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Diskussionsforum

Erleichterung der Abschlussprüfung

Optionen:
28. Juli 2021 18:08 # 1
Registriert seit: 20.06.2017
Beiträge: 26

Geändert am 28.07.2021 18:41:00
Ist es möglich bei alle therapeutischen Berufen die Abschussprüfungen für Alle zu erleichtern? Der Umfang des Fachwissens bleibt aber gleich.

Beispiel:
1 Variante: Die Abschlussprüfung bleibt gleich aber die Vornoten fließen bei der Abschlussprüfung mit hinein und machen ca. 30-40% der Gewichts aus. So können Wackelkandidaten ihre Prüfungsnoten verbessern.
2 Variante: Das schriftliche Teil der Prüfung findet 6 Monate vorher statt. Die mündliche und praktische Prüfung finden zusammen 6 Monate später statt. In den 6 Monaten finden viele Praktika statt um die Schüler auf die praktische Prüfungen vorzubereiten, natürlich in Wechsel mit Schulunterricht.
3 Variante: Die Abschlussprüfung bleibt gleich, aber alle Schüler haben die Möglichkeit die Abschlussprüfung zwei Mal zu wiederholen, so wie in der beruflichen Ausbildung.

Eine zusätzliche Option für langsame Schüler und Schüler mit Prüfungsstress: Sie können einen Antrag auf Prüfungserleichterung stellen und dadurch bekommen sie bei den Prüfungen mehr Zeit als andere Schüler. Die Prüfungszeit kann nur einmal verlängert werden. Beispiel: Bei der Handwerksprüfung bekommen sie 1 Tag mehr Zeit oder bei der schriftlichen Prüfung 3 Stunden mehr Zeit. Sie bräuchten dazu nicht unbedingt einen ärztlichen Nachweis von irgendwelchen psychischen Erkrankungen. Besonderes für die Schüler die zum ersten Mal in der Prüfung durchgefallen sind wäre diese Prüfungserleichterung eine Option.

Wären solche Prüfungsvorstellungen nicht humaner? Diese Prüfungserleichterung würde mehr Schüler anlocken die Ergotherapie Ausbildung zu machen oder sie nicht abbrechen lassen. Die Durchfallquote wäre geringer.

Was haltet ihr von meiner Idee?

28. Juli 2021 22:21 # 2
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1269

Mir ist bisher noch nicht in den Sinn gekommen, daß es zuwenig Anmeldungen an den Schulen gibt, weil die Prüfung zu schwer sein könnte.
Die Durchfallquote kenne ich nicht, ich fand sie bei uns aber bemerkenswet niedrig.
Auch der Stoff war recht gut erlernbar, für mich als fast 50 Jährigen. Ich habe sogar meine Fehlzeiten ausgereizt bis auf einen Tag. Es war gezieltes Arbeiten, aber für fast Jede und Jeden von 18 bis 48 schaffbar. Die Umstände waren von der Schule her sogar eher ungünstig. Zuviele Scüler, zu kleien Räume, Dozentenwechsel und unfähige Dozenten, einige von uns arbeiteten auch noch für den lebensunterhalt und das happige Schulgeld.

Die Vorschläge finde ich zum Teil sehr unrealistisch, da die Ausbildung schon jetzt vollgepackt ist, da kann man nicht die Prüfungen vorverlegen.
Wenn man es nicht schafft, kann man wiederholen oder etwas anderes machen.
Man könnte das Examen ja auch nach einem Jahr verteilen, dann hätte man sicher viele neue Kandidaten. (Ironie)
Das Lernen geht doch anschließend erst richtig los, besonders, wenn man den Beruf länger ausüben will. Da sind Ausbildung und Prüfung schon eine Vorbereitung.
Und soo schwer fand ich es wirklich nicht, anstrengen musste ich mich schon manchmal.

Weiter viel Erfolg
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
28. Juli 2021 23:16 # 3
Registriert seit: 23.02.2009
Bundesland: Hessen
Beiträge: 136

Guten Abend,

ich sehe keinen Gewinn in der Erleichterung von Prüfungen. Ich denke, dass die Ausbildungszeit als Vorgeschmack auf die Arbeitswelt gesehen werden kann und bei der Arbeit gibt es auch Situationen in denen man eine gewisse Stressresistenz haben sollte oder wo mit Zeitdruck möglichst zielführend umzugehen ist.
Warum schlechteren Absolventen das Examen erleichtern? Wer gewinnt da? Die Patienten? Der Berufsstand? Der Absolvent? Keiner denke ich.

