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Arbeitsbedingungen in der Praxis

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9. April 2019 10:30 # 1
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 48

Geändert am 09.04.2019 10:43:00
Eins vorweg: ich bin gerne Ergotherapeutin und ich arbeite gerne in der Praxis, aber die Arbeitsbedingungen führen immer wieder zu Frust.

Ich frage mich ob meine Wunschvorstellungen illusorisch sind.
- gutes Arbeitsklima
- betätigungszentrierte Ergotherapie ist möglich
- fachliche Leitung mit genügend Expertise tatsächlich anwesend und bei Fragen ansprechbar.
- Chef arbeitet mit, kennt die Arbeitsabläufe und zieht mit dem Team an einem Strang
- kein Betrug an Krankenkassen/Patienten
- klare Arbeitsabläufe
- Kosten die bei einer Fortbildung anfallen werden übernommen inklusive bezahlte Freistellung, falls nötig auch Fahrt/Übernachtung
- Praxisauto/fahrrad ist vorhanden
- Verwaltungsaufgaben werden durch Bürokräfte übernommen
- für Berichte Dokumentation Telefonate Vor- und Nachbereitung. steht ausreichend Zeit zur Verfügung
- Anwesenheitszeit ist Arbeitszeit ich hafte nicht für Ausfälle/Lücken
- Stundenumfang mindestens 30 bis 40, bei Krankheitsfällen und Urlaubszeit sind auch Überstunden ok
- Wunschbereich ist zu gut 3/4 möglich (in diesem Fall Neurologie/Geriatrie/Orthopädie/Hand)
- fester Patientenstamm (kein häufiger Wechsel zwischen Therapeuten)
- kein unterdurchschnittliches Gehalt (weniger als 14,80€)
- sowas wie regelmäßige Supervision/Fallbesprechungen wären traumhaft
9. April 2019 13:43 # 2
gross
Registriert seit: 05.04.2005
Beiträge: 878

Sie haben unsere Praxis beschrieben. Nur die Rezeptionsbesetzung - daran experimentieren wir noch und haben uns noch nicht entschieden. Aber der Rest - alles da. Und wenn das bei uns geht, geht das auch bei anderen. Insofern ein klares "Ja, das ist möglich"!
9. April 2019 15:04 # 3
Ösel
Registriert seit: 11.03.2005
Beiträge: 63

Hallo
Ich bin in einer Praxis angestellt wo sehr viele von den beschriebenen Punkten umgesetzt werden. Wir sind ein gutes Team trotz (bald) 4 Praxen, jeder kann sich auf ein Arbeitsbereich spezailisieren, natürlich gibt es Zeiten (Urlaub, Krankheit) wo man auch Patienten andere Fachbereiche behandelt. Die Chefinnen sind immer offen für fragen und beantworten sie schnellst möglich, obwohl sie von morgens bis Abends mitarbeiten. Wir haben regelmäßige Teamsitzungen wo man vom gesamten Team Denkanstöße bekommt. Wir haben zwei Bürokräfte, die sich um Rezepte, Telefonate etc kümmern. Wir können vermögenswirksameleistungen in Anspruch nehmen, sowie Firmenfitness eines Fitnessstudios. Regelmäßige Betriebsfeste und Ausflüge. Da wir 15 Mitarbeiter an mehreren Standorten, Hausbesuche etc. haben wir Diensthandys, worüber wir immer in Kontakt sind.
Aber das beste kein Einheiten zählen, alles ist Arbeitszeit.
Das einzige was wir leider nicht haben ist ein Firmenauto oder Fahrrad und man muss Urlaub nehmen für Fortbildungen, aber sie werden bezahlt.
9. April 2019 23:23 # 4
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 48

Vielen Dank für die beiden Rückmeldungen, das macht Hoffnung :-)
10. April 2019 08:00 # 5
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 477

Geändert am 11.04.2019 10:50:00
Zitat / Sssophie hat geschrieben:
Eins vorweg: ich bin gerne Ergotherapeutin und ich arbeite gerne in der Praxis, aber die Arbeitsbedingungen führen immer wieder zu Frust.

