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Ausbildung im Alter-Altersdiskriminierung?

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21. September 2026 19:50 # 1
Registriert seit: 21.09.2026
Beiträge: 3

Hallo,

lange Jahre in der Museumspädagogik tätig wird man mich mit 55 wohl "spätberufen" nennen. Ich habe bereits ein Praxis-Praktikum und eine Krankenhaus-Hospitanz gemacht und scheitere gerade bei allen Schulen, bei denen ich mich beworben habe. Leider habe ich nicht so viel Zeit, wie jemand mit Anfang 20 und bin daher sehr gefrustet, keine Chance zu bekommen. Und das, obwohl wir ja alle wegen der demografischen Entwicklung sicher bis weit über 70 arbeiten werden, d.h. ich hätte sicher nach der Ausbildung noch mindestens 10 Jahre Berufstätigkeit vor mir. Was ich mir übrigens auch wünschen würde! Ich wage mal den Verdacht auf Altersdiskriminierung. Auf meine nachträgliche Antwort gibt das natürlich keine der Schulen zu und dabei ist es laut Arbeitsagentur ein Fachkräftemangelberuf. Leider läuft mir die Zeit davon. Hat jemand eine Idee?
22. September 2026 19:51 # 2
Registriert seit: 10.02.2005
Bundesland: Niedersachsen
Beiträge: 725

Seitdem die Ausbildung bezahlt wird, können sich die Schulen ihre SchülerInnen aussuchen.
Dass Du nicht angenommen wirst, würde ich evtl. nicht nur aufs Alter schieben, denn auch nicht jeder junge Mensch bekommt eine Chance. Was meinst Du mit "Leider habe ich nicht so viel Zeit, wie jemand mit Anfang 20"? Zeit zu lernen? Die Ausbildung zu machen? Oder Lebensarbeitszeit?

Gruß, Karsten
R46.2 – und Spaß dabei!
24. September 2026 20:17 # 3
Registriert seit: 22.08.2004
Beiträge: 400

Hallo,

das hat nichts mit Altersdiskriminierung zu tun, dass du Absagen erhälst.
Es kommt auch immer darauf an, an welcher Schule man sich in welcher Stadt bewirbt.
Frag doch bei den Schulen nach, warum du abgelehnt wurdest.


24. September 2026 23:36 # 4
Registriert seit: 21.09.2026
Beiträge: 3

Danke, das hab ich versucht aber die antworten dann meist, sie könnten aus Gründen der Fairness gegenüber Mitbewerbern keine Auskunft über Auswahl Kriterien etc. geben. Ich Versuch es jetzt noch einmal bei der nächsten Runde. Bei den Beelitz-Kliniken war ich zumindest eingeladen in die zweite Runde…🤗😉
26. September 2026 09:47 # 5
Registriert seit: 30.09.2021
Beiträge: 496

Zitat / Ergonomy hat geschrieben:
Hallo,

lange Jahre in der Museumspädagogik tätig wird man mich mit 55 wohl "spätberufen" nennen. Ich habe bereits ein Praxis-Praktikum und eine Krankenhaus-Hospitanz gemacht und scheitere gerade bei allen Schulen, bei denen ich mich beworben habe. Leider habe ich nicht so viel Zeit, wie jemand mit Anfang 20 und bin daher sehr gefrustet, keine Chance zu bekommen. Und das, obwohl wir ja alle wegen der demografischen Entwicklung sicher bis weit über 70 arbeiten werden, d.h. ich hätte sicher nach der Ausbildung noch mindestens 10 Jahre Berufstätigkeit vor mir. Was ich mir übrigens auch wünschen würde! Ich wage mal den Verdacht auf Altersdiskriminierung. Auf meine nachträgliche Antwort gibt das natürlich keine der Schulen zu und dabei ist es laut Arbeitsagentur ein Fachkräftemangelberuf. Leider läuft mir die Zeit davon. Hat jemand eine Idee? ... Danke, das hab ich versucht aber die antworten dann meist, sie könnten aus Gründen der Fairness gegenüber Mitbewerbern keine Auskunft über Auswahl Kriterien etc. geben. Ich Versuch es jetzt noch einmal bei der nächsten Runde. Bei den Beelitz-Kliniken war ich zumindest eingeladen in die zweite Runde…
Auf welcher Grundlage machst du deine Behauptung der Altersdiskriminierung fest? Altersdiskriminierung ist eine individuelle Benachteiligung. Du behauptest hier, dass alle Schulen an denen du dich beworben hast, dich wegen deines Alters diskriminieren und benennst die Beelitz-Kliniken auch noch direkt, ohne einen diesbezüglichen Nachweis zu haben.

