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evtl Apoplex

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4. Juli 2020 19:42 # 1
KD
Registriert seit: 15.01.2017
Beiträge: 40

Hallo,

ich habe ein Kind neu in der Ergo.
Sie ist noch keine 3 Jahre alt und lebt in einer Pflegefamilie. Zur leiblichen Mutter hatte ich noch keinen Kontakt, aber die Pflegemutter ist sehr engagiert und um das Wohl ihres Zöglings bemüht.

Ich habe das Kind erst 2mal gesehen, aber mir viel sofort ihr Gang auf. Ich würde ihn als Storchengang beschreiben. Sie ging fast ausschließlich auf Zehenspitzen und stakste dahin, eben wie ein Storch.
Die Pflegemutter berichtete mir dann, dass das Mädchen ihre rechte Hand so gut wie nie einsetze. Auch beim Essen hänge die oft einfach nur runter, außerdem habe sie hier auch weniger Kraft.
Habe ich mir dann gleich vorführen lassen. Mit links konnte sie ohne größere Probleme Raiserschaum auf den Tisch sprühen, aber mit rechts keine Chance.
Sie hat auch die Hände beim Betätigungen, z.B. Puzzle reindrückeh, oft gefaustet und drückt mit der Faus das Teil der Puzzlematte hinein.
Große Sturzgefahr lt. Pflegemutter fällt sie täglich hin und macht wohl auch keine Anstalten sich abzufangen.

Das ist auch bei mir in der Praxis passiert. Sie saß auf dem Rollbrett und koppte vorne über und fiel einfach aufs Gesicht. Zum Glück passierte das auf der vorher großflächig aufgebauten Puzzlematte und die Kleine blieb unverletzt.

Auf Ansprache kann sie den Arm aber einsetzen, nur eben sehr selten spontan.
Da es so gar keine Info von der Schwangerschaft, Geburt und der Entwicklung im Babyalter gibt bin ich sehr unschlüssig was hinter diesen Defiziten stecken könnte?


Ich hatte aber vor Jahren schon mal ein Kind mit Apoplex und deshalb fiel mir das als erstes ein.

Was könnte es noch sein? Was könnte die Pflegemutter noch untersuchen lassen um der Sache auf den Grund zu gehen?
5. Juli 2020 10:08 # 2
biene37
Registriert seit: 15.03.2003
Beiträge: 930

Hallo, kann durchaus sein, dass da ein Apo abgelaufen ist... die Reflexe sind auch nicht in Ordnung, fürchte ich... sie würde sonst nicht einfach so auf das Gesicht purzeln sondern wenigstens etwas Schutzreaktion zeigen...
Gruß Sabine
"Die Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen."
John Locke
5. Juli 2020 11:30 # 3
KD
Registriert seit: 15.01.2017
Beiträge: 40

Vielen Dank bine,

wie gehe ich jetzt vor?
Die Pflegemutter ansprechen? Rücksprache mit der Heilpädagogin halten und ihre Einschätzung erbeten?
Ich möchte keine schlafenden Hunde wecken.

Sie hat sich wirklich null abgestützt und ist gleich 2mal auf die selbe Weise vom Rollbrett gefallen. Saß zu weit vorne, Gleichgewicht weg, konnte es nicht mehr ausbalancieren und plumps lag sie schon da.
5. Juli 2020 14:52 # 4
biene37
Registriert seit: 15.03.2003
Beiträge: 930

Da die Pflegemutter jetzt die Verantwortung trägt, würde ich sie ins Boot nehmen. Eine Untersuchung in einem Kinderneurologischen Zentrum würde ich ihr raten. Schau dir ihren Entwicklungsstand in allen Bereichen an (Entwicklungsalter vs. Lebensalter) .... ist die Schere da sehr groß, muss weiter Diagnostik erfolgen.
Gruß Sabine
"Die Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen."
John Locke
14. Juli 2020 23:53 # 5
Rowdy
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 865

Hallo,

Auf jeden Fall die Pflegemutter ins Boot holen und abklären lassen

Ich hatte mal einen 5-jährigen, der sich auch nie angefangen hat. Mit ihm hab ich erstmal (es war damals Tagesklinik und ich hatte nur 4 Wochen Zeit) fallen "geübt". Ich habe ihn langsam und kontrolliert fallen lassen, um ihm die Stützreaktion "anzueignen" (mir fällt hier kein passendes Wort ein). Ich habe ihn zum Beispiel auf den Pezziball gelegt und festgehalten langsam nach vorn Rollen lassen, er sollte sich abstützen und zurückdrücken. Oder bewusst auf eine weiche Matte "stürzen".
Er war kognitiv aber sehr gut, ich weiß nicht ob dein 3Jähriger sowas schon versteht.

Ansonsten ist dein Ansatz, bilateral zu arbeiten (Schaum, Knete, Teig) schon mal gut.

Halt uns mal auf dem Laufenden...
17. Juli 2020 14:44 # 6
KD
Registriert seit: 15.01.2017
Beiträge: 40

Ich hatte das Kind jetzt vergangene Tage wieder in der Therapie.
Coronabedingt durften wir uns nur 14tägig sehen. Seit letzter Woche, aber wieder wöchentlich.

Sie hat nun auch ihre linke spontan eingesetzt, greift auch koordiniert. Ich habe sie eine Perlenkette (das ganz große Perlen und eine dicke Schnur) fädeln lassen. Natürlich bedarf es noch Übung, weil sie das zum ersten Mal gemacht hat. Aber ich fand es jetzt okay.
Dann hatte ich einen Steckwüfel dabei und sie hat fast alle Würfel gleich richtig eingesteckt, dann war sie aber so clever, dass sie die obere "Tür" aufgemacht hat und hat dann alle da eingeworfen.

Grobmotorisch ließ sie sich nicht zu etwas motivieren. lLeider haben wir in der Praxis weder Schaukel, noch Klettermöglichkeit, Pezziball o.ä. Ich verfüge dort nur über ein Rollbrett, auch Matten, bis auf die Puzzlematte gibt es nicht. Die eignet sich aber nicht so gut als Schutz um "Fallen" zu üben.
Es ist eine Zweitlparxis, die aus der Not heraus entstanden ist.



Sie liebt Malen im Schaum, bzw. reibt sich den Schaum dann in ihre Hände. Lt. Pflegemutter liebt sie Wasser auch sehr und spielt gerne damit, ebenso Sand.
Ich denke, dass ich mal Kinetik Sand hole und sie damit experimentieren lasse oder Playmais.

Die Pflegemutter ist bei jeder Therapie anwesend.
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