Ich frage mich ob meine Wunschvorstellungen illusorisch sind.
1 gutes Arbeitsklima
2 betätigungszentrierte Ergotherapie ist möglich
3 fachliche Leitung mit genügend Expertise tatsächlich anwesend und bei Fragen ansprechbar.
4 Chef arbeitet mit, kennt die Arbeitsabläufe und zieht mit dem Team an einem Strang
5 kein Betrug an Krankenkassen/Patienten
6 klare Arbeitsabläufe
7 Kosten die bei einer Fortbildung anfallen werden übernommen inklusive bezahlte Freistellung, falls nötig auch Fahrt/Übernachtung
8 Praxisauto/fahrrad ist vorhanden
9 Verwaltungsaufgaben werden durch Bürokräfte übernommen
10 für Berichte Dokumentation Telefonate Vor- und Nachbereitung. steht ausreichend Zeit zur Verfügung
11 Anwesenheitszeit ist Arbeitszeit ich hafte nicht für Ausfälle/Lücken
12 Stundenumfang mindestens 30 bis 40, bei Krankheitsfällen und Urlaubszeit sind auch Überstunden ok
13 Wunschbereich ist zu gut 3/4 möglich (in diesem Fall Neurologie/Geriatrie/Orthopädie/Hand)
14 fester Patientenstamm (kein häufiger Wechsel zwischen Therapeuten)
15 kein unterdurchschnittliches Gehalt (weniger als 14,80€)
16 sowas wie regelmäßige Supervision/Fallbesprechungen wären traumhaft



Ja = ja, ist möglich bzw. vorhanden!

1 = ja
2 = ja
3 = ja
4 = ja
5 = 100% nicht!!!
6 = ja
7 = ja, wie viel ist geregelt
8 = Wenn nötig, dann vorhanden
9 = kommt auf die Aufgaben an
10 = ausreichend heißt?
11 = gesetzl. geregelt -> unternehmerisches Risiko
12 = derzeit nicht, perspektivisch ja
13 = Nein, nur Pädiatrie und Psychiatrie
14 = ja
15 = 18-20€/Stunde
16 = ja

Soweit, also vieles trifft bei uns zu und vieles finde ich auch genau richtig. Mittelfristig werden die Praxen, die das nicht so machen ihre Mitarbeiter los werden - dazu kann inzwischen wieder "zu gut" bezahlt werden und Wechsel sind möglich!

280 Stellenangebote alleine hier bei ergoX- "change!!!" ::smile::
Wir verwalten unsere Praxis mit Thera-Pi.org - OpenSoure und gut!
11. April 2019 12:18 # 6
Motte123
Registriert seit: 09.02.2012
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 391

Geändert am 11.04.2019 12:29:00
Es wird einen Grund geben, weshalb vorrangig Praxen, oft sehr verzweifelt, Mitarbeiter suchen. Da muss man jedoch Differenzen: Was biete ich als Praxis??? Und was ist der Arbeitnehmer bereit zu geben???
Diese Dinge sind oft nicht miteinander vereinbar und es führt Folgendes zu Frust:

1.) Der Arbeitgeber gibt nicht genug (Beispiel: Patientenausfall ist Mitarbeiterrisiko - übrigens schon länger nicht mehr arbeitsrechtlich zulässt und da kannst du gegen vorgehen!!) und dadurch, dass er den Job nicht attraktiv genug gestaltet, findet er keine Mitarbeiter (viele jammern dann aber trotzdem, ohne das mal zu hinterfragen...)
2.) Die Mitarbeiter verkaufen sich unter Wert und sind dann unzufrieden (PP!)
3.) Der Arbeitgeber hat einen attraktiven Job zu bieten und stellt einen inkompetenten Mitarbeiter ein -> Dafür ist aber ja die Probezeit da