Nun stellt sich mir die Frage wieso du Beki87 auf diese Idee kommst?
29. Juli 2021 10:28 # 4
Registriert seit: 20.06.2017
Beiträge: 26

Geändert am 29.07.2021 11:58:00
Zitat / T.Hanke hat geschrieben:
Guten Abend,

ich sehe keinen Gewinn in der Erleichterung von Prüfungen. Ich denke, dass die Ausbildungszeit als Vorgeschmack auf die Arbeitswelt gesehen werden kann und bei der Arbeit gibt es auch Situationen in denen man eine gewisse Stressresistenz haben sollte oder wo mit Zeitdruck möglichst zielführend umzugehen ist.
Warum schlechteren Absolventen das Examen erleichtern? Wer gewinnt da? Die Patienten? Der Berufsstand? Der Absolvent? Keiner denke ich.

Nun stellt sich mir die Frage wieso du Beki87 auf diese Idee kommst?


Ja weil es bei der beruflichen Ausbildungen diese Erleichterung gibt. Warum nicht bei der schulischen Ausbildungen?
Die Arbeitszeit kann nicht verglichen werden mit der Prüfungszeit. Manche Schüler sind ziemlich gut in Praktikum, aber in der praktischen Prüfung bestehen sie gerade mit einer 4er Note. Manche Menschen fühlen sich gestresst wenn sie von der dritten Person beobachtet werden, als wenn sie allein mit dem Patienten sind. Das ist nun mal Fakt. Das habe ich doch an Kollegen erlebt.
Es erklärt auch zum Teil warum mehr junge Leute eine betriebliche Ausbildung wählen als eine schulische Ausbildung.
29. Juli 2021 10:43 # 5
Registriert seit: 20.06.2017
Beiträge: 26

Geändert am 29.07.2021 12:17:00
Zitat / rapor hat geschrieben:
Mir ist bisher noch nicht in den Sinn gekommen, daß es zuwenig Anmeldungen an den Schulen gibt, weil die Prüfung zu schwer sein könnte.
Die Durchfallquote kenne ich nicht, ich fand sie bei uns aber bemerkenswet niedrig.
Auch der Stoff war recht gut erlernbar, für mich als fast 50 Jährigen. Ich habe sogar meine Fehlzeiten ausgereizt bis auf einen Tag. Es war gezieltes Arbeiten, aber für fast Jede und Jeden von 18 bis 48 schaffbar. Die Umstände waren von der Schule her sogar eher ungünstig. Zuviele Scüler, zu kleien Räume, Dozentenwechsel und unfähige Dozenten, einige von uns arbeiteten auch noch für den lebensunterhalt und das happige Schulgeld.

Die Vorschläge finde ich zum Teil sehr unrealistisch, da die Ausbildung schon jetzt vollgepackt ist, da kann man nicht die Prüfungen vorverlegen.
Wenn man es nicht schafft, kann man wiederholen oder etwas anderes machen.
Man könnte das Examen ja auch nach einem Jahr verteilen, dann hätte man sicher viele neue Kandidaten. (Ironie)
Das Lernen geht doch anschließend erst richtig los, besonders, wenn man den Beruf länger ausüben will. Da sind Ausbildung und Prüfung schon eine Vorbereitung.
Und soo schwer fand ich es wirklich nicht, anstrengen musste ich mich schon manchmal.

Weiter viel Erfolg


Das freut mich sehr für Sie. Ich glaube sie hätte es sogar dieses Ergotherapie Studium geschafft, wenn Sie so intelligent und belastbar sind. Danke für die Antwort.
Ja es ist aber Fakt, dass insbesondere heutige Jugendliche eher studieren wollen als eine Ausbildung zu machen.
Quelle:https://www.welt.de/politik/deutschland/article147403990/Die-Zukunft-gehoert-dem-Stuzubi.html
Wenn sie sehen, dass therapeutische Ausbildungen sehr anspruchsvoll sind in vergleich zu manch anderen Ausbildungen und nachher eh wenig verdienen werden: Warum nicht gleich einen anderen Beruf wie Sozialarbeiter, Psychologe beispielsweise auswählen und studieren? Manche junge Menschen studieren die Ergotherapie in Ausland und leben auch dort.

Was ich damit sagen will: Die therapeutische Ausbildungen werden generell immer anspruchsvoller und theoretischer zumindest in den letzten 50 Jahren. Es wäre hier angemessener eine Prüfungserleichterung für alle ein zu führen oder für die Wiederholer. Falls dies nicht notwendig ist wie Sie behaupten, dann wäre es besser diesen Ergotherapie Beruf wie in anderen europäischen Ländern auch zu akademisieren und dem entsprechend besser zu vergüten und den Berufstand besser politisch anerkennen.
29. Juli 2021 14:26 # 6
Registriert seit: 29.09.2007
Beiträge: 793

Zitat:
Was ich damit sagen will: Die therapeutische Ausbildungen werden generell immer anspruchsvoller und theoretischer zumindest in den letzten 50 Jahren.


