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Schwierigkeiten beim Praxisverkauf

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26. November 2019 20:27 # 1
Praxisnachfolge
Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 5

Ich organisiere für einen Verwandten ohne Internetaffinität den Praxisverkauf.

Es ist eine sehr gut laufende seit über 35 Jahren bestehende Praxis mit mehreren Angestellten, in Innenstadtlage und mit großem Leistungsspektrum.

Der Inhaber arbeitet seit Beginn nur 4 Tage und jetzt seit einiger Zeit nur 3, da es sich trotzdem rechnet. Die Praxis wird er bisher nicht los, weil es in einer 30000-Einwohner-Stadt in der Provinz liegt.

Hat jemand ähnliche Probleme beim Praxisverkauf in ländlichen Regionen?
27. November 2019 05:55 # 2
BV
Registriert seit: 10.09.2002
Beiträge: 406

Arbeitest Du mit einem Exposé der Praxis?
Das wäre vielleicht noch eine Möglichkeit, den Verkauf zu pushen.
Wie seid ihr denn die Berechnung des Praxiswerts angegangen und wie und wo bietest du diese an?
LG
BV
27. November 2019 12:42 # 3
KW
Registriert seit: 10.02.2005
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 598

Da fehlts natürlich an etlichen Informationen.
Was habt Ihr bisher getan, um die Praxis zu verkaufen?
Wie habt Ihr sie dargestellt, und in welchen Medien?
Seit wann steht sie zum Verkauf?
Gab es Interessenten?
Wie habt ihr den Wert ermittelt?

Etc etc. Ohne auch nur ein Mindestmaß an Infos kann man da gar nichts zu sagen.

Gruß, KArsten
R46.2 – und Spaß dabei!
1. Dezember 2019 14:48 # 4
Praxisnachfolge
Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 5

Ein Expose wurde bereits erarbeitet und über verschiedene Kanäle verteilt. Online wurde bisher nichts unternommen, aber vielleicht wird sie hier irgendwann mal inseriert. Der Praxiswert ist mir nicht bekannt, aber da kann ich mal nachfragen. Ich glaube offiziell ermittelt wurde dieser vom Steuerberater auch noch nicht. Aber das wird kommen.

Aktuell läuft die Praxis ganz normal weiter und der Inhaber wird auch noch etwa ein Jahr tätig sein. Somit ist noch etwas Zeit. Allerdings könnte es auch im Sinne des Nachfolgers bzw. der Nachfolgerin sein, sich ein bisschen zunächst im Angestelltenverhältnis einzuarbeiten.

Bisher wurde nur ein Expose über das nähere Umfeld verteilt und ein Dienstleister vom DVE ist wohl auch noch im Spiel. Die weiteren uns bekannten Möglichkeiten

-Online-Inserate, ebay, hier, dve
-Arbeitsagentur
-Expose an Ausbildungsstätten verteilen


haben wir noch nicht ausgeschöpft. Kenn jemand weitere Portale/ Möglichkeiten?

Das Expose habe ich mir noch nicht angeschaut, werde aber demnächst einen Blick darauf werfen und es optimieren. Inhalte "Fotos", "Lage", "Leistungsspektrum" ist im Expose meines Wissens vorhanden.
1. Dezember 2019 17:37 # 5
Praxisnachfolge
Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 5

Geändert am 01.12.2019 17:38:00
So, jetzt habe ich weitere Daten. Die Praxis wird vom Steuerberater niedrig angesetzt mit 130k bewertet. Die Räumlichkeiten sind 120 qm groß und die Miete beträgt kalt 600€. Eigentlich ideale Startbedingungen, v.a. da er mangels Interessenten wahrscheinlich keine 130k bekommen wird.
2. Dezember 2019 15:24 # 6
Pitbull
Registriert seit: 27.03.2009
Beiträge: 166

Was sind 130k???

Ein Praxisverkauf sollte im Idealfall 2 bis 5 Jahre vorher vorbereitet werden.
Ein Exposé ist ein Verkaufsprospekt. Wenn da steht, super laufende alteingesessene Praxis mit drei MA für 130.000 Okken bald möglichst abzugeben, dann wird keiner ein Interesse haben!
Wofür sollte man für eine alte Butze sooo viel Geld ausgeben?
Ich mache eine Praxis für 15 bis 50 tausend Euro auf, die Patienten kommen heute fast von allein, mindestens bei gutem Webauftritt!

Die meisten Praxen werden nicht verkauft, weil der PI sich selten gut informiert und meistens schlechte, das heißt emotionale Entscheidungen trifft.

Ich habe dieses Jahr meine Praxis erfolgreich verkaufen können.
Ich bin sehr dankbar dafür. Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist!
Ich weiß aber auch, was ich dafür getan habe!

Viel Erfolg!
Liebe Grüße,
Pitbull
2. Dezember 2019 18:44 # 7
Praxisnachfolge
Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 5

Hallo Pitbull,

K=Kilo=tausend. Mit "Okken" hast du gut geschätzt. Wie gesagt, das ist ein niedriger Ansatz des Steuerberaters und keine Vorstellung des Inhabers. "Alte Butze" ..also das Inventar einer Praxis zählt bei der Bewertung überhaupt nicht. Null, Niente. Es geht nur um den Umsatz.

