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Therapeutisches Reiten: Den Therapieerfolg messbar machen

Pferdgestützte Therapie soll Menschen mit verschiedenen Erkrankungen helfen; zum Beispiel Kindern mit ADHS, wiederkehrende Abläufe zu erlernen, sich zu entspannen und sich besser selbst zu kontrollieren. Das Problem: Auf die heilsame Wirkung des Reitens schwören zwar viele Patient*innen und Therapeut*innen, die Effekte sind aber bisher nicht evidenzbasiert belegt. Isabel Stolz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln, hat eine App entwickelt, die diese Forschungslücke schließen soll und dazu beitragen könnte, dass Therapeutisches Reiten mehr Menschen zugänglich wird.

Therapeutisches Reiten: Den Therapieerfolg messbar machen

In einer knapp zweieinhalbjährigen wissenschaftlichen Studie in enger Abstimmung mit Therapeut*innen und Expert*innen aus der Praxis der pferdgestützten Therapie entwickelte Isabel Stolz ein ICF-basierte Beurteilungstool, das die Messung mentaler, motorischer und psychosozialer Funktionsfähigkeit möglich macht. „Die Kernfunktion des Beurteilungstools ist die automatisierte Auswertungsfunktion. Mit dieser können Therapeut*innen die Therapieeffekte mit einem Klick ausgeben und sich anzeigen lassen – mit Graphen, Mittelwerten, Kreisdiagrammen und einzelnen Items“, beschreibt Stolz.

Seit wenigen Wochen steht Therapeut*innen nun die „EQUITEDO-App“ (kurz für "Equi - Therapie - Dokumentation“) zum Download zur Verfügung. Perspektivisch, so Isabel Stolz, sollen durch die App die therapeutischen Potentiale und konkreten Auswirkungen der pferdegestützten Therapien erhoben und in größeren Stichproben geprüft werden können. „Aufgrund strenger Datenschutzrichtlinien können wir uns die Nutzungsdaten aus der Praxis nicht ausgeben lassen. Wir planen aber eine große Folgestudie, in der wir mit Hilfe der App und auf Basis einer größeren Stichprobe Therapieerfolge abbilden und Daten systematisch statistisch auswerten können“, so Isabel Stolz.

Für die Wissenschaft und die Fachpraxis sei jetzt in erster Linie aber wichtig, dass das Instrument breit genutzt werde. „Wir haben mit diesem Tool eine Basis geschaffen, auf welcher die therapeutische Qualität abgebildet werden kann, um perspektivisch fundiertere Aussagen über die Therapieerfolge machen zu können“, sagt Stolz. Mithilfe der bisher fehlenden Daten könnte in Deutschland, aber auch international, besser abgeschätzt werden, welchen Mehrwert die pferdegestützte Therapie konkret hat. Um die Therapieform standardmäßig im Gesundheitssystem verankern zu können, sei ein evidenzbasierter Wirksamkeitsnachweis eine wichtige Grundlage, um in Gespräche mit Kostenträgern, wie zum Beispiel den Krankenkassen, eintreten zu können. Denn sie entscheiden, ob Therapiekosten zukünftig übernommen werden.

Weitere Informationen:



Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln



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