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Hallo. Ich habe eine Patientin mit ALS. Sie würde gerne so lange wie möglich ihre Kraft erhalten in den Händen/Arme. Welche Übungen, die sie nicht all zu sehr belasten kann ich machen? Bis jetzt kamen Therapieknete super soft und gelbes TB in den Einsatz. 2 Übungen mit dem Band, dann war sie schon erschöpft. Was könnte ich noch machen oder auch Rumpfübungen, habt ihr vielleicht Ideen? LG
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Zitat / cat676 hat geschrieben:Hallo. Ich habe eine Patientin mit ALS. Sie würde gerne so lange wie möglich ihre Kraft erhalten in den Händen/Arme. Welche Übungen, die sie nicht all zu sehr belasten kann ich machen? Bis jetzt kamen Therapieknete super soft und gelbes TB in den Einsatz. 2 Übungen mit dem Band, dann war sie schon erschöpft. Was könnte ich noch machen oder auch Rumpfübungen, habt ihr vielleicht Ideen? LG Wozu benötigt die Patientin ihre Kraft? Wie sind die psychischen und physischen Ausgangswerte, was kann sie noch selbständig? Wie ist der Krankheitsverlauf? Wo ist in der Zielsetzung der Alltagsbezug? Vielleicht macht es mehr Sinn wenn du mit der Patientin ein Anziehtraining machst, als mit ihr Therabandübungen durchzuführen. Was will sie noch selbstständig im Haushalt und in ihrer Freizeit machen? Dies zu beüben und Adaptionen und Hilfsmittel dafür zu finden hilft ihr psychisch und physisch eindeutig mehr. Vielleicht benötigt sie auch ein Atem-, Ess- und Schlucktraining mit sensorischer Stimulation? Ein bloßer Krafterhalt ist keine betätigungsorientierte Zielformulierung, wie es sich z.B. unsere zukünftige Kollegin Katrinasch als Arbeitsansatz für ihren zukünftigen Arbeitsplatz in ihrem Forenbeitrag wünscht.
"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
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Zitat / cat676 hat geschrieben:Hallo. Ich habe eine Patientin mit ALS. Sie würde gerne so lange wie möglich ihre Kraft erhalten in den Händen/Arme. Welche Übungen, die sie nicht all zu sehr belasten kann ich machen? Bis jetzt kamen Therapieknete super soft und gelbes TB in den Einsatz. 2 Übungen mit dem Band, dann war sie schon erschöpft. Was könnte ich noch machen oder auch Rumpfübungen, habt ihr vielleicht Ideen? LG Hallo Cat676, wenn Du Deine Patientin ganzheitlich betrachtest, kommst Du eventuell auf viele Ideen. Die erste Frage, die ich mir inzwischen stellen würde: wie lange bin ich bereit und in der Lage diese Patientin mit diesem Krankheitsbild therapeutisch wertvoll zu begleiten. Aktuell begleite ich jemanden seit Feststellung der Erkrankung bis zum beatmungspflichtigen Zustand. Open End. Dazwischen befanden sich unheimlich viele Steps, die formuliert wurden und eine kurze Halbwertzeit hatten, aber dennoch brisant für die Patientin erschienen. Wenn Du das Gefühl hast, die Kraftübungen geben der Patientin Bestätigung und Erfüllung, ist die Auswahl gerechtfertigt. Rechne aber damit, dass es in einer Woche längst nicht mehr das Thema ist. Ein Alltagsbezug ist hier stets angebracht. Es ist verständlich, dass man besonders in diesem Krankheitsbild sich von Stufe zu Stufe hangelt. Jetzt ist die Kraft dran, morgen der Transfer, nächste Woche die Trinkhilfe, dann kommen plötzlich die Kommunikationshilfen, weil gar nichts mehr geht. Nach vielen ALS Patienten hat sich mein Blick stark geändert. Als Therapeut wird man besonders schnell vor Veränderungen und Notsituationen gestellt, dennoch ist es wichtig, die Prognosen nicht auf die Patienten einschlagen zu lassen. Kraftübungen der Hände/ Finger können gut sein, um eine Notrufklingel zu betätigen oder eine Tube aufzudrehen. Ob Du jetzt dafür das Ausmalen eines Mandalas mit Wachsmalstiften/ Holzstiften, das Zusammenlegen von Handtüchern auswählst oder Knet- und Zugübungen anwendest, sollte von der Begeisterung der Patientin abhängen. Alles Gute!
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