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Ausbildung oder Studium der Sozialpädagogik

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18. Mai 2020 18:44 # 1
Sandra1605
Registriert seit: 18.05.2020
Beiträge: 1

Eine Frage, die ich hier und im allgemeinen im Internet schon öfter gelesen und doch keine Antwort gefunden habe, die mich zufriedengestellt beziehungsweise überzeugt hat, deshalb möchte ich versuchen euch meine Geschichte zu erzählen und vielleicht hier, bei und mit euch, endlich Klarheit zu erlangen.

Ich bin 20 Jahre alt und habe im vergangenen Jahr mein Abitur gemacht (2,5), anschließend wollte ich eine sinnvolle Auszeit vom Lernen haben, infolgedessen fiel meine Wahl auf einen Frewilligendienst in einer Krippe. Die Kinder dort sind mir heilig, die Arbeit an sich aber auf keinen Fall erfüllend, sie langweilt und unterfordert mich sehr, was nicht bedeutet, dass das dazugehörige Berufsfeld anspruchslos ist, ganz im Gegenteil, ich komme regelmäßig vollkommen erledigt nach Hause, aber es ist eben Keim Beruf, den ich mein Leben lang ausführen könnte und somit sehne ich den bald auslaufenden Vertrag herbei.

Im Februar habe ich einen Studienplatz im Bereich der Sozialpädagogik erhalten und wollte damit später in einer Beratungsstelle arbeiten und am liebsten Kindern und Jugendlichen aus Krisen helfen, leider hat die Pandemie diesen Plan vorerst zunichte gemacht, da das Studium Dual ist, bräuchte ich einen Kooperationsvertrag mit einem Partner, was leider unter jenen Umständen nicht möglich ist, weder finanziell noch personell, deshalb wurde der Start von Oktober auf April verlegt, eine Zeit, die ich irgendwie überbrücken müsste. Ich möchte auf keinen Fall einfach zu Hause sitzen und warten, Praktika werden jetzt auch nicht vergeben, zumindest nicht in meinem Wunschbereich, und mich mit Aushilfsjobs über Wasser halten ist auch nicht meins, ich möchte endlich ankommen und meine Richtung finden und nicht weiter die Ungelernte sein.

Das Ganze hat enorme Zukunftsängste in mir ausgelöst, sodass ich mich begonnen habe umzuorientieren, vorerst weg vom Studium. Damals in der 10. Klasse, da mussten wir uns schon einmal entscheiden, für mich stand damals die Ergotherapie zur Wahl oder das Abitur, damals entschied ich mich für Letzteres. Dennoch blieben die Sozialpädagogik und die Ergotherapie immer meine primären und einzigen Wünsche.

Nachdem ich die Nachricht seitens der Universität erhalten habe, kam die Ergotherapie wieder in mein Gedächtnis und, zur Absicherung, entschied ich mich in der vergangenen Woche für eine Bewerbung in diesem Bereich, mittlerweile habe ich den Ausbildungsvertrag zu Hause liegen und nur noch wenige Tage diesen unterschrieben zurückzuschicken, das setzt mich aktuell sehr unter Druck.

Ich habe nun also den Studienplatz und den Ausbildungsvertrag.

Ich habe mich selbstverständlich belesen und, leider, kaum positives über den Beruf gelesen, überall hieß es nur, dass Ergotherapeuten wenig Wertschätzung erfahren und finanziell schwach dastehen, Aspekte, die mich zweifeln lassen, denn ich möchte später auf alle Fälle keine finanziellen Sorgen haben oder abgewertet werden, denn dann würde ich mir immer vorhalten, dass ich ja auch das Studium hätte machen können, man sagt ja, dass Akademiker immer mehr verdienen, als Menschen ohne akademischen Abschluss. Ich möchte das Abitur nicht umsonst gemacht haben und mein Potential unausgeschöpft lassen, was keinesfalls abgehoben klingen soll, denn das ist die letzte Eigenschaft, die ich mit mir in Verbindung bringen würde.

Stimmt das...
fühlt ihr euch nicht gewertschätzt?
müsst ihr euch um eure finanzielle Situation sorgen?
lasse ich mein Abitur in diesem Beruf unausgeschöpft?
gibt es nicht die Möglichkeit auch in diesem Beruf in Beratungsstellen?
habt ihr Erfahrungen mit der Ludwig-Fresenius-Schulen?

