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Schwindel

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11. Februar 2019 11:22 # 1
alex16
Registriert seit: 30.07.2001
Bundesland: Bayern
Beiträge: 68

Hallo,
ich habe eine neue Patientin, 91Jahre alt.... An sich noch recht fit. Seit längerem klagt sie jedoch über einen anhaltenden Schwindel, weshalb sie nun Ergotherapie ausprobieren soll (vermutlich ist die Ärztin auch eher ratlos, was noch gemacht werden kann?!)
Hattet ihr schon sowas? Was macht ihr in der Therapie?
Danke für eure Antworten
11. Februar 2019 12:59 # 2
vogelbeere
Registriert seit: 23.09.2018
Beiträge: 93

Geändert am 11.02.2019 13:06:00
Sturzprävention ist doch ein klassisch ergotherapeutisches Thema. Umfeld auf Sicherheit hin überprüfen, Hilfsmittelberatung (Greifzange, ...?) wäre auch sicher eine sinnvolle Sache... Betätigungen anschauen, bei denen Probleme auftauchen durch den Schwindel - diese anpassen. Eventuell ist auch Gleichgewichtstraining ein Thema. Hilft dir das weiter?
13. Februar 2019 19:56 # 3
alex16
Registriert seit: 30.07.2001
Bundesland: Bayern
Beiträge: 68

Danke für die Antwort,
hilft nicht so sehr. Der Schwindel tritt plötzlich auf, sie ist dann sehr klagend und macht nichts mehr wie jammern und im Bett/auf dem Sofa liegen. Muss teilweise vom Sohn zur Toilette gebracht werden....
Sturzprophylaxe macht deshalb keinen Sinn, da sie ja nicht mehr alleine läuft, wenn der Schwindel eintritt.
Vielleicht gibts noch andere Ideen....
14. Februar 2019 08:04 # 4
ErgoSaraLe
Registriert seit: 01.07.2018
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 35

Alex16 wenn Du uns genaue Informationen gibst und nicht nur Bruchstücke, dann kann man auch bessere Infos und Ideen geben ;)
Vogelbeere hat schon gute Ansätze angegeben.

Mich würde interessieren sind alle Schwindelmöglichkeiten abgeklärt bzw. ausgeschlossen?
z.B.: Schlaganfall, Schädigung des GG Apparates, Entzündungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Augenprobleme (richtige Sehstärke Brille), kognitive Einschränkungen?

UND wann tritt der Schwindel genau auf? Gibt es zeitl. oder situative Wiederholungen z.B.: immer um 10 Uhr bei einer bestimmten Tätigkeit, das könnte ein Zeichen einer Überforderung/ Desinteresse sein. Wie Fit ist die Patienten vor den Schwindelattacken gewesen? Mit 91 Jahren wollen viele Patienten/ Klienten auch einfach nicht mehr... --> Psychische Komponente.
Ich würde eine genaue Analyse machen und auch die Wünsche der Klientin beachten, möchte Sie denn auch das der Schwindel aufhört oder besser wird? Hat Sie noch Hobbys z.B.: Handarbeiten?

Schwindel ist ein Riesen Thema im Alter und muss genau analysiert werden
"Du hast erst verloren, wenn Du aufhörst es zu versuchen."
19. Februar 2019 13:06 # 5
alex16
Registriert seit: 30.07.2001
Bundesland: Bayern
Beiträge: 68

Danke für die Info,
Schwindelmöglichkeiten wurden, soweit ich weiß abgeklärt. Sie hat einen Herzschrittmacher bekommen, (vor ca. einem Jahr) daraufhin hofften alle dass es besser würde..... war es anfangs auch, dann kam der Schwindel wieder.

Bzgl des Auftretens, es gibt keine bestimmte Uhrzeit/Tageszeit und auch nicht bei einer bestimmten Tätigkeit. Er tritt ganz unterschiedlich zu verschiedenen Gegebenheiten auf.

