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Privatpatienten-Frust

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7. April 2019 13:42 # 16
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 279

Zitat / HHAltona hat geschrieben:
Hallo magnoli,

Danke für Deine Rückmeldung und die Beschreibung Deiner Problemlösung - das ist ja in Foren nicht so selbstverständlich!
Ja, so macht Forum Spaß!

Und danke für deine Schilderung HHAltona. Mir war nicht klar, dass der Basissatz in der PKV auch auf diese Weise zustande kommen kann. Ich dachte, es handelt sich dabei immer um ehemalig gutverdienende Patienten, die plötzlich in die Armut abrutschen und sich die hohen Beiträge nicht mehr leisten können. Ich werde noch mal über die Situation nachdenken.

Schön, wenn es hier Rückmeldungen und Denkanstöße gibt!

Schönen Sonntag noch

xxu

7. April 2019 16:11 # 17
falladar
falladar
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1376

Geändert am 08.04.2019 08:40:00
Zitat / xxu hat geschrieben:
Und danke für deine Schilderung HHAltona. Mir war nicht klar, dass der Basissatz in der PKV auch auf diese Weise zustande kommen kann. Ich dachte, es handelt sich dabei immer um ehemalig gutverdienende Patienten, die plötzlich in die Armut abrutschen und sich die hohen Beiträge nicht mehr leisten können. Ich werde noch mal über die Situation nachdenken.


Wer als Privatpatient aus Uraltverträgen mit einem Teil der angesparten Altersrücklagen von einer PKV zur einer anderen PKV wechseln möchte, kann dies nur indem er in den Basistarief (ich glaube für 2 Jahre) wechselt. Tut er dies nicht, kann er die Altersrückstellung komplett abschreiben. Der Basistarief ist also nicht nur für arme Mitbürger.

LG falladar
8. April 2019 18:49 # 18
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 279

Zitat / falladar hat geschrieben:
Wer als Privatpatient aus Uraltverträgen mit einem Teil der angesparten Altersrücklagen von einer PKV zur einer anderen PKV wechseln möchte, kann dies nur indem er in den Basistarief (ich glaube für 2 Jahre) wechselt. Tut er dies nicht, kann er die Altersrückstellung komplett abschreiben. Der Basistarief ist also nicht nur für arme Mitbürger.
Okaaaaaaay, noch mehr neue Informationen. Ich werde diese Anmerkung in meinen Privatverträgen umgehend streichen. Das wäre ja absurd, dann Sondertarife anzubieten.

Wie gesagt: ist mir zum Glück auch noch nicht passiert, sonst würde ich mich jetzt ärgern...

Danke für die Info!

Schönen Abend,
xxu
3. Mai 2019 12:37 # 19
Registriert seit: 26.08.2007
Beiträge: 308

Hallo ins Rund,

es ist ja schon fast alles geschrieben, und eine gute Lösung gefunden, wollte nur noch einen emotionalen Aspekt hinzufügen:
Ich habe ja lange genug ohne Rezeptionskräfte gearbeitet und dementsprechend musste ich als behandelnde Therapeutin / Chefin die "Diskussionen" führen. Das verschlechtert meiner Meinung nach das therapeutische Verhältnis von beiden Seiten, Pat. ärgert sich über die Therapeutin, die so maßlos viel verdient (haha), Therapeutin empfindet es als Affront, dass ihre Behandlung (vermeintlich) nicht genug geschätzt wird.

Jetzt ist meine Rezeption meistens besetzt, die Honorarverträge werden von den Rezzis geschrieben und somit ist es vom Therapeuten / der Chefin (die sich ja durchaus als Therapeutin fühlt) weiter weg. Und die Rezeptionskräfte sind aufgrund ihrer Vorerfahrung an anderen Rezeptionen ganz anders in der Lage, mit solchen Problemen umzugehen. Und sie empfinden diese Kundengespräche über Vertragliches als eine ihrer Aufgaben.

Das allein ändert die Wahrnehmung des "Problems". Meine Rezzis kennen das aus Autohäusern und Anwaltskanzleien. Da wird im Nachgang offenbar genauso versucht zu "handeln" und sie gehen damit sehr souverän um. Viel souveräner, als ich das könnte, um ehrlich zu sein;::blush::

Und ich glaube, je professioneller man das ausstrahlt, um so weniger kommen die Leute überhaupt auf die Idee, da was rausholen zu wollen. Meine Praxis hatte das Problem früher deutlich mehr als heute.