Ja, aber wo ist das Problem? Der Beruf wird auch immer anspruchsvoller...

Zitat:
Es wäre hier angemessener eine Prüfungserleichterung für alle ein zu führen oder für die Wiederholer.


Zum Vergleich: " Herzchirurgie wird ja immer anspruchsvoller - da geben wir den angehenden Chirurg*innen, die sich schwertun doch ein paar Chancen mehr, damit auch die Herzchirugie betreiben können, die manuell nicht soo fit sind"

Gruß
nimis



29. Juli 2021 15:04 # 7
Registriert seit: 20.06.2017
Beiträge: 26

Zitat / nimis hat geschrieben:
Zitat:
Was ich damit sagen will: Die therapeutische Ausbildungen werden generell immer anspruchsvoller und theoretischer zumindest in den letzten 50 Jahren.


Ja, aber wo ist das Problem? Der Beruf wird auch immer anspruchsvoller...

Zitat:
Es wäre hier angemessener eine Prüfungserleichterung für alle ein zu führen oder für die Wiederholer.


Zum Vergleich: " Herzchirurgie wird ja immer anspruchsvoller - da geben wir den angehenden Chirurg*innen, die sich schwertun doch ein paar Chancen mehr, damit auch die Herzchirugie betreiben können, die manuell nicht soo fit sind"

Gruß
nimis





Ja aber Herzchirurgie ist für die Gesellschaft notwendiger als Ergotherapie. Jetzt mal krass gesagt. Andererseits kann ich manche angehende Ärzte verstehen die in Ausland studieren, weil manche Medizinunis in Ausland leichtere Examen haben als in Deutschland und Ärzte teilweise in Ausland mehr verdienen.

29. Juli 2021 21:02 # 8
Registriert seit: 29.09.2007
Beiträge: 793

Geändert am 29.07.2021 23:19:00
Zitat:
Ja aber Herzchirurgie ist für die Gesellschaft notwendiger als Ergotherapie.


Ach soo, Na dann....

Vielleicht erstmal das Selbstbild klären? Die eigene Berufsentscheidung klären? Von jemand mit dieser Einstellung möchte ich dann vielleicht auch lieber nicht behandelt werden.

Ich kenne genügend Patient*innen, die vielleicht in ihren Leben keine/n Herzchirurg*in brauchen werden - die aber dringend gute Ergotherapie gebraucht haben, um in ihrem Alltag zufriedenstellend zurechtzukommen.


Gruß
nimis
30. Juli 2021 16:07 # 9
Registriert seit: 03.01.2011
Beiträge: 412

Also in unser Abschlusszeugnis waren sogar die Vornoten mit reingerechnet mit ner Gewichtung von ich meine 30%. Ob das was aus gemacht hat über die Frage bestehen oder nicht bestehen der komplett Ausbildung, das kann ich nicht sagen. Wir haben quasie ein Abschlusszeugnis (mit reinrechnung der Vortnoten) bekommen und die Prüfungsnosten nochmal extra
31. Juli 2021 08:58 # 10
Registriert seit: 04.08.2002
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1269

Zitat Beki87
Das freut mich sehr für Sie. Ich glaube sie hätte es sogar dieses Ergotherapie Studium geschafft, wenn Sie so intelligent und belastbar sind.

Leider bin ich über meine Leben hinweg körperlich und seelisch eher eingeschränkt belastbar, das wechselt schon mal schnell. Ich war auch wegen Depris in stationäer psychiatrischer Behandlung und es fällt und fiel mir manchmal schwer, überhaupt unter Menschen zu gehen. Und für besonders intelligent halte ich mich erst recht nicht, manchmal fällt der Groschen in Pfennigen, dafür habe ich eine große Klappe und kann mich gut verkaufen.
Der Rest ist einfach Arbeit und Willen.

Schönes Wochenende
Signaturen lesen ist Zeitverschwendung!
8. August 2021 12:39 # 11
Registriert seit: 20.06.2017
Beiträge: 26

Zitat / Mietzi hat geschrieben:
Also in unser Abschlusszeugnis waren sogar die Vornoten mit reingerechnet mit ner Gewichtung von ich meine 30%. Ob das was aus gemacht hat über die Frage bestehen oder nicht bestehen der komplett Ausbildung, das kann ich nicht sagen. Wir haben quasie ein Abschlusszeugnis (mit reinrechnung der Vortnoten) bekommen und die Prüfungsnosten nochmal extra


Anscheinend hat jedes Bundesland hier andere Gesetze.
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