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Krankenstand

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5. Dezember 2023 17:16 # 1
Majakind
Majakind
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 33

Geändert am 05.12.2023 17:20:00
Bei uns ist der Krankenstand gerade außerordenltich hoch. Einige MA an die 30 Tage. Das ist nicht tragbar. Wie regelt ihr das? Ab wann sprecht ihr eine Kündigung aus, da es sich finanziell nicht mehr trägt? Bei 30 Tagen in 2 Jahren kann man auch aus Krankheitsgründen kündigen.

Lg, Maja
5. Dezember 2023 17:30 # 2
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 302

Zitat / Majakind hat geschrieben:
Bei uns ist der Krankenstand gerade außerordenltich hoch. Einige MA an die 30 Tage. Das ist nicht tragbar. Wie regelt ihr das? Ab wann sprecht ihr eine Kündigung aus, das es sich finanziell nicht mehr trägt?
Lg, Maja
Laut Statistik GKV liegt der durchschnittliche Krankenstand für 2023 bei 20 Arbeitstagen.

Wenn es nicht mehr tragbar ist, dann hast du dich ja innerlich schon gegen deinen Arbeitnehmer entschieden und es muss noch zusätzlich etwas vorgefallen sein, dass du dich jetzt so schnell von diesem trennen willst. Der Krankenstand alleine ist es fast nie.

Leg deinen Angestellten deine Zahlen auf den Tisch und erkläre ihnen warum die nächste Gehaltsverhandlung wohl eine Nullrunde sein wird, wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändert. Dazu solltest du dir jedoch genau überlegen, ob dir nicht dein Bauchgefühl etwas vorgaukelt und deine Zahlen eine andere Sprache sprechen. Vielleicht waren diese Mitarbeiter in den früheren Jahren fast nie krank und jetzt gleicht sich das aus. Du hattest deine Gewinne in den bisherigen Jahren mit wenig Krankenzeiten und jetzt ist es halt nach Corona einfach mal ein schlechtes Jahr mit dem übermäßigen Krankenstand.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
5. Dezember 2023 23:42 # 3
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 239

Zitat / Majakind hat geschrieben:
Bei 30 Tagen in 2 Jahren kann man auch aus Krankheitsgründen kündigen.

Lg, Maja
Ganz so einfach ist es nicht, eine eindeutige Grenze gibt es nicht. Gerichte schauen die letzten drei Jahre an und wenn es in jedem dieser drei Jahre mehr als 30 Tage sind kann die Kündigung als rechtmäßig angesehen werden. Allerdings kommt es auch noch auf so Sachen wie Betriebszugehörigkeit und Prognose an. (bei einer einzelnen längeren Krankschreibung aufgrund eines Unfalles ist die Wiederholungsgefahr niedriger als bei wiederholten kurzen Krankschreibungen wegen Rückenproblemen)

Ist aber nur semi relevant da die meisten Praxen zu den Kleinbetrieben zählen und ohnehin keinen Grund für eine Kündigung brauchen. Sprich wenn du die Mitarbeiterin los werden willst kündige, wenn du sie behalten willst dann hat onkel tom ja schon sinnvolles geschrieben.
Ergänzend: Welche Anreize bietest du deinen Mitarbeitern selten krank zu sein? Ist deine Arbeitsstätte und das Betriebsklima so ausgelegt dass es Gesundheitsfördernd ist?
11. Dezember 2023 09:40 # 4
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 896

Hallo,
Das Problem existiert gerade bei uns. Bisher war die Regel, dass bei 6 Leuten einer Urlaub nehmen darf, ab 7 dürfen 2. Nun sind wir 8 und es darf trotzdem nur einer, weil es dieses Jahr einen "so hohen Krankenstand" gibt.
Es gibt 2 Kollegen, die permanent krank sind und dann auch immer gleich 2-3 Wochen. Dass nun das ganze Team drunter leiden muss, ist massiv unfair.

Andere Kollegen kommen krank, weil es jedesmal ne Ansage gibt, dass man bloß nicht krank werden soll.

Wegen Krankheit gekündigt zu werden, ist in meinen Augen scheiße und fies. Vielleicht das Gespräch suchen? Was sind die Gründe? Ich bin ja der Meinung, zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank.

