Geändert am 05.04.2012 21:43:00
Zitat:Lieben Dank Oetken,
das wollte ich wissen

Ich brauche nur die Berufsurkunde? Ich musste damals noch ein Gesundheitszeugnis einreichen, als Angestellte, dachte ich.
Hallo Silka,
als PI brauchst du an sich einen Betriebsarzt, der in regelmässigen Abständen prüft, ob dein Betrieb den Anforderungen genügt (Sicherheit usw.). Manche großen Betriebe, wie z.B. Krankenhäuser verlangen deshalb von ihren Mitarbeitern ein Gesundheitszeugnis. Das spart denen Orgaaufwand.
In kleinen Betrieben ist das nicht nötig.
Es sei denn, ihr verarbeitet Nahrungsmittel oder Ähnliches.
Zitat:Wird denn irgendwie dann das Wochenpensum geprüft oder ein Belegungsplan gefordert? Wie kontrolliert die Krankenkasse sonst, dass man sich daran hält? Es wäre eh erst einmal ein Minijob, sprich 10 Std in der Woche. Das müsste doch zugelassen werden, oder?
Das mit den Prüfungen ist regional und von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich. Geprüft wird eigentlich nur dann, wenn es Reklamationen gibt.
Allerdings ist vorbeugen besser, als irgendwann Ärger wegen der Zulassung bekommen. Finde ich jedenfalls.
Die Krankenkassen fahren ansonsten die Taktik, dass sie uns strukturell an den Karren fahren. Indem sie eben Reihenprüfungen wegen Hausbesuchen machen und allen PIs Betrug unterstellen oder indem sie veröffentlichen, dass viel zu viel ADHS diagnostiziert wird. Oder dass unsere Therapie unwirksam sei.
Bei uns im Südosten von Berlin haben die KVen z.B. letztes Jahr Arztpraxen in Serie in Regresse gezogen. Das hatte dann zur Folge, dass eine Art "Regresshsterie" ausbrach und bei mir die Anmeldungen entsprechend einbrachen.
Mir wäre es lieber, die Kostenträger würden kräftiger prüfen, dafür aber nachhaltigere, verläßliche, planungssichere Vereinbarungen treffen.
Es kann z.B. auch nicht sein, dass wir Ergotherapeuten keine spezifischen Dokumentationen erstellen müssen, indem die Ziele, Maßnahmen und deren Effekte dargestellt werden. Wo dann der jeweilige Therapeut und der PI unterschreiben und die Kostenträger ganz leicht prüfen können, ob für diese Person eine Berufsurkunde vorliegt und die Patienten fragen können, ob sie von eben dieser Person auch behandelt werden.
Fände ich persönlich besser, als willkürliche Prüforgien bei den Ärzten bzw. Diffamierungen unseres gesamten Berufsstandes
Soll schon vorgekommen sein, dass Heilpädagogen die Ergo erbracht haben, Praktikanten oder Ungelernte, oder Physiotherapeuten oder sonstwer... möchte ich lieber gar nicht so genau wissen.
Einige betrügen, haften müssen wir alle.
Ist der gleiche Effekt wie auf dem Bau. Irgendwann wird jeder reingezogen, weil das ganze System korrupt ist.
Finde, wir sollten uns entscheiden, ob wir das mitmachen oder lieber sein lassen..... auch wenn Ersteres erstmal unbequem ist. Wir "verkaufen" allerdings letztendlich unsere Vertrauenswürdigkeit und unseren Leumund.
Meine Erfahrung dazu: kommt alles raus. Nichts tun die Leute lieber, als sich "Stories" über andere zu erzählen... Muss nur mal ein Patient sich ungerecht behandelt fühlen, ein Praktikant von dir schlecht bewertet worden oder ein Ex-Mitarbeiter sauer auf dich sein.
Toi, Toi, Toi wünscht
Oetken1