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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, jetzt muss ich auch einmal meine Meinung dazu schreiben...
Ich frage mich, wie man (egal ob als Berufsanfänger oder als Berufserfahrener) es bewerkstelligen soll, eine beispielsweise 30h Stelle anzunehmen, dafür umzuziehen und einen großteil oder vllt. sogar die gesamten Fortbildungen selbst zu finanzieren, sodass man auch alle Fachbereiche, möglichst kompetent, abdecken kann. Flexibilität ist eine Grundvoraussetzung für die Ausübung unseres Berufes. Dies zeigen wir Tag für Tag. Aber mal ehrlich, wer kann sich ohne Unterstützung für eine Tätigkeit in einer Praxis mit einer Teilzeitstelle, eigener Wohnung, eigenem Auto entscheiden sowie zusätzlich auf selbstzahlerbasis seine Fortbildungen finanzieren? Hin oder her mir der toll ausgestatteten Praxis sowie der "super"-Bezahlung von 10,11,12 Euro/h (wenn überhaupt). Denn ohne Spezialisierung erhält man selten eine Stelle in einer Klinik oder ähnlichen Einrichtungen. Gleichzeitig möchte oder kann man nicht dauerhaft auf finanzieller Unterstützung seitens von Familie, Freunde, Staat hoffen.
Gleichzeitig frage ich mich, was für ein Desinteresse bzgl. berufspoltischen oder aktuellen Therapiemethoden seitens mancher AN ist. Zudem fehlt Basiswissen, was in der Ausbildung gelehrt wird. Es wird zum Teil nicht nur nach veraltetem Wissen behandelt, sondern oftmals schlicht über gesetzlichen Bestimmungen sich hinweggesetzt (z.B.: Therapiezeit nicht eingehalten, Kinder werden im Kindergarten behandelt, wenn dies auch nicht auf dem Rezept vermerkt ist...) Letzteres betrifft sicherlich beide Seiten und trotzdem macht es eine Seite mit...
Ich denke ich habe hier gerade viele Punkte "angeschrieben", die es sicherlich noch zu differenzieren gilt.
Aber zusammenfassend erschrecke ich immer wieder über die zum Teil "ausbeuterischen" Stellenangebote, die qualitativ schlechte Arbeit von einigen Kollegen, sowie der mangelnden Wertschätzung und des gegenseitigen Desinteresse.
Zum Glück gibt es Ausnahmen. Faire AG haben auch gute Mitarbeiter, nach meiner Meinung. Ich finde, man sollte ein gut eingespieltes TEAM, was eine entsprechende Zeit zusammenarbeitet nicht unterschätzen. Natürlich wird es auf Dauer teurer, denn umso länger ein Mitarbeiter da ist, umso mehr Gehalt bekommt er in der Regel. Aber er lernt von Kollegen, man hat länger etwas von seinen gemachten Fortbildungen und ein gutes Betriebsklima wirkt sich pos. auf die Gesundheit aus (weniger Krankheitstage, höheres Engament).
Auf allen Seiten ist ein umdenken angebracht. AG->Wie erhalte ich gute Mitarbeiter und AN-> wie verkaufe ich mich nicht unter meinem Wert?
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