Fakt ist: Praxen müssen sich verändern. Sie müssen mehr zahlen, mehr Fortbildungen bezahlen, mehr Urlaubstage bieten und einen unbefristeten Vertrag natürlich. Ansonsten bekommen sie keine oder nur unzureichende Leute. Mittlerweile findet - zum Glück - gaaaanz langsam ein Umdenken dort statt. Natürlich auch meist nur aus der Not heraus und nicht, weil man wirklich meint: "Der Mitarbeiter hat auch ein Recht auf Lebensqualität." Das Ergebnis ist aber ja trotzdem das gleiche. Die Praxen fangen mittlerweile auch übrigens an, die börsendotierten Großunternehmen in ihren Stundenlöhnen zu übertreffen! Bei den Großkonzernen ist das absolut narzisstische Denken der Firmenbosse allerdings noch ein Problem inkl. der Druck, den man hat, wenn man an der Börse ist (man möchte ja auf Platz 1 sein und Dollars kacken können). Da wird es noch einige Jahre dauern, bis der Umschwung stattgefunden hat und wieder mehr Leute in Praxen als zu Großunternehmen gehen. Wenn DAS passiert, erst DANN findet auch ein Umdenken in den Großkonzernen statt. Das dauert aber noch. So lange werde ich nicht warten und mich weiterhin unter Wert verkaufen, daher habe mich von dem Beruf des Ergotherapeuten verabschiedet und gehe zukünftig in die Pflegetourismusbranche, damit die alten Menschen wenigstens in anderen Ländern noch würdevoll leben und altern können, statt im bürgerunwürdigen Deutschland. Und damit bin iich sehr glücklich. ::thumbup::


@HHAltona:
Was mich bei den Bereichen, die du in deiner Praxis hast, interessiert: Was machst du, wenn du nur Stelleninteressierte hast, die weder in Psychiatrie noch in Pädiatrie Berufserfahrung haben? Was, wenn sie sich auf einen Bereich spezialisieren wollen, anstatt alles oberflächlich abzugrasen, was leider heutzutage ein Großteil der Praxen verlangen?
Einer meiner Hauptgründe, nie in eine Praxis gehen zu wollen, ist eben der, dass ich nie in die Pädiatrie möchte und auch noch nie war (außer im Praktikum, wo ich schon gemerkt hab, dass das nix für mich ist). Bisher haben aber alle Praxen auch immer Pädiatrie angeboten und erwartet, dass man als Ergotherapeut eben auch das behandelt. Möchte ich aber nicht. Ein Tischler ist auch nicht in allen Bereichen, sondern hat einen bestimmten Schwerpunkt (nur als Beispiel). Ich bin in der Ortho und Psychiatrie "zuhause" und habe da entsprechend Erfahrung. Wenn man nun sagt "Ich habe im Bereich Psychiatrie 4 Jahre Berufserfahrung und möchte nicht im pädiatrischen Bereich arbeiten", ginge das bei dir? Ich befürchte mal nein, oder?
Auch da sollten Praxen noch ausbauen, denn die wenigsten Mitarbeiter haben "überall Erfahrung". Was in unserem Unternehmen so als einziges funktioniert, ist eben die Zuteilung diverser Patienten in die entsprechenden Bereiche, wo sich Therapeuten spezialisiert haben (z.B. Kollege: Neurologie, Ortho, Ich: Ortho, Hand, HLT, Psychiatrie). Entsprechend dafür habe ich dann eben auch Fortbildungen absolviert. Warum sollte ich nun in die Pädiatrie gehen und dann wieder x Euro für x Fortbildungen ausgeben?? ::scared::
Sag Menschen nicht, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
11. April 2019 18:36 # 7
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1176

Zitat / Motte123 hat geschrieben:

@HHAltona:
Was mich bei den Bereichen, die du in deiner Praxis hast, interessiert: Was machst du, wenn du nur Stelleninteressierte hast, die weder in Psychiatrie noch in Pädiatrie Berufserfahrung haben? Was, wenn sie sich auf einen Bereich spezialisieren wollen, anstatt alles oberflächlich abzugrasen, was leider heutzutage ein Großteil der Praxen verlangen?
Einer meiner Hauptgründe, nie in eine Praxis gehen zu wollen, ist eben der, dass ich nie in die Pädiatrie möchte und auch noch nie war (außer im Praktikum, wo ich schon gemerkt hab, dass das nix für mich ist). Bisher haben aber alle Praxen auch immer Pädiatrie angeboten und erwartet, dass man als Ergotherapeut eben auch das behandelt. Möchte ich aber nicht. Ein Tischler ist auch nicht in allen Bereichen, sondern hat einen bestimmten Schwerpunkt (nur als Beispiel). Ich bin in der Ortho und Psychiatrie "zuhause" und habe da entsprechend Erfahrung. Wenn man nun sagt "Ich habe im Bereich Psychiatrie 4 Jahre Berufserfahrung und möchte nicht im pädiatrischen Bereich arbeiten", ginge das bei dir? Ich befürchte mal nein, oder?
Auch da sollten Praxen noch ausbauen, denn die wenigsten Mitarbeiter haben "überall Erfahrung". Was in unserem Unternehmen so als einziges funktioniert, ist eben die Zuteilung diverser Patienten in die entsprechenden Bereiche, wo sich Therapeuten spezialisiert haben (z.B. Kollege: Neurologie, Ortho, Ich: Ortho, Hand, HLT, Psychiatrie). Entsprechend dafür habe ich dann eben auch Fortbildungen absolviert. Warum sollte ich nun in die Pädiatrie gehen und dann wieder x Euro für x Fortbildungen ausgeben?? ::scared::


