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Hilfsmittelversorgung bei einarmigem Kind

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17. April 2024 12:49 # 1
Registriert seit: 21.11.2013
Beiträge: 3

Hallo zusammen,

Ich bin auf der Suche nach Empfehlungen für Hilfsmittel, Prothesenversorgung, etc für ein einarmiges Kind.

Der Fall ist folgender: Ich arbeite in der Frühförderung und habe dort vor Kurzem ein 1,5 Jahre altes Kind aufgenommen, der mit nur einem Arm zur Welt kam (kein Unfall, etc.). Der rechte Arm ist nur halb entwickelt, sprich der Oberarm ist bis zum Ellbogen vorhanden. Diesen nutzt das Kind auch in seinem Rahmen wirklich gut und über die motorische Entwicklung mache ich mir keine Sorgen, das wird über die Ergo und die Physio gut abgedeckt.

Ich hatte bisher in der Frühförderung aber nur wenig mit so spezieller Hilfsmittelversorgung zu tun. Für viele alltägliche Dinge haben wir gute Lösungen gefunden, die die Familie auch jederzeit wieder anpassen kann, aber es gibt noch ein paar Bereiche, in denen ich etwas ideenlos bin:

1. Fahrzeuge. Das Kind fährt im Kindergarten und zuhause sehr gern mit allen möglichen Fahrzeugen, tut sich aber wirklich schwer mit dem Lenken, gerade das Laufrad klappt nicht gut, was ihn sehr frustriert. Wir versuchen es gerade mit verschiedenen Aufsätzen, damit der Lenker höher ist, der Vater fragte letztens, ob es nicht auch Aufsätze gäbe, in die der Stumpf quasi "festgeschnallt" werden könnte (ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine?)
Kennt jemand so etwas, hat jemand Ideen, Adressen, Bauanleitungen, wie so etwas aussehen könnte? Ich recherchiere parallel dazu natürlich selbst, würde aber gern auf breiter Front vorgehen und alle möglichen Quellen anzapfen, die sich vielleicht auftun.

2. Generelle Prothesenversorgung und Beratung
Hier wollte ich einfach nachfragen, ob es Empfehlungen oder Geheimtipps gibt, es gibt natürlich einige Firmen und Hersteller, die wir nach und nach kontaktieren werden, aber vielleicht hat ja jemand gute Erfahrungen gemacht? Wir leben in Oberbayern, vielleicht kennt ja jemand etwas.

Anderes wird sich sicher nach und nach ergeben, aber das wären so die aktuellen Schwerpunkte der Familie.

Vielen Dank schon mal und viele Grüße,

Lena
18. April 2024 06:07 # 2
Registriert seit: 05.04.2010
Beiträge: 897

Hallo,
Mir hat mal einer von einem Kind erzählt, das ist allerdings über 20 Jahre her, welches auch keine Hand am rechten Arm hatte.
Es wurde eine Art Prothese hergestellt die jedoch immer fest am Lenker fest war. Wenn es fahren wollte, hat es den Stumpf einfach "reingesteckt".

Man muss allerdings gucken, wie es ist, wenn es hinfällt, der Arm darf dann nicht verdreht oder so werden.
Vg
18. April 2024 08:53 # 3
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 306

Geändert am 18.04.2024 08:54:00
Zitat / Lena Isermann hat geschrieben:
Hallo zusammen,

Ich bin auf der Suche nach Empfehlungen für Hilfsmittel, Prothesenversorgung, etc für ein einarmiges Kind.

Der Fall ist folgender: Ich arbeite in der Frühförderung und habe dort vor Kurzem ein 1,5 Jahre altes Kind aufgenommen, der mit nur einem Arm zur Welt kam (kein Unfall, etc.). Der rechte Arm ist nur halb entwickelt, sprich der Oberarm ist bis zum Ellbogen vorhanden. Diesen nutzt das Kind auch in seinem Rahmen wirklich gut und über die motorische Entwicklung mache ich mir keine Sorgen, das wird über die Ergo und die Physio gut abgedeckt.

Ich hatte bisher in der Frühförderung aber nur wenig mit so spezieller Hilfsmittelversorgung zu tun. Für viele alltägliche Dinge haben wir gute Lösungen gefunden, die die Familie auch jederzeit wieder anpassen kann, aber es gibt noch ein paar Bereiche, in denen ich etwas ideenlos bin:

1. Fahrzeuge. Das Kind fährt im Kindergarten und zuhause sehr gern mit allen möglichen Fahrzeugen, tut sich aber wirklich schwer mit dem Lenken, gerade das Laufrad klappt nicht gut, was ihn sehr frustriert. Wir versuchen es gerade mit verschiedenen Aufsätzen, damit der Lenker höher ist, der Vater fragte letztens, ob es nicht auch Aufsätze gäbe, in die der Stumpf quasi "festgeschnallt" werden könnte (ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine?)
Kennt jemand so etwas, hat jemand Ideen, Adressen, Bauanleitungen, wie so etwas aussehen könnte? Ich recherchiere parallel dazu natürlich selbst, würde aber gern auf breiter Front vorgehen und alle möglichen Quellen anzapfen, die sich vielleicht auftun.

