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Ausbildung zur Ergotherapeutin mit eigener psychischer Instabilität

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4. Dezember 2022 14:34 # 1
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Hallo liebe Ergos!
Ich leide seit einigen Jahren an einer psychischen Erkranung und bin generell leider eher instabil. Ich bin 19 Jahre alt und habe bisher die FOS in Bayern besucht, um mein Fachabitur zu erlangen, mein Plan war es, danach Soziale Arbeit zu studieren. Die 11. Klasse habe ich noch erfolgreich absolviert, Die Zwölfte habe ich nun leider schon das zweite mal nicht fortführen können, weil ich mich in einer privaten Krise befand und mir beide Male verdrängte traumatische Erlebnisse wieder hochkamen, wegen denen ich dann erstmal in der Klinik war, dort bin ich bisher mit der Verarbeitung leider noch nicht so viel weitergekommen, wie ich es mir erwünscht hatte, da Psychologengespräche auch dort nur einmal die Woche stattfanden. Vorher meinte mein Therapeut, es wäre kontraproduktiv mich während des Schuljahres damit zu befassen, welches bisher auch eigentlich sehr gut lief. Momentan geht nur leider wieder gar nichts mehr und ich habe zu viel Stoff verpasst, um ihn in meinem jetzigen Zustand nachholen zu können, also breche ich die Schule mehr oder weniger gezwungener maßen ab und warte gerade auf die Genehmigung für eine psychosomatische Reha, die über mehrere Monate gehen soll. Ich hoffe sehr, dass ich es dort schaffen kann, das Erlebte zu verarbeiten und meine Stabilität auszubauen, natürlich werden damit nicht alle meine Probleme gelöst sein und ich werde auch weiterhin zur Therapie gehen. Jedoch macht mir die Aussicht auf diese Chance schon Hoffnungen, meinem Traum, anderen Menschen helfen zu können und einer sozialen Tätigkeit trotzdem noch erfüllen zu können. Seit ich 14 bin, ist diese Berufssparte die Einzige, die für mich in Frage kommt, da ich nur darin einen wirklichen Sinn sehe. Mir ist durchaus bewusst, dass genau diese Berufe leider auch solche sind, die einen stark belasten können. Jedoch habe ich so einen großen Willen, anderen Menschen zu helfen, für sie da zu sein und mit ihnen zu arbeiten, dass ich mir die Arbeit als Ergotherapeutin schon vorstellen kann. Allerdings habe ich Angst davor, nicht kompetent genug für den Beruf zu sein. Dementsprechend habe ich vor, ein Praktikum in einer Ergotherapiepraxis zu absolvieren. Falls ich doch noch zu instabil für die Ausbildung sein sollte wahrscheinlich auch das einjährige Vorpraktikum, um mir wirklich sicher sein zu können, ob ich dieser Verantwortung gewachsen bin. Jedoch frage ich mich, ob ich ohne jegliches Fachwissen nicht erst recht ungeeignet bin, mit beeinträchtigten oder erkrankten Menschen zu arbeiten bzw. ob Praktikanten, die keinerlei Erfahrungen haben über so einen langen Zeitraum aufgenommen werden, da sie ja nur eher wenig zur Arbeit beitragen können? Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege. bzw habe ich aucj Angst davor, dass die Erfahrung mein Bild über meine Eignung negativer machen könnte, da ich ja noch gar nicht gelernt habe, wie und mit welchen Mitteln ich anderen helfen kann. Andererseits will ich mir wie gesagt, wirklich sicher sein, dass ich die richtige Ausbildung wähle, weil ich den Menschen natürlich nicht noch eine zusätzliche Last sein, sondern wirklich helfen möchte.
Die Ausbildung als Ergotherapeutin machen zu können ist wirklich mein aktuelles Lebensziel und ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen. Denkt ihr, dass das sinnvoll ist beziehungsweise, dass ich nach der stationären Therapie (wenn ich dadurch wirklich eine Besserung erziele) eine Chance habe, das ärztliche Gutachten zu bestehen und aufgenommen werden zu können? Oder sollte ich mir diesen Traum ganz und gar aus dem Kopf schlagen?
Danke schon einmal im Voraus!
Liebe Grüße
4. Dezember 2022 18:50 # 2
Registriert seit: 22.08.2004
Beiträge: 387

