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Verbessertes Gehalt aufgrund des Bachelor ?

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30. Januar 2019 19:11 # 1
chkuehne
Registriert seit: 03.02.2009
Beiträge: 3

Hallo liebe Ergo's

Wir führen seit 10 Jahren eine eigene Praxis mit 6 Mitarbeitern. Nun gibt es eine Situation mit der ich noch nicht klar komme. Wir haben vor etwas über einem Jahr eine neue Mitarbeiterin/ Berufsanfängerin eingestellt. Inzwischen ist sie unbefristet bei uns und hat zusätzlich auf eigene Ambitionen ihren Bachelor gemacht. Nun erwartet sie nach einem Jahr Anstellung aufgrund ihres neuen Abschlusses mehr Gehalt. Sie würde dann mehr bekommen, als langjährige Mitarbeiter mit diversen aufwendigen und natürlich teuren Fortbildungen. Da sich ihr Studium für uns bisher als nicht praxisrelevant darstellt, haben wir eine Gehaltserhöhung ohne direkten Nutzen abgelehnt. Hat jemand dazu eine Meinung oder Erfahrungen? Bin dankbar für hilfreiche Beiträge!
30. Januar 2019 20:03 # 2
xxu
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 135

Hallo chkuehne,

ich finde, das ist immer wieder eine interessante Frage: was ist eine "faire" Bezahlung? Ich lese das so häufig in Stellenangeboten und mache mir seit 20 Jahren Gedanken darüber, was das wohl bedeutet.

Nach welchen Kriterien kann man ein faires Gehalt berechnen? Ich kenne verschieden Praxen die mit allen denkbaren Modellen arbeiten. Es gibt Arbeitgeber, die finden es am gerechtesten, wenn alle Angestellten gleich viel verdienen, da ja alle im Idealfall dasselbe erwirtschaften. Es gibt PI, die zahlen Boni für wenige Fehltage oder viele abgeleistete Behandlungen, was ich persönlich bedenklich finde. Das ist aber Geschmackssache.

Was ein Studium angeht, kann ich die Argumentation "das bringt ja nicht mehr Geld ein" nachvollziehen."
Andererseits wurde ja das Studium anscheinend selbst finanziert und in der Freizeit absolviert. Ich finde, das sollte auf jeden Fall honoriert werden, sonst bekommt es schnell den Charakter eines "Hobbys".
Auch wenn es sich oberflächlich betrachtet finanziell nicht lohnt, lohnt sich ein Zuwachs an Wissen und Möglichkeiten letztendlich IMMER und wird sicher gerne zum Wohl deiner Praxis eingebracht, wenn es entsprechend wertgeschätzt wird (und ich meine das nicht nur finanziell!).

Was die Fortbildungen der anderen Mitarbeiter angeht (du schriebst "diverse aufwändige und teure Fortbildungen") ist für mich immer das wichtigste Argument, wer die bezahlt hat. Jemand, der seine aufwändigen und teuren Fortbildungen selbst finanzieren musste und dafür Urlaubstage oder Wochenenden opfern, sollte auf jeden Fall mit mehr Gehalt "entschädigt" werden. Wenn ich als AG die Fortbildungen zahle und den Mitarbeiter dafür freistelle, dann sieht das m. E. ganz anders aus.

Ich handhabe es seit einigen Jahren so, dass alle Mitarbeiter jeweils am Jahresanfang eine Gehaltserhöhung bekommen. Dabei versuche ich möglichst viele Aspekte zu berücksichtigen wie Lebensumstände, Leistung, Motivation, Loyalität, Praxiszugehörigkeit und nicht zuletzt meine wirtschaftliche Lage. Fortbildungen machen alle und die zahle ich. Ich kann es mir aber auch leisten, so vorzugehen, ich habe nur eine kleine Praxis. Bei größeren Praxen gibt es vielleicht auch weniger individuellen Spielraum.

Ich denke, dass nach einem Jahr Praxistätigkeit und abgeschlossenem Studium auf jeden Fall eine Gehaltserhöhung "drin" sein sollte, nicht zuletzt wegen der deutlich angehobenen Vergütungssätze. Der Mitarbeiterin mehr zu zahlen als langjährigen Mitarbeitern,finde ich allerdings äußerst bedenklich. Wann haben denn die anderen Mitarbeiter die letzte Lohnerhöhung bekommen bzw. wissen die, wann sie mit der nächsten rechnen können?

Ich hoffe, ein wenig weitergeholfen zu haben.

Beste Grüße
xxu
30. Januar 2019 23:33 # 3
Sina12
Registriert seit: 01.03.2016
Bundesland: Baden-Württemberg
Beiträge: 99

Zu den sehr guten Beiträgen vor mir will ich nur eins hinzufügen: mit einem Studienabschluss kann diese Mitarbeiterin einen hohen Nutzen für die Praxis erbringen, wenn sie entsprechend ihrem neuen Wissensstand auch eingesetzt wird. Das habe ich schon in einer Einrichtung beobachten dürfen. Wenn deine Angestellte natürlich so unkreativ ist und einfach mit ihrer bloßen Anwesenheit eine Gehaltserhöhung einfordert - selber schuld... ::blink::
31. Januar 2019 09:02 # 4
KW
Registriert seit: 10.02.2005
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 420

Egal in welcher Branche: wenn ein Mitarbeiter eine außerordentliche Lohnerhöhung anspricht, muss er gute Gründe dafür nennen. In diesem Fall wäre es an der Mitarbeiterin, darzulegen, inwiefern und auf welche Art und Weise ihr Studium der Praxis zugutekommt. Wenn sie dadurch mehr Gewinn erwirtschaftet oder mehr Verantwortung übernimmt, also letztendlich mehr leistet als zuvor, macht eine Lohnerhöhung Sinn. Wenn Sie sich nur mit einem Titel schmückt, ansonsten aber in der Praxis nichtverwertbares Wissen mit sich herumschleppt, das der Praxis keinen Mehrwert bringt, würde ich es nicht einsehen, daraus einen Anspruch auf einen höheren Lohn abzuleiten.