Ich freu mich über jeden, der sich da nicht kleinmachen lässt. Beihilfesätze gegen gar nicht!

Den Umgang mit "Basistarif"- Privaten habe ich übrigens nirgends schriftlich geregelt, das Problem wird nur sehr, sehr selten angesprochen, in fast 20 Jahren allenfalls 4 bis 6 mal. ( Diejenigen, die das Honorar runterhandeln wollen, sind eher im hohen Einkommensbereich zu suchen... ::rolleyes::) Ich entscheide das aus dem Bauch raus, in Rücksprache mit der behandelnden Kollegin. Es geht dabei dann ja meist um langfristige Behandlungen, da kennen wir oft durch HB die Umstände. (Klar weiß man objektiv nicht bis ins Detail, ob da noch irgendwo Vermögen im Hintergrund ist, aber die Lebenssituation ist ja deutlich zu sehen).

Liebe Grüße, kaenguru
Im Alter möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.
3. Mai 2019 13:00 # 20
Registriert seit: 17.11.2002
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Beiträge: 6

Geändert am 03.05.2019 13:01:00
Zitat / magnoli hat geschrieben:
Ab jetzt bekommmen die Neuanmeldungen die Honorarvereinbarung ausgehändigt und wenn sie eine Behandlung zu den genannten Konditionen wünschen, könnnen sie erst einen Termin vereinbaren. Dann sollte doch hoffentlich Ruhe sein und alle Unklarheiten beseitigt.
magnoli


Dazu habe ich doch noch eine Verständnisfrage: was machst du, wenn die Menschen sich telefonisch anmelden? Dann händigst du die Honorarvereinbarung doch zum ersten Termin aus oder schickst du den Patienten die HV zu? Es gibt doch noch Leute ohne Internet... ;-)

Noch eine Erfahrung meinerseits: wir hatten doch tatsächlich schon 1 oder 2 Beamtenklienten, die von der Rechnung einfach nur den Beihilfesatz bezahlten! Leider hatten wir absolut keine Lust auf das ganze Mahnverfahrensgedöns, obwohl es mich sehr geärgert hat. Ist euch das auch schon passiert?

Viele Grüße
Benki
Grüße von Sylvia

Erwache und lache! :-D
5. Mai 2019 08:49 # 21
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1248

Der 1. Termin ist das Vorgespräch, da werden die Bedingungen abgeklärt..

Schönen Sonntag
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
6. Mai 2019 20:55 # 22
Registriert seit: 15.06.2007
Beiträge: 37

Guten Abend,

Der Frust endet bei mir nicht...... Ich bin langsam echt am verzweifeln....

Zu rapor:
Genau, der erste Termin ist das Vorgespräch um die Bedingungen zu klären.... Und kostet wieviel?

Aktuelle Patientin (die nach 2 Einheiten Behandlung abbrach) erklärt mir, dass sie den ersten Termin der Rechnung über zwei psychisch funktionelle Einheiten (die sie beide wahrgenommen hat) nicht bezahlen würde. Das wäre ja "nur" Beratung /Vorgespräch gewesen....

Das 20 minütige Infogespräch am Telefon zur Anmeldung und Aufnahme (das ich als Beratung /Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten mit ihr führte) stellte ich schon gar nicht in Rechnung. Die Funktionsanalyse rechnete ich anteilig sogar nur für 2 Einheiten ab. Und auf die Rechnung schrieb ich dann nur den 1,6 fachen Satz, obwohl im ersten Gespräch schon vom 1,8 fachen Satz die Rede war. Die Patientin äußerte schon in der 2. Einheit, dass sie sich in der Praxis nicht wohl fühle, ihr gefiele die Einrichtung etc. nicht, das sei farblich alles nicht aufeinander abgestimmt..... .... und als dann am Ende der zweiten Sitzung dann der Honorarvertrag auf dem Tisch lag mit 1, 8 fachen Satz in "Zahlen" war es dann im Prinzip gelaufen....

Jetzt darf ich mich noch rechtfertigen, warum um alles in der Welt ich den ersten Termin berechnet habe..... Der ja nur Beratung war.....

Ich scheue mich immer noch, gleich bei Anmeldung am Telefon zu fragen, ob Patient privat oder gesetzlich versichert ist. Das ist genau das, was ich in Arztpraxen immer unmöglich bis unverschämt finde....
Aber langsam werde ich wohl genau so "unverschämt" werden müssen..... Blöd, dann auch noch, wenn es keine Warteliste gibt und man auf Patienten angewiesen ist ....

