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Hausbesuchspauschale

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6. September 2022 22:50 # 1
Tonja77
Registriert seit: 07.11.2012
Beiträge: 5

Hallo,
Ich bin seit Juni 3022 in einer neuen Praxis tätig.
Hausbesuche fahre ich mit eigenem PKW. Für HB bekomme ich eine pauschale von 12€, wobei die Fahrtzeit und benzinkosten abgedeckt sind.
Für mich ist es eine sehr unübersichtliche Berechnung, da die Fahrzeit, berechnet pro Weg 15 min. Meistens sehr knapp ist und wenig übrig bleibt Für Benzin. Entfernungen sind ca. Zwischen 7 und 13km .
Aber im Endeffekt muss ich für 4 Hausbesuche 1 Stunde länger arbeiten um auf meine monatsstunden zu kommen, da die Fahrtzeit nicht mit gerechnet wird.
Mein AG meint er hat keine Lust zu rechnen und am Ende hätte ich ja mehr Bruttoeinkommen.
Tja! Nur dass ich auf das Benzingeld Steuern zahle, welche eigentlich steuerfrei sind.
Ist noch jemand in dieser Situation?
Oder stelle ich mich an?
Ist das rechtens?
Grüße aus dem LK Lüneburg
7. September 2022 08:42 # 2
onkel tom
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 165

Geändert am 07.09.2022 08:47:00
Zitat / Tonja77 hat geschrieben:
Hallo,
Ich bin seit Juni 3022 in einer neuen Praxis tätig.
Hausbesuche fahre ich mit eigenem PKW. Für HB bekomme ich eine pauschale von 12€, wobei die Fahrtzeit und benzinkosten abgedeckt sind.
Für mich ist es eine sehr unübersichtliche Berechnung, da die Fahrzeit, berechnet pro Weg 15 min. Meistens sehr knapp ist und wenig übrig bleibt Für Benzin. Entfernungen sind ca. Zwischen 7 und 13km .
Aber im Endeffekt muss ich für 4 Hausbesuche 1 Stunde länger arbeiten um auf meine monatsstunden zu kommen, da die Fahrtzeit nicht mit gerechnet wird.
Mein AG meint er hat keine Lust zu rechnen und am Ende hätte ich ja mehr Bruttoeinkommen.
Tja! Nur dass ich auf das Benzingeld Steuern zahle, welche eigentlich steuerfrei sind.
Ist noch jemand in dieser Situation?
Oder stelle ich mich an?
Ist das rechtens?
Grüße aus dem LK Lüneburg
Du bekommst für einen Hausbesuch12,00€ brutto pauschal bezahlt. Das ergibt im ungünstigsten Fall 24,00€ brutto pro Stunde, wenn du keine weiteren Hausbesuche davor oder im Anschluß hast. Wenn du die maximalen 13 km (26 km für Hin- und Rückweg = 7,80€ brutto) à 0,30€ abziehst, dann bleiben dir ca. 20,00€ Brutto für die Hausbesuchsfahrten im schlechtesten Fall "übrig". Jeder weitere Hausbesuch in Reihe gefahren und jede kürzere Hausbesuchsstrecke erhöhen dein Bruttogehalt für die Hausbesuchsfahrten, da du weniger km fährst und der Rückweg des einen Hausbesuches gleichzeitig der Hinweg des anderen Hausbesuches ist und du diese Strecke somit eigentlich doppelt vergütet bekommst. Wenn du dann dagegen hälst, das dein Arbeitgeber pauschal nur 19,87€ Brutto pro Hausbesuch bekommt, dann ist dies "meckern auf hohem Niveau", außer dein normaler Stundenlohn liegt deutlich über 20,00€ brutto. Wenn es dir um die zusätzlichen Arbeitszeiten geht, dann kürze doch die vertraglich vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit um deine Hausbesuchsfahrzeiten ein. Dann liegen auch diese Zeiten in der von dir tollerierbaren Arbeitszeit. Da dein Arbeitgeber dir die km der Hausbesuchsfahrten nicht separat ausweist, kannst du diese km zusätzlich bei deinem Lohnsteuerjahresausgleich als betriebsbedingte Fahrten steuermindernd geltend machen. Dafür solltest du jedoch ein Fahrtenbuch führen. Das erhöht dann deinen Bruttostundenlohn pro Hausbesuch auch wieder.

PS: Da du erst im Jahre 3022 diesen Job antrittst, könnten dann die steuerlichen Regeln und die Stundenlöhne für Ergotherapeuten deutlich anders aussehen. Vielleicht ist es dann doch eine Ausbeutung der Angestellten. Ich werd es zumindest nicht persönlich erleben, so alt werde auch ich nicht.

