Anzeigen:
Sie sind hier: Forum >> Ergotherapie-Forum >> Allgemeine Themen >> Ergotherapie und Corona in den Kliniken

Diskussionsforum

Ergotherapie und Corona in den Kliniken

Optionen:
1 2  weiter
17. März 2020 08:10 # 1
Stöffi
Registriert seit: 20.07.2018
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 22

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, wie es bei den KollegInnen in den Kliniken aussieht. Dürft ihr noch Gruppentherapien/ Einzeltherapien durchführen? Und wenn ja, wie sieht das aus? Habt ihr Beschränkungen?
Bei uns, psychiatrische Klinik, gibt es noch gar keine Anweisungen diesbezüglich. Ich finde das grobfahrlässig. Vor allem haben wir vor 2 Jahren während der Influenzawelle sehr schnell gar keine Therapien mehr machen dürfen. Und da gab es keine bundesweiten Ansagen von wegen Kontakte vermeiden etc.Auch findet bei uns noch Bewegungstherapien statt, an welchen teilweise bis zu 18 Patienten der verschiedensten Stationen teilnehmen.
Ich bin mal gespannt, ob da jetzt noch was kommt. (zum Vergleich.. wir hatten letzte Woche einen (!) Patienten mit Influenza auf meiner Station isoliert, was dazu geführt hat, dass die Patienten die Zimmer nicht mehr verlassen durften und keine Therapien mehr stattfinden durften..)
17. März 2020 13:18 # 2
freistil
Registriert seit: 05.12.2005
Beiträge: 123

-Ich finde auch das Gruppentherapien abgesagt werden sollten.
-Auch wo große Therapierückschritte zu erwarten sind, sollte stark reduzierteTherapie statt finden.
-Alle Pat, die husten niesen usw. sollten nicht besucht werden.


Wie sieht es mit Schutzkleidung, Mundschutz usw. in den Kliniken auch für Therapeuten aus?
17. März 2020 14:25 # 3
HandArbeit
Registriert seit: 09.07.2019
Beiträge: 2

Wir wurden gestern zu einem neuen Patienten ins Krankenhaus gerufen. Bei uns gibts aber auch noch keinen Verdachtsfall..... Dafür sind alle andern Einrichtungen: Intensivpflege, Kurzzeitpflege, Altenheim für uns gesperrt.
17. März 2020 18:31 # 4
Geschenk
Registriert seit: 22.08.2004
Beiträge: 331

Hallo,
ich arbeite in einer psychiatrischen Klinik in Baden Württemberg. Bei uns dürfen keine Besucher mehr kommen. Es gibt Hygieneanweisungen für die Essensausgabe der Patienten sowie spezielle im Cafino.Z.B. gibt es keine Salatbar mehr. Besteck und Tablett werden vom Bedienpersonal der Essensausgabe ausgehändigt. Es gibt also keine Selbstbedienung mehr. Heute wurde auch das Cafino für Besucher geschlossen. Ab Morgen kommt man nur noch mit Schlüssel ins Hauptgebäude. Heute gab es eine Hygieneschulung speziell für Corona Virus. Es gibt tägliche neue Infos im Intranet über die neuen Beschlüsse der Verfahrensregelungen von der Geschäftsleitung.
Ich behandele die Patienten wie bisher auch, darf aber nicht mehr mit ihnen raus auf dem Gelände spazieren gehen.


17. März 2020 21:03 # 5
Rowdy
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 863

Hallo,
Wir haben einige Verdachtsfälle (zur Testung in einem abgetrennten Gebäude) und derzeit 2 bestätigte Fälle (diese beiden liegen in einem durch Türen Abgeschlossenen Teil der Station).
Die Corona-Patienten haben eigenes Personal, was sich für den Tag nicht aus dem abgetrennten Teil herausbewegt und auch keine anderen Patienten versorgt.

Therapien laufen bei uns (Unfallchirurgie und Geriatrie) semi-normal weiter, nur deutlich weniger Patienten. Keine Gruppen, keine Tagesklinik, Spaziergänge ja.
Rein und raus nur mit Namensschild oder Schlüssel.
Patienten dürfen selbst auch noch raus, brauchen aber ne Karte, wo sie herkommen und hinwollen oder tragen ein Armband.
Sicherheitsdienst überwacht alle Eingänge. Besucher nur für Sterbende.

Schutzausrüstung ist Mangelware und derzeit auf Zuteilung. Man sagt, wie viele Iso-Patienten man hat und dann wird abgezählt.
Desinfektion verschwindet vom Flur. Musste heute nach dem Stationsverlassen (da ist normalerweise ein Spender) noch durch 2 Türen und 2 Fahrstühle, ehe ich einen gefunden habe, der noch befüllt war. Schlimm!