Gruß, Karsten
R46.2 – und Spaß dabei!
31. Januar 2019 10:56 # 5
chkuehne
Registriert seit: 03.02.2009
Beiträge: 3

Vielen Dank für die sehr guten Anregungen, Gedanken und Meinungen!
Gehaltserhöhung am Jahresanfang finde ich grundsätzlich eine gute Idee, zumal die Mitarbeiter dann damit rechnen können. Aber wie hoch sollte sie sein, wenn sie jedes Jahr erfolgt? Das ein Wissenszuwachs grundsätzlich was Gutes ist, ist ausser Frage. Dennoch kann ich den praktischen Nutzen für die Praxis nicht einschätzen. Meine Mitarbeiterin ist beauftragt, mir Vorschläge zu machen. Mir fällt nur Evaluation ein. Das wäre interessant, aber eben auch ohne Einnahmen! Ich möchte sie als Mitarbeiterin gerne behalten, da ich sie sehr schätze. Welche Möglichkeiten kennt ihr, ein Studium für die Praxisarbeit zu nutzen?
31. Januar 2019 11:46 # 6
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 34

Zitat / chkuehne hat geschrieben:
Welche Möglichkeiten kennt ihr, ein Studium für die Praxisarbeit zu nutzen?

Schulung der Mitarbeiter in neuen Konzepten, Betätigungszentrierung, Klientenzentrierung, Evidenzen, geeigneten Assessments zur Evaluation
Qualitätsmanagement, Optimierung von Abläufen, Fehlerquellen beseitigen.
Erstellen von Flyern, Postern u.ä. , Präsentation der Praxis nach außen.(Infoabende, Kommunilkation mit Ärzten/Kliniken)
Kooperation mit Hochschule(n), Anleitung derer Praktikanten (Akquirierung neuer Mitarbeiter), ggf. Profitieren von Fortbildungsangeboten der Hochschule
31. Januar 2019 13:32 # 7
chkuehne
Registriert seit: 03.02.2009
Beiträge: 3

Vielen Dank für die Anregungen!
Das sind aus meiner Sicht alles Vorschläge, die entweder von mir als PI erledigt werden, von einem Grafikbüro o.Ä. bzw. In Kliniken umsetzbar sind.
31. Januar 2019 18:21 # 8
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1380

Geändert am 31.01.2019 18:29:00
Es kommt immer drauf an was sie dir an Nutzen bringt und wenn sie nur den Abschluss vorzuweisen hat aber sonst nix, dann sehe ich eine Gehaltserhöhung nicht gerechtfertigt. Wenn sie für euch mehr erwirtschaften würde, weil ihr jetzt z. B mehr anbieten könntet oder sie weniger Doku Zeit brauchen würde und sie dadurch mehr Patienten machen könnte, dann finde ich eine Gehaltserhöhung gerechtfertigt. Aber ich bin nicht bereit ein höheres Gehalt zu zahlen, nur weil einer Bachelor oder Master ist. Dieser Abschluss bzw diese Person muss auch für die Praxis einen größeren Nutzen haben.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
1. Februar 2019 09:50 # 9
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1137

Zitat / chkuehne hat geschrieben:
Vielen Dank für die Anregungen!
Das sind aus meiner Sicht alles Vorschläge, die entweder von mir als PI erledigt werden, von einem Grafikbüro o.Ä. bzw. In Kliniken umsetzbar sind.


Worüber hat sich den Ihre Abschlußarbeit geschrieben. Ist das Thema so (arbeits)weltfremd, dass es im Praxisalltag keine Relevanz hat? Was sind ihrer Meinung nach ihre besonderen Vorteile als Mitarbeiterin im Unternehmen und ihre besondere Qualifikation, die eine Gehaltsanpassung rechtfertigt? Warum hat sie diese bisher noch nicht ins Unternehmen eingebracht, oder warum hast du diese noch nicht bemerkt?

Bist du überhaupt bereit ihre Fähigkeiten und Qualifikationen anzuerkennen und ins Unternehmen zu integrieren? Bist du überhaupt bereit Verantwortung abzugeben oder zu teilen?

Vielleicht hast du in deinem Unternehmen auf Grund der Struktur, deiner persönlichen Einstellung, der Besonderheit deiner Mitarbeiter, usw. auch keine Möglichkeit diese Mitarbeiterin mit ihren Ansprüchen und Vorstellungen nach deren Vorstellung zu beschäftigen. Sie wird sich dann auch bei einer Gehalterhöhung weiterhin unterfordert fühlen und nicht lange im Unternehmen bleiben. Hat ja einen Studienabschluß.

LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
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