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Knochenmarködem Os lunatum

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3. Dezember 2018 10:10 # 1
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Hallo, vielleicht kann mir jemand helfen. Habe einen 18 jährigem Patienten mit der Diagnose Knochenmarködem Os lunatum. Die Schmerzen bestehen seit etwa einem Jahr bei jeglicher Art von Belastung mit eingeschränkter Beweglichkeit. Entlastende Bandagen ergaben keine Beschwerdelinderung.

Ergebnisse vom CT:
In erster Linie Stressödem im ulnaren Pol des Os lunatum ohne Hinweis auf eine Knochennekrose oder Hämangiom.
(kein Frakturnachweis, keine DISI, regelrechter Diskus ulnocarpalis im TFCC)

Ergebnisse vom MRT:
- Knochenmarködem am Lunatum
- streckseitig ein geklapptes Ganglion mit perifokaler Synovitis prox. über dem SL-Gelenk (6mm) und distal über dem distalen radialseitigen Os capitatum (10mm)
- palmar am radialen Handgelenk ein ca. 6mm großes Ganglion mit weiteren einzelnen winzigen Ganglien in dessen Umgebung mit intensiver Synovitis umgeben
- radial sowie ulnar betonte generalisierte Handwurzelsynovitis, v.a. an der Radialseite des Os scaphoideums und an der Ulnarseite des Os triquetrums
- Beuge- und Strecksehnen mit unauffälligem Signal

Hatte den Patienten erst einmal. Bisher durchgeführt: Aktive und passive Funktionsuntersuchung:
- Extension im HG: deutlich schmerzhaft und eingeschränkt
- Flexion im HG: leicht schmerzhaft und eingeschränkt
- Pronation aktiv schmerzhaft, passiv nicht
- Ulnarduktion pass. leicht schmerzhaft
Instabilitätstests: Diskusprovokationstest pos., die anderen Tetsts neg. (radiocarpal, mediocarpal, PISI, DISI, V-Bänder usw.).

Würde folgendermaßen vorgehen:
- zunächst etwas gegen die Entzündung tun, also vegetative Techniken wie HR in Höhe BWS u.ä.
- DMSO mit Diclo (vom Arzt verschreiben lassen?)
- Stabi-Training für den Carpus-Bereich, DTM-Muskeln konzentrisch-exzentrisch trainieren
- unsicher: MT für das Radiocarpal-Gelenk (wegen der Bewegungseinschränkung)???
- evtl. Detonisierung div. Muskeln (muss ich noch befunden)
- Joint play: kann ich das bei all den Ganglien durchführen?? (Zudem war der Diskusprovokationstest pos.)

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen kann, ob die Richtung stimmt oder noch eine Idee hat. Es soll bald ein erneutes MRT gemacht werden, um zu sehen, ob Ergo was bringt.
Liebe Grüße und vielen Dank schon mal!
3. Dezember 2018 11:48 # 2
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 830

Ganglien bilden sich nicht einfach so, irgendwo liegt ein Grund.
Daher sollte ein erfahrener Handchirurg sich der Sache annehmen.
3. Dezember 2018 18:35 # 3
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Hallo und danke für die Antwort. Der Patient wurde von einem Handchirurgen geschickt. Wieviel Erfahrungen der hat, kann ich natürlich nicht sagen.
Grüße
4. Dezember 2018 07:47 # 4
Physio72
Registriert seit: 22.11.2016
Beiträge: 47

Hallo und guten Morgen,
also zunächst einmal hast du bisher alles richtig gemacht!!!!
Und mein Vorredner hat Recht, von allein bzw ohne Grund kommen Ganglien nicht.
Daher: schau was sein ADL sagt, wie belastet er sich im Alltag, wie ist seine Konstitution? Viellleicht hat er den für ihn ungünstigen Sport.. Bestand schon einmal ein Trauma? Ist er mal auf die Hand gefallen?
Zur jetzigen Situation: Deine Maßnahmen sind super, DMSO darfst du GRUNDSÄTZLICH nur mit ärztlicher Anordnung applizieren, MT wegen der Einschränkung würde ich mich erst einmal nur auf schmerzlindernde Techniken beziehen (der Discusprovokationstest kann auch positiv aufgrund der starken Entzündungsreaktionen sein) keine Mobi, denn momentan solltest du dich auf entzündungshemmende Maßnahmen einschießen. Der Reiz muss raus, das kann sogar manchmal bedeuten, dass die Hand erst einmal ruhiggestellt werden muss für eine Weile. Also nichts, was zusätzlich reizt. das heißt im übrigen auch, dass der Patient das im Alltag berücksichtigen muss!!! Du kannst es auch hier einmal mit einem Handstabitape für den Alltag versuchen. Und er sollte momentan nicht viel auf seiner Hand stützen, oder ziehende oder reißende Tätigkeiten machen, die belasten nämlich sehr das Handgelenk.
Viel Erfolg!
LG Andrea
www.handakademie.de
4. Dezember 2018 08:51 # 5
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Hallo Andrea,
danke für die hilfreiche Antwort!
LG Kerstin
5. Dezember 2018 07:44 # 6
Physio72
Registriert seit: 22.11.2016
Beiträge: 47

