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Sichtstunde

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20. Dezember 2019 22:28 # 1
Registriert seit: 24.01.2019
Beiträge: 10

Hallo,

ich hab mal eine Frage. Undzwar habe ich im Januar Sichtstunde. Ich bin in einer Werkstatt für psychisch Kranke Menschen.
Meine Klientin hat Schizophrenie und eine Borderline Erkrankung. Ich habe sie eine Weile beobachtet, und sie auch schon befundet, und zwar mit dem Cumming Kreis. Ich habe bei ihr beobachtet, das sie auf grund dieser Erkrankungen auch mit Konzentrationsschiwerigkeiten zu tun hat. An diesen Schwierigkeiten wollte ich dann in der Sichtstunde mit ihr arbeiten . Aus der Interessen check - Liste, die sie ausgefüllt hat, konnte ich entnehmen, dass sie einige Interessen hat. Eine Wäre das Malen. Ich würde sie dann in der Sichtstunde bitten, etwas auszumalen ( Mandala, oder was Anderes, je nach dem, was sie mag. Dann , wenn sie das Malen nicht mehr kann, oder nicht mehr möchte, hätte sie noch die Möglichkeit, mit Speckstein zu arbeiten. Sie könnte zum Beispiel die Arbeit an einem Speckstein beginnen. Aber wenn garnichts mehr geht, würde ich dann die Sichtstunde auch schon frühzeitiger beenden. Mir fehlen im Moment die Worte, um eine Therapie zum Abschluss zu bringen. Wie könnte ich zum Schluss noch mal auf die Klienten eingehen, damit meine Sichtstunde nicht so abgehackt zum Ende kommt. Es wäre villt sehr einseitig, wenn ich die Klienten nur auf das Ende der Therapieeinheit hinweise, ein positives Feedback gebe, und mich für die Mitarbeit bedanke. Das befriedigt mich nicht. Ich möcht noch ein paar Worte finden, so dass sich der Klient auch gwürdigt und beachtet fühlt. Könnte ich zum Beispiel fragen, wie haben sie sich dabei gefühlt? Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Liebe Grüße.
21. Dezember 2019 06:34 # 2
Registriert seit: 20.12.2019
Beiträge: 5

Hm, ich verstehe deine Unzufriedenheit, sehe den Grund aber in einer anderen Richtung. Das Ganze klingt etwas aufgesetzt, für die Schule inszeniert. Bei deiner Arbeit geht es aber nicht darum etwas "vorzuführen". Die Sichtstunde sollte ein Schritt in Richtung eines übergeordneten Ziels sein.
Wichtig ist es, sich einen Überblick zu verschaffen: Was ist genau dein Ziel mit der Klientin? Was möchte/soll die Klientin im Arbeitsleben tun? Welche Arbeitsanteile schafft sie, welche nicht? Was hindert sie? Was unterstützt sie?
Am besten formuliert ihr Zwischenschritte, die den Fortschritt sichtbar machen, da ein übergeordnetes Ziel manchmal doch sehr weit weg ist.
Dann solltest du runterbrechen, was in einer Therapieeinheit (deiner Sichtstunde) erreichbar ist: Was möchtest du für diese eine Therapieeinheit erreichen (Ziel)? Woran erkennst du, dass das Ziel erreicht ist? Wie soll ihr der Inhalt deiner Therapieeinheit helfen, (wieder?) in einen Arbeitsprozess integriert zu werden?
Diese Fragen kannst du zum Abschluss nutzen, um mit deiner Klientin zu reflektieren, ihr Rückmeldung zu geben.

Warum möchtest du eigentlich fragen, wie sie sich gefühlt hat? Ist das relevant? Wenn ja: Dann frag! Ansonsten: Wozu? Es sei denn als Smalltalkeinstieg in das Abschlussgespräch. Ergotherapie ist keine Wellnessveranstaltung sondern ein Arbeitsprozess mit konkretem Ziel. Fragen zum Abschluss sollten konkret sein und das erfassen, was du von deiner Klientin wissen willst. Sie sollten das vereinbarte Ziel betreffen. Das Feedback sollte das Erreichte, aber auch Entwicklungspotentiale deutlich machen.
21. Dezember 2019 22:02 # 3
Registriert seit: 24.01.2019
Beiträge: 10

Hallo elpa! Danke für Deine ausführliche Antwort. Dann noch mal zu der Frage, was ich bei meiner Klientin erreichen will. Sie ist schon in den Arbeitsproßess intergriert. Ihr Arbeitsplatz wurde angepasst, so dass sie jetzt in einer kleinen Gruppe arbeitet, und nicht im großen Montageraum, wo sie doch sehr vielen Reizen ausgesetzt ist.Das sind zum Beispiel Musik aus dem Radio, laute Unterhaltung der Mitarbeiter, Klappern von Metallschrauben, u.s.w. Sie nimmt für sich aber immer noch Pausen, außerhalb der regulären Pausenzeiten in Anspruch. Ich möchte mit der Klientin an ihrem Konzentrationsvermögen arbeiten, dass sie es auch schafft, sich bis zur regulären Pause auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Aber was ich sie zum Schluss noch fragen könnte, weis ich immer noch nicht so wirklich.::confused:: Wie würdest Du denn die Stunde beenden, wenn Du an meiner Stelle wärst? Wie sie sich gefühlt hat, klingt für mich immer noch nicht so ganz stimmig. So, das soll,s gewesen sein.Liebe Grüße::smile::
22. Dezember 2019 13:03 # 4
Registriert seit: 22.08.2004
Beiträge: 375

Hallo,

ich würde sie fragen, was ihr konkretes Ziel ist. Ich würde nicht ein Ziel festlegen, was ich meine, angebracht ist. So haben wir früher gearbeitet. Frage deine Klientin konkret.


22. Dezember 2019 13:14 # 5
Registriert seit: 22.08.2004
Beiträge: 375

Hallo,. Du könntest mit ihr auch eine Betätigungsanalyse durchführen, wenn du sie gefragt hast, was sie wie und womit(z.B. Material oder Arbeitsbereich, Fachrichtung) in der Werkstatt verbessern möchte. So ist sie in alles miteinbezogen und voraussichtlich motivierter.
Eine Betätigungsanalyse kannst du auch filmen oder mit Handy aufnehmen an dem Ort des Geschehens, wo sie etwas verändern möchte im Arbeitsleben. Du kannst es mit ihr gemeinsam analysieren. So sieht sie sich realistisch. Sie sagt , wie sie sich sieht und du teilst ihr deine Beobachtungen mit. Du fragst sie, wie sie denkt, dass sich dass was sie ändern möchte, verändern könnte. ::thumbup::


22. Dezember 2019 17:05 # 6
Registriert seit: 24.01.2019
Beiträge: 10

Hallo Geschenk, danke für Deine Antworten. Ich habe jetzt schon mit ihr eine Interessen Check- Liste ausgefüllt. Dann werde ich das COPM mit ihr durchführen. Auch wenn sie manchmal etwas misstrauisch scheint, so denke ich, ziehe ich sie gut mit ein. Das mit der Betätigungsanalyse, ist auch überlegenswert, danke noch mal. Es wird schon werden. ::thumbup::
Liebe Grüße::smile::
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