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Grünflächen in Städten fördern psychisches Wohlbefinden

Eine aktuelle interdisziplinäre Studie zeigt: Grünflächen in der Innenstadt können das Wohlbefinden im Alltag von Stadtbewohnerinnen und -bewohnern unmittelbar verbessern. Vor allem profitieren davon Menschen, bei denen die Gehirnkapazität, negative Gefühle selbst zu regulieren, vermindert ist. Entsprechend gut über eine Stadt verteilte Grünflächen könnten demnach einen Beitrag zur Prävention psychischer Erkrankungen leisten.

Grünflächen in Städten fördern psychisches Wohlbefinden

Nicht nur bei sommerlicher Hitze tut die Nähe von Grünanlagen mit Rasenflächen, Bäumen, Sträuchern und Blumenbeeten gut. Warum das so ist, haben Forscherinnen und Forscher am Institut für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) des KIT, am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim und an der Universität Heidelberg nun auf neuronaler Ebene untersucht.

Dafür wurden zunächst 33 gesunde Stadtbewohner gebeten, mit Hilfe speziell ausgestatteter Smartphones binnen einer Woche rund neun Mal pro Tag ihre Stimmung zu bewerten. Die TeilnehmerInnen gingen in dieser Zeit wie gewohnt ihrem Alltag nach. Mit geoinformatischen Methoden wurden die von den TeilnehmerInnen zurückgelegten Wege nachvollzogen und Merkmale der Wegstrecken, vor allem einsehbare Grünflächen, ermittelt. Diese Informationen wurden mit der aufgezeichneten Stimmungssituation verknüpft. Die Teilnehmer zeigten in Situationen, in denen sie von mehr Grünflächen in der Stadt umgeben waren, ein höheres Wohlbefinden.

In einem zweiten Schritt wurden 52 weitere junge Erwachsene gebeten, auf dieselbe Weise ihre Stimmung im Alltag zu bewerten. Zusätzlich wurden die TeilnehmerInnen nach der siebentägigen Bewertungsphase einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) unterzogen. Diese Methode erlaubt es, bestimmte Hirnfunktionen darzustellen.

Die Ergebnisse der zweiten Gruppe bestätigten die des ersten Durchgangs: Je höher der momentane Anteil an Grünfläche in der Umgebung der Stadtbewohner, desto größer war das Wohlbefinden. Bei Menschen, die in ihrem Alltag besonders positiv auf Grünflächen reagierten, beobachteten die Forscherinnen und Forscher eine verminderte Aktivität im dorsolateralen präfrontalen Cortex. Diese Hirnregion übt eine zentrale Kontrollfunktion beim Verarbeiten negativer Emotionen und stressiger Umwelterfahrungen aus. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass Grünflächen besonders für solche Menschen wichtig sind, deren Kapazität vermindert ist, negative Emotionen selbst zu regulieren“, sagt Professor Andreas Meyer-Lindenberg, Vorstandsvorsitzender des ZI und Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

„Die Ergebnisse der Studie sind für die Stadtplanung unter dem Aspekt der Gesundheitsförderung äußerst interessant“, ergänzt Markus Reichert vom Mental mHealth Lab des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). „Entsprechend gut über eine Stadt verteilte Grünflächen könnten ein erhebliches Potenzial zur Prävention psychischer Erkrankungen entfalten.“

Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass in der Stadt aufgewachsene und gegenwärtig in der Stadt lebende Menschen anders auf Stress reagieren als Landbewohner und ein deutlich höheres Risiko haben, an Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie zu erkranken. Diese Feststellung gewinnt umso mehr an Bedeutung, als die Urbanisierung rasch voranschreitet: Nach Angaben der Vereinten Nationen wohnen schon jetzt mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land. Im Jahr 2050 werden schätzungsweise sogar rund zwei Drittel aller Menschen in Städten leben.

Originalpublikation

Heike Tost, Markus Reichert, Urs Braun, Iris Reinhard, Robin Peters, Sven Lautenbach, Andreas Hoell, Emanuel Schwarz, Ulrich Ebner-Priemer, Alexander Zipf and Andreas Meyer-Lindenberg: Neural correlates of individual differences in affective benefits of real-life urban green space exposure. Nature Neuroscience, 29 July 2019. DOI: 10.1038/s41593-019-0451-y



Quelle: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Zentralinstitut für Seelische Gesundheit


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