Hallo, ich glaube du solltest dir einen Beruf im sozialen Bereich aus den Kopf schlagen. Du hast Mühe mit deinen eigenen Problemen klar zu kommen. So wie du deine Situation schilderst, wäre ein Beruf besser, wo du mit "Dingen" zu tun hast, aber nicht mit Menschen. Z.B. im Büro, Verwaltung, Raumausstatter oder ein technischer Beruf. Ein Ausbildungslehrberuf.


5. Dezember 2022 14:33 # 3
Registriert seit: 30.07.2001
Beiträge: 550

Zitat / ClaudineMonet hat geschrieben:
.... und warte gerade auf die Genehmigung für eine psychosomatische Reha, die über mehrere Monate gehen soll


Ich denke, du solltest dich in der Reha mit dem Thema auseinandersetzen und dir die Fragen zur Berufswahl danach bzw. während dieser stellen.
13. Dezember 2022 09:08 # 4
Registriert seit: 20.07.2018
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 85

Hallo, ich kann dir ehrlich gesagt nur abraten. Alleine dein "ich will Menschen helfen". Damit ist Überbelastung, Burnout, Retraumatisierung usw eigentlich vorprogrammiert. Bedenke auch, dass du während der Ausbildung ein Pflichtpraktikum im psychiatrischen Bereich machen musst, und dort ggf. getriggert wirst. Wenn es unbedingt der soziale Bereich sein soll, was ist mit Erzieher, Alltagsbegleitung, Schulbegleitung usw?
13. Dezember 2022 10:15 # 5
coriande
coriande
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 129

Liebe Claudine,

lass dir einfach Zeit. Es ist in Ordnung, wenn man etwas schweres erlebt hat, sich erst mal um sich selber zu kümmern! Was drängt dich im Moment? Du könntest dich auch erst mal ausprobieren, im Rahmen eines freiwilligen ökol. oder soz. Jahr, dann hast du nur bedingt Verantwortung und wächst vielleicht auch hinein. Erdung tut gundsätzlich in solchen Lebensphasen gut. Das wäre gut zu erreichen bei einem ökologischen Jahr. Entspanne und lass dir Zeit!!!
13. Dezember 2022 14:00 # 6
Registriert seit: 22.10.2022
Beiträge: 21

Hallo!
Generell bin ich der Überzeugung, dass jeder Mensch früher oder später in seinem Leben Therapie braucht. Deshalb finde ich es schwierig zu verallgemeinern, dass Therapeuten nicht selbst in Therapie sein sollten etc. Deine Situation scheint dein Leben jedoch momentan sehr stark zu beeinflussen. Wenn das Lernen an der FOS nicht funktioniert, wie sollte es dann in der Ausbildung besser sein..?
Dass du den Entschluss gefasst hast, eine Reha zu machen finde ich toll. Das sollte auch gerade deine oberste Priorität sein. Alles andere kommt danach, auch der Gedanke an die Ausbildung. Lass dir Zeit. Übereile nichts, wenn du die Reha abgeschlossen hast, du bist jung und brauchst dir überhaupt keinen Druck machen ob und wann die Ausbildung beginnen soll. Die Idee von coriande zB ein FSJ zu machen kann ich nur unterstützen. Das gibt dir Zeit, dich zu festigen und gleichzeitig bereits zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Und falls du merkst, dass das Therapiesetting doch zu viel für dich ist, hier vielleicht ein paar Alternativen, die nicht direkt Bürojob bedeuten:
- Erzieher/ Heilerziehungspflegerin
- Sozialassistenz
- Alltagsbegleitung
- Physiotherapie
14. Dezember 2022 09:56 # 7
Registriert seit: 06.05.2008
Beiträge: 1189