"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
7. September 2022 10:02 # 3
Tonja77
Registriert seit: 07.11.2012
Beiträge: 5

Mein Problem ist eher, dass ich für 4 HB 1 Stunde mehr arbeiten muss um auf meine vereinbarte Arbeitszeit zu kommen. Bei 9 Hausbesuchen pro Wiche sind das schon 2.25 Stunden pro Woche. Und da ich Kinder habe, die abgeholt werden müssen, kann ich dies auch nicht Reinholen an Zeit.....
Versicherung musste ich auch Hochschulen wegen der Kilometer.....
8. September 2022 08:50 # 4
saluki
Registriert seit: 13.03.2011
Beiträge: 141

Es ist zwar lange her, dass ich in einer Praxis gearbeitet habe, dennoch kenne ich es so: Fahrtzeit ist Arbeitszeit.
Bei der Vergütung weiß ich nicht ob das so in Ordnung ist. Ich habe damals anfänglich jeden Kilometer mit 28 Cent bezahlt bekommen, später nur noch eine Monatspauschale von 75 Euro.
Aber meine Fahrtzeit war Teil der Arbeitszeit. Alles andere finde ich nicht in Ordnung.

LG Salu

PS: Dass man sich die Hausbesuche möglichst zeitsparend legt ist eh klar denke ich ;)
Liebe ist, dem Geliebten zu geben, was er braucht. Der Geliebte wird dir geben, was du brauchst, wenn du die Erwartung aufgibst, etwas zu bekommen. [Anita Balser]
8. September 2022 08:54 # 5
onkel tom
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 165

Zitat / Tonja77 hat geschrieben:
Mein Problem ist eher, dass ich für 4 HB 1 Stunde mehr arbeiten muss um auf meine vereinbarte Arbeitszeit zu kommen. Bei 9 Hausbesuchen pro Wiche sind das schon 2.25 Stunden pro Woche. Und da ich Kinder habe, die abgeholt werden müssen, kann ich dies auch nicht Reinholen an Zeit.....
Versicherung musste ich auch Hochschulen wegen der Kilometer.....
Wenn dir die übrigen Konditionen zusagen, dann deckel arbeitsvertraglich deine Hausbesuche und kürze zusätzlich deine Arbeitsstunden so ein, dass diese der arbeitsvertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit entsprechen, wenn dein/e Chef/in zu keinem anderen Kompromiss bereit ist.

Wenn du die Fahrzeiten in deine regulären Arbeitszeiten integriert haben möchtest, dann musst du deine HB-Pauschale wohl von 12,00€ auf ca. 5,00€ bis 7,00€ pro Hausbesuch kürzen lassen und die Fahrzeiten mit je 15 min als reguläre Arbeitszeit anrechnen lassen. Finanziell kann dies dann aber für dich ein deutlicher Unterschied sein, jenachdem was derzeit dein aktueller Stundenlohn ist.

Deinen Arbeitsplatz wechseln kannst du außerdem ja immer noch.

Letztendlich ist dies nur eine einfache Rechenaufgabe für dich und deinen Arbeitgeber und nichts wirklich kompliziertes, wie du es ja hier sehen kannst.

Wo liegt denn dein aktueller Bruttostundenlohn? Vielleicht rentiert es sich für dich finanziell und psychisch mehr wenn du in dieser Praxis nur Hausbesuche fahren würdest. Du könntest dann deine Arbeitszeiten flexibel und frei nach deinen eigenen Bedürfnissen einteilen/auf die Woche verteilen (Gleitzeit) und hättest mit weniger Arbeit ein höheres Gehalt. Nachteil, du bist immer allein unterwegs, hast weniger Austausch mit deinen Kollegen und musst dich viel stärker selbststrukturieren.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
8. September 2022 09:15 # 6
onkel tom
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 165

Zitat / saluki hat geschrieben:
... dennoch kenne ich es so: Fahrtzeit ist Arbeitszeit.
Bei der Vergütung weiß ich nicht ob das so in Ordnung ist. Ich habe damals anfänglich jeden Kilometer mit 28 Cent bezahlt bekommen, später nur noch eine Monatspauschale von 75 Euro.
Aber meine Fahrtzeit war Teil der Arbeitszeit. Alles andere finde ich nicht in Ordnung. ...
Tonnja77 bekommt doch hier die Fahrzeiten und km bezahlt, nur etwas anders als die meißten anderen Hausbesuchstherapeuten. Die Fahrzeiten sind hier ontop zur arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Arbeitsrechtlich kann man dies bemängeln, da alle Fahrzeiten in diesem Fall als regelmäßig angeordnete Überstunden anzusehen sind. Überstunden dürfen im Unternehmen nicht die Regel sein und müssen/sollten ca. 4 Tage im Vorraus dem Mitarbeiter angezeigt/angemeldet werden. Diese Art der Überstunden werden wohl auch nicht in der Lohnfortzahlung bei Urlaub, Krankheit, Prämien/Sonderzahlungen und an Feiertagen ect. auftauchen, da die Fahrzeiten in diesem Unternehmen nicht als Bestandteil der regulären Arbeitszeit gelten, obwohl sie dies arbeitsrechtlich eigentlich sind.

