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Wie viel Kilometergeld wird euch seit/ ab dem 01.07.2019 gezahlt?

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10. Juli 2019 14:33 # 1
Jana.Loreen
Registriert seit: 10.07.2019
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 3

Hallo Leute,
bin ganz neu angemeldet und hätte gleich eine Frage an euch.

Ich habe den "Auftrag"von meiner Chefin bekommen, mal zu recherchieren, wie viel Geld die Angestellten pro Kilometer bekommen (vorrangig interessiert sie sich für Praxen innerhalb von Niedersachsen, wobei mir persönlich bewusst ist, dass durch die seit 01.07.2019 neuen Regelungen man es auch deutschlandweit betrachten kann).
Wir haben nämlich gelesen, dass es nun bis zu 0,40€ pro Kilometer geben soll.
Meine Chefin sagte jedoch, dass von diesen 0,40€ ihr noch steuerlich etwas abgezogen wird.

Ihr wärt mir eine große Hilfe, wenn ihr mir ein paar Beispiele nennen könntet, da meine Chefin großen Wert auf den Vergleich mit anderen Praxen legt.
( Ich habe schon über die Suchfunktion probiert etwas konkretes herauszufinden bin jedoch gescheitert ::sad::)

Derzeit bekomme ich 0,33€ pro Kilometer von der Praxis zum Patienten und zurück. Hier ist egal ob ich auch mehrere Patienten nacheinander mache oder ob sich mehrere Patienten an einem Ort befinden.

Vielen Dank schon einmal im Voraus. ::thumbup::

Freundliche Grüße
Jana Böhling
10. Juli 2019 19:03 # 2
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 989

Als ich noch keinen Dienstwagen hatte, bekam ich 30 Cent pro gefahrenen Kilometer.
Du bist nicht verpflichtet dein Privateauto zur Verfügung zu stellen.

Gutgehn
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
10. Juli 2019 19:45 # 3
xxu
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 160

Hallo Jana Böhling

Das ist ja interessant, was man als Chefin so alles in Auftrag geben kann. ::confused::
Nützen wird es deiner Chefin nicht viel, zu wissen, was andere zahlen. Sie sollte sich lieber mit ihrem Steuerberater beraten. Es gibt nämlich klare Vorgaben, in welcher Höhe Fahrtkosten Mitarbeitern für Hausbesuche pauschal und steuerfrei erstattet werden können. Zumindest nach oben gibt es eine Grenze, nach unten ist wahrscheinlich vertraglich alles möglich.

Wie viel die Krankenkassen für Hausbesuche erstatten, ist diesbezüglich überhaupt nicht relevant und steht auf einem ganz anderen Blatt.

Aber vielleicht lasse ich meine Mitarbeiter demnächst mal Kochrezepte recherchieren. Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen ::thumbup::

Schöne Grüße

xxu



10. Juli 2019 19:55 # 4
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 306

Die 40cent kriegt man von der Krankenkasse aber auch nur für die Position für die integration ins häusliche Umfeld. Das ist ja nicht die Position des Hausbesuches. Und auch nur von der VDEK. Ansonsten gibt es nur die Hausbesuchpauschale.
Was sie meint mit selbst Geld versteuern müssen, weiß ich jetzt nicht (vllt kann ein PI dazu was sagen?).
Aber ihr müsstet das eigentlich dahingehend versteuern, da ja eigentlich nur 30 cent steuerfrei für sowas gezahlt werden können, soweit ich weiß.
und habe ich das richtig verstanden. du bekommst quasie immer die km die von der praxis zum patienten sind. egal ob du eigentlich nur 500m weiter fährst zum nächsten? Heißt wenn du 5km zum Hausbesuch brauchst und der nächste ist 1km weiter in eine andere Richtung und du fährst dann zurück. bekommst dann 2x5km und 2x6km? Oder schnall ich das falsch?
10. Juli 2019 20:14 # 5
xxu
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 160

Zitat / Mietzi hat geschrieben:
Was sie meint mit selbst Geld versteuern müssen, weiß ich jetzt nicht (vllt kann ein PI dazu was sagen?).