Stell doch evtl erstmal einen anderen Beruf voran bevor du nochmal überlegst oder ein Studium.
Insgesamt kann ich dir auch nur abraten. Alle Berufe im Gesundheitswesen sind auch psychisch belastend.
Ebenso an Schulen , Kiga usw.
Gute Besserung und eine kluge Berufswahl
27. Dezember 2022 03:33 # 8
Registriert seit: 27.12.2022
Beiträge: 1

Ich bin sicher, dass du diese aktuell schwierige Lebensphase bewältigen kannst und wünsche dir dazu jegliche geeignete Helfer/Therapeuten/Selbsthilfegruppe(n). So wie es sich anhört, werden dich deine Themen sicher noch einige Zeit begleiten und dich im Umgang damit geübter werden lassen, so dass du vermutlich im Laufe der Zeit auch an Stabilität gewinnst und, wünschenswert, flügge wirst ;-).
Wenn du spürst, dass es dich in einen sozialen Beruf zieht, folge dem, bleib dran. Ob es sinnvoll ist, sich direkt auf ein bestimmtes Berufsbild zu fixieren, ist fraglich, beinhaltet ein hohes Risiko enttäuscht zu werden. Versuche flexibel/offen für andere Möglichkeiten zu bleiben.
Es gibt eine Vielzahl an Berufsbildern im sozialen Bereich und auch Möglichkeiten sich erstmal relativ unverbindlich an diese vielseitige Berufssparte heranzutasten, wie z.B. mit einem FSJ-Freiwilliges Soziales Jahr, oder auch mit stundenweisen ehrenamtlichen niedrigschwelligen Helfertätigkeiten bei Diakonie, Caritas oder anderen Organisationen in diesem Bereich. Wichtig ist, ehrlich gegenüber sich selbst zu sein und zu reflektieren, wie es dir mit diesen Arbeiten geht, was es dir gibt, was es dir nimmt, und, besonders wichtig, deine Grenzen zu erkennen und auszuloten.
Generell abraten möchte ich dir nicht. Wünsche sind Richtungsgeber für bestimmte Entwicklungen/Erfahrungen und ich hoffe, du findest deinen Weg.
27. Dezember 2022 11:00 # 9
Registriert seit: 10.02.2005
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 655

Allein die Tatsache, dass die Fragestellerin, nachdem man ihren langen Beitrag gelesen und teilweise sehr profund darauf geantwortet hat, es nicht für nötig hält, irgendeine Rückmeldung zu geben, zeigt, dass sie die nötige Empathie und soziale Verantwortung für einen therapeutischen Beruf nicht hat.
R46.2 – und Spaß dabei!
27. Dezember 2022 17:05 # 10
Registriert seit: 05.10.2011
Bundesland: Hamburg
Beiträge: 720

Zitat / KW hat geschrieben:
...es nicht für nötig hält, irgendeine Rückmeldung zu geben, zeigt, dass sie die nötige Empathie und soziale Verantwortung für einen therapeutischen Beruf nicht hat.


Das zeigt es nicht unbedingt.

Aber es wirft Fragen auf... nach dem Sinn (für wen?) dieser Antworten, nach dem Kontext der Fragenden auch danach ob sie gerade wieder in einer Krise ist.... whatever. Das Fragen ohne weitere Rückmeldung beantwortet werden, gehört zu Foren wohl dazu, wie Ostereier zu Ostern....::rolleyes::
ergoSystemisch - Systemisches Arbeiten in der Ergotherapie

Informationen gibt es hier: https://www.ergoSystemisch.de
30. Dezember 2022 19:10 # 11
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Zitat / Geschenk hat geschrieben:
Hallo, ich glaube du solltest dir einen Beruf im sozialen Bereich aus den Kopf schlagen. Du hast Mühe mit deinen eigenen Problemen klar zu kommen. So wie du deine Situation schilderst, wäre ein Beruf besser, wo du mit "Dingen" zu tun hast, aber nicht mit Menschen. Z.B. im Büro, Verwaltung, Raumausstatter oder ein technischer Beruf. Ein Ausbildungslehrberuf.