Im Grunde schon alles recht Grenzwertig.
Haltet durch!
17. März 2020 23:50 # 6
lilsparkle
Registriert seit: 13.01.2018
Beiträge: 16

Geändert am 18.03.2020 00:02:00
Arbeite in einer Rehaklinik, bisher fanden die meisten Gruppentherapien noch statt. Seit heute müssen die Patienten auf ihren Zimmern essen, dürfen danach aber wieder raus gehen. Natürlich gibt es nun auch das eingeschränkte Besucherverbot, ist v.a. für meine Station wichtig (Geriatrie). Uns Mitarbeitern wurde eine unbegrenzte Urlaubssperre verhängt, da das Haus voll ist (und immer noch Patienten angenommen werden) und viele ältere Patienten verlängert werden müssen, da sie kein Altenheim mehr annimmt. Nun ist ist auch noch in Planung, dass wir Therapeuten auf die Kinder unserer Kollegen aufpassen sollen, dass alle schön brav zur Arbeit kommen können. Es ist momentan einfach nur purer Stress, hatte heut mal wieder nicht Zeit, die Toilette aufzusuchen...naja trainiert wenigstens die Beckenbodenmuskulatur ::biggrin:: Ich muss sagen, dass ich froh bin, wenn der ganze Spuk vorbei ist. Sowohl physisch als auch psychisch ist das für mich auf Dauer kein Spaß ::tongue:: Danach brauch ich erstmal Urlaub von Corona!

p.s.: Ist auch nur eine Frage der Zeit, bis man sich vllt. selbst ansteckt..über 12 Patienten in der Einzel (allein schon wie viele man am Gang antrifft, die von einem etwas benötigen), man wird gern mal angehustet o.ä. Da freut sich die Mutter mit Immunschwäche zuhause schon drauf
23. März 2020 10:04 # 7
Stöffi
Registriert seit: 20.07.2018
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 22

Bei uns (Psychiatrie) gibt es jetzt seit letzter Woche die Regelung, dass wir nur noch 4 Patienten pro Gruppe behandeln dürfen. Allerdings nicht auf der Station, da der Raum dort zu klein ist, um einen 2meter Abstand zu gewährleisten. Besucher dürfen nun die Klinik nicht mehr betreten, in die Cafeteria darf nur noch Personal. Alle müssen Mundschutz tragen, welche von der Aufnahme ausgegeben werden. Allerdings nicht in die Ergo. Auf meine Frage, warum wir keine Masken tragen sollen habe ich erstmal Schweigen zur Antwort und dann eine Nachfrage, wozu wir die denn bitte bräuchten.. Ich habe dann erläutet, dass wir ja mit Patienten arbeiten.. Daraufhin Erstaunen und ein "haben wir vergessen". Ja Danke. Bisher gibt es dazu immernoch keine Regelung. Es gibt auch keine Klinikinterne Regelung, sondern nur Abteilungsintern. Sprich die eine Abteilung darf nur noch Einzeltherapien machen, die nächste bis 4 und die Geronto sogar bis 6 Patienten in einer Gruppe (sehr sinnvoll). Ich bin einfach nur sauer. Achja Urlaub. Geplanter Urlaub muss zwingend genommen werden aktuell (so muss eine Kollegin, die eigentlich in die USA wollte, jetzt 3 Wochen zu Hause hocken..)
23. März 2020 10:13 # 8
Stöffi
Registriert seit: 20.07.2018
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 22

Geändert am 23.03.2020 10:15:00
Achja dazu kam letzte Woche dann noch die Aussage, dass wir Ergos ja aktuell essessenziell sind für die Behandlung, da wir die einzigen sind, die aktuell mit den Patienten noch therapeutische Gespräche führen könnten, da die Ärzte dafür keine Zeit mehr haben (und die Psychologen eh unterbesetzt sind).
27. März 2020 00:04 # 9
lilsparkle
Registriert seit: 13.01.2018
Beiträge: 16

Geändert am 27.03.2020 00:07:00
@Stöffi Ohje, ist bei uns kaum anders.. alle sind heut mit Mundschutz rumgelaufen und wir Therapeuten standen alle blöd ohne da und wussten nicht was Sache ist. Wir bekommen derzeit auch immer zu hören, wie essentiell wir doch plötzlich sind. Da derzeit auch viele Gruppen/Einzeltherapien von anderen Berufsgruppen ausfallen, müssen wir Patienten übernehmen. Ist v.a. super, wenn die überhaupt gar keine ergorelevanten Defizite haben ::unsure::