Wünsche trotzdem allen noch einen erholsamen Feierabend.....
7. Mai 2019 14:32 # 23
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1476

Die meisten Privatpatiente sagen so wie so schon gleich am Telefon, dass sie Privatversichert sind. Daher muss ich am Telefon so wie so fast nie danach fragen. Und ich kläre so was direkt gleich am Telefon ab, wie viel das Kostet und sie bekommen gleich den Hinweis, das gegebenen Falls ihre Krankenkasse nicht alles Zahlt. Mit der Art habe ich bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht, da viele dann so wie so schon am Telefon gesagt haben, dass das ihnen zu teuer sei und die Praxis XY nur xx€ verlangt. Sonst die dann gleich am Telefon einem sagen, dass sie Beihilfeberechtigt sind, da sag ich denen auch dass ich das und das Verlange und sie demenstsprächend drauf zahlen müssen und dann hörst du dann eh mir zu teuer. So bin ich bis jetzt immer am besten gefahren. Nachverhandlungen kamen daher bei mir bis jetzt erst gar nicht auf.
Ich hatte es genau nur ein mal in fast 5 Jahren wo ich jetzt meine Praxis habe wobei ich nur sehr wenig Privatpatienten Anteile habe, dass mal mir nicht gleich mitgeteilt wurde, dass er Privatpatient ist. Mit dem hatte ich sogar noch die wenigsten Probleme gehabt.
Ich hatte es genau nur einmal erlebt, dass im Nachhinein jemand noch mal nachverahndeln wollte. Da hatte sie mir jedoch die Volle Summe überwiesen und wollte, dass ich ihr ein Teil der Summe wieder rückerstatte, weil ihr nicht bewusst war, dass die Krankenkasse so wenig ihr erstattet hatte.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
7. Mai 2019 19:10 # 24
falladar
falladar
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 1376

Zitat / Nocturne hat geschrieben:
... Aktuelle Patientin (die nach 2 Einheiten Behandlung abbrach) erklärt mir, dass sie den ersten Termin der Rechnung über zwei psychisch funktionelle Einheiten (die sie beide wahrgenommen hat) nicht bezahlen würde. Das wäre ja "nur" Beratung /Vorgespräch gewesen....

Trotz alledem, auch wenn dies so wäre, steht dir auch dafür ein Honorar zu. Du hast ihr nirgendwo und zu keinem Zeitpunkt eine kostenlose Beratung angeboten.
Zitat / Nocturne hat geschrieben:
Das 20 minütige Infogespräch am Telefon zur Anmeldung und Aufnahme (das ich als Beratung /Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten mit ihr führte) stellte ich schon gar nicht in Rechnung. Die Funktionsanalyse rechnete ich anteilig sogar nur für 2 Einheiten ab.

Warum teilst du die Funktionsanalyse auf 2 Einheiten auf? Das ist ein fester Abrechnungsposten für eine bestimmte Leistung und keine Teilleistung. Wie teilst du diese Position dann bei einer 6er-Verordnung im Gegensatz zu einer 10er-Verordnung oder bei einer 30er-Verordnung auf?
Wenn bei dir das telefonische (Vorab-/Info-)Gespräch als Service stattfindet, dann kannst du ihr das nicht vorwerfen, dieses ihr schon kostenmäßig erlassen zu haben. Entweder kostenpflichtig oder kostenfrei.
Zitat / Nocturne hat geschrieben:
Und auf die Rechnung schrieb ich dann nur den 1,6 fachen Satz, obwohl im ersten Gespräch schon vom 1,8 fachen Satz die Rede war. Die Patientin äußerte schon in der 2. Einheit, dass sie sich in der Praxis nicht wohl fühle, ihr gefiele die Einrichtung etc. nicht, das sei farblich alles nicht aufeinander abgestimmt..... .... und als dann am Ende der zweiten Sitzung dann der Honorarvertrag auf dem Tisch lag mit 1, 8 fachen Satz in "Zahlen" war es dann im Prinzip gelaufen.... Jetzt darf ich mich noch rechtfertigen, warum um alles in der Welt ich den ersten Termin berechnet habe..... Der ja nur Beratung war.....

