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Entgelttabelle und Lohn

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1. April 2019 13:47 # 1
Lou353
Registriert seit: 01.04.2019
Beiträge: 3

Hallo liebe Kollegen,
ich stehe momentan etwas auf dem Schlauch... ich arbeite seit 8 Jahren als Ergotherapeutin im pädiatrischen Bereich. Erst angstellt und dann als Mitteilhaberin in einer Praxis. 2017 hat sich die Praxis leider aufgelöst, durch Krankheit der Hauptteilhaberin. Nach langem Überlegen, hatte ich damals entschlossen, die Praxis nicht alleine weiterzuführen.
Daraufhin habe ich mein Berufsfeld leicht verändert und arbeite nun in einer Klinik (Reha und Vorsorge) auch im pädiatrischen Bereich. Vor mir gab es dort kein therapeutisches Angebot für die Kinder. Ich habe also die Stelle quasi neu geschaffen.
Leider war ich damals sehr blauäugig und ersteinmal froh, überhaupt etwas gefunden zu haben, so dass ich mich ziemlich unter Wert verkauft habe.
Ich habe mehrere Fortbildungen (vor allem im systemischen Bereich); übernehme in der Klinik die Einzel- und Gruppentherapien, arbeite interdisziplinär mit Erziehern, Kinderpflegern und Sozialpädagogen zusammen und bin mit an verschiedenen Konzeptentwicklungen beteiligt.
Nun zu meiner Frage: Ich habe vor kurzem per Zufall festgestellt, dass mein Gehalt nur minimal höher ist, als das einer unerfahrenen Kinderpflegerin hier im Haus. Das hat mich stutzig gemacht. Welche Entgeltgruppe ist denn angemessen bzw. wo finde ich eine Übersicht, mit der ich argumentieren kann? (Ich bin in der 6 und Stufe 2)

Ende des Jahres wäre meine Vertragsverlängerung dran, in einen unbefristeten Vertrag. Da hier zum Teil mehr schief läuft und ich mich mittlerweile sehr ausgenutzt fühle, trage ich den Gedanken mit mir herum, die Stelle zu wechseln. ich leiste sehr viel, sehr schnell und sehr viel mal eben so "nebenher".
Allerdings steht fest, dass ich in keine "normale" Praxis mehr zurück möchte. Mein Aufgabenfeld deckt momentan mehr die Stellenbeschreibung eines Sozpäd ab (Psychosomatik); ich habe viel Spaß an den Gruppeninterventionen und vor allem die Konzeptausarbeitungen sind ziemlich "mein Ding". Außerdem mag ich den Kontakt zu den Kindern außerhalb der Therapien, wenn ich öfters mal in den Gruppen bin, beim Mittagessen dabei bin etc.
Mein Problem: Ich finde keine vergleichbare Stelle.
Also alles in allem bin ich momentan sehr unschlüssig.

Vielleicht kann mir ja jemand mit den Gehaltsfragen helfen ::biggrin::

Vielen Dank
Lou
1. April 2019 15:56 # 2
Roose
Registriert seit: 25.01.2017
Beiträge: 43

Moin Moin,

schau hier doch mal nach:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/++file++58749e9e086c2602d82c4af3/download/EGO%20kommunal%202017%20medium.pdf

Als Ergotherapeutin bist du mindestens in der EG7. So wie ich dich verstehe, arbeitest du in der Kinder- und Jugendpsychosomatik (?) Da die Arbeit mit Kindern unter 6 Jahren und die Arbeit mit psychiatrischem Klientel unter "Schwierige Aufgaben" fällt, könntest du auch über die EG8 in Verhandlung gehen. Aber in der 6 bist du definitiv unterbezahlt! Gerade, wenn du vom Aufgabenfeld eher die Tätigkeiten eines Sozialarbeiters ausführst (die bei uns im Übrigen mindestens nach EG9 bezahlt werden, also ein gutes Geschäft für den Arbeitgeber).