Die Praxis hat keinen Webauftritt, aber eine Warteliste, es geht also auch ohne Webseite. Wenn man für 15 - 50000€ eine neue Praxis eröffnen kann und die Patienten mit Webseite "von allein" kommen ist das natürlich schlecht für den Praxisverkauf. Allerdings muss man auch erst Mal gute Mitarbeiter mit unterschiedlichen Leistungsspektren finden, um sich ein Portfolio aufzubauen. Weiterhin benötigt man Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen, Kindergärten, Kitas, Psychiatrien usw. Wenn das alles schon vorhanden ist, ists natürlich auch schön.

Was hast du denn alles für deinen Praxisverkauf getan und hast du den vom Steuerbüro geschätzten Wert oder den Werte eines Gutachters erhalten?
2. Dezember 2019 21:19 # 8
Pitbull
Registriert seit: 27.03.2009
Beiträge: 166

Zitat / Praxisnachfolge hat geschrieben:
Hallo Pitbull,

K=Kilo=tausend. Mit "Okken" hast du gut geschätzt. Wie gesagt, das ist ein niedriger Ansatz des Steuerberaters und keine Vorstellung des Inhabers. "Alte Butze" ..also das Inventar einer Praxis zählt bei der Bewertung überhaupt nicht. Null, Niente. Es geht nur um den Umsatz.


Ist das deine Meinung?
Oder woher hast du das?


Die Praxis hat keinen Webauftritt, aber eine Warteliste, es geht also auch ohne Webseite.


Klar geht das ohne Website.
Eine Warteliste ist heutzutage fast überall normal. Ist also kein gutes Verkaufsargument (mehr).


Wenn man für 15 - 50000€ eine neue Praxis eröffnen kann und die Patienten mit Webseite "von allein" kommen ist das natürlich schlecht für den Praxisverkauf. Allerdings muss man auch erst Mal gute Mitarbeiter mit unterschiedlichen Leistungsspektren finden, um sich ein Portfolio aufzubauen. Weiterhin benötigt man Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen, Kindergärten, Kitas, Psychiatrien usw. Wenn das alles schon vorhanden ist, ists natürlich auch schön.


Mitarbeiter sind ein gutes Argument aber keine Garantie (dass sie bleiben, deshalb wird ein Käufer den Preis drücken).
Kontakte sind sehr leicht selber zu knüpfen, besonders im ländlichen Bereich.


Was hast du denn alles für deinen Praxisverkauf getan und hast du den vom Steuerbüro geschätzten Wert oder den Werte eines Gutachters erhalten?


Ich habe mich bei verschiedenen Institutionen kündig gemacht und Schulungen besucht.
Das Gutachten eines Steuerberaters war für mich nicht treffend genug. Ich habe einen eigenen Verkaufsprospekt erstellt (incl. BWA, Statistiken, Standortanalyse etc.).
Es gibt auch Firmen, die einen Praxisverkauf begleiten.
Ich habe vorher alles recherchiert, was ich brauchen könnte und es dann genutzt.
So habe ich für mich festgestellt, dass die Firmen nicht mehr, eher deutlich weniger wissen bzw weniger effektiv sind und nicht ressourcenschonend mit meiner Zeit umgehen konnten.

Mein vielleicht einfachster aber wichtigster Gedanke war immer: was will ein potentieller Käufer!

Ich glaube, du müsstest dir auch noch sehr viel zu diesem Thema erarbeiten, wenn du deinen Verwandten richtig unterstützen willst.
Also nochmals: viel Erfolg!!!
Liebe Grüße,
Pitbull
2. Dezember 2019 22:11 # 9
Praxisnachfolge
Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 5

"Ich glaube, du müsstest dir auch noch sehr viel zu diesem Thema erarbeiten, wenn du deinen Verwandten richtig unterstützen willst."

Das was du geschrieben hast sind alles Selbstverständlichkeiten. Trotzdem Danke für deine Bemühungen.
4. Dezember 2019 10:39 # 10
Pitbull
Registriert seit: 27.03.2009
Beiträge: 166

Da du bisher deine Schwierigkeiten beim Praxisverkauf nicht näher erläutert hast (keine Resonanz auf Annoncen, kein Interesse nach Besichtigung, andere Preisvorstellung ect???), kann ich nur allgemein ins Blaue raten.
Nach über 30 Jahren PI bin ich da, wo dein Verwandter hin will. Das wäre deine Chance gewesen nützliche Infos zu erhalten.
Liebe Grüße,
Pitbull
8. Juli 2021 15:14 # 11
sonne22
Registriert seit: 14.07.2011
Beiträge: 14

Hallo,
sicherlich/hoffentlich ist noch der ein oder andere PI hier unterwegs, der/die seine Praxis erfolgreich verkauft hat und Tipps geben kann auf was man achten sollte, wenn man seine Praxis verkaufen möchte? Dies Bedarf ja entsprechender Vorbereitungen , so dass dann die Abwicklung für Verkäufer und Käufer angenehm und souverän erfolgen kann. Vielen Dank im Voraus
11. Juli 2021 10:58 # 12
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 636

Geändert am 11.07.2021 11:02:00
Drei Aspekte halte ich heute beim Praxisverkauf für schwierig:

1. Patientenstamm ist nur bedinngt etwas wert, da (zumindest in Hamburg) alle Praxen Wartezeit haben und somit ruckzuck neue Patienten gewonnen werden können.