Wenn man es genau wissen will, dann sollte man sich jedoch von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen und den "Rechtsberatungen" in den sozialen Medien (auch meinen Äußerungen) nur bedingt und unter Vorbehalt vertrauen.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
8. September 2022 12:18 # 7
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 362

Also ich glaub aus finanzieller Sicht sind 12€ schon nicht schlecht. Ich glaube da kommst du deutlich besser bei weg als wenn du 30 cent den Kilometer bekommen würdest und die Fahrzeit in Form deines Stundenlohns. Die anpassung deiner Versicherung ist bei 30 cent den Kilometer auch schon abgegolten. Wenns gut läuft könnten das ja 48€ Brutto für ne Stunde sein.

Wenn es dir nicht möglich ist, mehr Zeit aufzuwenden, dann besprech das mit deinem Arbeitgeber und kürze eben entsprechend deine Stunden die du am Patienten arbeitest und lege eben die Menge der Hausbesuche fest.
Beispiel: du hast jetzt 30 Stunden und fährst 10 hausbesuche die Woche, dann legst du eben fest das du nur 12 HB machst und kürzt deine Arbeitszeit auf 27,5 Stunden. Dann erhälst du den Lohn von 27,5 Stunden und eben 10x 12€.
Du kannst es ja eben entsprechend Begründen, das du diese 3 Stunden mehr Zeit als Mutter eben einfach nicht hast.
8. September 2022 15:58 # 8
saluki
Registriert seit: 13.03.2011
Beiträge: 141

Sie bekommt Geld für die Fahrt, na klar, aber es wird ihr eben nicht als Arbeitszeit angerechnet.
Ich wollte lediglich mitteilen, dass ich es nicht einschätzen kann, ob diese Vergütung fair ist. Bin zu lange raus und mag mich da jetzt auch nicht einrechnen...
Aber fakt ist, ich finde es nicht in Ordnung die Fahrzeit nicht als Arbeitszeit angerechnet zu bekommen.
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8. September 2022 16:26 # 9
Tonja77
Registriert seit: 07.11.2012
Beiträge: 5

Danke für die Antworten!
Die Bezahlung ist auch nicht ganz verkehrt, mal abgesehen von den momentanen Benzinkosten, aber es ist z.T. etwas utopisch einen HB von einem Ort zum anderen in einer Viertel Stunde zu machen ( Es ist nicht im gleichen Ort, sondern über Land in die Stadt und zurück).
Mein eigentliches Problem ist eher der zeitliche Aspekt, durch das Kinder abholen muss ich an den Tagen wo sie nicht bei mir sind mindesten 7,5 Stunden arbeiten und fange um 9 Uhr an und hätte dann inkl. Pause eigentlich gegen 17 Uhr Feierabend, bin aber zum größten Teil bis 18/19 Uhr unterwegs, da ich ja Orga auch noch mal zwischendurch machen muss. Und das ist mir auf Dauer zu lange für eine Teilzeit-Stelle, also arbeite ich eigentlich ca.28 stunden bei einer 25 Stunden -stelle , verteilt auf 4 Tage.
Am Montag steht das Gespräch mit dem Chef an, ein Gespräch mit der Chefin hatte ich schon, wo mir gesagt wurde, solche Diskussionen hatten sie noch nie...., naja. Ich habe auch angeführt, dass ich eigentlich wegen diesem Ungleichgewicht damals die andere Praxis verlassen habe, da mich persönlich HB enorm unter sTress setzen durch diesen Zeitdruck und einfach diesem häufigen Wechsel. Von einer Kollegin weiß ich auch, dass sie dieses Konzept nicht tragbar findet und will auch mit dem Chef irgendwann reden.
Angefangen hatte ich auch eigentlich unter dem Motto mehr Praxis als HB, jetzt bin ich ca. 6-8 stunden in der Praxis und den Rest HB. Naja....
8. September 2022 18:13 # 10
rapor
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1184

Ich würde meine maximale Arbeitszeit vorgeben und auf den üblichen Konditionen, Fahrtzeit ist Arbeitszeit, bestehen.
Es sollte doch nicht so sein, dass die Kinder die Leidtragenden sind. Du hast Zeiten zu denen du arbeiten kannst und fertig, soll die HB der Chef fahren.

Viel Kraft und Erfolg
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
8. September 2022 18:52 # 11
Tonja77
Registriert seit: 07.11.2012
Beiträge: 5

Danke, ich werde berichten!
8. September 2022 19:42 # 12
Mietzi
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 362

Ich versteh ehrlich gesagt nicht das Problem von deinem Chef. Wenn die HBs vernünftig geplant sind. Heißt in einer Reihe, dann würden sie wahrscheinlich sogar mehr übrig behalten, weil dir 20 Minuten Fahrzeit=Arbeitszeit zu zahlen + vllt 15km (4,50€) sind (je nach Gehalt) wahrscheinlcih weniger als 12€ und es wird ja auch besser gelegene HBs geben.
Und viel gerechne ist es doch eigentlich auch nicht. Wir haben alle Fahrtenbücher, schreiben auf wo wir waren und wieviele km das zwischen dem einen zum anderen Ort sind und rechnen die KM zusammen. im selben Zuge werden auch die Arbeitsstunden gerechnet. Der Chef rechnet da eigentlich gar nichts, dem geben wir nur am Ende des Monats die Zahlen und er überweist uns das Fahrgeld.
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