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Ausbildung als Ergotherapeut:in oder Erzieher:in?

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23. April 2023 18:26 # 1
Registriert seit: 06.04.2023
Beiträge: 1

Ich konnte durch Hospitationen in beiden Berufsfeldern einen Eindruck gewinnen und beides hat mir gut gefallen ::smile:: daher fällt mir die Entscheidung sehr schwer.
Welche Vor- und Nachteile seht ihr jeweils z.B. in Bezug auf die Arbeitsbedingungen? ::confused::
23. April 2023 21:49 # 2
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 247

Hallo,
ich bin nur Ergotherapeutin, kenne den Beruf des Erziehers nur von Erzählungen von Bekannten die im Kindergarten arbeitet.

Ein Vorteil der Ergotherapieausbildung ist aus meiner Sicht die größere Vielfalt (alle Altersgruppen, von Prävention über Akutbehandlung bis Reha und Langzeitbehandlung). Dazu kommt die Möglichkeit einer akademischen Laufbahn.
Hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen: komme ich in einem Bereich nicht (mehr) klar kann ich den Bereich wechseln und habe ganz andere Bedingungen. Wenn du beispielsweise in einer Praxis arbeitest kannst du beispielsweise mehr Erwachsene machen wenn dir Kinder zu viel sind oder so mischen dass es für dich passt.

Ein weiterer Vorteil bezogen auf die Arbeitsbedingungen ist dass du als Ergotherapeut öfter in 1:1 Betreuung/Therapie arbeitest. Wenn meine Kollegin (in einer Ergotherapiepraxis) ausfällt dann fallen die Therapien aus, ggf. kann ich meine Lücken füllen. Wenn bei einer Bekannten die als Erzieherin im Kiga arbeitet die Kollegin ausfällt dann müssen die Kinder trotzdem betreut werden.

Ein weiterer Vorteil ist dass ich meinen urlaub planen kann ohne an Schließzeiten der Einrichtung gebunden zu sein.
24. April 2023 13:54 # 3
Registriert seit: 15.01.2020
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 11

Hallo Julia,
Ich schließe mich Sophie an. Jeder Beruf hat Vor- und Nachteile, und das, was sie geschrieben hat, würde ich auch so unterschreiben, z.B. dass man als Ergo breiter aufgestellt ist und es unterschiedlichste Arbeitsfelder gibt, sei es Klinik, Praxis, Reha, Kurse geben, Arbeitstherapie....
Ich denke, dass man in beiden Berufen nicht reich wird... Das dürfte ja auch bekannt sein.
Je nachdem, wo Du als Ergotherapeutin später mal arbeitest (Klinik, Praxis) hast Du einen sehr durchgetakteten Arbeitsplan, auch wenn es vermutlich andere Bereiche der Ergo gibt, in denen das nicht so extrem ist... in manchen Bereichen gibt es Schicht- und Wochenenddienst... Das muss man auch mögen.
Im Kindergarten hast Du über mehrere Jahre fast jeden Tag intensiv mit den Kindern zu tun (dafür sind es viele Kinder), in der Ergotherapie siehst Du die meisten Patienten einmal die Woche für 45 Minuten und meistens hast Du nur ein Kind.
Das war erstmal so das, was mir so spontan dazu eingefallen ist :)
Gruß,
Lichtblick
24. April 2023 14:26 # 4
Registriert seit: 13.03.2011
Beiträge: 202

Mal ganz nebenbei bemerkt, Erzieher arbeiten nicht nur in Kindergärten. Das ist wahrscheinlich das geläufigste Arbeitsfeld, aber da gibt es bei weitem mehr. (Hort, Kinderheim, Tagesgruppen, Mutter-Kind-Einrichtungen,...)

Und ich glaube, du hast jetzt in beide Berufe reingeschnuppert. Hast dir ein Bild davon gemacht. Du musst am Ende selbst entscheiden, egal was wir hier schreiben.

LG Salu
Liebe ist, dem Geliebten zu geben, was er braucht. Der Geliebte wird dir geben, was du brauchst, wenn du die Erwartung aufgibst, etwas zu bekommen. [Anita Balser]
24. April 2023 21:42 # 5
Registriert seit: 30.07.2001
Beiträge: 36

Ich bin Ergotherapeutin sowie Dipl.-Sozialarbeiterin und seit 4 1/2 Jahren als pädagogische Fachkraft in einer Kita tätig. Mein ursprünglicher Berufswunsch war immer Erzieherin. Damals gab es jedoch für Erzieher fast nur befristete Teilzeitstellen. Also habe ich eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht, da es hieß, dass diese gesucht werden. Als ich fertig war, sah es wieder anders aus, es gab kaum freie Stellen. Da mir in der Ausbildung die Bereiche Psychiatrie und Gerontopsychiatrie sehr gut gefallen haben, habe ich mich entschlossen das Studium der Sozialen Arbeit anzuschließen. Nach Abschluss des Studiums habe ich in verschiedenen Pflegeheimen im Sozialdienst gearbeitet. Dieses beinhaltete auch das Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen.
Nach der Geburt meiner Tochter habe ich dann in der Kita angefangen zu arbeiten, da mein Mann auch Schicht arbeitet. Zwei mit Wochenenddiensten und ohne Familie vor Ort funktioniert einfach nicht. Die Arbeitszeiten in der Kita sind ein großer Vorteil für mich. Außerdem habe ich die Möglichkeit meine Tochter notfalls mitzubringen, wenn ich keine Betreuung für sie habe. Die Möglichkeit besteht nicht überall, aber unser Team fährt mit der Regelung sehr gut.
In der Kita bin ich aktuell u.a. für ein Integrationskind zuständig, so dass ich auch dort mein Wissen aus der Ergotherapie einbringen kann.
Letzten Endes kannst nur du entscheiden welche Ausbildung du momentan machen möchtest. Egal wie du dich entscheidest, kein Wissen ist unnützt und was das Leben noch so für dich bereit hält, kann dir niemand sagen.
Viel Spaß in der Ausbildung, welche es auch sein mag.
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