Als PI müssen wir jeden Cent versteuern, den wir einnehmen. Da macht das Finanzamt keine Unterschiede.
10. Juli 2019 22:25 # 6
Jana.Loreen
Registriert seit: 10.07.2019
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 3

Zunächst erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten. ::thumbup::

Meine Chefin war bis letzten Mittwoch 4 einhalb Wochen im Urlaub und wusste scheinbar nichts von den neuen Regelungen ab dem 01.07. Als wir dann am Freitag das Thema ansprachen, habe ich sozusagen den Auftrag bekommen mich mal schlau zu machen. Wir Mitarbeiter wollten jedoch noch nicht detailliert darüber reden und waren im Allgemeinen der Meinung sie solle zunächst mit ihrem Steuerberater reden. Dieser ist nun leider auch 3 Wochen im Urlaub, weshalb wir derzeit etwas " in der Luft" hängen.

Zitat / Mietzi hat geschrieben:
Heißt wenn du 5km zum Hausbesuch brauchst und der nächste ist 1km weiter in eine andere Richtung und du fährst dann zurück. bekommst dann 2x5km und 2x6km? Oder schnall ich das falsch?


Ich bekomme von Praxis zu jedem Patienten und zurück 0,33€ pro Kilometer.

Also z.B. Patient 1 wohnt hin und zurück 10km entfernt = 0.33€ x 10 Km

Wenn ich dann auf dem Weg zurück zur Praixs z.B. bei Patient 2 anhalte und der z.B. 5 Km hin und zurück von der Praxis entfernt wohnt bekomme ich zusätzlich dann 0.33€ x 5 Km.

Also insgesamt dann 0.33€ x 15 Km.
10. Juli 2019 23:43 # 7
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 184

Geändert am 12.07.2019 18:37:00
-------- war am Thema vorbei... Sorry::blush::
11. Juli 2019 17:24 # 8
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 306

Ok, da muss ich aber sagen, das find ich Luxus. Also du bekommst ja sogesehen mehr Kilometer bezahlt, als du wirklich gefahren bist.
Also wir bekommen die gefahrenden Kilometer bezahlt und wenn wir von Patientn A, erstmal zu Patient B und dann zu C fahren, bekommen wir die Kilometer die wir zwischen den jeweiligen Leuten gefahren sind und dann eben die Kilometer die wir dann zurück zur Praxis brauchen. Wir sollen auch versuchen (Was natürlich auch ein zeitlicher Faktor ist), die Patienten möglichst auf eine Route zu legen, also möglichst auch 2-3 im Ort zu machen. Anders könnten wir den Umkreis auch gar nicht anfahren. Weil es sich dann ja nicht mehr rechnen würde., da wir durchaus Hausbeuche haben die 10 bis in Einzelfällen sogar 13km entfernt sind. Bei 13 km fahren wir allerdings auch nicht nur für eine Person die ganzen 13km, sondern haben dann eben die Routen so gelegt, das man eh in der nähe ist.
11. Juli 2019 18:02 # 9
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 306


Als PI müssen wir jeden Cent versteuern, den wir einnehmen. Da macht das Finanzamt keine Unterschiede.

Einnehmen= Umsatz oder Einnehmen= Gewinn.
Dachte das man keine Umsatzsteuer zahlt, sondern "nur" die Steuer auf den Gewinn (das wäre ja schon noch ein Unterschied, da die Ausgaben und somit auch die Kosten für Mitarbeiter dann schon rausgerechnet sind)
12. Juli 2019 08:19 # 10
xxu
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 160

Moin in die Runde

Also noch einmal: Der Arbeitgeber kann dem Mitarbeiter für jeden Hausbesuch die gefahrenen Kilometer bezahlen. In der Regel wird das über eine Pauschale abgerechnet. Das Finanzamt akzeptiert maximal 0,30 € pro gefahrenen Kilometer ohne weitere Nachweise der tatsächlichen Kosten. Diese sind dann steuerfrei für den Mitarbeiter, nicht jedoch für den Arbeitgeber (der zahlt noch Steuern obendrauf). Der Mitarbeiter hat ein Fahrtenbuch zu führen und einzureichen, das zehn Jahre aufbewahrt wird für den Fall einer Steuerprüfung.