Du bist bei diesem hin und her für deine Patienten in deiner Preisgestalltung nicht mehr glaubwürdig. Du solltest dir im klaren sein was du willst und dann auch so kommunizieren. Du vereinbarst zuerst mündlich den 1,8-fachen Satz (von was auch immer) stellst ihr dann aber nur den 1,6-fachen Satz in Rechnung (nachdem die Pat. deine Honorarvereinbarung nicht unterzeichnen wollte). Es stand doch schon fest, dass diese Pat. nicht weiter zu dir kommt. Warum und wozu versuchst du dann diese chaotische Rechnungsstellung? Kein Wunder das sie immer weiter mit dir diskutiert und alles in Frage stellt und du dich dann auch noch für dein Chaos rechtfertigen willst.
Stell die Rechnung korrekt aus. Schreib in die erste Mahnung, dass du nach Ablauf des Zahlungszieles ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten wirst, dass du ihr dann zusätzlich zum offenen Rechnungsbetrag mit 75,00 Euro in Rechnung stellen wirst. Nach Ablauf des Zahlungszieles (evtl. 3 Tage später) eröffnest du ein Onlinemahnverfahren.

Oder du lässt es auf sich beruhen und verbuchst es unter "Lehrgeld bezahlt".
Zitat / Nocturne hat geschrieben:
Ich scheue mich immer noch, gleich bei Anmeldung am Telefon zu fragen, ob Patient privat oder gesetzlich versichert ist. Das ist genau das, was ich in Arztpraxen immer unmöglich bis unverschämt finde....
Aber langsam werde ich wohl genau so "unverschämt" werden müssen..... Blöd, dann auch noch, wenn es keine Warteliste gibt und man auf Patienten angewiesen ist ....

Nach der Krankenversicherung zu fragen ist nicht unverschämt, wenn du bei der Terminvergabe und während der Behandlung keine (Klassen-)Unterschiede machst. Wenn du bei der telefonischen Anmeldung schon die Patientendaten aufnimmst, gehört die Frage nach der Krankenversicherung ebenso dazu wie die Frage nach der Diagnose, Anschrift oder Telefonnummer. Wenn du dir ein "(Telefon-)Aufnahmeprotokoll" als feste Vorlage erstellst, kannst du es als Struktur für die Kontaktaufnahme am Telefon und ggf. für die Aufnahme in der Praxis verwenden. Du hast dann immer alle wichtigen Patienteninformationen zusammen und verzettelst/verquatscht dich nicht bei deinen Telefonaten. Du kannst dort auch Merker zum ankreuzen setzen, wie:
- Absageregelung besprochen
- Hinweis auf Ausfallrechnung erteilt
- PKV-Honorar beträgt _____________
- Ersttermin vergeben am _______________
- ....

Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.
LG falladar
7. Mai 2019 22:01 # 25
Registriert seit: 15.06.2007
Beiträge: 37

Guten Abend zurück,

Vielen lieben Dank für eure Tips und Gedanken dazu....
Hatte dabei einige Augenöffner....
Tatsächlich ist mein rumgemurkse mit der Rechnung echt voll daneben. Steckt wohl viel "Angst dahinter, nen schlechten Ruf zu bekommen" sehe aber, dass gerade dieses Verhalten unprofessionell ist und ich da dringend an mir arbeiten muss....

Die Idee mit Anmeldenotizen zu "allen" Fragen ist echt super. Hatte da immer eher die abgespeckte Version praktiziert.

Und tatsächlich war es bei mir immer so, dass ich am Telefon von Patienten von sich aus zur Versicherung nie Auskunft erhalten habe.....

Aber so lerne ich tatsächlich wieder dazu. Klare Ansagen schon bei der Anmeldung und wenn Patient dann zur Praxis "mache alles ... und viel billiger" geht ist es eben so...... Das ist momentan mein Hauptknackpunkt, der mir zu schaffen macht -hoffe, dass ich daran reifen werde...

Da die Rechnung an besagte Patientin schon raus ging und auch kommentarlos überwiesen wurde, hake ich es ab, ziehe jedoch meine Lehren daraus.

Euch allen wieder Mal einen schönen Abend noch.
7. Mai 2019 22:28 # 26
Registriert seit: 15.06.2007
Beiträge: 37

noch Ergänzung:
Also "kommentarlos" - heißt eher: nach erfolgtem Telefonat mit Patientin, die "Fragen" zur Rechnung hatte, ich bei diesem Gespräch aber bei meiner so ausgestellten Rechnung blieb und sie dann den Betrag auch überwiesen hat.
14. April 2021 02:16 # 27
Registriert seit: 14.04.2021
Beiträge: 1

