Geändert am 23.05.2012 13:22:00
Zitat:
Vielen Dank für die Rückmeldung!
Das Gleichgewicht spielt ja eine sehr wichtige Rolle in der ergotherapeutischen Behandlung. Seltsam, dass KG´s das als alleinige Diagnose behandeln dürfen, wir aber nur in Kombination.
Hallo ergoir,
das Gleichgewicht, so wie andere abstrakte, funktionelle Items spielt eine wichtige Rolle in den von den Ergotherapeuten seit ungefähr 30 Jahren präferierten Behandlungsverfahren. Die schneiden, was die Wirksamkeit angeht, aber bei Studien nicht gut ab.
Seit einigen Jahren hat sich deshalb, nicht zuletzt durch Forschung die diesbezügliche Einstellung gewandelt (siehe z.B. biopsychosoziales Paradigma der ICF).
Die Entwickler der HMR haben versucht, dem Rechnung zu tragen. Die Alternative wäre gewesen, die Ergotherapie als Heilmittel nur noch für die Gebiete zu belassen, in denen sie eigene Verfahren hat und ihr Vorgehen sich klar von anderen Berufsgruppen unterscheidet.
Oder noch drastischer (war damals der Vorschlag von Herrn Seehofer): Ergotherapie den Kassen als Gestaltungsleistung anzubieten. Hätte in Realität bedeutet: Ergotherapie wäre von den Kassen nicht mehr finanziert worden.
Insofern bin ich mit den HMR schon ganz zufrieden.
Übrigens: die Physiotherapeutenverbände waren ganz unglücklich damals, dass sie den Bereich "Aktivität/Alltag" nicht bekommen.
Eigentlich kurios: wir wertschätzen den gar nicht, sondern kopieren lieber Physios bzw. Verhaltenstherapeuten oder Sonderpädagogen, während diese Berufsgruppen auf die Felder schielen, die uns zugeordnet sind.
Mir fallen dazu immer zwei Zitate ein: "Ergotherapeuten trauen dem Gegenstand ihrer eigenen Profession nicht" (Joachim Rottenecker, Wannsee-Schule) und
"Ergotherapeuten- denn sie wissen nicht, was sie tun" (Dozentin an der ergotherapeutischen Fakultät einer Hochschule, die nicht genannt werden möchte

)
Grüße von
Oetken1