Grüße,

Roose


Keiner ist so verrückt, das er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht. (Nietzsche)
1. April 2019 20:06 # 3
Lou353
Registriert seit: 01.04.2019
Beiträge: 3

Vielen Dank für deine Antwort!
3. April 2019 13:33 # 4
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 203

Zitat / Roose hat geschrieben:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/++file++58749e9e086c2602d82c4af3/download/EGO%20kommunal%202017%20medium.pdf


Danke für den Link- aber da versteh ich was nicht:
Seite 7 /Ergotherapeutinnen
>> Entgeltgruppe 5
Beschäftigte in der Tätigkeit von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten

Entgeltgruppe 7
Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit.<<

Wie kann man denn "OHNE staatliche Anerkennung in der Tätigkeit einer Ergotherapeutin beschäftigt" sein???
Tätigkeit einer Ergotherapeutin geht doch- meines Wissens nach- NUR mit Anerkennung, dafür ist doch dieser ganze Berufsurkunden-und Anerkennungskram....
Wär ja ähnlich wie "ohne Pilotenschein in der Tätigkeit eines Piloten"
3. April 2019 17:47 # 5
Roose
Registriert seit: 25.01.2017
Beiträge: 43

Zitat / ergo-ex hat geschrieben:


Wie kann man denn "OHNE staatliche Anerkennung in der Tätigkeit einer Ergotherapeutin beschäftigt" sein???
Tätigkeit einer Ergotherapeutin geht doch- meines Wissens nach- NUR mit Anerkennung, dafür ist doch dieser ganze Berufsurkunden-und Anerkennungskram....
Wär ja ähnlich wie "ohne Pilotenschein in der Tätigkeit eines Piloten"


Ich habe es immer so verstanden, dass z.B. Arbeitstherapeuten, die in der AT die selben Aufgaben wie Ergotherapeuten ausführen, aber eben weniger Fachwissen haben, in die EG 5 gehören. Auch Arbeitserzieher und HEP's, die ähnliche Aufgaben ausführen, habe ich gedanklich dazu gepackt. Ist allerdings ohne Gewähr, da nur meine Auffassung. ::blush::

Grüße, Roose

Keiner ist so verrückt, das er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht. (Nietzsche)
3. April 2019 20:41 # 6
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 203

ne, sorry- man IST (staatlich anerkannter- mit Berufsurkunde!) Ergotherapeut oder nicht.
Arbeitstherapeuten, die nicht dasselbe Fachwissen wie Ergotherapeuten haben, Können/Dürfen nicht "in der Tätigkeit eines Ergotherapeuten" arbeiten. WEIL sie eben keine Ergotheapeuten SIND. "Weniger " Fachwissen hat diese Berufsgruppe wohl nicht--- aber ANDERES. Und ist eben genau deshalb Arbeits- und nicht Ergotherapeut..
HEP ist HEP und Arbeitstherapeut Arbeitstherapeut. Alle mit fundierten Ausbildungen, aber NICHT Ergotherapeut. Und auch nicht "in der Tätigkeit eines....." einzusetzen..... Herrje- warum GIBT es denn verschiedene Ausbildungsgänge, wenn dann doch jeder alles kann/ können soll??

Warum-Wozu-Weshalb reden wir uns denn seit Jaaahren die Münder fusselig, das "angehende" Ergotherapeuten eben genau KEINE eigenständige (= in der Tätigkeit eines.....) Therapie ausführen dürfen, das "Betreuungskräfte nach §xyz eben KEIN "Ersatz" für (anerkannte!) Ergotherapeuten sind??
Ich kapier nicht, was da - bei Verdi??- für ein Durcheinander und "Verschwurbeln" herrscht. Genau DAS versuchen doch zig Kollegen seit sonstwann zu verhindern
4. April 2019 10:49 # 7
Roose
Registriert seit: 25.01.2017
Beiträge: 43

ergo-ex, ich bin inhaltlich ganz bei dir. Die Praxis sieht aber, wie wir alle wissen, häufig anders aus.
Gerade im Psych-Bereich oder der Behindertenarbeit wird, meiner Erfahrung nach, doch gerne auf "günstigere" Arbeitskräfte und Berufsgruppen zurück gegriffen, weil kein Fachpersonal zu bekommen ist oder der Wert unserer Arbeit nicht geschätzt wird.
Erschieß nicht den Boten.

Grüße, Roose

Keiner ist so verrückt, das er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht. (Nietzsche)
4. April 2019 11:18 # 8
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 62

Roose da gebe ich dir absolut Recht!
Die Eingruppierung angelernter Arbeitskräfte gibt es auch in anderen Berufsgruppen und erfolgt idr unterhalb der dafür ausgebildeten Fachkräfte.

ein vielleicht interessantes Gerichtsurteil dass dieses Thema berührt: https://www.rechtsportal.de/Rechtsprechung/Rechtsprechung/2016/BAG/Gesetzlich-geschuetzte-Berufsbezeichnung-und-tarifliche-Eingruppierung-Unterschied-zwischen-Arbeitserzieher-in-und-Ergotherapeut-in
-> Eine angestellte Arbeitserzieherin die in EG6 für Aufgaben in der Tätigkeit eines Ergotherapeuten eingruppiert war, wurde nicht in EG8 (ET mit erschwerten Bedingungen) eingruppiert weil sie keine Ergotherapeutin ist oder eine vergleichbare Ausbildung hat.
4. April 2019 16:00 # 9
Kelpie-ET
Registriert seit: 11.03.2018
Bundesland: Hessen
Beiträge: 11

