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Keine Termine mehr frei

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12. Februar 2019 13:30 # 1
aawild
Registriert seit: 17.06.2005
Beiträge: 26

Ihr Lieben,
eine kurze Frage. Wie geht ihr mit Anfragen von Patienten um, wenn Ihr keinen Termin mehr frei habt?
Bei uns ist dies jetzt eingetreten. Klassischer Therapeutenmangel, da eine Kollegin ins Babyjahr gegangen ist. Ersatz Fehlanzeige. Bisher ging immer noch irgendwas zu Wuppen doch nun ist Schluss. Man muss ja auch an seine eigene Gesundheit und die der Kollegen denken.
Haben jetzt eine Warteliste begonnen. Bzw. suchen die Patienten weiter bei anderen Praxen.
Aber irgendwie ist mir das doch komisch, bisher fand ich immer einen Weg. An den Gedanken kann ich mich irgendwie so recht nicht gewöhnen. Und wo ich doch so schlecht nein sagen kann.
Wisst Ihr was ich meine? Habe absolut gespaltene Gefühle.

Lg, einstweilen
ich
12. Februar 2019 20:05 # 2
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1194

Du wirst dich notgedrungen dran gewöhnen müssen.

Du kannst ja ein paar deiner Patienten mit Frequenz 2x oder 3x/Woche (und mehr) auf 1x oder 2x/Woche einkürzen und die frei gewordenen Termine zusätzlichen Patienten anbieten. Bei Patientenausfällen kannst du dann diesen Patienten kurzfristig einen zweiten Termin in der Woche anbieten. Ob dies in deiner Praxis möglich ist, mußt du schauen.

LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
12. Februar 2019 20:14 # 3
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 307

Ist bei uns nicht anders. Eigentlich haben wir immer zugesehen, das wir den Leuten schnellstmöglich Termine geben. Aber es ist nicht mehr möglich. Wir mussten auch eine Warteliste anfangen und sagen das allen die Anrrufen. Wir sehen zu, dass wir diese so schnell wie es geht abarbeiten. Wie schnell das denn geht ist abhängig von der Flexibilität der Klienten.
Es nützt leider nichts. Wir machen alle schon Überstunden. Und es geht ja bei einer Neuaufnahme nicht um 2 oder 3 Wochen, wo man mal ein Stündchen mehr arbeitet, sondern es ist in der Regel ja etwas langfristigeres und wenn ein Kollege in den Urlaub geht, soll ja auch noch mal hier und da ein Stündchen möglich sein, um wenigstens einen Teil der Klienten vertreten zu können.
Wir sagen allen Leuten die Anrufen, das wir derzeit eine Warteliste haben, das es offen ist wie schnell es geht, manchmal hat man Glück und ein passender Termin lässt sich noch am selben Tag finden, manchmal dauert es einige Wochen. Wir bitten jeden darum, sich kurz zu melden, falls man anderweitig Termine bekommen hat. Leider funktioniert das gar nicht, was sehr ärgerlich ist, da man tlw. anfängt Leute anzufragen und Termine verschiebt, damit man einen passenden Termin für diese Person frei hat und dann haben sie schon anderweitig was, wenn man anruft und man muss wieder alles über den Haufen schmeißen.
12. Februar 2019 21:45 # 4
Warszawa17
Registriert seit: 15.12.2018
Bundesland: Hessen
Beiträge: 5

Wir nehmen schon seid einige Monate keine Patienten auf weil Warteliste mittlerweile auf fast 2 Jahre ist. ::sad::
13. Februar 2019 11:56 # 5
aawild
Registriert seit: 17.06.2005
Beiträge: 26

Lieben Dank für Eure Antworten.
So wie Falladar es beschrieben hat haben wir es auch vor. Außerdem haben wir uns einen ungefähren Plan gemacht wann Rezepte enden, um besser Auskunft geben zu können,wann wieder was frei werden könnte.
Man muss positiv bleiben. ::smile::

Frohes Schaffen Euch.

Lg
14. Februar 2019 08:33 # 6
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1411

