Registriert seit: 25.01.2020
Beiträge: 1
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Hallo liebe Kollegen,
ich kämpfe momentan mit einem Thema, von dem ich gern eure Meinungen hören würde bzw. wie es euch dabei geht. Ich arbeite in einer Praxis, wo seit einigen Monaten eine Art "Befragung" durchgeführt wird. Die Patienten bewerten ihre Therapie / Kurse mit allem was dazu gehört: Praxiseinrichtung, Terminvergabe, Zusammenarbeit mit Externen, Therapieverlauf usw. Ich verstehe ja den Sinn für meinen Arbeitgeber dahinter völlig.
Aber nun kam es auch dazu, dass Kolleginnen namentlich eher mittelmäßig "benotet" wurden. Ich kann vieles nachvollziehen, sehe aber auch, dass wir als Therapeuten zu 100% engagiert sind, sowohl therap. gut zu arbeiten und gleichzeitig klientenorientiert zu arbeiten. Ebenfalls wurden Kommentare in die z.T. anonymen Bögen geschrieben, die nicht sehr nett waren (wir bieten auch zB ADHS Beratung, Beratungen bei Elternabenden an usw., wo erstmal kein persönlicher und lang vertrauter Umgang zum Patienten besteht).
Uns, und vorallem mich, belastet das sehr. Ich habe schon in größeren Einrichtungen gearbeitet, wo es auch Teil des QMs war. Aber ich merke immer mehr, dass dieses "sich beweisen müssen" und alle zufrieden stellen zu müssen mir extrem zu schaffen macht. Wenn von 10 Bewertungen auch nur eine negativ ist, belastet mich das so sehr, dass ich noch wochenlang mit mir hadere. Natürlich kann man mir raten, nimms nicht so tragisch, aber es verletzt mich schon tief. Ich empfinde es auch als immer schwerer, Patienten und Kunden allg. zufrieden zu stellen. Wie gesagt, es geht nur um einzelne Stimmen. Im Großen und Ganzen bekomme ich viele super positive Rückmeldungen. Ich wollte einfach mal eure Meinungen hören zum Thema "Bewertung" und wie ihr das persönlich handhabt. Vielen Dank!
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Registriert seit: 30.07.2001
Beiträge: 58
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Hallo Susanna08,
Was sind das denn für Bewertungen welche die Dir zu schaffen machen? Wirklich persönliche Kritik am Therapeuten oder eher allgemein?
Ich denke ich würde versuchen ganz objektiv an eine solche Kritik heran zu gehen. Schauen was vielleicht tatsächlich verbessert werden kann/muss. Kritik ist ja auch immer eine Chance einen anderen Blick auf die eigene Arbeit zu bekommen und sich selbst dadurch besser zu reflektieren und positiv weiter zu entwickeln.
Unfreundliche oder unverschämte Kommentare braucht man nicht an sich heran zu lassen, die"Nörgler" sind oft einfach mit sich selbst unzufrieden und finden immer etwas das ihnen nicht gefällt.
Aber ansonsten finde ich Kritik und ehrliche Rückmeldungen eine sehr positive Sache.
Liebe Grüße!
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Registriert seit: 30.08.2004
Beiträge: 382
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Hallo Susanna, ich muss mit den Bewertungen/Vergleichen meiner Vorgänger arbeiten. Und im vorraus gesagt, es interessiert mich nicht. Mein Vorgänger hat das und dieses besser oder schlechter gemacht, er war mehr oder weniger empathisch, oder hat die Anwendungen "anders" gemacht. Sich jede Meinung zu Herzen zu nehmen macht einen auf Dauer kaputt und laugt aus. Zieh deinen eigenen Stiefel durch. Du wirst sehen, wenn du ehrlich zu Dir selber und deinen Patienten/Klienten bist wird sich der Erfolg einstellen. Ich bin z.B. 5 Sekunden nach verlassen der Arbeit schon im Privatleben. Denke ans Zweisamkeit mit meiner Frau, Kochen, Garten, Bier trinken aber nicht an die Arbeit. Abschalten. Ich wünsche Dir alles Gute. Grüße A.
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Martaa
Ehemaliges Mitglied
Beiträge: 5
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Ich nehme mir Bewertungen niemals zu herzen. Ich versuche konstruktive Kritik anzunehmen und dahingehend zu arbeiten. mehr aber auch nicht.
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Registriert seit: 21.11.2014
Beiträge: 99
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Die Frage ist tatsäüchlich auch wie konstruktiv ist denn diese "negative" BEwertung? Oder ist es eher Frust des Patienten, weil sich sein Zustand nicht bessert, aber Aufgrund der Ausgangssituation könnte das vlt. keine Therapie der Welt herbeizaubern...
"Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können!" - Abraham Lincoln -
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Registriert seit: 30.05.2008
Beiträge: 151
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einige Gedanken dazu was ist der Unterschied zwischen Bewertung, Feedback und Kritik? Für mich: Feedback kann ich gut annehmen und mir überlegen was das für mich, für die nächste Behandlung, für meine Weiterentwicklung bedeutet, ob es mit mir oder dem Gegenüber zu tun hat. Bewertung vergleicht mich mit ?? z.B. einer Kollegin, Erwartungen... dies hilft mir nicht mich weiterzuentwickeln. Kritik stellt vielleicht Fähigkeiten in Frage, kann persönlich genommen werden, kann als Angriff genommen werden und wer hilft mir objektiv zu beurteilen ob das nur eine Momentaufnahme des Gegenübers ist oder etwas echt zu verbesserndes?
Weiterentwicklung bedeutet nicht es allen recht zu machen...
Vielleicht kannst Du anfangen von Beginn an immer wieder Feedback in der Behandlung einzuholen, damit die Kritik dann nicht anonym im Bewertungsbogen steht sondern eine offene Feedbackkultur entsteht und es braucht im Team ein vis-à-vis mit dem Feedback konstruktiv besprochen werden kann und Weiterentwicklungsfelder definiert werden.
Liebe Grüsse
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Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 490
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Was nützt die Masse an Bewertungen wenn es dazu keine konstruktive Auswertung der Daten dazu gibt? Wer analysiert diese Bewertungen, und warum und wozu? Welche Konsequenzen haben diese Bewertungen für das Unternehmen und die einzelnen Abteilungen und Mitarbeiter? Wie werden die Mitarbeiter aufgefangen und gefördert? Gibt es Gespräche mit den Vorgesetzten, im Team oder Supervision? Diese Datensammelwut ist doch eigentlich nur für den Müll, wenn keiner damit arbeitet. Es verunsichert die Mitarbeiter und bindet unnötig Ressourcen im Unternehmen.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
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