Zum Welt-COPD-Tag am 19. November 2025 steht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) im Mittelpunkt. Millionen Menschen leben mit der Erkrankung, die zu Atemnot, Husten und ständiger Erschöpfung führen kann. Für viele Betroffene wird der Alltag zur Herausforderung – genau hier kann Ergotherapie wertvolle Unterstützung bieten.
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Wenn Atmen anstrengend wird
COPD schränkt die Lungenfunktion dauerhaft ein. Selbst einfache Tätigkeiten wie Anziehen, Kochen oder Einkaufen können zur Belastung werden. Viele Menschen ziehen sich aus dem Alltag zurück, weil sie Angst vor Atemnot haben oder ihnen die Kraft fehlt. Auch mit COPD ist es möglich, den Alltag so zu gestalten, dass er wieder besser bewältigbar wird. Ergotherapeut:innen unterstützen Betroffene dabei, ihre Fähigkeiten zu erhalten, sich den täglichen Aufgaben anzupassen und die eigene Lebensqualität zu verbessern.
Wie Ergotherapie Menschen mit COPD im Alltag stärkt
In der Ergotherapie lernen Menschen mit COPD, mit ihren Kräften bewusst umzugehen und ihren Alltag neu zu gestalten.
Wichtige Schwerpunkte sind:
- Atemerleichternde Haltungen im Alltag:
Betroffene üben, wie sie in belastenden Situationen durch einfache Haltungsänderungen leichter atmen können – zum Beispiel beim Anziehen, Kochen oder Treppensteigen. So wird der Umgang mit Atemnot im Alltag sicherer und selbstverständlicher.
- Energiesparend handeln:
Ergotherapeut:innen zeigen, wie man Aktivitäten plant, Prioritäten setzt und Bewegungen anpasst, um Kräfte einzuteilen. Dieses bewusste Energiemanagement – auch Pacing genannt – hilft, Erschöpfung zu vermeiden und Belastung besser zu steuern.
- Alltag und Umgebung anpassen:
Kleine Veränderungen in der Wohnung oder in Abläufen machen große Unterschiede: ein Hocker in der Küche, gut erreichbare Ablagen oder angepasste Hilfsmittel erleichtern den Alltag und fördern Selbstständigkeit.
- Mit psychischer Belastung umgehen:
Angst vor Atemnot, Erschöpfung oder Rückzug sind häufig. Ergotherapie unterstützt dabei, innere Ruhe zu finden, neue Zuversicht zu entwickeln und Vertrauen in die eigene Stärke aufzubauen.
- Selbstmanagement und Motivation stärken:
Betroffene lernen, ihre Belastungsgrenze besser einzuschätzen und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Das stärkt das Selbstvertrauen und hilft, aktiv zu bleiben.
- Soziale Teilhabe fördern:
Ergotherapie ermutigt, trotz Atemnot Kontakte zu pflegen und Freude an Aktivitäten zu finden – angepasst an die individuelle Leistungsfähigkeit.
Ziel: Mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität
Ergotherapie kann die medizinische Behandlung, Physiotherapie und Atemtherapie wirkungsvoll ergänzen. Sie unterstützt Menschen mit COPD dabei, ihren Alltag wieder besser zu bewältigen, Überforderung zu vermeiden und die eigene Lebensqualität spürbar zu verbessern.