Hallo es ist erschreckend wie ihr über PKV Patienten herzieht, ohne zu differenzieren.
Ihr tut mir echt nicht leid, dass ihr Diskussionen mit PKV‘s führen müsst.
Schlimmer finde ich noch eher die Aussage: ich werde keine mehr aufnehmen. Wenn dass so ist , sage ich,
Dann sind sie selbstgerecht und meiner Meinung geht es hier um eine unterlassene Hilfeleistung.
Ich bin Lehrer, Beamter und Privatversicherer habe drei Kinder 2 mit Adhs. Und natürlich sind diese auch privat
Sie haben einen erhöhten Fürsorgeaufwand. Ich bezahle für ihre Behandlung pro Stunde auch 20 bis 30€ drauf das ganze mal ca 40 Wochen ca 10 Jahre und weil es 2 Kinder sind mal 2.
Das psychischfunktionelles Training ( Neurofeedback) gab es nicht um die Ecke und dafür bin ich auch 2 Jahre lang auch noch 60 km einfach gefahren ( nur nebenbei dass Benzingeld und meinen erhöhten Aufwand nicht berechnet)
Das bei mir dieser erhöhte Pflege Aufwand nicht spurlos blieb konnte für sie verständlich sein. Verspannungen häufiges Kopfweh steigerten sich. Also wollte ich in meinem gepressten Terminplan noch physiotherapeutische Termine für mich quetschen.
Dann kam ich zum ersten Mal an einen Therapeuten, welcher mir von Anfang an erklärt hat wie sich die Preise gestalten und warum, und dass er auch nicht für weniger arbeiten kann und was meine Kasse bzw Beihilfe dazu meint. Dass man als Staatsdiener diese Beihilfe nicht völlig ausgeliefert sein muss. Wie ich Klage einreiche und was und vor allem wie ich es tun muss.
Wenn sie jetzt sagen sie haben dazu keine Zeit Patienten (beachten Sie bitte das sind Hilfsbedürftige) zu beraten und sich zu erklären dann frage ich mich warum sie die Verantwortung ablehnen. Sie sind weitaus mehr Fachmann als diese vielen Beamten, die von Ihren Rechnungen keine Ahnung haben. Und sie sind da auch eine Ausnahme, denn nur ihre Rechnungen bekomme ich gekürzt (und viele andere auch). Ganz selten mal eine andere Rechnung. Was für den Leihen verständlicher Weise irritierend sein kann. Die Vermutung dass Sie erhöhte Preise haben liegt doch ganz klar näher als das die Beihilfe hier einen Fehler im System hat, denn sonst hat man ja nie derartige Kürzungen. Und dass sich so mancher von Ihnen über den Tisch gezogen fühlt und sich dann im Ton vergreift ist (nachvollziehbar) menschlich.
Bedenken Sie dass Sie als Fachmann beratend unterwegs sein können, mehr als jeder andere, ja klar ist das ein erhöhter Aufwand aber ich denke er lohnt sich und wenn es nur zwischenmenschlich ist.
Ich war wirklich entsetzt als ich lesen musste : Sie nehmen, weil Sie es lästig sind, keine PKV Patienten mehr.
Ich liebe meinen Job und was ich durch Covid 19 alles mehr machen musste können die, die noch PKV Patienten nehmen vielleicht sich vorstellen, denn was ich sehe welche Leiden unsere Berufsgruppe entwickelt und wie viele ausfallen und wie andere versuchen das aufzufangen und dadurch noch mehr belastet werden.... naja ich denke diese Schraube die sich zuzieht betrifft auch andere Berufsgruppen, leider habe ich keine Zeit mehr mich richtig zu informieren denn die 3 Stunden Schlaf kann ich nicht auch noch kürzen.
Nur eine bitte hinter jeder Person steht ein eigenes Schicksal und diese Verallgemeinerung PKV - reiche Säcke - fand ich beleidigend und unprofessionell.
Sie können zusätzlich neben ihrem Beruf noch was gutes tun, indem Sie diese „nörgelnden“ aufwiegeln damit Sie etwas dagegen unternehmen und wenn es dann genug Klagen Beschwerden werden dann bewegt sich (natürlich verzögert) auch die Beihilfe.
Mein Appell leisten Sie Pionierarbeit und lehnen Sie eine Klasse Mensch nicht ab, sonst könnte der Verdacht aufkommen dass es sich hier um rassismus handelt. Und dann wehe wenn einer verallgemeinert und plötzlich ihre ganze Berufsgruppe in diesen Topf wirft.
::blush::
14. April 2021 17:26 # 28
Sina12
Sina12
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Beiträge: 121

Beamte sind schon wirklich arm dran: null Absicherung, schlechte Rente und auch sonst Arbeitsbedingungen unter aller Kanone... Traurig, dass Sie in der aktuellen Zeit mal eine Überstunde schieben müssen und nicht 5 Minuten vor Dienstende an der Stechuhr stehen können. Und Homeoffice ist ja auch wirklich schrecklich, man muss seinen Kaffee allein trinken.

