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Slackline-Studie zeigt: Gleichgewicht muss spezifisch trainiert werden

Störungen des Gleichgewichts kommen bei vielen neurologischen Erkrankungen vor und bedeuten für die Betroffenen eine erhebliche Beeinträchtigung. Die Rehabilitation von Gleichgewichtsstörungen ist eine besondere Herausforderung. Forscher des Lurija Instituts haben die Auswirkungen eines intensiven Slackline-Trainings bei Probanden untersucht und ihre Ergebnisse nun veröffentlicht.

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Während den ersten Lebensjahren lernen wir auffällig leicht Gleichgewichtskontrolle auszuüben. Im späteren Alter ist es deutlich schwieriger Gleichgewichtsaufgaben zu meistern. Das trifft besonders für neurologische Patienten zu. Die Rehabilitation von Gleichgewichtsstörungen stellt damit eine besondere Herausforderung dar. Derzeit sind die verantwortlichen Netzwerke für Gleichgewichtskontrolle im Zentralen Nervensystem nicht in Gänze bekannt. Verschiedene Mechanismen auf kortikaler, subkortikaler und spinaler Ebene müssen koordiniert zusammenarbeiten.

Ein Team aus Wissenschaftlern und Ärzten aus den Kliniken Schmieder, der Sportwissenschaft der Universität Konstanz und der Neurologie der Universität Magdeburg konnte nun plastische Veränderungen innerhalb dieser Funktionssysteme aufdecken. In einer Studie unter dem Dach des Lurija Instituts untersuchte das Team Probanden, die das sogenannte „Slacklinen“ erlernten. Innerhalb von sechs Wochen trainierten sie das Laufen auf einem schmalen Band, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist. Durch das Training konnten die Teilnehmer das Laufen und Balancieren auf der Slackline deutlich verbessern. Diese Fortschritte waren mit funktionellen Konnektivitätsveränderungen in kortikalen, subkortikalen und auch in spinalen Arealen und Netzwerken, die mit Gleichgewichtserhaltung und Gleichgewichtskontrolle assoziiert sind, verbunden.

In einer anderen Gleichgewichtsaufgabe, welche die Probanden nicht extra übten, zeigten die Slackline-trainierten jedoch keine Vorteile gegenüber untrainierten Probanden. Ein Transfer der verbesserten Gleichgewichtsfunktion auf andere Aufgaben findet offenbar nicht statt.

Die Ergebnisse zeigen, dass Gleichgewichtstraining die Leistung vor allem für die exakt trainierte Aufgabe verbessert. Da ein Transfer auf nicht-trainierte Aufgaben nicht beobachtet werden konnte, sollte die Rehabilitation von Gleichgewichtsstörungen möglichst spezifisch und mit einer Vielfalt von Trainingsaufgaben erfolgen. Insbesondere müssen die notwendigen alltagsrelevanten Gleichgewichtsleistungen einzeln trainiert werden.

Originalpublikation

Giboin LS, Loewe K, Hassa T, Kramer A, Dettmers C, Spiteri S, Gruber M, Schoenfeld MA.
Cortical, subcortical and spinal neural correlates of slackline training-induced balance performance improvements.
Neuroimage. 2019 Jul 30; 202:116061. doi: 10.1016/j.neuroimage.2019.116061.



Quelle: Lurija Institut


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