2. Noch garvierender ist die Mitarbeiterfrage: Umsatz generiere ich über Mitarbeiter. Was mach ich, wenn beim Inhaberwechsel die Mitarbeiter Adios sagen? Bei der heutigen Bewerbersituation ist das ein recht großes Risiko.

3. Neugründung erfordert recht überschaubare Investitionen und ich kann mir den Standort aussuchen.

Ich drücke trotzdem die Daumen! ::biggrin::

ergoSystemisch - Systemisches Arbeiten in der Ergotherapie

Informationen gibt es hier: https://www.ergoSystemisch.de
11. Juli 2021 10:58 # 13
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 636

Geändert am 11.07.2021 10:59:00
doppelt!
ergoSystemisch - Systemisches Arbeiten in der Ergotherapie

Informationen gibt es hier: https://www.ergoSystemisch.de
13. Juli 2021 15:16 # 14
Kukdiehe
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 1459

Ich denke mal es kommt auf die Region an wo sich die Praxis befindet und welches Klientel sich da befindet. Ich selber habe eine Schwerpunktpraxis die Hauptsächlich Handpatienten behandelt. Als ich meine Praxis vor 8 Jahren aufmachte war bei mir die Praxis nicht ruck zuck voll. Alle Patienten hatten die ersten 3 Jahre sofort einen Termin keine Wartezeiten. Da war wenn sie wollen kann ich Ihnen morgen einen Termin geben oder nächste Woche. Seit 2 Jahren habe ich auch mal immer wieder kurze Wartelisten aber in der Regel wenn es keine Hausbesuche sind und der Patient krank geschrieben ist bekommt er schlechtesten Falls in 3 Wochen einen Termin. Wenn einer natürlich nur Vormittags oder nur Nachmittags kann und nur ab frühestens 15 Uhr muss schon öfter mal 5 Wochen auf den ersten Termin warten. Der geht aber dann auch wo anders hin, weil er bei einer anderen Praxis bereits nach 2 Wochen einen Termin bekommt.

Für Hausbesuche sind bei mir im Moment keine Plätze mehr frei. Da wird entweder erst wieder was frei wenn einer der Hausbesuchskanidaten verstirbt oder sagt jetzt möchte ich nicht mehr oder sich endlich mal eine angestellte findet, welche auch Hausbesuche übernimmt.

Bei uns in der Gegend kann es gut sein, dass man sogar eher seine Praxis gut verkauft bekommt. Weil da kannst echt sagen du startest jetzt schon mit einer vollen Praxis und vergnügst dich nicht erst im Ersten Jahr mit 5 bis 10 Patienten so wie ich das hatte und nach 2 Jahren hatte ich 20 bis 25 Einheiten in der Woche mal gehabt. Nach drei Jahren erst war ich auch wirklich voll und von Juni bis Anfang September ist meistens weniger los. Wartezeiten sind bei mir von November bis Mai.
Bei uns in der Region wo ich meine Praxis errichtet habe, kann es sogar ehr lukrativ sein, sich eine alt Eingerissene Praxis zu kaufen. Vor allem wenn man nicht zu den alt Eingesessen im Ort gehört wo man seine Praxis eröffnen möchte und auch keine Möglichkeiten hatte sich auch Patienten mit zu ziehen, wenn man im Nachbarort angestellt war. Machen ja schließlich viele. Wenn man wirklich bei 0 anfängt dann ist es sogar besser, wenn man eine Praxis mit Patientenstamm kauft und man auch keine 2 Monate so wie ich es machen musste schon Miete Zahlt weil schließlich auch erst mal alles Eingerichtet werden musste. Ich hatte sogar 3 Monate Miete gezahlt ohne jegliche Einnahme.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
13. Juli 2021 18:57 # 15
HHAltona
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 636

Ja, das mag auch vom Standort, der Wettbewerbssituation und dem eigenen Engagement bei der Zuweiseraquise abhängen. Keine Frage.

Und wenn Mitarbeiter im Umkreis von x Kilometern keinen anderen Arbeitgeber finden, blieben Sie dem Käufer einer Praxis vielleicht auch erhalten. Keine Frage.

Bleibt Punkt ....
3. Neugründung erfordert recht überschaubare Investitionen und ich kann mir den Standort aussuchen.

Damit kann ich auch wesentlich auf die beiden oberen Punkte Einfluss nehmen.

Es muss eben genau geprüft werden, welche der beiden Modelle für Käufer passen. Im Physiobereich gibt es ja schon große Firmen, die Aufkaufen was sie kriegen können. Was da dann als Kaufpreis angeboten wird.... keine Ahnung... befürchte das das nicht rosig sein wird.
ergoSystemisch - Systemisches Arbeiten in der Ergotherapie

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