Jede Schule hat sein eigenes individuelles Auswahlprogramm für potentielle Schüler. Wie kannst du da von einer grundsätzlichen Altersdiskriminierung über alle Schulen hinweg schreiben? Es gibt aktuell immer noch deutlich viel mehr Bewerber für die Ausbildung als Schulplätze vorhanden sind. Das Verhältnis zwischen Bewerber und Anzahl von Schulpätzen liegt hier bei ca. 3:1. Das hat rein gar nichts mit dem Fachkräftemangel an sich zu tun. Viele Schüler beenden Ihre Ausbildung erst gar nicht. Therapeuten arbeiten nur noch in Teilzeit. Es ist immer noch größtenteils ein "Frauenberuf" mit allen Einschränkungen die sich privat und beruflich daraus bilden. Ergotherapeuten werden mittlerweile in einem immer größeren Spektrum eingestellt und eingesetzt, was die Verfügbarkeit freier Therapeuten noch weiter einschränkt. Viele Therapeuten, aus allen Heilberufen, verlassen auf Grund von Familie, Alter und Frustation ihren Beruf.

So einfach ist deine persönliche Situation und der Fachkräftemangel grundsätzlich nicht zu erklären und in einen plausiblen Zusammenhang zu setzen. Ich glaube, du verrennst dich hier in eine Erklärung für dich die nicht tragbar ist. Wenn du dich mit dieser Einstellung an den Schulen bewirbst, dann hat dies wohl eher den Charakter eines Hobbys "für die nächsten 10 Jahre" als den einer Leidenschaft für den Beruf der Ergotherapeutin. Wer nicht in der Lage ist die Schulen zu überzeugen, dass dies seine Berufung und Leidenschaft ist bzw. sein könnte, der wird die Ausbildung nicht bis zum Ende durchziehen und abbrechen wenn es schwierig wird. Er nimmt anderen Bewerbern nur die Chance ihre Träume zu verwirklichen. Es ist dabei egal ob der Bewerber erst 16 Jahre oder schon 55 Jahre alt ist.

"Lebe im Heute als wenn es kein Morgen geben würde. Wenn es doch ein Morgen gibt, um so besser für dich."
29. September 2026 23:54 # 6
Registriert seit: 21.09.2026
Beiträge: 3

Danke für die ausführliche Rückmeldung!
Ich hatte übrigens die eine Schule nur deshalb benannt, weil die sich die Zeit genommen haben auf meine Frage zu antworten. Die waren also für mich ein sehr positives Beispiel. ich stimme total damit überein, dass man für diesen Beruf brennen muss und umso enttäuschender ist es, wenn man eben nicht ins Bewerbungsverfahren hineinkommt. Je nach Person sind manche Menschen auf dem Papier und andere in aktivem Agieren besser. Ich bin sehr viel überzeugender, wenn ich dem anderen gegenüber stehe und ihn argumentativ oder charismatisch mitreißen kann. Aber die Chance hat man eben nur, wenn man eingeladen wird.

Natürlich kann ich ohne echtes Feedback nur mutmaßen, warum es nicht klappt, deshalb wäre ja eine Transparenz bzgl. Auswahlverfahren und -kriterien so wünschenswert. Man sollte auch immer die Chance wahrnehmen anhand einer RÜckfrage ein Feedback zur eigenen Reflexion mitzunehmen. Aber ich seh schon, das sind wohl überspannte Erwartungen.
Ich habe bereits zwei Praktika absolviert, in denen ich ein sehr positives Feedback bekam...und bin, weil es schwierig war überhaupt ein Praktikum zu bekommen, für das eine auch nach Innsbruck gereist, sehe also diese ganze Sache nicht nur als "Hobby"...und gerade weil ich darauf brenne bin ich vielleicht eher ungeduldig und gefrustet, bei mir tickt eben auch die Zeit anders als bei einem 20 jährigen...
Es klingt ja schön aufmunternd, wenn es bei der Chance Träume zu verwirklichen "egal ist, ob der Bewerber erst 16 Jahre oder schon 55 Jahre".... das nehme ich dann mal als motivierende Auftakt mit...Danke
1. Oktober 2026 00:13 # 7
Registriert seit: 06.05.2011
Beiträge: 307

Bleibt noch die Möglichkeit eines grundständigen Studiums. Bei NC/Wartesemester spielt das Alter definitiv keine Rolle.
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