2. Generelle Prothesenversorgung und Beratung
Hier wollte ich einfach nachfragen, ob es Empfehlungen oder Geheimtipps gibt, es gibt natürlich einige Firmen und Hersteller, die wir nach und nach kontaktieren werden, aber vielleicht hat ja jemand gute Erfahrungen gemacht? Wir leben in Oberbayern, vielleicht kennt ja jemand etwas.

Anderes wird sich sicher nach und nach ergeben, aber das wären so die aktuellen Schwerpunkte der Familie.

Vielen Dank schon mal und viele Grüße,

Lena
https://www.facebook.com/Ortho.Form.Armprothesen/posts/lorraine-die-sausemaus-ist-wieder-happyendlich-hat-sie-die-neuen-sch%C3%A4fte-ihrer-f/1855415194504147/ Link

https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/traunstein-ort29586/traunstein-fahrradfahren-ohne-unterarme-individuelle-alltags-hilfen-machens-moeglich-13297054.html Link
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
18. April 2024 10:16 # 4
Registriert seit: 12.02.2024
Beiträge: 18

Geändert am 18.04.2024 10:18:00
Otto Bock ist einer von vielen der Kinderprothetik herstellt. Ich kenne ihn von Erwachsenen Patienten als Kompetenten Hersteller- die arbeiten auch mit Ergos zusammen sioweit ich weis von einer meiner Fobis.
Als Fahrzeug könnte ich mir einen Wheely Bug vorstellen bei dem man je nach Armlänge der betroffenen Seite auch vielleicht etwas mit thermoplast und Klett bauen könnte.
Hast du denn Erfahrungen mit Schienenbau?Oder KollegInnen?
18. April 2024 13:13 # 5
Registriert seit: 21.11.2013
Beiträge: 3

Vielen Dank schon mal für die bisherigen Antworten ::smile::

Ich werde mir das mal durchschauen. Erfahrung mit Schienenbau habe ich nicht, das haben wir zwar mal in der Ausbildung gemacht, aber im Berufsleben danach nicht mehr.
Ich hatte auch mal an Materialien wie Worbla gedacht, ob man damit etwas abformen könnte.
Mal sehen, was wir mit der Familie erarbeiten können.
19. April 2024 11:32 # 6
Registriert seit: 06.05.2008
Beiträge: 1193

Es gibt in den Hilfsmittelfirmen in der Regel einen Mitarbeiter der auf Pädiatrie spezialisiert ist und da werden ja wegen dem Wachstum immer wieder neue Abdrücke gemacht. Ist ja ebenso bei Sitzschalen usw.
Würde mich da beraten lassen. Und in der Prothetik gibt es sowieso sehr viel. Aber es ist die Frage ob man da viel hilft mit einer Prothese...oder es eher ein Fremdkörper ist.
Ohne Erfahrung da irgendwas auszusuchen würde ich nicht machen.
19. April 2024 15:43 # 7
Registriert seit: 21.11.2013
Beiträge: 3

Zitat / roo22 hat geschrieben:
Es gibt in den Hilfsmittelfirmen in der Regel einen Mitarbeiter der auf Pädiatrie spezialisiert ist und da werden ja wegen dem Wachstum immer wieder neue Abdrücke gemacht. Ist ja ebenso bei Sitzschalen usw.
Würde mich da beraten lassen. Und in der Prothetik gibt es sowieso sehr viel. Aber es ist die Frage ob man da viel hilft mit einer Prothese...oder es eher ein Fremdkörper ist.
Ohne Erfahrung da irgendwas auszusuchen würde ich nicht machen.



Irgendwas auf gut Glück auszusuchen war auch nicht das Ziel, daher fragte ich ja nach Empfehlungen für Adressen oder Anregungen, etc ::smile::
Ob wirklich sofort eine Prothesenversorgung notwendig ist, habe ich mich auch schon gefragt, die Aussage des Arztes war wohl, dass dies sehr wichtig sei, weil das Kind sonst wegen dem Ungleichgewicht eine schiefe Körperhaltung entwickeln würde. Daher hoffen wir auf gute Beratung durch entsprechende Anlaufstellen.
25. April 2024 20:48 # 8
Registriert seit: 08.06.2005
Beiträge: 1

Hallo Lena,
ich arbeite in einem Sozialpädiatrischem Zentrum (SPZ) in Osnabrück. Wir haben eine Dysmeliesprechstunde für Kinder wie deinem kleinen Klienten. Hier beraten wir Familien zu möglichen Hilfsmitteln, Therapien und Angeboten für Menschen mit Dysmelie. Unser Vorteil ist, dass wir nichts verkaufen wollen/ müssen. Oft sind Orthopädietechniker in den Stunden dabei und wir diskutieren Vor- und Nachteile einer Versorgung mit den Familien zusammen. Vielleicht gibt es eine derartige Anlaufstelle auch in eurer Region?
Bei Fragen gerne PN.
LG
Anke
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