@Motte123
Aus genau solchen Gründen steht in den Stellenanzeigen auch drin für welche Fachbereiche Therapeuten gesucht werden. Nicht nur Therapeuten spezialisieren sich auf bestimmte Fachbereiche - dies tun auch die jeweiligen Praxen. Ich werde mich doch auch nicht in einer Tischlerei bewerben und verlangen das die mich aber als Koch einstellen weil mir Holzspäne nicht schmecken. Es gibt Gründe, warum eine Praxis nur bestimmte Bereiche oder (fast) alle Fachbereiche anbietet. Entweder gibt es genug Mitbewerber für einen bestimmten Bereich und ich muß mich mit meiner Praxis breiter aufstellen um existieren zu können, oder ich biete nur Bereiche an die mir als Inhaber selbst liegen, oder es gibt eine vermehrte Nachfrage für bestimmte Fachbereiche, oder ich habe nur Fachpersonal für nur wenige Fachbereiche zur Verfügung. Entweder läßt sich der Bewerber auf die Gegebenheiten ein, oder er ist in diesem Unternehmen falsch. Ich kann mir auch keine Patienten mit den Wunschkrankheitsbildern der Bewerber schnitzen.
LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
11. April 2019 22:12 # 8
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 477

Zitat / Motte123 hat geschrieben:

@HHAltona:
Was mich bei den Bereichen, die du in deiner Praxis hast, interessiert: Was machst du, wenn du nur Stelleninteressierte hast, die weder in Psychiatrie noch in Pädiatrie Berufserfahrung haben? Was, wenn sie sich auf einen Bereich spezialisieren wollen, anstatt alles oberflächlich abzugrasen, was leider heutzutage ein Großteil der Praxen verlangen?


Zu Frage 1 - nicht einstellen, da wir nur diese beiden Bereiche bedienen und uns damit einen guten Namen gemacht haben. Übrigens reicht es für uns aus, wenn MA einen Bereich abdecken können - das aber dann richtig und qualifiziert!
Das gilt auch für unsere aktuelle Ausschreibung - deswegen steht da "und / oder" bei der Bereichsbeschreibung.

Zu Frage 2 - Spezialisierung begrüße ich sehr. Das große Praxen alles machen, könnte noch durch Spezialisten passieren, wenn kleine Praxen alles machen, dann kann das schwierig werden... muss aber nicht. Ich denke das sollte immer differenziert betrachtet werden.
Wir verwalten unsere Praxis mit Thera-Pi.org - OpenSoure und gut!
12. April 2019 02:25 # 9
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 48

@motte123: Ich kann (genau wie meine Kollegen) meinen Wunschfachbereich machen, es gibt (abgesprochene) Ausnahmen. Wichtigste Frage ist: bin und fühle ich mich ausreichend qualifiziert und in der Lage den Klienten angemessen zu behandeln. Das war und ist auch bei uns kein Problem (und wir haben mehrere Mitarbeiter die keine Pädiatrie machen).

