.02.2019
Beiträge: 1

Hallo.
Also ich verdiene 2200 Netto! bei 40 Stunden plus Zusatzleistungen.
Ist wahrscheinlich auch Bundeslandabhängig wobei meine Kollegen meinen, dass wir zu wenig verdienen im Vergleich.
Aber wenn ich eure Gehälter lese, ist es ja wahnsinnig viel.
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