Ich danke von Herzen für Antworten!
18. Mai 2020 21:13 # 2
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 234

Geändert am 18.05.2020 21:30:00
ja, ich habe mich 12 Jahre lang nicht wertgeschätzt gefühlt.
Vor allem extrem!! schlecht bezahlt in Relation zu dem, was ich (im Psych/Gerontopsych Bereich) geleistet und "anderen Berufsgruppen abgenommen" habe..
Wenn keiner ran will, machts die Ergo..

Meine Rente (EU Rente wegen: ging nix mehr ) fällt entsprechend aus.........
Die Relation Einkommen- Rente sind wirklich Fakten, an die man auch als junger Mensch denken sollte- ich habs NICHT getan....
Freunde von mir sind geschockt, dass ich in einem unfassbar anspruchslosen Minijob genausoviel /h verdien, wie als Ergo mit 13jähriger Berufserfahrung und ++++ Fortbildungen..

ja, ich habe mich (s.o.) - als Alleinerziehende- ständig um meine finanzielle Situation gesorgt. Es war ein dauerndes
" können wir uns nicht leisten".

ob Abi oder nicht: das Feld ist ganz sicher nicht "ausgeschöpft"....
Es ginge SO viel mehr, wird aber (polit.) nicht gewollt. Standesdünkel und Seilschaften
OMG - womöglich haben die (s.o.--> "minderwertigen") Ergos mehr Erfolge als die durchlauchten Fachärzte..

ja- Ich bin ständig an meine- nein, halt!- anderer Institutionen Grenzen gestoßen: dies war über Ergo nicht abgedeckt, das nicht finanzierbar uswusf.
So oft war das, was sinnvoll gewesen wäre eben nicht "Berufsbildkonform"--- alles andere kostete aber das zig-fache ---- und wäre bewilligt worden.

auch als Ergo kannst du in Beratungsstellen arbeiten, natürlich. Aber das wollen gefühlte 1000 auf gefühlte 100 Stellen für diesen Berufszweig..

Ich würds- und ich habe jahrelang für diesen Beruf gekämpft und ihn mit Herzblut gemacht- nicht mehr machen.

Es ist ein Desaster, weil dieser Beruf SOO schön, so erfüllend, so unfassbar wichtig ist....
So viel bietet, so viel gibt und soviel bringt...
Wenns doch endlich mal an den entscheidenden Stellen gesehen und entsprechend "honoriert " würde (nicht nur finanziell, sondern auch als "Gesamtgeste"- weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll)
"Klatschen für die Helden" nützt da nur SEHR begrenzt,bzw macht zu Recht sauer, wenns dann nicht grundsätzlich weiter geht..

Bei den herrschenden Umständen also, sorry: never no more

PS: ich hab mit sooo vielen Sozialpädagogen zu tun gehabt....... Ähhh.... ja. Nette Menschen.
Zum überwiegenden Teil wurde da aber -ohne Resultate- viel geredet , geplant und Kaffee getrunken.
Wäre, zumindest für mich, also keine Alternative...

18. Mai 2020 22:28 # 3
nimis
Registriert seit: 29.09.2007
Beiträge: 716

Hallo,

auch Ergotherapie kannst Du studieren!

Gruß
nimis
19. Mai 2020 18:17 # 4
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 234

Zitat / nimis hat geschrieben:
Hallo,

auch Ergotherapie kannst Du studieren!

Gruß
nimis


Natürlich.
Wobei hier ja immer wieder zu lesen war, dass "Master/Studierte" bei Anstellung eben doch nicht höher honoriert werden, als "schulisch ausgebildete Ergos".

19. Mai 2020 18:40 # 5
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1043

da sieht man doch, wie gut die Ausbildung ist!
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
19. Mai 2020 22:45 # 6
nimis
Registriert seit: 29.09.2007
Beiträge: 716


Zitat:
Wobei hier ja immer wieder zu lesen war, dass "Master/Studierte" bei Anstellung eben doch nicht höher honoriert werden, als "schulisch ausgebildete Ergos".


Stimmt vielleicht manchmal - aber oft eben auch nicht. Ich werde )mit Studium) nach Tarif bezahlt und bin eingruppiert wie Soz. Päd*innen in vergleichbarer Tätigkeit.

Gruß
nimis
21. Mai 2020 10:55 # 7
Sina12
Registriert seit: 01.03.2016
Bundesland: Baden-Württemberg
Beiträge: 109

Ich würde an deiner Stelle Sozialpädagogik studieren. Du hast besser Aufstiegsmöglichkeiten (Master, Psychotherapie usw.) und die Anstellungsmöglichkeiten sind vielfältiger bzw. kannst du einfacher in gut bezahlte Stellen kommen (Behörden usw.) - und eben trotzdem mit Menschen arbeiten.
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