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Richtige Behandlung knöcherne Strecksehnenriss -

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10. April 2019 13:30 # 1
Bluna27
Registriert seit: 10.04.2019
Beiträge: 1

Hallo,

Ich habe Anfang Januar einen knöchernen Abriss der Strecksehnen im Endglied des kleinen Fingers erlitten. Dieser wurde anschließend mit einer Stackschen Schiene versorgt, womöglich aber nicht richtig. Nach acht Wochen habe ich die Schiene abgelegt und der behandelnde Handchirurg meinte, eine weitere Behandlung sei nicht notwendig, auch keine Ergotherapie, lediglich solle der Finger noch zwei Wochen lang nicht maximal belastet werden.

Leider wurde das Fingergelenke nach Ablegen der Schiene und nach leichter Bewegung wieder dick und das Gelenk ist angeschwollen und schmerzt. Auch ist das Streckungsdefizite deutlich über 15° so dass das insgesamt kein zufriedenstellendes Ergebnis ist.

Ich habe jetzt beschlossen, die Schiene erneut sechs Wochen zu tragen und anschließend nur langsam und schrittweise Schritt zu belasten.

Was mir nicht aber nicht klar ist, ist ob die optimale Behandlung vorsieht, dass das PIP Gelenk beim Tragen der Schiene ruhig gestellt ist oder nicht um ein möglichst geringes Streckungsdefizit zu erreichen. Darauf hat bei mir nämlich überhaupt niemand darauf Wert gelegt oder geachtet, wie lang die Schiene ist und ob ich das PIP Gelenk strecken kann.

Was sehen denn die Lehrbücher hierfür vor beziehungsweise was sind Eure Erfahrungen aus der Praxis?

Vielen Dank!

Bluna27

10. April 2019 14:29 # 2
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Streckung eines Endgliedes ist "die Königsdisziplin", v.a. auch beim kleinen Finger.

Da muß ein erfahrener Therapeut ran!

Es kann durchaus sein, dass keine 100%ige Streckung aufgrund der Verletzung möglich ist, aber zumindest sollte der Finger nicht mehr deutlich "hängen".
11. April 2019 15:07 # 3
d.simon
Registriert seit: 22.10.2011
Beiträge: 310

1. bei einem knöchernen Abriss reichen 4 Wochen Schiene (bei älteren oder Diabetikern evtl. 6 Wochen)
2. Schiene muss in hyperextension angelegt werden (Maßgefertigt durch Therapeut der Schienen baut) PIP frei!
3. direkte Röntgenkontrolle in der Schien ob das Knochenfragment richtig sitzt wenn nicht Regulierung über neue Schiene...

Wenn 1-3 so nicht erfolgen kommt genau dein Ergebnis raus...
Wenn du den Finger jetzt konsequent in Hyperextension über Nacht lagerst könnte evtl . deine Streckinsuffizienz etwas behoben werden
Viel Erfolg dabei!
Dominik Simon
Ergotherapeut / Handtherapeut DAHTH



24. Juni 2019 10:46 # 4
Nochka
Registriert seit: 24.06.2019
Beiträge: 4

Hallo, ich habe das gleiche Problem wie Bluna 27. Habe mir im Februar beim Volleyballspiel einen knöchernen Strecksehnenabriss D 5 li. Hand zugezogen. Ich habe allerdings eine nach Maß angefertigte Thermoplastschiene in Überextension über 7 Wochen getragen, ohne sie ein einziges Mal abzunehmen. Nach einer Rö-Kontrolle nach 7 Wochen hat es geheißen, Schiene ab, Knochen super konsolidiert, aktive Beübung. Ich habe allerdings, trotz dieser Empfehlung, meine Schiene noch über 3 Wochen nachts getragen. Parallel erfolgte eine Ergotherapie in einem Handrehabilitationszentrum in Frankfurt. Währenddessen hing der Kleinfinger im DIP immer mehr, so, dass es zum Schluß genau so aussah, wie unmittelbar nach dem Unfall (Streckdefizit 15°) und der Ergotherapeut meinte, ich soll noch Mal zum Handchirurgen. Dieser schaute sich nur achselzuckend das neue Rö-Bild an und meinte, der Knochen sei konsolidiert. Auf meine Frage, ob ich die Schiene wieder tragen solle, meinte er, ich könne es versuchen.
Man fühlt sich echt blöd, weil ich ja eigentlich alles richtig gemacht habe und nun ist das Ergebniss so, als ob gar nichts gemacht worden ist. Ich möchte gerne wieder Volleyball spielen, das kommt aber jetzt gar nicht in Frage, da der Finger hängt und im DIP bei Ausstreckung weh tut.
Könnte mir jemand was empfehlen? Vielleicht soll ich mich an jemanden anderen wenden?


