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Heya!
Ich wende mich heute an das ergoXchange Forum, da ich gerne Einschätzungen zu meiner Situation hätte, da ich zugegebenermaßen etwas auf dem Schlauch stehe.
Kurzgesagt war ich einige Jahre bereits vor Corona erwerbsunfähig und habe keine abgeschlossene Ausbildung.
Im Jahr 2021 habe ich in einem Versuch, mich zu Integrieren eine Jugendmaßnahme besucht um mich auf einen Berufseinstieg vorzubereiten, auf die ein stationärer Klinikaufenthalt folgte, währenddessen ich eine Borderline Diagnose erhalten habe. Da meine 'Symptome' für mich nichts neues sind und ich aus der Abhängigkeit vom Staat rauswollte, habe ich mich dazu entschieden, eine Ausbildung zu beginnen.
Mitte 2022 kehrte ich an die Schule zurück, an der ich 2016 mein Abitur abbrechen musste, um dort die Ausbildung zur Ergotherapeutin zu beginnen. Irgendwie hat mir das von Anfang an nicht ganz behagt, mich mit diesen alten Eindrücken zu konfrontieren.
Im Laufe des Jahres entwickelte sich innerhalb der Klasse eine Freundschaft mit einer Person die fachlich auch auf meinem Level war, die dann aber recht schnell abrutschte und in eine Situation führte, die mich und die andere Person ziemlich belastete. Genrell tue ich mir schwer mit Beziehungen und war damit krass überfordert, die einzige Person mit der ich mich wirklich verstand so abzustoßen. Ich war danach auch oft die Person, die sich in der Klasse trotz meiner guten Theoretischen Leistungen der Beliebtheit wegen den Schwächeren annehmen musste.
Mittlerweile bin ich im zweiten Lehrjahr, morgen geht es wieder los und wir sind von ursprünglich vierzehn noch acht Personen im Kurs. Ich mache mir ein wenig Sorgen, jetzt noch weniger Anschluss zu haben und die ehemalige Freundin quasi ignorieren zu müssen.
Außerdem habe ich mein erstes Praktikum im Bereich der Arbeitstherapie hinter mir - meine Noten sind gut, mein Anleiter und meine Sichtstunden bewerteten mich mit 1,1 - 1,5, trotzdem fiel mir der Umgang mit den Klienten und die Motivation schwer, da ich einfach nichts von Smalltalk halte und mehr auf 'Effizienz' schaue. Ich will nicht behaupten dass ich Empathielos bin, ich verstehe nur viele Leute nicht die zur Therapie erscheinen und es so wenig Ernst nehmen, keine Eigeninitiative mitbringen und sich ständig verquatschen. Mir fehlte im Praktikum die Authorität, auf den Kern der Therapie zurückzukommen und daher wundert es mich, dass meine Leistungen so gut bewertet wurden, da ich ja weiß, wie oft ich mich aus Situationen zurückgezogen habe, weil ich den Einstieg nicht gefunden habe. Nach 3 Monaten dort war ich wirklich geschafft. Jetzt frage ich mich, inwieweit das Normal ist, zum lernen dazugehört und ob ich sozial einfach nicht geeignet für diesen Beruf bin?
Mag sein dass ich von Natur aus sehr kritisch mit mir und anderen bin und es mir schwerfällt, das Lösungsorientiert zu kommunizieren, trotzdem belastet mich diese häufige Misskommunikation. Ich fühle mich behindert dadurch, nicht für mich Einstehen zu können und frage mich, ob ich zu hart bin und zuviele Ansprüche stelle. Von meinen Lehrkräften erhalte ich oft Lob und die Aussage, dass ich einfach noch meinen Weg finden muss, die sehen anscheined etwas in mir. Aber diese Umstände sorgen ehrlich gesagt nicht grade dafür, dass ich mich in dem Beruf aktuell wohl fühle.
Wie seht ihr das? Wir war euer Einstieg? Wart ihr auch so unsicher? Ist es verantwortbar, dass ich das Gefühl habe, weniger zu leisten als ich sollte obwohl die Wahrnehmung so auseinander geht? Und findet ihr es nachvollziehbar dass meine Motivation unter diesen Umständen leidet? Ich bin dankbar für jedes Feedback :)
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