Bei uns werden sowohl Ergotherapeuten als auch Arbeitserzieher in EG 9 a oder b bezahlt!
4. April 2019 19:29 # 10
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 203

Zitat / Roose hat geschrieben:
Erschieß nicht den Boten. Grüße, Roose


Nichts liegt mir ferner und ich dachte, ich hätte klar formuliert. Ich habe allerdings in 13 Jahren tatsächlich nicht erlebt(oder evtl einfach nicht mitgekriegt) ,das jemand -ohne staatliche Anerkennung- "in der Tätigkeit einesErgotherapeuten" arbeitete...
Es DARF niemand, ohne anerkannter Ergo zu sein, als Ergo arbeiten. Punkt.
Nur um diesen Umstand geht es mir, und wie diese -eigentliche- Unmöglichkeit dann noch in einer Lohntabelle der Gewerkschaft "festgemeißelt" werden kann
4. April 2019 20:40 # 11
Lou353
Registriert seit: 01.04.2019
Beiträge: 3

Hallo, ich habe es leider auch schon öfters erlebt, dass "Nicht Ergotherapeuten" unsere Aufgaben übernehmen sollen. Vielleicht ist es unter anderem das Problem, dass wir uns selbst so oft schlecht vertreten. Wie oft habe ich nun schon erlebt, dass selbst Ergotherapeuten ihre Arbeit nicht genau definieren können. Ganz zu Schweigen vom Umfeld. Gerade Sozialpädagogen, Psychologen usw. wissen oft nicht um unsere Kompetenzen.
Hier wäre Aufklärung nach wie vor wahnsinnig wichtig. Wahrscheinlich dürften und sollten wir generell anders auftreten. Bzw. sämtliche therapeutischen Berufe.
Nichtsdestotrotz sollte es tatsächlich nicht auch noch in den Tarifverträgen "legalisiert" und akzeptabel gemacht werden.

Zum Thema nocheinmal, vielleicht stelle ich mich da wirklich ein bisschen dämlich an. ::confused::::blush::
In der oberen Auflistung gibt es die Gruppen 5 und dann 7. Hier fällt die Nummer 6. Woanders fand ich jetzt auch schon Auflistungen in denen es keine Gruppierung 7 gab.
Was zählt und wo finde ich vielleicht noch eine ausführlichere Auflistung, wann welche Gruppe gerechtfertigt wäre?
Und dann die Gehälter dazu? (Ich bräuchte die geltenden AWO Tarife, doch hier finde ich erst recht nichts).
Ich habe ein bisschen Angst vor dem anstehenden Gespräch, wenn ich mich nicht vernünftig begründen kann.
Meine Leistungen etc. kann ich argumentieren. Allerdings ist das Thema ja auch eine Höhergruppierung.
Wenn ich jetzt in der 6.2 bin, schneide ich dann in der 7.1 womöglich schlechter ab?
Innerhalb dieser Tarfiverträge kann ich mich kaum einschätzen, was ich "wert" bin.

Liebe Grüße
27. Mai 2019 23:31 # 12
Luna2019
Registriert seit: 27.05.2019
Beiträge: 1

Hallöchen
ich habe da selbst ein größeres Problem und hoffe das mir hier einer Helfen / raten kann .

ich arbeite in Teilzeit als Betreuungskraft und laut meinem vertrag muss ich 12 stunden pro Woche an 6 tagen arbeiten
das ist alles ok aber jetzt kommts ich werde nun seit geraumer zeit ohne jede pause für 7 tage pro Woche eingeteilt und komme im schnitt auf 19 stunden laut Arbeitsvertrag bin ich zu Überstunden verpflichtet aber 7 Tage Woche ?habe angst einfach so den Mund auf zu machen denn ich war Langzeit arbeitslos und im Grunde einfach nur froh endlich wieder arbeiten zu können aber so langsam geht mir echt die Luft aus . was kann soll ich machen denn eine Kollegin sagte das sei so in Teilzeit dürfe der Chef das egal was im vertrag stehe.
28. Mai 2019 12:46 # 13
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1002

Ich würde zur Gewerkschaft gehen und mir da Hilfe holen.

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