Hallo ich habe zum Glück das Problem nicht, dass ich voll bin. Aber viele meiner Neuaufnahmen rufen mehre Praxen an und viele landen halt jetzt bei mir, da eben die Praxis XY und Co schon voll sind. Eine meiner Patienten wollte auch lieber zu einer anderen Praxis hin gehen, da diese näher wäre u d da ich ihr Termine für nächste Woche gleich anbieten konnte ist sie bei mir gelandet. Die hätte jetzt auch bei der anderen Praxis nen Termin bekommen, aber da die andere Praxis ihr nicht sagen konnte, wann sie einen Termin wieder frei hat, ist sie jetzt bei mir. Ich hatte einmal das Problem mit einer Warteliste gehabt von Ursprünglich 6 Wochen u d hätte diesen doch bereits nach 3 Wochen annehmen können. Als ich ihn angerufen habe, dass er jetzt bereits in 3 Wochen einen Termin haben könne hieß es er ist jetzt wo ander unter gekommen. Manchmal muss man halt einfach Patienten ablehnen und auf einer anderen Praxis verweisen, die evt noch Kapazitäten hat. Ich weiß zum Glück immer wer bei mir demnächst gleich aufhört und wann und kann daher meistens immer sagen, wann der nächste Termin frei ist. Ich muss aber auch noch dazu sagen, dass ich kaum Langzeitpatienten habe, sondern überwiegen Akutfälle, die dann meistens nur 10 bis Maximal 20 Einheiten benötigen, deswegen werden auch immer relativ schnell wieder neue Termine frei. Aber wen ich voll bin, dann bin ich voll und dann landet der Patient eben bei einer anderen Praxis, die noch was frei hat an Kapazitäten
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
14. Februar 2019 16:51 # 7
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1002

Hier hat niemand was frei! Warteliste ist normal, geschwisterkinder und schon bekannte Familien werden bevorzugt. Alle Praxen suchen personal, aber es tut sich nichts. Es melden sich schonmal nicht qualifizierte Arbeitssuchende, halt mal einfach so.

Schönes Wochenende
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
14. Februar 2019 18:48 # 8
FrauErgo
Registriert seit: 01.10.2011
Beiträge: 40

Wir haben auch eine Warteliste, wenn die Patienten nicht so lange warten möchten sage ich ihnen das sie es gerne wo anders versuchen und sich ansonsten gerne wieder melden können. Sehr viele melden sich nach kurzer Zeit wieder, weil auch die anderen Praxen Wartelisten haben. Ich vermute, das sich die Situation bei uns ehre verschärfen als entspannen wird.
28. Februar 2019 20:27 # 9
JuJu78
Registriert seit: 20.07.2005
Beiträge: 42

Wir haben schon seit Jahren immer eine kleine Warteliste. Seit letztem Sommer, als ich eine Kraft aufgrund von massiven strukturellen Defiziten ihrerseits entlassen musste und natürlich keinen Ersatz bekommen habe, haben wir in der Regel ca. 60 Patienten auf der WL.
Für jeden einzelnen tut es mir leid. Aber mein Team und ich können nicht mehr als arbeiten.
Ist hier in NRW aber wohl auch mittlerweile üblich...
28. Februar 2019 22:31 # 10
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 493

Ich arbeite seit 19 Jahren in Praxen - seit 18,5 Jahren arbeite ich mit einer Warteliste.

Die längste Wartezeit war 12 Monate - da tut es mir auch für alle leid, die Therapie benötigen!

Aber da würde ich den Versorgungsauftrag der GKVen mal ins Spiel bringen wollen und wie diese damit ungegangen sind bzw. umgehen. ::thumbdown::
Wir verwalten unsere Praxis mit Thera-Pi.org - OpenSoure und gut!
3. April 2019 14:45 # 11
kaenguru
Registriert seit: 26.08.2007
Beiträge: 261

Hallo ins Rund,

bin seit 26 Jahren in freien Praxen, seit 20 Jahren führe ich meine eigene ( z.Zt. 9 Therapeuten).
Eigentlich gab es IMMER entweder zu viele Patienten ODER zu viele Mitarbeiter. Ein gesundes Mittel habe ich nur selten erlebt ::mad::.
Vorletztes Jahr habe ich nicht mal mehr auf die Warteliste aufgenommen, da diese einfach zu lang war. Mit tränendem Auge habe ich weggeschickt. (Und Kollegen ringsum glücklich gemacht, die neu angefangen haben.)

Letztes Jahr dagegen hatte ich eine Bewerbung einer Kollegin, die ich gerne nehmen wollte, aber mein Team war vollzählig. Endlich nach Jahren mal keine Überstunden mehr und keine endlose Warteliste, ich nahm die Kollegin natürlich mit offenen Händen.
Dann passierte etwas Seltsames: Von jetzt auf gleich nahmen die Anmeldungen rapide AB. Ohne ersichtlichen Grund. Auch auf Nachfrage bei den verordnenden Ärzten war kein Grund zu eruieren. Kein Sommerloch. Ein dreiviertel Jahr Loch!!! Mein Steuerberater wurde gescheit nervös, die Kontostände sanken. Ich begann tatsächlich über personelle Konsequenzen nachzudenken, denn glatt wurde auch in dieser Zeit niemand aus dem Team schwanger, obwohl wir in den 20 Jahren schon 23 Praxiskinder haben. (Natürlich sind davon einige Kolleginnen nicht mehr in der Praxis.)

Plötzlich, aus unerfindlichen Gründen, gab es dann wieder eine Aufschwung, die Anmeldungen kamen plötzlich wieder in Massen. Wieder WL.
ICH VERSTEHE ES NICHT...

