Registriert seit: 11.05.2023
Beiträge: 1
|
Hallo ihr lieben,
ich würde mich über ein paar Anregungen zu meiner Sichtstunde freuen, um eine Richtung zu finden.
Die Klientin ist schon knapp 60 Jahre alt und hat die Hauptdiagnose Schizophrenie. Darüber kann sie selber aber gar nichts genaueres sagen, z.B. seit wann sie diese hat und wie sich ihre Symptome geäußert haben.
Gegenwärtig geht sie seit einigen Jahren in eine Tagesstätte, die sie mittlerweile als hilfreich ansieht. Ihr tut die Tagesstruktur sehr gut, da sie sonst morgens nicht mehr aufstehen würde und sich fertig machen würde etc. des Weiteren sind ihr dort die Kontakte wichtig, da sie sonst, bis auf ihren Partner, bei dem aber auch Gewalt Verdacht besteht (was sie selber so nicht wahrnimmt), sehr isoliert lebt. Ziele kann sie keine konkreten nennen und Bereiche, die sie verändern möchte, auch nicht.
Ich habe mit ihr das OSA durchgeführt um zu schauen, was sie für Themen und Veränderungswünsche bzw. Ziele hat. Hierbei stellte sich leider raus, dass es ihr gut geht, dadurch dass sie in die Tagesstätte geht. Auch stellte sich heraus, dass sie eine vollkommen andere Wahrnehmung von sich und ihrem Leben hat wie es andere Therapeuten in der Einrichtung von ihr wahrnehmen. Dies ist ja keine Seltenheit und vollkommen normal und IHRE Perspektive ist natürlich die wichtigste, Klientenzentrierung!
Allerdings ist es für mich in dieser Situation gerade sehr schwer, Ziele zu erarbeiten, an denen gemeinsam weiter gearbeitet werden kann.
Grundsätzlich würde ich einfach an der Zielfindung als Ziel weiterarbeiten, aber leider stet ein baldiger Termin für eine Sichtstunde an, für die ich ja ein konkretes Ziel brauche (SMART Ziel..) dass die Klienten erreichen möchte.
Über Anregungen würde ich mich sehr sehr freuen, liebe Grüße, Anna
|
|
Registriert seit: 13.03.2011
Beiträge: 235
|
Ich frage mal ganz ketzerisch.... Muss es denn diese Klientin sein? Klingt nicht nach einer einfachen Klientin. Wenn ich Schüler betreue, dann seh ich zu, dass ich Patienten auswähle (vorausgesetzt diese sind bereit dazu), bei denen es die Schüler vermutlich leichter haben. Wo also Ziele einigermaßen klar sind. LG Salu
Liebe ist, dem Geliebten zu geben, was er braucht. Der Geliebte wird dir geben, was du brauchst, wenn du die Erwartung aufgibst, etwas zu bekommen. [Anita Balser]
|
|
Registriert seit: 02.06.2005
Beiträge: 3212
|
Guten Tag Anna, falls noch aktuell: die Zielfindung ist Teil des ergotherapeutischen Prozesses, weshalb eine Einheit zur gemeinsamen Zielvereinbarung sich auch als Sichtstunde eignet. So, wie du die Patientin und die Umstände beschrieben hast, könnte ein auf ihre Situation und ihr persönliches Erleben passendes Ziel sein, Bedingungen zu identifizieren, zu erhalten und ggf. noch zu schaffen, die es ihr ermöglichen, weiterhin regelmäßig die Tagesstätte besuchen zu können. >Gegenwärtig geht sie seit einigen Jahren in eine Tagesstätte, die sie mittlerweile als hilfreich ansieht. Ihr tut die Tagesstruktur sehr gut, da sie sonst morgens nicht mehr aufstehen würde und sich fertig machen würde etc. des Weiteren sind ihr dort die Kontakte wichtig, da sie sonst, bis auf ihren Partner, bei dem aber auch Gewalt Verdacht besteht (was sie selber so nicht wahrnimmt), sehr isoliert lebt. Ziele kann sie keine konkreten nennen und Bereiche, die sie verändern möchte, auch nicht.< Beschäftige dich ruhig nochmal mit Sinn und Zweck des OSA und vergleiche das, was du mit deiner Patientin herausgefunden hast damit. Bedenke im Sinne des Clinical Reasoning, welche Prognose diese Frau angesichts ihres Krankheitsverlaufs hat und was wichtig ist, damit sie möglichst gesund bleibt und teilhaben kann. Ergotherapie als Heilmittel kann und soll Gesundheit verbessern, erhalten oder bei Verschlechterungen lindernd und kompensierend wirken. Viel Erfolg wünscht dir Angelika Oetken
Oetken1
|
|