Auch andere Dinge sind bei uns gut geregelt. Die Aufzählung in meinem ersten Beitrag ist keine Beschwerdeliste sondern eine Wunschliste. Und ich kann (bei manchen Punkten) auch Kompromisse eingehen. Beispielsweise es gibt keine Bürokraft aber die Bedingungen sind so dass die Therapeuten diese Arbeit tatsächlich übernehmen können. Oder es gibt kein Firmenauto, aber Versicherung und entsprechenden finanziellen Ausgleich bei Nutzung von Privatfahrzeug durch den Arbeitgeber...
12. April 2019 15:36 # 10
Motte123
Registriert seit: 09.02.2012
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 391

Geändert am 12.04.2019 15:44:00
@Sssophie:
Genau das ist das Problem: Wenn mir ein Bereich nicht liegt oder ich bereits im Praktikum merke, dass er aus unterschiedlichen Gründen nichts für mich ist, arbeite ich natürlich auch nicht darin, sammle also keine Berufserfahrung, bilde mich auch nicht darin fort, sondern eher in den Bereichen, wo ich das in Fobis erlangte Wissen auch praktisch anwenden kann. Wenn ich aber eine Stellenanzeige von z.B. HHAltona lese, wo nur Pädiatrie und/oder Psychiatrie gesucht wird, wäre ich dann als Berufserfahrene im Bereich Psychiatrie auch nur für diese Patienten zuständig? Oder heißt es dann, wenn man dort angefangen hat z.B.: "In Vertretungssituationen gilt auch den Bereich mit abzudecken"? Wenn dann jemand dauerkrank ist, heißt es also, doch Pädiatrisch zu arbeiten, obwohl ich in diesem Bereich weder Berufserfahrung habe, noch dies der Grund war, weshalb ich mich eben für diese Stelle beworben habe.
Ich kenne keine Praxis, die sich auf irgendwas spezialisiert hat, auch, wenn das als Aushängeschild in den ganzen Stellenanzeigen so propagiert wird. Wenn man dann dort mal hospitiert, sieht man eben die üblichen Krankheitsbilder wie Apoplex, Parkinson, Demenz etc... auch, wenn sich die Praxis auf z.B. Handtherapie spezialisiert hat. Bei uns ist das tatsächlich mittlerweile sehr oft der Fall, im Moment kriegen wie einen Schwung Tischler von der BG zu uns. Wir werben aber wiederum nach außen hin gar nicht mit der Spezialisierung auf Handtherapie (haben wir uns ja auch nicht)....

Deine Aufzählung habe ich auch nicht als Beschwerde aufgefasst, sondern ob jemand einer Meinung ist, dass dies SELBSTVERSTÄNDLICH ist. Ja, für mich ist es das! Ich bin aber kein PI. Ich kann nur als AN sagen, was ich erwarte und wie ich mich entscheiden würde. Z.B. würde ich nie eine Praxis gehen, die kein Firmenfahrzeug hat. Ich habe selbst kein Auto und schaffe mir deshalb auch sicherlich keines an. Habe zwar einen Führerschein, aber ich brauchte nie eines, z.B. in Hamburg braucht man wirklich keins, da ist man mit der U-Bahn und dem HVV-Ticket schneller. Es sei denn, man wohnt in Finkenwerder oder Blankenese etc., da wird's schon ländlicher.
Wenn man keine Bürokraft hat, so muss den Therapeuten dann aber entsprechend mehr Zeit zwischen den Einheiten gelassen werden um die Orga zu bewältigen. Das ist schließlich auch Arbeitszeit!
Dass es Versicherungen gibt, ist sogar Pflicht und überhaupt kein Obulus einer Praxis. Das ist PFLICHT! ::biggrin:: Und leider ist es sehr naiv, wenn man denkt, dass die Versicherung finanziell den regelmäßigen Verschleiß eines Autos abdeckt, oder dass der Kilometerbetrag dies auffängt. Mitnichten, sorry. Erst recht bei dem immer schlimmer werdenden Verkehr. Wie sieht denn der finanzielle Ausgleich bei der Nutzung vom Privatfahrzeug aus? Das würde mich brennend interessieren. ::biggrin::

@Ösel:
Du weißt aber schon, dass dir das rechtlich zusteht?? Ich versteh nicht, warum man das einfach so hin nimmt und sich nicht mal informiert...

(Zitat) "Grundsätzlich besteht für Vollzeitkräfte (Teilzeit anteilig) ein Anspruch darauf, an fünf Tagen im Jahr, bzw. zehn Tage in einem Zeitraum von zwei Jahren, bezahlte Freistellung von der Arbeit zu erhalten, wenn die Fortbildung eine anerkannte Bildungsveranstaltung zum Zwecke der beruflichen oder politischen Weiterbildung darstellt."