Danke dir für die Rückmeldung, ich denke auch, das ist das beste.
30. Dezember 2022 19:15 # 12
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Zitat / lrdeiter hat geschrieben:
Zitat / ClaudineMonet hat geschrieben:
.... und warte gerade auf die Genehmigung für eine psychosomatische Reha, die über mehrere Monate gehen soll


Ich denke, du solltest dich in der Reha mit dem Thema auseinandersetzen und dir die Fragen zur Berufswahl danach bzw. während dieser stellen.


Danke für deine Antwort! Das ist eine gute Idee, ich hoffe ich kann dort etwas mehr Klarheit gewinnen. LiG
30. Dezember 2022 19:23 # 13
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Zitat / Stöffi hat geschrieben:
Hallo, ich kann dir ehrlich gesagt nur abraten. Alleine dein "ich will Menschen helfen". Damit ist Überbelastung, Burnout, Retraumatisierung usw eigentlich vorprogrammiert. Bedenke auch, dass du während der Ausbildung ein Pflichtpraktikum im psychiatrischen Bereich machen musst, und dort ggf. getriggert wirst. Wenn es unbedingt der soziale Bereich sein soll, was ist mit Erzieher, Alltagsbegleitung, Schulbegleitung usw?


Danke für deine Ehrlichkeit, damit hast du wohl recht.
Ich denke, ich sollte mir den Sozialen Bereich wirklich aus dem Kopf schlagen.
30. Dezember 2022 19:33 # 14
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Zitat / coriande hat geschrieben:
Liebe Claudine,

lass dir einfach Zeit. Es ist in Ordnung, wenn man etwas schweres erlebt hat, sich erst mal um sich selber zu kümmern! Was drängt dich im Moment? Du könntest dich auch erst mal ausprobieren, im Rahmen eines freiwilligen ökol. oder soz. Jahr, dann hast du nur bedingt Verantwortung und wächst vielleicht auch hinein. Erdung tut gundsätzlich in solchen Lebensphasen gut. Das wäre gut zu erreichen bei einem ökologischen Jahr. Entspanne und lass dir Zeit!!!


Danke dir für deine liebe Rückmeldung!
Ich schaue mir das ökologische Jahr auf jeden Fall genauer an und ziehe das in Betracht, ich muss definitiv erstmal etwas Klarheit gewinnen, bevor ich irgendeine Entscheidung für mein Leben treffe. Danke!
30. Dezember 2022 19:43 # 15
Registriert seit: 04.12.2022
Beiträge: 9

Zitat / Emilini hat geschrieben:
Hallo!
Generell bin ich der Überzeugung, dass jeder Mensch früher oder später in seinem Leben Therapie braucht. Deshalb finde ich es schwierig zu verallgemeinern, dass Therapeuten nicht selbst in Therapie sein sollten etc. Deine Situation scheint dein Leben jedoch momentan sehr stark zu beeinflussen. Wenn das Lernen an der FOS nicht funktioniert, wie sollte es dann in der Ausbildung besser sein..?
Dass du den Entschluss gefasst hast, eine Reha zu machen finde ich toll. Das sollte auch gerade deine oberste Priorität sein. Alles andere kommt danach, auch der Gedanke an die Ausbildung. Lass dir Zeit. Übereile nichts, wenn du die Reha abgeschlossen hast, du bist jung und brauchst dir überhaupt keinen Druck machen ob und wann die Ausbildung beginnen soll. Die Idee von coriande zB ein FSJ zu machen kann ich nur unterstützen. Das gibt dir Zeit, dich zu festigen und gleichzeitig bereits zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.



Und falls du merkst, dass das Therapiesetting doch zu viel für dich ist, hier vielleicht ein paar Alternativen, die nicht direkt Bürojob bedeuten:
- Erzieher/ Heilerziehungspflegerin
- Sozialassistenz
- Alltagsbegleitung
- Physiotherapie


Danke dir vielmals für deine Antwort, da hast du wohl recht, dass das bei einer Ausbildung auch nicht besser klappen wird.
Ja, das FSJ ziehe ich auf jeden Fall in Betracht und auch danke für die weiteren Vorschläge !
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