Bekommt der Mitarbeiter mehr bezahlt (also Kilometergeld, das über die 0,30 € hinausgeht oder eine Bezahlung in fiktiver Höhe für nicht tatsächlich gefahrene Kilometer) fällt dies nicht in die steuerfreie Fahrtkostenpauschale und ist somit auch vom Mitarbeiter zu versteuern. Du hast also als Mitarbeiterin, die Hausbesuche mit dem eigenen Pkw fährt, unter dem Strich weniger Geld auf dem Konto, wenn du vom AG eine höhere Erstattung bekommst, weil du auf die ganzen Fahrtkosten dann Steuern zahlst. Das ist mein Wissensstand ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Was der Arbeitgeber von der Krankenkasse für Fahrten zum Patienten bekommt, ist daher völlig irrelevant. Das wird in der Einkommenssteuererklärung des AG berücksichtigt. Diese zu erklären, führt hier zu weit und ist nicht Inhalt der o. g. Frage.

Alles andere kann der Steuerberater viel besser erklären.

Schönen Tag noch,
xxu
12. Juli 2019 14:26 # 11
Motte123
Registriert seit: 09.02.2012
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 391

Hallo Jana,

Hilfe oh Graus, da stellen sich mir alle Nackenhaare hoch! Was ist das für eine PI???? Selbst als Mitarbeiterin hätte ich dann doch meine Zweifel an so einer Person, aber in einer derartig verantwortungsvollen Position... ich fass es nicht.

Dass sie fachlich sehr inkompetent zu sein scheint (also ein Unternehmen zu führen), steht außer Frage, wenn sie nicht mal solche simplen Informationen kennt und sich darüber SELBSTÄNDIG informiert... ::scared::

Aber dass sie dann ihre Angestellten auch noch schickt um IHRE HAUSAUFGABEN machen zu lassen, dass ist nicht nur faul, unkollegial und dreist, sondern einfach - ja, inkompetent! Lass mich raten - das sollst du schön außerhalb deiner regulären Arbeitszeit machen?! ::scared::::scared:: WARUM TUST DU DAS?! Wie lange arbeitest du da schon?

Ich würde zusehen, dass ich da weg komme. Diese Frau scheint absolut unfähig zu sein eine Praxis zu führen, nicht, dass du hinterher noch Fehler in deinen Gehaltsabrechnungen hast und das Finanzamt an DEINER Tür klingelt!

My 2 Cents

Sag Menschen nicht, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.
13. Juli 2019 17:29 # 12
Jana.Loreen
Registriert seit: 10.07.2019
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 3

Vielen Dank noch einem für das ganze Feedback. ::smile::

Ihr habt mir viele Denkanstöße gegeben, die mich teilweise zum Nachdenken angeregt haben, und die ich mit meiner Chefin und meinen Kolleginnen besprechen werde.




13. Juli 2019 19:03 # 13
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 989

Danke für die Rückmeldung.

Gutgehn und viel Erfolg
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
15. Juli 2019 10:59 # 14
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1176

Geändert am 15.07.2019 11:07:00
Zitat / xxu hat geschrieben:
... Diese sind dann steuerfrei für den Mitarbeiter, nicht jedoch für den Arbeitgeber (der zahlt noch Steuern obendrauf). Der Mitarbeiter hat ein Fahrtenbuch zu führen und einzureichen, das zehn Jahre aufbewahrt wird für den Fall einer Steuerprüfung.


Der AG zahlt keine "Steuern obendrauf", er muss diese Einnahmen versteuern. ::sad::

LG falladar



Kilometergeld können Sie an Mitarbeiter steuerfrei auszahlen ...