Um zum Kernthema zu kommen:
Wenn wir unsere MA und uns selbst dauerhaft mit Überstunden belasten, schaffen wir uns über die Zeit große Probleme, Burnout und Kündigungen (hin zu Arbeitgebern, die geregelte Arbeitszeiten anbieten, übertariflich zahlen -> Kliniken).
Also lieber WL bzw. Aufnahmestopp zum Erhalt der Arbeitsfreude und-Qualität;
Und ein dickes Konto für Dürreperioden ::blink::...

Ich finde so schade, dass der Beruf offenbar so unattraktiv geworden ist!
Ich mag ihn ich nach fast 30 Jahren noch...

Lieben Gruß an alle Kollegen mit und ohne WL,

kaenguru
Im Alter möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.
3. April 2019 17:37 # 12
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1411

Kaengeru schon schrieb kann man nicht dauerhaft Überstunden machen. Wobei ich wiederum finde weil es eben Dürreperioden gibt, muss man wiederum mal bereit sein par Wochen oder par Monate Überstunden zu machen. Ich selber arbeite so je nach dem wie die Anmeldungen sind 25 bis 30 Stunden und damit komme ich auch ganz gut zurecht. Ich selber habe meistens um 17 Uhr Feierabend. Aber es gab auch Zeiten wo ich wirklich kurz mal bis 18:00 Uhr abreiten musste und ich mehr Stunden gearbeitet habe als normalerweise. Und man muss auch mal bereit sein Überstunden zu kloppen, damit du auch in der Lage bist Dürreperioden zu überstehen und man muss auch immer Geld beiseite legen.
Aber finde mal Angestellte die so was mitmachen und wirklich bereit sind über par Wochen oder auch mal über ein bis 2 Monate mehr an Stunden zu arbeiten, damit du zum einen gut über die Runden kommst und damit du deine Arbeitnehmer gut bezahlen kannst. Wenn du jemanden für 30 Stunden anstellst, der dann aber auch mal für 2 Monate bereit ist 40 Stunden zu kloppen und dafür diese mal in den Löchern abbummeln kann. Es ist ja kaum einer mehr belastbar. Natürlich kann man das nicht dauerhaft machen. Ein halbes Jahr lang jede Woche par Stunden mehr arbeiten als man normalerweise arbeitet geht natürlich nicht.
Ich hatte es auch mal kurz gehabt, dass ich viele Neuaufnahmen hatte und ich froh bin, das 2 meiner Patienten gerade auf Reha sind. Jetzt kommen gerade keine Neuanmeldungen ein.
Was ich auch gelernt habe, dass ich keine Termine jetzt in Zukunft für schon Bestandpatienten frei halte. Wer als erstes Anruft bekommt auch den Termin. Ich hatte es auch schon mal gehabt, dass der Patient gemeint hatte, dass er jetzt seinen Kalender nicht dabei hat und er wegen neuen Terminen anrufen möchte. Wo ich den Patienten auch klar mache, dass diese Termine sehr begehrt sind und er am besten heute noch bei mir anrufen soll um sich die Termine zu sichern. Tut er das nicht dann sind die weg. Weil ich habe öfter solche Papenheimer, die entweder meinen mal nach 2 Wochen sich wieder zu melden, weil sie ja fest gestellt haben, dass sie noch keinen Termin ausgemacht haben bzw jetzt erst wieder Zeit hatten wieder einen Termin auszumachen, oder wie neulich, dass eine Mutter nach 2 Wochen ein viel die Therapien bei einem anderen weiter zu führen.
Mir ist es auch wirklich mal passiert, dass eben die Wunschtermine vom Patienten dann weg waren, aber dann bekommt er gerade irgendwo da einen Termin wo jemand abgesagt hat und muss sich die ersten Wochen wirklich mit anderen Terminen vergnügen und hat noch obendrauf das Pech, dass er par Wochen nur ein mal die Woche anstelle von 2 bis 3 mal die Woche kommen kann.
Oder wenn sich erst mal nicht gleich um ein Folgerezept gekümmert werden kann, dann muss der Patient auch mal 2 Wochen auf den nächsten Termin warten.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
4. April 2019 09:08 # 13
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1002

Wow, selbstständig und nur so wenig arbeiten, das habe ich noch nie so erlebt.
Schön, das Du so auf dich achten kannst.
Die PI, die ich kenne und kannte haben alle eher so um die 50 Sztunden Therapien gemacht und dann noch den restlichen Verwaltungskram. Teilweise auch noch viel mehr.
Als Angestellter ist es leider kaum möglich von 25-30 Stundengehalt zu leben.
Wir haben eine dicke Warteliste und ich, Rentner, könnte mehr als die ca. 15 Stunden in der Woche arbeiten, liegt mir aber nicht mehr.

Schon jetzt ein schönes Wochenende, meins geht von Freitag bis Montag, einschließlich.
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