Guten Morgen Kerstin,
gern doch.
Es kann auch sein, dass der junge Mann gerade noch einmal in einem Wachstumsschub steckt ( bei den Herren der Schöpfung kann das immerhin bis zum 21. LJ. gehen). In Kombination mit seiner Konstitution und wenn er eben die Hand im Alltag stark belastet, könnte das zu so einem Überlastungsproblem führen. Dennoch denke ich auch, ist es gut, dass er einen Handchirurgen mal konsultiert.
Halte uns doch gern mal auf dem Laufenden, bitte bitte.
Herzliche Grüße
Andrea
www.handakademie.de
5. Dezember 2018 07:59 # 7
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Guten Morgen Andrea,
der junge Mann liebt auf jeden Fall den Sport und los ging es beim Golfen. Zuerst an beiden Händen, dann blieb die eine übrig.... Er habe das Golfen dann ausgesetzt (geht bis heute nicht) und es sei mit diesem Aussetzen schlimmer geworden. (Fehlende Stabilisation die beim Zugreifen mit geballter Hand stattfindet...?) Also Überlastung spielt bestimmt eine Rolle. Dazu wahrscheinlich das mit dem Wachstum. Will jetzt den Arzt fragen, ob er DMSO verschreibt (hab ich bisher nicht geschafft), mal schauen, ob er das macht. Habe gehört, einige stellen sich etwas an.
Ich werde weiter berichten.
Einen schönen Tag und liebe Grüße Kerstin
6. Dezember 2018 07:40 # 8
Physio72
Registriert seit: 22.11.2016
Beiträge: 47

Guten Morgen Kerstin,
na das klingt ein wenig nach konstitutioneller Veranlagung, zumal du schreibst, es startete an beiden Händen. Dann sollte er auch bei der Berufswahl schon einmal das mit im Hinterkopf haben, handwerkliche Tätigkeiten sind dann eher ungünstig.
Dann sind wir mal gespannt, was der Handchirurg zu sagen hat.
LG Andrea
www.handakademie.de
22. Januar 2019 09:38 # 9
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Hallo Andrea, hier ein Verlaufsbericht:
die Beschwerden sind deutlich rückläufig! Der Patient gibt an, dass er im Alltag keine Schmerzen mehr verspürt. Er habe einmal schon Mini-Golf versucht, das war kein Problem. Wir haben in der Therapie viel Stabilisationstraining gemacht mit Schulung für die richtige Haltung - v.a. im HG bei Belastung - im Alltag, DTM-Muskeln trainiert und mit Theraband und ZIM-Trainer gearbeitet. Einführend wurde immer vegetativ behandelt (HR, Schröpfen, flächige Bindegewebsmassage - BWS). Außerdem wurden Stabi-Tapes fürs HG eingesetzt. Die eingeschränkte Dorsalexrension konnte von 30 auf 50 Grad erweitert werden.

Das neue MRT besagt:
- diffuses Ödem im ulnarseitigen Lunatum weiterhin vorhanden, Signalintensität jedoch deutlich rückläufig
- rückläufige Synovitis zwischen den Handwurzelknochen im Vergleich zur Voraufnahme
- mehrere Ganglien sowohl streckseitig als auch beugeseitig, ohne wesentliche Befundänderung
Das sind die Aussagen vom Orthopäden.

Die Handchirurgin sagt mit Blick auf die MRT-Befunde: es gibt kein Ödem im Lunatum, das Lunatum scheint abzusterben und empfiehlt die Hand soweit es geht ruhig zu stellen, nicht zu belasten und in einem halben Jahr noch mal drauf zu schauen.

Meine Frage, können die Beschwerden so gut rückläufig sein, wenn eine Lunatummalazie vorliegt? Klar, wenn die Entzündung raus ist, sind die Beschwerden weniger. Es gibt jedoch keinen Palpations- oder Druckschmerz beim Lunatum. Mein Bauchgefühl sagt, wir machen erstmal so weiter. Die Idee ist auch, das Stabitape mehr und mehr auszuschleichen. Das hat der Patient auch schon begonnen und er sei weiterhin schmerzfrei.
Hast Du einen Tipp? Ich freue mich auf eine Antwort, viele Grüße

Kerstin
26. Januar 2019 00:41 # 10
M.fischer
Registriert seit: 07.01.2014
Beiträge: 23

Hall Kerstin,
schau mal im Forum unter Großer Wunsch: Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit. Dort findest Du auch noch etwas zur Beachtung der Entlastung des Os lunatum. Also v.a. auch Vermeidung eines kräftigen Faustschlusses und nicht endgradiges Bewegen, da dadurch der Druck auf das Os lunatum zunimmt.
L.G. Marion
www.handakademie.de
27. Januar 2019 08:42 # 11
K.L.
Registriert seit: 07.08.2005
Beiträge: 6

Hallo Marion,

vielen Dank für den Hinweis. Ich werde das gleich mal durchgucken.

Gruß Kerstin
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