Sorry, aber ich glaube nicht, dass Sie in der gleichen (Arbeits-)Welt leben wie die Therapeuten, die Ihre Kinder behandeln.

Kann und wird bestimmt gelöscht, aber mein Unmut musste raus.
14. April 2021 18:22 # 29
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 720

Geändert am 14.04.2021 18:32:00
Wir nehmen selbstverständlich Privatpatienten an - GKV im Rahmen der Verträge, ergänzend dazu PKV bis zur Auslastung der Praxis. Warum auch nicht?

Der PKV-Patient der seine Rechnung nicht bezahlt hat und dann über die Preise nachverhandeln wollte (also uns Druck gemacht hat, anstatt seiner PKV) betrachten wir als Ausnahme und handhaben das entsprechend.

@Niemand0815 - Frische Anmeldungen und dann sowas als Antwort finde ich immer .... sagen wir mal bemerkenswert. Der letzte Beitrag zu dem Thema lag ein Jahr zurück. Da frag ich mich natürlich nach der Vorgeschichte und der Motivation zu dem Beitrag? Im Übrigen steht in Ihrem Profil eine weiblicher Name - auch das weckt bei Ihrer Einleitung etwas Skepsis...aber vielleicht bin ich auch zu viel im Netz unterwegs und hab Trollallergie...
ergoSystemisch - Systemisches Arbeiten in der Ergotherapie

Informationen gibt es hier: https://www.ergoSystemisch.de
15. April 2021 13:46 # 30
Registriert seit: 07.12.2014
Beiträge: 2

Geändert am 15.04.2021 13:47:00
Zitat / Sina12 hat geschrieben:
Beamte sind schon wirklich arm dran: null Absicherung, schlechte Rente und auch sonst Arbeitsbedingungen unter aller Kanone... Traurig, dass Sie in der aktuellen Zeit mal eine Überstunde schieben müssen und nicht 5 Minuten vor Dienstende an der Stechuhr stehen können. Und Homeoffice ist ja auch wirklich schrecklich, man muss seinen Kaffee allein trinken.

Sorry, aber ich glaube nicht, dass Sie in der gleichen (Arbeits-)Welt leben wie die Therapeuten, die Ihre Kinder behandeln.

Kann und wird bestimmt gelöscht, aber mein Unmut musste raus.


Ich bin hier seit Jahren nur stumme Mitleserin, aber als Ergotherapeutin und verbeamteter Lehrerin geht mir bei der Aussage echt der Hut hoch. Ich habe mehrere Jahre Vollzeit als Ergotherapeutin gearbeitet und dann während des Studiums Teilzeit, behandel jetzt noch 7 Patienten in der Woche und finde solche Aussagen wie von dir, sorry für die Wortwahl, einfach nur daneben.

Wenn es Beamte so leicht haben und so viel Geld bekommen, warum um alles in der Welt bist du Ergotherapeutin, wenn du mit Kaffee den ganzen Tag faul auf der Couch liegen könntest?

Der Job als Ergotherapeutin ist anspruchsvoll, anstrengend und ohne Frage zu schlecht bezahlt, aber ich finde Lehrerin sein noch anstrengender. Jeder findet anstrenged, was er tut....
Home-Office? Träum weiter. Du darfst 15 Kinder in der Notbetreuung beaufsichtigen und gleichzeitig mit dem Rest Online-Unterricht machen und dann am Nachmittag das alles Korrigieren und dann abends den nächsten Tag vorbereiten.
Klar gibt es auch faule Beamte, aber ich kenne auch faule Therapeuten......

Wir haben in einer wohlsituierten Stadt in Süddeutschland übrigens viele Privatpatienten, die zo 99% ohne Murren bezahlen. Wenn eine alleinerziehende Beamtin in unteren Gehaltsstufen wirklich mal in Zahlungsschwierigkeiten kommt, findet meine Chefin eine Lösung.

"Urteile nicht über das Leben anderer. Jeder hat einen Weg hinter sich, von dem du nicht weißt, ob du ihn hättest gehen können."
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