Vielen Dank und mit lieben Grüßen,

Elena
24. Juni 2019 16:12 # 5
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Es ist leider meist so - entweder bleibt das Endglied in Streckung steif oder (wahrscheinlicher) in einer leichten Beugung. Die Ruhestellung der Finger ist leicht gebeugt, daher ...

Meine OPs waren 2015 (3 OPs wegen Phlegmone, keine Sehne verletzt), auch ich habe "alles richtig gemacht" und trotzdem "kämpfe" ich mit der Streckung meines Ringfingers im Endglied.

Ich "dehne" meinen Finger (incl. Handfläche und UA) mehrmals täglich in die Streckung und merke, dass jetzt, nach den 4 Jahren, nur noch eine leichte Beugung bleibt - allerdings auch aktiv keine komplette Streckung. Mit dem Faustschluß bin ich zufrieden.

Ein Quengel würde mir den Finger strecken, er würde jedoch wieder in die Beugung gehen - wie Banane :-)
Ich verwende keinerlei Schienen oder Quengel für meinen Finger.

Die Streckung eines Endgliedes ist wirklich die Königsdisziplin.
24. Juni 2019 16:13 # 6
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Wichtig übrigens immer, dass man die Streckung "übt". Mehr noch, als die Beugung.
24. Juni 2019 16:13 # 7
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Wichtig übrigens immer, dass man die Streckung "übt". Mehr noch, als die Beugung.
25. Juni 2019 17:04 # 8
Nochka
Registriert seit: 24.06.2019
Beiträge: 4

Vielen Dank für die Antwort! Wie soll ich denn genau diese Übungen ausführen? Insbesondere wie kann ich den UA strecken / dehnen?
26. Juni 2019 08:52 # 9
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

https://www.repetitive-strain-injury.de/dehnuebungen.php

so z.B.

Wichtig, dass sich ein Handtherapeut darum kümmert, sodass keine Kompensationen in anderen Gelenken passieren (Überstreckung z.B.)
26. Juni 2019 08:55 # 10
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Wenn kein größeres Ausmaß an AKTIVER Streckung mehr geht, ist die Ruhestellung/Streckung eher kosmetischer Natur.
ICH möchte meinen Finger optisch gestreckter haben - nicht jeder Patient ist bereit, dafür selbst soviel zu tun :-)
26. Juni 2019 20:34 # 11
Nochka
Registriert seit: 24.06.2019
Beiträge: 4

Vielen herzlichen Dank! Ich werde ab jetzt auch diese Übungen machen ::thumbup::! Ob 45 Minuten am Tag realistisch sind, weiß ich noch nicht, aber besser weniger und dafür regelmäßig, als gar nicht!
Noch mal vielen vielen Dank!!!!!!!!!!!!!!!!!::smile::
27. Juni 2019 08:35 # 12
freckle
Registriert seit: 05.02.2007
Bundesland: Bayern
Beiträge: 886

Nein, nein, keine 45 Minuten am Stück. Wenn ich auf der Couch sitze, dehne ich nach hinten gegen die Wand. Am Tag dehne ich an Türen, Wänden, Tischen... setze mich auf meine Hand, fixiere meinen Finger und federe das Endglied. All solche Sachen :-)
Aber GANZ wichtig: Es muß ein erfahrener Handtherapeut kontrollieren, sodass keine Ausweich-/Ausgleichsbewegungen stattfinden oder Strukturen geschädigt werden!
28. Juni 2019 20:11 # 13
Nochka
Registriert seit: 24.06.2019
Beiträge: 4

vielen Dank!::biggrin::
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