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5 jährige Zwillinge Hausbesuch

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10. Januar 2020 11:55 # 1
s.bowman
Registriert seit: 10.01.2020
Beiträge: 2

Guten Tag,

Ich brauche euren Rat.
Ich bin noch nicht lange Ergotherapeutin und vielleicht fehlt mir dazu einfach die Erfahrung..
Es geht um zwei Mädchen beide 5, sie sind Zwillinge und die Therapie findet bei Ihnen zu Hause statt. Das eine Mädchen hat eine Infantile hemiplegische Zerebralparese und die andere UEMF. Ich habe die Therapie jeweils direkt nacheinander und mein Problem ist jetzt, dass die beiden immer zu der Mutter oder zu den Geschwistern gehen wollen. So komme ich quasi gar nicht dazu eine Therapie zu machen. Ich bin mit einem der Mädchen in deren Kinderzimmer in die Mutter beschäftigt das andere in einem anderen Raum. Hinzu kommt noch dass sich die Kinder kaum länger als 5 Minuten auf eine Sache konzentrieren können ohne direkt wieder aus dem Zimmer zu wollen. Ich habe schon nachgefragt ob ich die beiden nicht zusammen behandeln könnte oder sie in die Praxis kommen beides wurde aber von der Mutter abgelehnt. Die Mutter möchte dass ich Materialien mitbringe für die Therapie, was ich auch tue, jedoch haben beide Mädchen einen erhöhten Speichelfluss und daher kann ich viele Spiele etc. nicht mitbringen.

Habt ihr eine Läsumg oder einen Ratschlag für mich?

Vielen Dank schonmal im Voraus !
11. Januar 2020 20:13 # 2
Rowdy
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 862

Hallo,
Warum haben die Kinder Hausbesuch? Gibt es das nicht nur bei begründeter Indikation?
Wie fit sind die Kinder kognitiv?
Wie gut können sie sich sonst an Grenzen halten?
Welche Ziele haben beide?
Wie ist die Mutter?

Wichtig ist Struktur, kannst du einen Regelplan aufstellen?
Bewegungsdefizite ohne die Möglichkeit, Bewegungsmedien einzusetzen, finde ich schwer.
Ich sollte mal ein Kind mit Gleichgewichts und Koordinationsproblemen in einer Kita behandeln, wo ich einen Raum mit Tisch und Stuhl hatte. Wir haben dann viel auf den Spielplatz gemacht.

Versuch mal die Fragen zu beantworten, vielleicht finden wir dann einen Ansatz.

Vg
19. Januar 2020 19:19 # 3
s.bowman
Registriert seit: 10.01.2020
Beiträge: 2

Hallo,

Vielen Dank für die Antqort. Ich war sehr beschäftigt und konnte deswegen nicht ausführlich antworten...

Ich habe jetzt erfahren dass die Kinder noch in einer anderen Praxis Ergotherapie bekommen und dahin fahren. Die Mutter hat also zwei verschieden Verordnungen vom Arzt bekommen, eine als Hausbesuch und eine nicht.
Kognitiv sind die Kinder definitiv entwicklungsverzögert. Sie sprechen kaum und verstehen wenig was ich Ihnen erkläre.
Die Mutter hat als Ziele Feinmotorik bei dem einen Kind und Gleichgewicht und Einsatz der parteiischen Hand genannt.
Meiner Meinung nach, und das habe ich auch der Mutter gesagt muss zuerst an dem Ziel gearbeitet werden, dass sich die Kinder mit einer Sache für eine gewisse Zeit beschäftigen können, dann die Grobmotorik und die Feinmotorik als letztes Ziel.
Die Mutter fand es gut dass ich die Ziele erneut mit ihr besprochen habe und wird mir die Nummer von der anderen Ergo Praxis weiterleiten, damit ich mich mit dieser austauschen kann.

Danke für die Idee mit dem Regelplan. Ich werde es gerne versuchen einzubringen, allerdings bin ich mir nicht sicher ob sie diesen kognitiv verstehen werden.
Ich war auch schon mit beiden auf dem Spielplatz, sie wollen nur leider sehr schnell wieder zurück zur Mutter..

Danke schonmal!!!
20. Januar 2020 07:50 # 4
xxu
Registriert seit: 12.09.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 203

Moin,

achte drauf, dass du nicht an denselben Tagen behandelst, wie die andere Praxis. Ich würde auch die Mutter darauf aufmerksam machen. Bei Austausch mit anderer Praxis: Schweigepflichtsentbindung!

Ich würde an deiner Stelle darauf bestehen, die Mutter einzubinden. Die beiden gemeinsam zu behandeln, finde ich eine gute Idee. Wenn die Mutter gar nicht mit im Raum ist, kann sie nicht sehen, was du mit dem Kind tust und nichts für ihren Alltag übernehmen. Wenn du ihr klar machst, dass deine Therapie nur sinnvoll ist, wenn das Gelernte im Alltag ankommt (also wenn sie es auch im Alltag anwendet), lässt sie sich vielleicht eher drauf ein. Es klingt ein bisschen so, als würde die Mutter die Bedingungen für deine Therapie festlegen, nicht du als Therapeutin ...

Speichelfluss sollte meiner Meinung nach kein Problem darstellen, benutze Wasser und Spüli, steck das Zeug in die Waschmaschine oder benutze im Zweifelsfall auch mal ein mildes Desinfektionsmittel. Tolle Gelegenheiten ergeben sich im Rahmen von Hausbesuchen auch im "ganz normalen Alltag" - beim An- und Ausziehen, beim Gemüse schnippeln oder Kartoffeln schälen mit dern Mama in der Küche, beim Zähneputzen etc. pp.

Mein Tipp: mach der Mutter Angebote, in welchem Rahmen du die Kids in ihrem Alltag fördern könntest und schau ob sie sich darauf einlassen kann. Lass dich nicht ins Kinderzimmer schicken!

Viel Erfolg,
xxu
20. Januar 2020 09:07 # 5
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1294

Bei zwei gleichzeitig tätigen Praxen solltet ihr euch auch über die Kostenübernahme Gedanken machen. Diese Information sollte dein/e Praxiinhaber/in sofort erhalten und eine Kostenübernahme bei der GKV beantragen. Wenn ihr Pech habt, bleibt ihr auf den Kosten sitzen, zumal die Mutter euch die Information der doppelten Verordnungen/Behandlungen zukommen ließ und eine medizinische Notwendigkeit eines Hausbesuches nicht vorliegt. (In der anderen Praxis findest die Therapie in der Praxis und nicht als Hausbesuch statt.) Ihr seid somit für die GKV der höhere Kostenfaktor und arbeitet somit auch durch den nicht notwendigen Hausbesuch unwirtschaftlich.

LG falladar
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