Vg
11. Dezember 2023 15:43 # 5
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 302

Zitat / Rowdy hat geschrieben:
Hallo,
Das Problem existiert gerade bei uns. Bisher war die Regel, dass bei 6 Leuten einer Urlaub nehmen darf, ab 7 dürfen 2. Nun sind wir 8 und es darf trotzdem nur einer, weil es dieses Jahr einen "so hohen Krankenstand" gibt.
Es gibt 2 Kollegen, die permanent krank sind und dann auch immer gleich 2-3 Wochen. Dass nun das ganze Team drunter leiden muss, ist massiv unfair.

Andere Kollegen kommen krank, weil es jedesmal ne Ansage gibt, dass man bloß nicht krank werden soll.

Wegen Krankheit gekündigt zu werden, ist in meinen Augen scheiße und fies. Vielleicht das Gespräch suchen? Was sind die Gründe? Ich bin ja der Meinung, zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank.

Vg
Was verspricht man sich als Arbeitgeber denn davon den Urlaub so drastisch einzuschränken? Der Urlaubsanspruch bleibt doch trotzdem weiter bestehen und verschiebt sich doch nur nach hinten. Umsatz wird nur früher aber nicht ein Euro mehr erwirtschaftet. fallen deswegen Überstunden an, dann werden diese doch dafür später abgebummelt und damit auch kein zusätzlicher Umsatz generiert. Das Ganze ist doch eine reine Milchmädchenrechnung und sorgt nur für zusätzlichen Frust bei den Angestellten. Die Patientenzufriedenheit bei permanenten Therapeutenwechsel ist auch eher gefährdet.

Plant ihr euren kompletten Jahresurlaub nicht schon zum Ende des Vorjahres? Wie kann da der Arbeitgeber schon wissen wie hoch der zukünftige Krankenstand ist? Wenn es feste Regeln zur Urlaubsplanung gibt, dann hat sich auch der Arbeitgeber daran zu halten und kann deswegen auch von der Belegschaft abgemahnt werden.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
11. Dezember 2023 22:16 # 6
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 896

Zitat / onkel tom hat geschrieben:
Was verspricht man sich als Arbeitgeber denn davon den Urlaub so drastisch einzuschränken? Der Urlaubsanspruch bleibt doch trotzdem weiter bestehen und verschiebt sich doch nur nach hinten. Umsatz wird nur früher aber nicht ein Euro mehr erwirtschaftet. fallen deswegen Überstunden an, dann werden diese doch dafür später abgebummelt und damit auch kein zusätzlicher Umsatz generiert. Das Ganze ist doch eine reine Milchmädchenrechnung und sorgt nur für zusätzlichen Frust bei den Angestellten. Die Patientenzufriedenheit bei permanenten Therapeutenwechsel ist auch eher gefährdet.

Plant ihr euren kompletten Jahresurlaub nicht schon zum Ende des Vorjahres? Wie kann da der Arbeitgeber schon wissen wie hoch der zukünftige Krankenstand ist? Wenn es feste Regeln zur Urlaubsplanung gibt, dann hat sich auch der Arbeitgeber daran zu halten und kann deswegen auch von der Belegschaft abgemahnt werden.


Wir planen im November den kompletten Urlaub. Es darf auch kein Tag aufgehoben werden. Sie redet sich bezüglich der Regeln raus, dass es ja nur ne Empfehlung der letzten Jahre war. Problem ist: es steht nirgends. Mit ihrer undurchdachten Rechnung sind 365 Tage lang nie alle da und immer muss irgendwas mit abgedeckt werden. So hätte man dann mal während der Ferien etwas mehr Stress (da wir Klinik sind, haben wir keine Patienten, die mal absagen, aber die Stationen sind aufgrund Urlaub der Pflege auch dünner belegt). Frust ist bei allen groß, aber keiner traut sich, was zu sagen.
Vg
12. Dezember 2023 09:14 # 7
Registriert seit: 30.01.2015
Beiträge: 19

Mal ehrlich, Krankenstand ist blöd, aber wenn man einen MA kündigt - was dann? es kommt ja keiner nach.
In meiner Praxis hatten wir seit 2020 sehr hohe Krankenstände, LongCovid war einer, aber nicht der schlimmste. Ich habe keinen MA gekündigt oder fallen gelassen und bekomme das von allen vielfach zurück. Alle meine MAs arbeiten motiviert und bleiben mir treu und das ist mehr Wert als alles andere in schwierigen Zeiten.
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