Nordrhein-Westfalen setzt seine Förderpolitik fort: Die Schulgeldfreiheit für Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen – darunter Ergotherapie – gilt weitere fünf Jahre. Grundlage ist eine neue Förderrichtlinie, die zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt und bis Ende 2031 läuft.
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Die nordrhein-westfälische Landesregierung erstattet Ausbildungsstätten künftig weiterhin das erhobene Schulgeld je besetztem Ausbildungsplatz vollständig. Für angehende Ergotherapeut:innen bedeutet das: Die Ausbildung bleibt kostenfrei, sofern sie nicht am Krankenhaus stattfindet.
Was sich konkret ändert
Die Förderrichtlinie Gesundheitsfachberufe war ursprünglich befristet und wird nun bis Ende 2031 verlängert. Gefördert werden Ausbildungsplätze in der Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie, der pharmazeutisch-technischen Assistenz, der medizinischen Technologie sowie in den Berufen der Masseur:innen und medizinischen Bademeister:innen. Ausbildungsgänge, die an Krankenhäusern angesiedelt sind, werden weiterhin über das Krankenhausfinanzierungsgesetz finanziert und fallen nicht unter diese Richtlinie.
Zahlen zur Wirkung
Das Land beziffert die Wirkung der Maßnahme deutlich: Seit der schrittweisen Einführung 2018 seien die Ausbildungszahlen in den betroffenen Gesundheitsfachberufen gegenüber 2017 um über 56 Prozent gestiegen. Für 2025 nennt das Ministerium rund 15.800 belegte Ausbildungsplätze in den Gesundheitsfachberufen in NRW, davon etwa 11.200 über die Schulgeldfreiheit finanziert. Für die Förderung stellt das Land in diesem Jahr rund 67 Millionen Euro bereit.
Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann begründet die Fortführung mit der Fachkräftesicherung: Eine gute Gesundheitsversorgung setze gut ausgebildete Fachkräfte voraus, weshalb man bewusst in die Schulgeldfreiheit investiere.
Ein Baustein gegen den Fachkräftemangel
Für die Berufsgruppe ist die Verlängerung praktisch bedeutsam. Anders als bei vielen anderen Bundesländern entfällt in NRW die finanzielle Hürde des Schulgelds, die den Zugang zur Ausbildung – gerade für Menschen ohne finanzielle Rücklagen oder mit Unterhaltspflichten – erschweren kann. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in der Ergotherapie kann eine niedrigschwellige Zugangsmöglichkeit zur Ausbildung ein Baustein sein, um die Berufsgruppe langfristig zu stärken. Ob sich der von NRW berichtete Anstieg der Ausbildungszahlen ursächlich auf die Schulgeldfreiheit zurückführen lässt oder auch andere Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich der Mitteilung des Ministeriums allein nicht entnehmen.