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Besser lernen: Kurze Bewegungspausen im Unterricht verbessern die Konzentrationsleistung

Kurze Bewegungspausen im Unterricht haben eine positive Wirkung auf die Konzentrationsleistung von Grundschulkindern. Das zeigt eine Studie der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, die mit Kindern der Klassen 2 bis 4 durchgeführt wurde. „Kurze Bewegungspausen im Fachunterricht zur Steigerung der Konzentration“ ist die erste Studie in Deutschland seit 2003, die sich empirisch mit der Wirksamkeit von kurzen Bewegungspausen bei Grundschulkindern beschäftigt.

Kurze Bewegungspausen im Unterricht verbessern die Konzentrationsleistung

Evaluiert wurden rund 130 Schülerinnen und Schüler, die möglichst in jeder Schulstunde – angeleitet von ihren Lehrkräften – Bewegungspausen von maximal fünf Minuten durchführen sollten. Die Mädchen und Jungen bewegten sich, sangen, klatschten und tanzten. Vor und nach der Intervention mit Bewegungspausen wurde die Konzentrationsleistung der Kinder gemessen und mit Klassen verglichen, in denen keine Bewegungspausen stattgefunden hatten.

„Tausende Male werden Schülerinnen und Schüler ermahnt, aufmerksam zu sein, ruhig zu sein, nicht zu stören. Aber Hilfe, wie sie das machen sollen, bekommen sie selten. Ein konkretes Angebot, wie Kinder ihre zunehmende körperliche Unruhe regulieren können, sind Bewegungspausen. Wir empfehlen eine schülerorientierte Mischung aus Bewegungsspielen, Bewegungspausen mit Musik und lustigen Texten sowie Entspannungspausen.“

Dr. Anke Hanssen-Doose
Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin und Erstautorin der Studie

Sowohl bei den an der Studie beteiligten Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern seien die Bewegungspausen sehr gut angekommen.

Bewegungsbedürfnis als Gelingensfaktor für das Lernen einsetzen

Insgesamt 68 kurze Bewegungspausen für besseres und konzentriertes Lernen hat Anke Hanssen-Doose zusammen mit drei Co-Autorinnen in dem Praxishandbuch „Kurze Bewegungspausen in der Grundschule“ zusammengestellt. Erprobt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht wurden die Bewegungspausen mit Kindern und Lehrkräften im Rahmen des Seminars „Bewegte Schule“ an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie mit Unterstützung von Kooperationsschulen.

An einen Theorieteil mit Zusammenfassung des Forschungsstandes sowie allgemeine Tipps zur Durchführung von Bewegungspausen schließen sich 68 Bewegungslieder, Tänze und Rhythmusaufgaben, Bewegungsspiele und -aufgaben sowie Entspannungspausen an. Für die meisten Spiele benötigen Lehrkräfte kein Material oder nur solche Dinge, die ohnehin oft im Klassenzimmer vorhanden sind. Und mit drei bis fünf Minuten sind die vorgestellten Bewegungspausen so kurz, dass der rote Faden der Unterrichtsstunde nicht verloren geht.

„Wir sollten das Bewegungsbedürfnis der Kinder nicht als Störfaktor sehen, sondern als Gelingensfaktor für das Lernen einsetzen“, plädiert Dr. Anke Hanssen-Doose dafür, mehr kurze Bewegungspausen in den Fachunterricht zu integrieren. Denn sie ermöglichen ein besseres und konzentrierteres Lernen sowie ein besseres Miteinander im Klassenzimmer.

Originalpublikationen

Hanssen-Doose, A., Ittensohn, J., Kloock, A.K., Oriwol, D., Worth, A. (2019). Kurze Bewegungspausen im Unterricht zur Konzentrationssteigerung. sportunterricht, 68, 10, S. 441-446, DOI: 10.30426/SU-2019-10-2

Hanssen-Doose, A., Handtmann, C., Opper, E., Worth, A. (2019). Kurze Bewegungspausen in der Grundschule. Schorndorf: Hofmann Verlag. ISBN 978-3-7780-2880-3

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