Ach ja und:

(Zitat) "§ 3 (Fn 2)
Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung

(1) Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Der Anspruch von zwei Kalenderjahren kann zusammengefaßt werden.

(2) Wird regelmäßig an mehr oder weniger als fünf Tagen in der Woche gearbeitet, so erhöht oder verringert sich der Anspruch entsprechend.

(3) Ein Arbeitnehmer erwirbt den Anspruch nach sechsmonatigem Bestehen seines Beschäftigungsverhältnisses.

(4) Ist dem Arbeitnehmer innerhalb eines Kalenderjahres die ihm zustehende Arbeitnehmerweiterbildung unter Berufung auf § 5 Abs. 2 abgelehnt worden, so ist der Anspruch bei Fortbestand des Arbeitsverhältnisses einmalig auf das folgende Kalenderjahr übertragen.

(5) Erkrankt ein Arbeitnehmer während der Arbeitnehmerweiterbildung, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf die Arbeitnehmerweiterbildung nicht angerechnet.

(6) Der Anspruch besteht nicht, soweit der Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr Arbeitnehmerweiterbildung in einem früheren Beschäftigungsverhältnis wahrgenommen hat.

(7) Für Arbeitnehmer in einem Betrieb oder einer Dienststelle mit bis zu 50 Beschäftigten entfällt der Freistellungsanspruch für das laufende Kalenderjahr, wenn bereits zehn v. H. der Beschäftigten im laufenden Kalenderjahr freigestellt worden sind. Für Arbeitnehmer in einem Betrieb oder einer Dienststelle mit weniger als zehn Beschäftigten besteht kein Freistellungsanspruch."

Schönes Wochenende! ::smile::
Sag Menschen nicht, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
12. April 2019 16:37 # 11
Frenzie
Registriert seit: 22.07.2007
Beiträge: 199

Liebe Motte 123,
welches Gesetz zitierst Du da? Welches Bundesland? Für wen?
Bitte vollständige Info geben. Danke!
Schönes Wochenende
Frenzie
12. April 2019 17:38 # 12
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 477

Geändert am 12.04.2019 17:45:00
Zitat / Motte123 hat geschrieben:

Wenn ich aber eine Stellenanzeige von z.B. HHAltona lese, wo nur Pädiatrie und/oder Psychiatrie gesucht wird, wäre ich dann als Berufserfahrene im Bereich Psychiatrie auch nur für diese Patienten zuständig? Oder heißt es dann, wenn man dort angefangen hat z.B.: "In Vertretungssituationen gilt auch den Bereich mit abzudecken"? Wenn dann jemand dauerkrank ist, heißt es also, doch Pädiatrisch zu arbeiten, obwohl ich in diesem Bereich weder Berufserfahrung habe, noch dies der Grund war, weshalb ich mich eben für diese Stelle beworben habe.


Wir meinen das so wie ich bereits schrieb - nur Psych und Päd und klare Zuteilung der Mitarbeiter auf die Fachbereiche.

Zusätzlich kann wer will eine Einarbeitung in den anderen Bereich bekommen (bei dem jetzt ausgeschriebene Mini-Job natürlich nur begrenzt möglich....)

Zitat / Motte123 hat geschrieben:
Ich kenne keine Praxis, die sich auf irgendwas spezialisiert hat


Psychiatrie und Pädiatrie - nicht mehr, nicht weniger. Versprochen!

Ich arbeite seit 1992 psychiatrisch und Heike 10 Jahre psychiatrisch und jetzt fast 15 Jahre pädiatrisch. Da macht Ortho, Neuro und Co. einfach keinen Sinn! Und da wir uns für die Behandlungen durch Mitarbeiter mitverantwortlich sehen, eben nichts anderes, als das was wir können! Und da wir das so gut können wegen dieser Spezialisierung, geht es in unseren Workshops immer sehr praxisnah zu!::thumbup::

Dann kennst Du jetzt doch eine - die Lernwerkstatt Altona ::thumbup::
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12. April 2019 18:34 # 13
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1176

Zitat / Motte123 hat geschrieben:
@Sssophie:

(Zitat) "Grundsätzlich besteht für Vollzeitkräfte (Teilzeit anteilig) ein Anspruch darauf, an fünf Tagen im Jahr, bzw. zehn Tage in einem Zeitraum von zwei Jahren, bezahlte Freistellung von der Arbeit zu erhalten, wenn die Fortbildung eine anerkannte Bildungsveranstaltung zum Zwecke der beruflichen oder politischen Weiterbildung darstellt."