Die Patientin ist nach wie vor recht fit, für ihr Alter zumindest :-)
19. Februar 2019 13:58 # 6
ErgoSaraLe
Registriert seit: 01.07.2018
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 35

alex16

dann versuche ein Schwindeltraining/ Gleichgewichtstraining mit ihr zu erarbeiten.

Eventuell würde sich auch eine Kompensationsstrategie anbieten.. wenn der Schwindel auftritt dann sollte deine Patientin versuchen sich erst Mal hinzusetzten und einen bestimmten Punkt zu fixieren und Tief durchatmen, eventuell hilft auch ein Aromaöl.
und wenn es gar nicht geht mit dem Schwindel hinlegen und entspannen...
wie gesagt in dem Alter wird es wahrscheinlich schwierig ...

"Du hast erst verloren, wenn Du aufhörst es zu versuchen."
3. März 2019 20:26 # 7
Antoine
Registriert seit: 28.03.2004
Beiträge: 2

Hallo alex16, Schwindel bei älteren und hochbetagten Menschen ist meistens multifaktoriell ausgelöst. Ursachen von Attackenschwindel können Enzephalopathien oder plötzlicher Blutdruckabfall sein, Medikamenteneinflüsse, die nachlassenden Funktionen der sensorischen Systeme oder auch klassische Symptome einer Erkrankung des Gleichgewichtsorgans oder seiner zentralen Strukturen.
Ich vermute, dass die Ärztin Ergotherapie verordnet hat, damit die Patientin lernt mit dem Schwindel besser umzugehen. Wie die Kollegin schon sagte, geht es hier um Sturzprophylaxe und Erarbeiten von Kompensationsmechanismen im Rahmen der Alltagshandlungen, die für die Patientin wichtig sind. Wenn Du magst schreib mir gerne per Mail. Ich habe die Schwindelbehandlung seit über 25 Jahren als Schwerpunkt. Beim DVE und anderen Akademien (z.B. Diakovere, Heimerer) wird auch ein Seminar zum Thema Schwindelbehandlung angeboten.
5. März 2019 10:20 # 8
Motte123
Registriert seit: 09.02.2012
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 391

Geändert am 05.03.2019 10:21:00
Hallo

leider wird Ergotherapie heutzutage von sehr sehr vielen Ärzten aus Rat- und Hilfslosigkeit verschrieben (was die meisten natürlich nie zugeben würden). Da kommen die dollsten Indikationen heraus, die gar nicht mit den Problemen der Patienten übereinstimmen. Die Arztberichte sind reiner Kokolores. Ich hatte neulich einen Zweizeiler (!) als Arztbericht, der nur aus Fragezeichen bestand!! Was soll man dazu noch sagen?

Wurden Ohrzentzündungen und Kristallbildung ausgeschlossen? Viele ältere Menschen lassen ihre Ohren nicht mehr kontrollieren, vieles sammelt sich hinterm Hörgerät. Das hatte ich schon bei einigen Patienten und nachdem die Kristalle raus waren, hatten sie auch keinen Schwindel mehr.
Bei deiner Patientin scheint es aber auch eine psychische Ursache zu geben, bzw. scheint sich die Sturzangst schon manifestiert zu haben. Ist sie bereits oft gestürzt? Ich würde gaaanz ganz viel auf der Körperwahrnehmungsebene arbeiten. Dass sie wieder lernt, wo ihr Körper anfängt, aufhört, wann es in die Schräglage geht, die unbedenklich ist und wann sie eben sturzprophylaktisch reagieren muss. Und das Wiederholen, in Endlosschleife. Motivationsarbeit ist da auch offenbar gefragt. Hol dir den Sohn mit ins Boot, der seine Mutter zum Klo trägt. Meiner Meinung nach genau die falsche Reaktion, da man damit das Vermeidungsverhalten fördert.
Jammern und Klagen kann auch eine mit eine andere Ursache haben. Evlt. Vereinsamung und auch Überbetüddelung bzw. Bevormundung durch die Kinder abklären. Das ist selten förderlich.
Sag Menschen nicht, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
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