Falls einer Ihrer Mitarbeiter ein privates Auto für betriebliche Fahrten einsetzt, können Sie ihm folgende Kilometersätze erstatten: Pkw 30 Cent, Motorrad/Motorroller: 13 Cent, Moped/Mofa: 8 Cent.

Wichtig: Auf dieses Kilometergeld wird keine Pauschalsteuer fällig. Verwechseln Sie also nicht das steuerfreie Kilometergeld mit dem Fahrtkostenzuschuss für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Denn Letzterer kostet 15 Prozent Pauschalsteuer, der Spesenersatz (Kilometergeld) für rein betriebliche Fahrten nicht.

Beispiel für Spesenersatz: Ihr Mitarbeiter besucht einen Kunden mit seinem eigenen Auto. Der Kunde sitzt 20 km entfernt vom Sitz Ihrer GmbH. Sie können Ihrem Mitarbeiter erstatten: 30 Cent je gefahrenen Kilometer. Das sind: 20 km x 2 x 0,30 Euro = 12 Euro.

Beispiel für Fahrtkostenzuschuss: Ihr Mitarbeiter fährt jeden Morgen 20 km von seiner Wohnung zu Ihrer Firma und abends 20 km wieder zurück. Sie können für die einfache Entfernung von 20 km je 30 Cent als Zuschuss zahlen, müssen hierauf aber 15 Prozent Pauschalsteuer plus Soli abführen. Pro Tag sind das also 6 Euro Zuschuss und 0,90 Euro pauschale Lohnsteuer (plus Soli und eventueller KiSt).

Wichtig: Der Mitarbeiter muss eine Quittung oder Reisekostenabrechnung unterschreiben, auf der er angibt: Datum der Dienstreise, aufgesuchte Geschäftspartner und Anlass der Fahrt, gefahrene Kilometer sowie Kennzeichen des benutzten Fahrzeugs. Diese Quittung ist im Praxisalltag das Fahrtenbuch für den privaten PKW ect.. Das Fahrtenbuch ist Praxiseigentum.

Erfreulich für Ihren Mitarbeiter: Hat er höhere Kosten als diese 30 Cent pro Kilometer, kann er diese bei seiner persönlichen Einkommensteuer geltend machen:

... und Ihr Mitarbeiter kann mehr als 30 Cent geltend machen

Für betriebliche Fahrten kann Ihr Mitarbeiter bei seiner Steuer auch einen höheren Kilometersatz als 30 Cent geltend machen, wenn er diese Kosten nachweisen kann.

Dazu muss er alle Kosten seines Autos addieren, und zwar: Treibstoffkosten, Wartungs- und Reparaturkosten, Kosten einer Garage, Kraftfahrzeugsteuer, Versicherungsprämien, Abschreibung (Basis: sechs Jahre Nutzungsdauer bei Neuwagen), Zinsen sowie Unfallkosten. Eine etwaige Leasingsonderzahlung gehört im Kalenderjahr der Zahlung in voller Höhe zu den Gesamtkosten. Alle diese Kosten teilt Ihr Mitarbeiter durch die insgesamt gefahrenen Kilometer, dann hat er den individuellen Kilometersatz. Diese Kosten kann er dann in seiner privaten Steuererklärung geltend machen, muss aber das von Ihnen steuerfrei erhaltene Kilometergeld davon abziehen.

Fazit: Für betriebliche Fahrten können Sie 0,30 Euro Kilometergeld je gefahrenen Kilometer ersetzen, ohne dass hierbei eine Pauschalsteuer anfällt. Höhere Sätze können Sie nicht steuerfrei erstatten. Ihren Mitarbeitern kann die höheren Kosten aber in seiner Steuererklärung geltend machen, wenn er sie nach obigem Schema nachweist. Machen Sie ihn darauf aufmerksam, damit er diese Steuersparmöglichkeit nicht übersieht.
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt."
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