Ach ja und:

(Zitat) "§ 3 (Fn 2)
Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung

(1) Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Arbeitnehmerweiterbildung von fünf Arbeitstagen im Kalenderjahr. Der Anspruch von zwei Kalenderjahren kann zusammengefaßt werden.

(2) Wird regelmäßig an mehr oder weniger als fünf Tagen in der Woche gearbeitet, so erhöht oder verringert sich der Anspruch entsprechend.

(3) Ein Arbeitnehmer erwirbt den Anspruch nach sechsmonatigem Bestehen seines Beschäftigungsverhältnisses.

(4) Ist dem Arbeitnehmer innerhalb eines Kalenderjahres die ihm zustehende Arbeitnehmerweiterbildung unter Berufung auf § 5 Abs. 2 abgelehnt worden, so ist der Anspruch bei Fortbestand des Arbeitsverhältnisses einmalig auf das folgende Kalenderjahr übertragen.

(5) Erkrankt ein Arbeitnehmer während der Arbeitnehmerweiterbildung, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf die Arbeitnehmerweiterbildung nicht angerechnet.

(6) Der Anspruch besteht nicht, soweit der Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr Arbeitnehmerweiterbildung in einem früheren Beschäftigungsverhältnis wahrgenommen hat.

(7) Für Arbeitnehmer in einem Betrieb oder einer Dienststelle mit bis zu 50 Beschäftigten entfällt der Freistellungsanspruch für das laufende Kalenderjahr, wenn bereits zehn v. H. der Beschäftigten im laufenden Kalenderjahr freigestellt worden sind. Für Arbeitnehmer in einem Betrieb oder einer Dienststelle mit weniger als zehn Beschäftigten besteht kein Freistellungsanspruch."

Schönes Wochenende! ::smile::


@Motte123
Wenn du am Anfang von "Grundsätzlich" schreibst, solltest du doch den letzten Teil deines Zitates weglassen, damit du dich nicht selbst widersprichst.

Ich vermute mal, dass dein Zitat aus dem .... ist. Es gilt für NRW und hat nichts mit der rein beruflichen Qualifizierung der Mitarbeiter zu tun. (Zitat: "Sie dürfen nicht überwiegend einzelbetrieblichen oder dienstlichen Zwecken dienen. Die Teilnahme kann von fachlichen Vorkenntnissen abhängig gemacht werden.") Es ist nur in dafür anerkannten Weiterbildungseinrichtungen durchzuführen.

Gesetz zur Freistellung von Arbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und politischen Weiterbildung- Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG) - Vom 6. November 1984 (Fn 1)


LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
12. April 2019 19:16 # 14
Sssophie
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 48

@motte
Ich mache nur Patienten für die ich qualifiziert bin und mich auch so fühle. Auch in der Urlaubszeit, auch im Vertretungsfall, auch im Krankheitsfall.

Abgesprochene Ausnahmen: Kind mit Handverletzung z.B. oder eine älterer Mensch der auch eine psychiatrische Diagnose hat oder konkrete Patienten die ich mir vorstellen kann weils menschlich und fachlich passt. Aktuell habe ich drei solche Ausnahmen, alle freiwillig!

Für mich ist es ok in geringem Umfang auch Patienten zu haben wo ich wenig Erfahrung habe. Manchmal mag ich das auch mich irgendwo neu reinzuarbeiten. Daher mein Wunsch zu gut 3/4 meine Spezialgebiete.
Bei uns gibt es 4 Therapeuten die keine Kinder machen, auch nicht Ausnahmsweise.
13. April 2019 09:37 # 15
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 989

Zitat / Sssophie hat geschrieben:
Bei uns gibt es 4 Therapeuten die keine Kinder machen, auch nicht Ausnahmsweise.

Ich habe mich auch schon vor Jahrzehnten sterilisieren lassen!

Entschuldige, das finde ich einfach eine zu gute Vorlage.

Schönes Wochenende
auch an die, die Kinder machen
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