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Sich unwohl fühlen nach der Ausbildung

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24. November 2020 22:04 # 1
Lara222
Registriert seit: 06.07.2020
Beiträge: 1

Hallo liebes Forum :)
Ich habe meine Ausbildung dieses Jahr erfolgreich beendet und arbeite nun seit 4 Monaten in einer Ergopraxis. So richtig kann ich mich an das Arbeiten nicht gewöhnen und fühle mich, als hätte ich gar keine Ahnung von dem was ich tue. So langsam Frage ich mich, ob das wirklich der richtige Beruf für mich ist. Ich habe gefühlt nur anstrengende Patienten, verstehe mich zwar mit den allermeisten gut, aber bin nach jeder Therapie total erschöpft und lustlos. Ich hatte schöne Praktika während der Ausbildungszeit, in denen ich auch wirklich Spaß an dem Beruf hatte. Den habe ich seit ich arbeite leider gar nicht mehr. An der Praxis liegt es nicht, die Kollegen sind alle super nett und ich fühle mich im Team wohl. Wie ging es euch nach der Ausbildung? Hattet ihr auch das Gefühl, dass ihr nicht in den Beruf passt? Und viel wichtiger: hat sich dieses Gefühl bei euch wieder gelegt? Ich bin mir unsicher, ob ich vielleicht auch einfach noch ein bisschen mehr Zeit brauche um mich auf die neue Situation einzustellen.

Danke schon jetzt für eure Antworten!
Liebe Grüße Lara
24. November 2020 22:22 # 2
falladar
Registriert seit: 27.09.2004
Bundesland: Berlin
Beiträge: 1360

Einfache Antwort: Das geht fast allen Berufsanfängern so und hat nicht unbedingt etwas mit unserem Berufsbild zu tun. Das geht Handwerksgesellen und Akademikern genauso.

Als Praktikant hast du nicht allein die Verantwortung für dein Tun und kannst dir mehr Auszeiten, auch innerhalb der Therapie, nehmen da immer noch dein Praktikumsanleiter die Hauptlast trägt. Jetzt bist du von A bis Z allein auf dich gestellt und das schlaucht am Anfang sehr. Wenn sich der Arbeitsalltag eingespielt hat und du die Praxisabläufe verinnerlicht hast, dann wird es leichter und der Beruf macht auch wieder mehr Spaß. Das Gefühl kann am Anfang bei jeder neuen Herausforderung immer wieder auftreten. Eine gute Einarbeitung mit einem festen Ansprechpartner/Paten im Unternehmen und Zeit für eine Refektion deiner Arbeit macht es jedoch leichter damit umzugehen.

LG falladar
"Der Eine hofft, dass die Zeit sich wandelt, der Andere nutzt die Zeit und handelt." (nach Dante Alighieri)
25. November 2020 08:58 # 3
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1092

da kann ich mich nur anschließen. Das ging mir in allen meinen 4 Berufen so.
Zusätzlich konnte ich mich nie mit diesem Ungleichgewicht, 5 Tage arbeiten, 2 Tage frei, anfreunden.
Ich arbeite gern, aber im Maßen, man muß es ja nicht übertreiben.
Jetzt passt es, als REntner, 2Tage die Woche und ich freue mich auf die Arbeit.
Zweifel habe ich übrigens manchmal immer noch, ich bin ja nicht unfehlbar.
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
25. November 2020 17:23 # 4
KW
Registriert seit: 10.02.2005
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 569

Ich habe im Leben drei verschiedene Berufe gelernt und jedesmal ging es mir genauso wie Dir.
Am schlimmsten war es nach der Ergotherapieausbildung, denn die Arbeit findet direkt am Menschen statt und ist daher sehr fordernd, denn man muss sehr präsent sein und jeder Fehler ist einem peinlich.
Nach einer gewissen Einarbeitungszeit wirst Du Sicherheit gewinnen und die Arbeit fühlt sich dann viel besser an. Die Anspannung wird mehr Gelassenheit weichen und dann wirst Du wieder richtig Spaß bei der Arbeit haben (naja, mal mehr, mal weniger ;-)

Braucht alles seine Zeit. Achte darauf, Dir Unterstützung zu holen, Deine KollegInnen viel zu fragen und auf die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu achten.

Und wie rapor ganz richtig schreibt: Zweifel kommen immer wieder, die sind gesund und schützen vor Überheblichkeit.

Viel Glück!
Karsten
R46.2 – und Spaß dabei!
27. November 2020 07:43 # 5
saluki
Registriert seit: 13.03.2011
Beiträge: 83

Eigentlich gibt es da nichts mehr zu ergänzen.

Die Unsicherheit hat jeder Berufsanfänger, egal in welcher Branche...
So wie oben schon geschrieben, du trägst halt jetzt die Verantwortung allein. Da ist kein Anleiter mehr, der im Zweifel eingreift oder dir sagt, dass du etwas richtig oder nicht richtig machst...

Aber du hast die Berufserlaubnis nicht grundlos erhalten. Du hast alles was du brauchst, um erfolgreich als Ergo zu arbeiten. Und wenn du dich gut mit deinen Kollegen verstehst, dann sprich mit ihnen um deine Arbeitsweise zu reflektieren. Du kannst sie um Rat fragen, wenn du nicht weiter weißt. Kannst sie nach ihrer Meinung fragen, wenn du dir unsicher bist.

Du schaffst das schon. Lass dir Zeit. Das wird :)

LG Andrea
Liebe ist, dem Geliebten zu geben, was er braucht. Der Geliebte wird dir geben, was du brauchst, wenn du die Erwartung aufgibst, etwas zu bekommen. [Anita Balser]
27. November 2020 16:57 # 6
SteffiH0708
Registriert seit: 01.08.2020
Beiträge: 8

Danke an euch! Eure Beiträge habe ich gerade gebraucht!
30. November 2020 21:09 # 7
ergo-ex
Registriert seit: 27.06.2017
Beiträge: 261

Geändert am 30.11.2020 21:11:00
3 ausgelernte Berufe, 3x dasselbe nach Abschluss: "ich hab keine Ahnung, bin so blöd wie nie zuvor: was tu ich hier und darf ich das überhaupt"...
(Besser übrigens als all die, die der Meinung sind, sie seien ab Abschluss von wasauchimmer die Kerze auf der Torte)

Du, ihr alle, die in dieser komischen Zeit anfangt zu arbeiten, habt per se schonmal mit sehr! erschwerten Bedingungen= Corona zu tun...
Wenns irgend geht, versucht auf "normale Zeiten" runterzubrechen... Wird wahrscheinlich nicht leicht oder sogar unmöglich sein.


Edit: ja!! Unterstützung und Hilfe--- ganz ganz wichtig!! Schäm dich nicht,sondern sei stolz, wenn du erkennst, das du das brauchst
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