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16. März 2019 08:22 # 1
KD
Registriert seit: 15.01.2017
Beiträge: 11

Hallo ihr Lieben,

ich war jetzt durch Schwangerschaft und Elternzeit 4 Jahre komplett aus dem Beruf raus und steige nun langsam wieder ein.
Habe nun einen neurologischen Patienten übernommen und er stellt mich vor einige Fragen.
Der Patient konnte schon relativ gut laufen und lt. Physio hätte er bis Weihnachten auch ohne Hilfsmittel laufen können, aber dann machte er ohne erkennbaren Grund plötzlich Rückschritte.
Er bekam starke Leistenschmerzen und die Leistengegend war auch sehr geschwollen und ab da ging es "bergab". Lt. Angehörige wurde das auch bei der Hausärztin abgeklärt und sie fand auch keine Grund für den massiven Rückschritt. Es gab keinen Apoplex oder andere organische Vorkommnisse.
Nun zum aktuellen Stand. Er kann sich nur sehr schwer alleine aufsetzen, weil er bei jeder Bewegung sehr Hyperton wird. im Liegen ist er ganz entspannt und weich, bis auf das Sprunggelenke. Das lässt sich aber relativ gut lockern.
Sitzt er einmal kann er die Arme in allen Richtungen frei bewegen, keine Kontrakturen. Alles halt recht langsam und ab der 3 Wiederholung ist er so Hyperton, dass die Finger der linken Hand sich zu Fäusten ballen (reche Seite nicht). Der linke Fuß zieht sich nach oben und hebt vom Boden ab. Dabei spielt es keine Rolle ob die Bewegungen aktiv oder passiv ausgeführt werden.

Was kann ich tun, damit die Fortschritte "schneller" von statten gehen?
Die Angehörtigen sind langsam etwas ungeduldig, weil er sich ja schon mal viel bessern bewegen konnte und alle wünschen sich mehr "Freiheit". Das ist auch sein Wunsch. Er möchte mit dem Rollator alleine durch die Wohnung gehen können. Sturzrisiko ist derzeit noch erhöht und allein laufen ist daher nicht möglich.
Er kann wohl mit dem Rollator alleine gehen, wird aber nach wenigen Schritten so Hyperton, dass die Sturzgefahr einfach zu groß ist um ihn allein zu lassen.

Für Tips wäre ich sehr dankbar.

Zurzeit sieht meine Therapie so aus. Ich lockere ihn im Liegen. Das geht auch ziemlich zügig und dann leite ich ihn an wie der rückenschonend aufsitzt. Klappt auch einigermaßen. Danach lasse ich ihn seien Mitte finden. Beim ersten Termin klappte das gar nicht. Inzwischen schon. Dann gucke ich nochmal ob er schön locker ist und lasse ihn die obere OEx in alle Richtungen bewegen, dabei führe ich leicht. Es ist mir aufgefallen, dass er das von mir geforderte so leichter umsetzen kann. Nur verbale Anleitung klappt noch nicht. Zwischendrin lasse ich ihn immer wieder die Hände feste auf die Knie stützen damit er sich spürt.
Danach Gleichgewichtsübugen im Sitzen. Er soll sich komplett auf den linken oder rechten Unterarm stützen und dann wieder zur Mitte kommen. Beim ersten Termin ging das gar nicht, auch nicht mit Führung meinerseits. Beim darauffolgenden Termin klappte es zur rechten Seite ohne Probleme, wenn auch sehr anstrengend für ihn. Zur linken Seite hingegen ging es nicht. Er kam nicht bis auf den Unterarm runter und sein Oberkörper driftete stark nach hinten.
Mehr als dreimal pro Seite ist die Übung nicht möglich, weil er da so hyperton ist, dass die Beine vom Boden abheben.

Was kann ich noch machen? Wie kann ich ihm mehr Input geben, sodass er sich mehr spürt? Was können die Angehörigen machen?
Liege ich überhaupt richtig mit meiner Vermutung, dass die Wahrnehmung stark eingeschränkt ist und er deshalb mit Hypertonie ausgleicht um zu spüren wo sich sein Körper gerade im Raum befindet? Liegt das Problem vielleicht wo anders?

Sorry für den lange Text.
Es liegt mir wirklich sehr am Herzen, dass ich ihm mehr Unterstützung anbieten kann. Die 4 Jahre des Hausfrauendaseins haben halt leider Spuren hinterlassen::scared::
16. März 2019 12:50 # 2
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1128

Ich hatte auch mal solch einen Patienten. Keiner fand etwas und er baute über mehrere Monate immer mehr ab. Letztendlich kam er u.a. deswegen ins Krankenhaus und dort diagnostizierte man einen Oberschenkelhalsbruch. Keiner wusste wann und wie dieser entstanden ist, aber das Problem hatte einen Namen.

LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
16. März 2019 23:03 # 3
annebraun
Registriert seit: 15.10.2016
Beiträge: 7

Hallo KD, ich würde mit diesem Patienten Übungen nach Affolter machen. Darüber kannst du ihm sehr viel propriozeptive Information (weil die scheint ihm zu fehlen) in Alltagshandlungen vermitteln.
Viel Spaß bei dem Wiedereinstieg nach der Babypause 🍀
18. März 2019 16:23 # 4
KD
Registriert seit: 15.01.2017
Beiträge: 11

Zitat / falladar hat geschrieben:
Ich hatte auch mal solch einen Patienten. Keiner fand etwas und er baute über mehrere Monate immer mehr ab. Letztendlich kam er u.a. deswegen ins Krankenhaus und dort diagnostizierte man einen Oberschenkelhalsbruch. Keiner wusste wann und wie dieser entstanden ist, aber das Problem hatte einen Namen.

LG falladar


Das hatte ich auch schon vermutet, aber nicht ansprechen wollen da ja die Hausärztin oft da war.
Vom Physiotherapeuten bekam er dann eine Salbe mit Schlangengift und daraufhin wurde die ganze Leiste (dort wo ihn die Ehefrau großflächig eincremte) blau. Das machte mich dann auch stutzig. Gerade nach einem Obelschenkelhalsbruch werden Patienten doch dort auch häufig blau. Vielleicht lag es gar nicht an der Creme?
Aber das hat sie der Hausärztin auch gesagt und die wusste und weiß bis heute nicht was da passiert ist.
Der Rückschritt war letztes Jahr ca November. Soll ich den Verdacht mit dem Oberschenkelhalsbruch ansprechen?
Inzwischen hat er ja keine Schmerzen mehr, aber hat sich körperlich/motorisch nicht erholt.
18. März 2019 16:32 # 5
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1128

Der Bruch wurde von der Hausärztin auch nicht erkannt bzw. in diese Richtung wurde der Patient auch nicht untersucht. Es war ein Zufallsbefund im Krankenhaus. Ich würde mit den Angehörigen reden und diese sollten dann selbst entscheiden.

LG falladar
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