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Therapieausbildung auf dem Prüfstand

Sind die Ausbildungsinhalte in den Therapieberufen noch zeitgemäß?

Studierende des Masterstudiengangs Therapiewissenschaft an der Hochschule Fresenius untersuchen derzeit, inwieweit die bestehenden Ausbildungsinhalte in der Physio- und Ergotherapie sowie in der Logopädie noch in angemessener Weise auf die Herausforderungen im täglichen Berufsleben vorbereiten und an welchen Stellen Veränderungsbedarf vorhanden ist. Die Studie soll Informationen für eine mögliche Neustrukturierung der Ausbildung für die heilmittelerbringenden Berufe beitragen. Eine Teilnahme an der Umfrage ist vom 14.07. bis 14.8. möglich.

Wachsende Spezialisierung, Digitalisierung und zusätzliche Forschungsaktivitäten sind zentrale Herausforderungen der aktuellen und künftigen Gesundheitsversorgung. Dem steht gegenüber, dass die Ausbildungsordnung im Bereich der Logopädie über 41 Jahre alt ist, diejenige im Bereich Physiotherapie 25 Jahre und die im Segment der Ergotherapie 22 Jahre. „Ohne eine grundsätzliche Neuorientierung der Ausbildungsstrukturen können die Therapieberufe auf Dauer den wachsenden Herausforderungen nicht mehr gerecht werden“, sagt Prof. Dr. Sabine Hammer, Dekanin des Studiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius. Dabei steigt der Bedarf an Heilmitteln kontinuierlich an – das liegt zum einen an der Alterung der Gesellschaft, aber auch an der Zunahme von Entwicklungsstörungen im Kindesalter. „Wir stellen jedoch eine beunruhigende Abnahme bei der Zahl der Auszubildenden fest“, so Sabine Hammer weiter. „Das ist eine fast logische Entwicklung – auf der einen Seite wachsende Anforderungen, auf der anderen eine nach wie vor unangemessen niedrige Vergütung.“ Laut Agentur für Arbeit lag 2020 die mittlere Vergütung der Heilmittelerbringer bei 2.564 EUR brutto monatlich – und damit um 60 Prozent niedriger als der Durchschnitt aller Berufe des gleichen Anforderungsniveaus (4.428 EUR brutto monatlich).

„Auch mit Blick auf das europäische Ausland ist die Situation in Deutschland bedenklich“, fährt Hammer fort. „Dort findet die Ausbildung der genannten Berufe regulär im Hochschulsektor statt. In Deutschland haben wir eine Akademisierung nur vereinzelt als Modellprojekt.“ Dementsprechend eingeschränkt sind in Deutschland die Handlungsspielräume von Therapeutinnen und Therapeuten. In Großbritannien und in den Niederlanden dürften etwa Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Diagnosen stellen, Therapiemaßnahmen festlegen und Überweisungen ausstellen, in Großbritannien darüber hinaus vereinzelt Medikamente verschreiben und minimalinvasive Operationen durchführen – ein Zustand, von dem die Kolleginnen und Kollegen in Deutschland weit entfernt sind.

Um ein möglichst umfassendes Bild zur Bewertung der Ausbildung bzw. des Studiums in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie bzw. Sprachtherapie zu erhalten, befragen die Studierenden Therapeutinnen und Therapeuten in den genannten Berufen, sowohl Schüler:innen/Studierende, Praktizierende als auch in der Lehre tätige.

Eine Teilnahme an der Umfrage ist vom 14.07. bis 14.8. unter dem folgenden Link möglich:
Fragebogen zur Ausbildungsordnung in den Therapieberufen

Die Ergebnisse der Erhebung werden am 25. September im Rahmen eines Symposiums präsentiert. Es ist geplant, dass Symposium in Präsenz am Hochschulstandort in Idstein durchzuführen. Es wird in jedem Fall auch online übertragen. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie ist auch ein ausschließlich virtuell stattfindendes Symposium möglich. Aktuelle Informationen dazu sowie Programm und Anmeldung zur Veranstaltung sind ab Ende Juli unter www.therapiewissenschaften.de zu finden.


Quelle: Hochschule Fresenius



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