Aktueller Stand bei uns in der Rehaklinik: Absolutes Besucherverbot, viele Patienten, die nicht unbedingt eine Reha brauchen, werden entlassen. Dazu kommt, dass wir nun für ALLE unsere Patienten, auch erst aufgenommene, die Abschlüsse schreiben müssen, erstmal über 20 an einem Tag...wir Therapeuten haben ja auch so viel Zeit ::thumbdown:: Höchstwahrscheinlich kommen dann entweder frühzeitig Apoplex-, Fraktur- o.ä. Patienten zu uns, damit die KH leerer werden oder Corona-Patienten...hoffen wir 2. mal nicht. Gruppen finden bei uns immer noch!!! statt, sogar welche mit 6 Patienten, da hilft auch irgendwann das weite Auseinandersetzen nix mehr.
An Hygieneprodukten, wie "Feuchttücher" wird sowieso gespart, da es nicht genug gibt.
Und so sollen wir die ältere Generation schützen, Prost Mahlzeit sag ich nur!

10. April 2020 09:26 # 10
Lasse Reden
Registriert seit: 20.04.2017
Beiträge: 7

Hallo!
Ich arbeite auf einer Intensivstation mit ausschließlich Covid 19 Patienten.
Meine Kollegen arbeiten im übrigen Klinikum normal weiter, haben allerdings viel Leerlauf, da viel Platz geschaffen wurde .
10. April 2020 22:57 # 11
Rowdy
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 863

@lasse reden
Darf ich fragen, was du mit den Covid-Patienten machst?
unsere Physios sollen die auch behandeln und die Ärzte überlegen, die älteren Covid-Patienzen geriatrisch zu machen.
Die Arbeitsweisen lautet jedoch, 2m Abstand und möglichst von hinten.
Ich kann mir eine geriatrische Komplexbehandlung so nicht wirklich vorstellen. Mit den sehr mobilen geht das vielleicht, aber mit den Immobilen?

Vg
12. April 2020 15:15 # 12
Lasse Reden
Registriert seit: 20.04.2017
Beiträge: 7

@Rowdy
Mindestabstand ist auf Intensiv unmöglich.
Ich trage komplette Schutzausrüstung, bei extubierten Patienten auch Helm mit Visier.
Meine Behandlung beinhaltet ADL ( vor allem Mundpflege und Gesicht waschen), Wahrnehmungsförderung und kognitiven Training.
14. April 2020 16:18 # 13
Stöffi
Registriert seit: 20.07.2018
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 22

Wir Ergos haben vor zwei Wochen jetzt bei den Physios eine "Fortbildung" zur Atemtherapie gemacht bei Pneumoniepatienten. Der Plan ist, dass wir dann wohl Risikopatienten entsprechend schulen sollen.. Angeblich aber nicht bei Covid Patienten eingesetzt werden. Na wir werden es erleben.
Insgesamt immernoch alles sehr unorganisiert bei uns in der Klinik, aber seit letzter Woche muss hier jeder, auch Patienten, MNS tragen. Wobei ich von einigen Patienten schon gehört habe, dass diese nur einmal wöchentlich, teilweise auch nur alle 2 Wochen einen neuen bekommen.. Was soll man dazu noch sagen..
21. April 2020 21:52 # 14
Botva68
Registriert seit: 06.04.2020
Beiträge: 10

Zitat / freistil hat geschrieben:
-Ich finde auch das Gruppentherapien abgesagt werden sollten.
-Auch wo große Therapierückschritte zu erwarten sind, sollte stark reduzierteTherapie statt finden.
-Alle Pat, die husten niesen usw. sollten nicht besucht werden.


Wie sieht es mit Schutzkleidung, Mundschutz usw. in den Kliniken auch für Therapeuten aus?


Ist totaler Quatsch , wenn Masken auf beider Seite getragen werden, kann man Gruppentherapie durchführen.
Ihr Schisser und Querolanten. Der Verein der Ergotherapeuten gibt Schutzmaßnahmen durch und wenn eure Chefs es nicht adiquad weitergeben , sorgt bitte nicht für Inkompetens im Forum. Ihr seit dann nicht richtig aufgeklärt und ungebildet.
Informiert euch einfach ! Ist alles gut zu erlangen.
Dummheit nervt!
21. April 2020 23:11 # 15
Rowdy
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 863

Lieber Botva,

Bevor du hier den QuerUlanten raushängen lässt, bitte ich Dich um eine adÄquaTe Rechtschreibung und mehr KompetenZ bei der Wortwahl.

Danke!
Optionen:
1 2  weiter
EBBS

Diskussionsforum

Aktuelle Forenthemen

Buch-Tipp

Marktplatz & Stellenbörse

Neuigkeiten

Neuigkeiten

Veranstaltungskalender

Kommende Veranstaltungen

nach oben scrollen